Passanten sind in der leeren Einkaufsstraße und Fußgängerzone von Stralsund unterwegs.
+
Corona-Krise: Erweisen sich Ladenschließungen als effektiv? Eine Schweizer Studie untersuchte verschiedene Maßnahmen (Symbolbild).

Virus-Übertragung deutlich verringert

Neue Corona-Studie zeigt: Drei Lockdown-Maßnahmen besonders wirksam - eine davon wird heiß diskutiert

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
    schließen

Welche Maßnahmen helfen wirklich, um das Coronavirus einzudämmen? Eine Schweizer Studie liefert dazu nun Ergebnisse, die Zündstoff für neue Diskussionen liefern könnten.

  • Im Kampf gegen Corona wurden bislang verschiedene Maßnahmen angeordnet - von der Maskenpflicht bis zur Kontaktbeschränkung.
  • Eine Schweizer Studie hat nun die Wirksamkeit der Maßnahmen untersucht.
  • Drei Anordnungen schienen dabei besonders effektiv zu sein - darunter auch die viel diskutierten Schulschließungen.

Zürich - Kontaktreduzierungen, Mund-Nasen-Schutz-Pflicht oder Schulschließungen: Welche Maßnahmen sind im Kampf gegen das Coronavirus besonders wirksam? Damit hat sich jüngst eine Studie der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich beschäftigt.

Veröffentlicht wurden die Studien-Ergebnisse der ETH Zürich am Sonntag (10. Januar). Eines der Ergebnisse: Die Studie zeigt, dass die Schließung von Schulen zu den drei wirksamsten Maßnahmen zählt.

Schweizer Corona-Studie zeigt: Drei Lockdown-Maßnahmen besonders wirksam - Weniger Erkrankungen durch Schulschließungen

Die Mobilität wurde demnach um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten. In der Schweiz blieben die Schulen im Frühjahr wegen der Pandemie für ganze zwei Monate geschlossen. Dadurch kam es zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte der ETH-Forscher Stefan Feuerriegel. Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikations-Daten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet.

Laut der ETH-Studie waren zwei weitere Maßnahmen jedoch noch effektiver als die Schließungen der Schulen. Auf dem Spitzenplatz rangiert demnach das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen. Hierdurch lasse sich 22,3 Prozent der Mobilität einschränken.

Knapp dahinter liegt mit 22,3 Prozent die Schließung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.

Corona-Lage in Deutschland im Video: Längere Schulschließungen in der Corona-Pandemie absehbar

Corona-Studie zeigt: Drei Maßnahmen besonders wirksam - doch gerade Schulschließungen werden heiß diskutiert

Gerade über den Punkt „Schulschließungen“ als Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wird weltweit allerdings immer wieder diskutiert. Die Gefahr, dass Kinder eine Erkrankung mit dem Covid-Erreger erleiden, sei vergleichsweise gering, heißt es laut einer Mitteilung der Presseagentur Agence France-Presse (AFP). Unklar sei aber, in welchem Maße Kinder Covid-Viren übertragen.

Zu dieser Frage nahmen die ETH-Autoren im Rahmen ihrer Studie keine Stellung. Sie zeigten jedoch auf, dass Schulschließungen dazu beitragen können, das Risiko eine Übertragung des Virus deutlich zu verringern. „Unsere Analyse belegt, dass Schulschließungen ein Mittel sind, die Verbreitung zu verlangsamen, indem sie die Mobilität verringern“, so Feuerriegel. (nema mit AFP)

Corona: Erkranken Kinder seltener? Neue Ergebnisse bezüglich Virus-Mutation

Kinder scheinen bei einer Infektion mit dem herkömmlichen Coronavirus seltener zu erkranken. Bezüglich der neuen Corona-Mutation, die vor allem in Großbritannien grassiert, liefern Studien nun neue Ergebnisse: Forscher fanden heraus, dass sich gerade Personen, die jünger als 20 Jahre alt sind, besonders häufig anstecken.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare