Mitten in Deutschland

Corona-Infizierter sorgt für Eklat: Nach Stadtbummel samt McDonald‘s-Besuch fliegt er dann auf

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Statt in Quarantäne zu bleiben, unternimmt ein Corona-infizierter Mann mit seiner Familie eine Einkaufstour durch eine Innenstadt. Doch eine junge Begleitung lässt ihn auffliegen.

  • Wer positiv auf das neue Coronavirus getestet wird, muss sich in Quarantäne begeben.
  • Ein infizierter Familienvater ging dennoch mit seinen Liebsten auf Einkaufstour.
  • Nun wird gegen ihn ermittelt.

Rendsburg/München - Dieser Stadtbummel dürfte für lange Zeit sein letzter und mit Sicherheit sein teuerster gewesen sein. Ein Familienvater ging unter der Woche mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf Einkaufstour in der Innenstadt des schleswig-holsteinischen Rendsburg. Soweit, so normal. Doch der Mann war während dieses Ausflugs in die Menschenmassen mit dem Coronavirus* infiziert. Und wusste von seiner Erkrankung, wie die Hamburger Morgenpost berichtet.

Somit machte sich der Mann einer Straftat schuldig. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Denn nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Rendsburg-Eckernförde sei der Beschuldigte nach einem positiv verlaufenen Test per Bescheid in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Coronavirus in Deutschland: Infizierte geht mit Familie auch noch zu McDonald's

Dort hielt es ihn aber nicht lange. Gemeinsam mit seinen Liebsten unternahm er den Einkaufsbummel, der schließlich auch noch mit einem Besuch in einer McDonald‘s-Filiale fortgesetzt wurde. Was dem ganzen Treiben im Grunde nur noch die Krone aufsetzte. An die Mitmenschen in seiner Umgebung - darunter die offenbar allesamt nicht-infizierten übrigen Familienmitglieder - dachte der verantwortungslos handelnde Mann anscheinend in keiner Sekunde.

Womöglich wäre sein Verstoß gegen die Quarantäne-Regeln niemals ans Licht gekommen, hätte zu der Ausflugsgruppe nicht auch eine Freundin einer der Töchter gehört. Deren Eltern brachten den Stein ins Rollen, als sie davon erfuhren, unter welchen Umständen die gemeinsame Tour vonstatten gegangen war. Nun wird der Quarantäne-Verweigerer mit den Konsequenzen leben müssen*, wie auch fr.de berichtet.

Coronavirus in Deutschland: Infiziertem Familienvater drohen „weitreichende Sanktionen“

So verweist der offizielle Bußgeldkatalog darauf, dass nach §30 Abs. 2 des Infektionsschutzgesetzes „die Eindämmung von Infektionskrankheiten schwerer wiegt als das Grundrecht auf persönliche Freiheit“. Folgerichtig müssten sich Personen, für die die Behörden Quarantäne anordnen, in Isolierung begeben. Bei „Verstößen gegen die Auflagen“ würden „weitreichende Sanktionen“ drohen.

So könne eine Geldstrafe verhängt werden, oder aber eine „Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren“. Handelt es sich um eine fahrlässige Körperverletzung bei Ansteckung anderer Personen würden sogar bis zu drei Jahre hinter Gitter drohen. Dies wäre etwa dann der Fall, sollte das Coronavirus während des Stadtbummels auf andere Passanten oder auch Angestellte in den Geschäften oder dem Fastfood-Imbiss übergesprungen* sein.

In dem für Schleswig-Holstein festgelegten Bußgeldkatalog wird wohl am ehesten der Punkt „Unterlassen der ständigen Absonderung in der eigenen Häuslichkeit oder einer anderen geeigneten Unterkunft“ greifen. Hier werden bei Verstößen zwischen 500 und 10.000 Euro aufgerufen. Gerade um die drohende zweite Welle* zu verhindern, dürfte hart durchgegriffen werden gegen derartige Übeltäter. (mg) *Merkur.de und fr.de sind Teile des Ippen-Digital-Netzwerks

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Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa

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