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Indische Corona-Mutante: RKI warnt vor Ausbreitung in Deutschland - was wir bisher über B.1.617 wissen

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Von: Christoph Klaucke

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Das RKI warnt vor der Ausbreitung der indischen Corona-Mutante B.1.617 in Deutschland. Die Bundesregierung hat Großbritannien zum Risikogebiet erklärt.

München - Die Corona-Infektionen in Deutschland sinken, die Anzahl der geimpften Menschen steigt. Die Zuversicht auf einen sorgenfreien Sommer wächst täglich. Doch jetzt gibt es wieder Anlass zur Sorge - Grund dafür ist die Verbreitung der neuartigen Virusariante B.1.617 in Großbritannien, die zuerst in Indien festgestellt wurde.

Deshalb stuft die Bundesregierung Großbritannien ab Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet ein – trotz niedriger Infektionszahlen. Die Variante aus Indien gilt Experten zufolge als ansteckender als vorherige Mutationen. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet auch in Deutschland einen Anstieg der indischen Variante. 

Coronavirus: Mutante B.1.617 steigt in Deutschland - RKI warnt vor Ausbreitung

Noch liegt laut RKI der Anteil der festgestellten Infektionen mit der Variante B.1.617 bei etwa zwei Prozent - „aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an“, wie das RKI vermeldet. Untersuchungen in Großbritannien zeigten zudem, dass sich die Zahl innerhalb einer Woche verdoppeln kann. Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach sprach eine Warnung aus.

Eine vierte Welle stehe Deutschland deshalb aber nicht automatisch bevor, glaubt der Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. „Das sehe ich nicht so, weil wir jetzt eine ganz andere Situation haben“, so der Mediziner. „Wir impfen ja wie die Weltmeister!“ Obwohl die aktuellen Corona-Impfstoffe nicht zu hundert Prozent zur indischen Variante passten, böten sie dennoch einen gewissen Schutz, besonders vor schweren Infektionen.

Was bisher über die Mutante bekannt ist:

Coronavirus: Mutante B.1.617 breitet sich in Großbritannien aus

Es gebe landesweit 2323 bestätigte Fälle, sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament. Das sind gut 1000 mehr als noch am 12. Mai. Vor allem die mittelenglischen Städte Bolton und Blackburn sind betroffen. Es gebe Hinweise, dass die Variante ansteckender sei als die bisher bekannten Formen. Aber der Umfang sei noch unbekannt. Hancock betonte, frühe Analysen legten nahe, dass die Impfungen gegen die Variante schützten.

Zwar werden in Bolton und Blackburn insgesamt 27 Menschen wegen der Variante in Kliniken behandelt. Diese Patienten seien aber nicht geimpft gewesen, sagte Hancock. „Impfungen retten Leben“, betonte Hancock und rief alle Menschen auf, sich eine Spritze geben zu lassen. In Bolton hatte am Wochenende großer Andrang auf Impfungen geherrscht. Bisher sind mehr als 20 Millionen Menschen in Großbritannien vollständig gegen das Virus geimpft, knapp ein Drittel der Bevölkerung. Von diesem Dienstag an dürfen alle über 37-Jährigen einen Termin machen.

Die Opposition gibt der Regierung die Schuld an der Ausbreitung der „indischen“ Variante. Sie habe wochenlang gezögert, Indien auf eine „rote Liste“ zu setzen, nur weil Premierminister Boris Johnson lange an einem letztlich doch abgesagten Besuch in dem südasiatischen Land festhielt, um ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. In dieser Zeit seien etwa 20.000 Menschen aus Indien nach Großbritannien eingereist. Johnson will trotz der neuen Variante an Lockerungen auf der Insel festhalten. (ck/dpa)

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