Ein Pfleger bereitet in Helsinki eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech vor.
+
Ein Pfleger bereitet in Helsinki eine Spritze mit Corona-Impfstoff von. In Finnland wurde eine neue Mutation des Virus entdeckt.

In EU-Land mit niedrigen Infektionszalhen

Mitten in Europa: Labor wertet Entdeckung als „einzigartig“ - weitere Corona-Mutation entdeckt

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
    schließen

Virologen und Epidemiologen prüfen eine neu entdeckte Corona-Variante - unklar ist bislang, wie Impfstoffe und Tests bei ihr wirken.

  • Fin-796H ist die Bezeichnung für eine neu entdeckte Corona-Variante.
  • Erste Berichte über die Mutation stammen aus Finnland.
  • Untersucht wird nun, ob bisherige Impfstoffe gegen den Erreger wirken.

Helsinki - Dass Viren mit der Zeit mutieren, ist nichts Ungewöhnliches, sondern gehört zu ihrem Wesen. Manchmal werden sie dabei für den Menschen weniger gefährlich - oder eben gefährlicher, wie bei B.1.1.7 (in Großbritannien entdeckt) oder B1.351 (in Südafrika entdeckt). Bei der neu entdeckten Variante Fin-796H ist man sich noch uneinig, wie das finnische öffentlich rechtliche Yleisradio (YLE) sowie die finnische Zeitung Iltalehti berichten.

Ein Labor in Helsinki beschreibt die Mutation den beiden Berichten zufolge als „einzigartig“, obwohl sie Ähnlichkeiten mit den britischen und südafrikanischen Varianten aufweise. Laut Petri Auvinen, Forschungsdirektor des Instituts für Biotechnologie der Universität Helsinki, ähnele sie aber in ihrer Kombination „genetisch keiner anderen bekannten Variante“.

Neue Corona-Mutation in Finnland entdeckt: Sorge vor versagenden PCR-Tests

Die Variante sei erst vergangene Woche bei einem Patienten entdeckt worden, sagte die Forscherin Taru Meri - die wegen Finnnlands geringer Infektionszahlen gleichzeitig ausschloss, dass die Mutation im Inland entstanden sei. Man untersuche die Variante nun eingehender, etwa auf Infektiosität und mögliche Resistenzen. „Es gibt aber keinen Grund zur Panik“, sagte sie.

Ein Senioren-Paar wartet in einem Impfzentrum in Helsinik darauf, dass sie an der Reihe sind.

PCR-Tests indes zeigten nur bestimmte genetische Sequenzen der Virus-RNA - daher die Untersuchungen bei der „einzigartigen“ Variante. Die Sorge besteht, dass sie nicht erfasst wird.

„Wir haben keine klaren Informationen darüber, dass dieser neue Stamm leichter übertragen werden kann“, sagte auch Ilkka Julkunen, Professor für Virologie an der Universität von Turku dem Sender YLE. Die Finnen sind bislang vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Die Neuinfektionszahlen zählen seit langem zu den geringsten in Europa. Die Grenzen hatte das nördlichste EU-Land bereits in der ersten Pandemie-Hochphase im Frühjahr 2020 überwiegend geschlossen. (frs)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare