„Dritte Welle“ im Nachbarland

Neue Corona-Mutation: Frankreich-Variante wohl für PCR-Test unsichtbar - Lage verschärft sich

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Die Corona-Lage in Frankreich ist angespannt. Premierminister Jean Castex hat bereits die dritte Welle ausgerufen. In der Bretagne wurde nun eine neue Virus-Variante entdeckt.

Lannion - In der Corona-Pandemie gilt das Testen bislang als wichtiges Instrument. Viele Menschen erhoffen sich durch erhöhte Testkapazitäten weitere Schritte in Richtung Normalität. Ein positiver PCR-Test stellte dabei bislang einen zuverlässigen Nachweis einer Corona-Infektion dar. In Frankreich meldeten die Behörden nun eine neue Variante des Coronavirus. Diese gibt neue Rätsel im Zusammenhang mit Corona-Tests auf.

Corona: Neue Virus-Variante in der Bretagne entdeckt - Nachweis über PCR-Test wohl erschwert

Auf die neue Corona-Mutation wurden die französischen Gesundheitsbehörden bei einem Ausbruch in einem Krankenhaus in Lannion in der Bretagne aufmerksam. Bei dieser neuen Virus-Variante könnte der Nachweis über einen herkömmlichen PCR-Test erschwert sein. Es habe mehrere Patienten gegeben, die typische Symptome von Covid-19* aufgewiesen, aber ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hätten, erklärte die Generaldirektion des französischen Gesundheitsministeriums in einer Mitteilung.

Die bretonische Gesundheitsbehörde ARS teilte am Dienstag (16. März) mit, dass acht ältere Patienten mit „typischen Symptomen“ einer Covid-19-Erkrankung gestorben seien. Demnach seien sieben von ihnen zuvor per Nasenabstrich negativ getestet worden. Erst ein Antikörper-Test habe zu einem positiven Testergebnis* geführt.

Bretonische Corona-Mutation: Virus-Variante unter Beobachtung

„Die ersten Analysen dieser neuen Variante lassen nicht den Schluss zu, dass sie ernster oder übertragbarer ist als das ursprüngliche Virus“, hieß es in einer der Mitteilungen weiter. Eingehende Untersuchungen zur bretonischen Corona-Mutation seien jedoch im Gange. Die Gesundheitsbehörden stuften die Virus-Variante* als „variant under investigation“ ein, also eine genau zu beobachtende. Die Generaldirektion betonte, dass Viren sich ständig weiterentwickeln und dementsprechend Systeme zur Überwachung eingerichtet worden seien.

Bei einem Corona-Ausbruch im Krankenhaus von Lannion in der Bretagne wurden die Gesundheitsbehörden auf eine neue Virus-Variante aufmerksam.

Corona in Frankreich: Lage verschärft sich - „Wir befinden uns in einer Art dritten Welle“

In Frankreich hat sich die Corona-Lage zuletzt wieder verschärft. Besonders im Blick ist dabei der Großraum Paris. Patient:innen werden wegen der angespannten Lage auf den dortigen Intensivstationen in andere Landesteile gebracht. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei rund 400. Es wird davon ausgegangen, dass die Corona-Maßnahmen in der Region Île de France bald verschärft werden könnten.

Laut Premierminister Jean Castex hat die dritte Welle der Corona-Pandemie* in Frankreich bereits begonnen. „Wir befinden uns in einer Art dritten Welle“, erklärte er am Dienstag vor der Pariser Nationalversammlung. Diese sei durch die unterschiedlichen Varianten des Coronavirus gekennzeichnet - allen voran durch die sogenannte britische Variante B.1.1.7*.

Die Antwort auf die angespannte Lage sei das Impfen, stellte der Regierungschef klar. „Ich wünsche mir, dass wir die Kampagne mit AstraZeneca so schnell wie möglich wieder aufnehmen können“, betonte daher Gesundheitsminister Olivier Véran. In Frankreich wurden die Corona-Impfungen* mit dem Vakzin von AstraZeneca am Montag vorerst ausgesetzt. Präsident Emmanuel Macron gab die in Frankreich viel kritisierte Maßnahme bekannt, kurz nachdem auch Deutschland die AstraZeneca-Impfung vorerst ausgesetzt hatte. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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