Bereits in über 50 Ländern

Corona-Mutation aus Großbritannien: So ansteckend ist sie wirklich

In Europa breitet sich momentan eine Coronavirus-Mutation aus Großbritannien aus. Das bereitet große Sorge: Denn die Virus-Variante ist ansteckender als das Original.

  • Seit Dezember beschäftigt eine Mutation des Coronavirus aus Großbritannien die Welt.
  • Die neue Variante ist deutlich ansteckender als das bisherige Virus.
  • Durch eine Ausbreitung könnte das Infektionsgeschehen vielerorts endgültig außer Kontrolle geraten.

München - Mehr als 94 Millionen Menschen sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert gemeldet worden, mehr als zwei Millionen daran gestorben. Ein Ende der Pandemie ist nicht Sicht. In den letzten Wochen kämpfen viele europäische Länder mit besonders hohen Fallzahlen. Auch in Großbritannien wurde seit Mitte Dezember des vergangenen Jahres ein sprunghafter Anstieg der Neuinfektionen beobachtet. Schuld daran ist auch eine neue Virus-Mutation.

Coronavirus-Mutation aus Großbritannien: So ansteckend ist die neue Variante

Die Corona-Mutation B.1.1.7 wurde am 14. Dezember zum ersten Mal im Vereinigten Königreich festgestellt, mittlerweile ist sie in einem Viertel aller Länder weltweit zu finden. An sich sind Virus-Mutationen nichts Ungewöhnliches, doch die britische Variante sticht heraus. Sie gilt als deutlich ansteckender als das Original.

Tatsächlich ist der R-Wert laut einer Studie des Imperial College London in Großbritannien durch die Mutation von 0,4 auf 0,7 gestiegen. Britische Forscher gehen auf Basis dieser Werte davon aus, dass die neue Variante 50 bis 70 Prozent ansteckender ist als das ursprüngliche Virus. Die rasante Ausbreitung in über 50 Länder scheint dies zu bestätigen. Gefährlicher in Bezug auf den Krankheitsverlauf scheint sie aber nicht zu sein.

Britische Corona-Mutation: Darum ist sie für viele Länder so problematisch

Dennoch ist die Steigerung des R-Werts problematisch. Er ist ein guter Indikator dafür, wie viele Menschen sich anstecken. Breitet sich diese hoch ansteckende Variante weiter aus, steigen die Fallzahlen an den jeweiligen Orten rapide an. Das Infektionsgeschehen wäre noch weniger kontrollierbar als zuvor, es droht eine Überlastung der Kliniken. Viele Länder in Europa sind daher besorgt, Regierungen beraten vielerorts über noch härtere Maßnahmen. Großbritannien selbst befindet sich in einem landesweiten strikten Lockdown, um die explodierenden Zahlen in den Griff zu bekommen.

Hinzu kommt, dass neben der britischen Variante auch in Südafrika eine ähnlich ansteckende Mutation gefunden wurde. Mittlerweile wurde diese auch in über 20 Ländern nachgewiesen. Auch in Japan und den USA sollen nun neue Formen des Coronavirus aufgetreten sein. Während sich die japanische Variante aber von den anderen Mutationen zu unterscheiden scheint, ist die US-amerikanische der britischen wohl sehr ähnlich.

Corona-Mutationen: Sind die Impfstoffe noch wirksam?

Hoffnung mach allerdings, dass erste Studien zeigen, dass die entwickelten Impfstoffe gegen die Virusvarianten weiterhin wirken. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer soll die Mutationen aus Südafrika und Großbritannien neutralisieren können, wie eine Studie aus den USA nahelegt. Allerdings steht momentan noch nicht genügend Impfstoff zur Verfügung, um eine wirksame Herdenimmunität zu schaffen. Auch ist nicht sicher, ob die entwickelten Impfstoffe gegen künftige Mutationen wirksam sind. (mam/afp)

Rubriklistenbild: © JUSTIN TALLIS / AFP

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