Ein Wunschzettel vor einer Kita in Hessen.
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„Alles soll wieder normal sein“ steht als Wunsch auf einem Blatt vor einer Kita in Hessen. Die Rolle von Kindern in der Corona-Pandemie ist weiter umstritten.

Forschung

Corona-Mutation B.1.1.7: Ist der Virus-Typ gefährlicher für Kinder? Münchner Infektiologe gibt Einschätzung

  • Veronika Arnold
    vonVeronika Arnold
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Die Corona-Mutation B.1.1.7 sorgt für enorme Beunruhigung. Als gesichert scheint inzwischen eine höhere Ansteckungsgefahr der Mutante. Doch ist sie auch für Kinder gefährlicher?

Berlin - Die Verunsicherung um die Corona-Mutation B.1.1.7, die sich nach Großbritannien jetzt auch in Deutschland ausbreitet, nimmt zu: Der neue Coronavirus-Typ gilt unter Experten als infektiöser als die Ursprungsvariante, soll also leichter übertragbar sein. Ob sie auch zu schwereren Erkrankungen führt oder gar tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen. Und eine weitere Befürchtung sorgt derzeit vor allem bei Eltern für Beunruhigung: Ist die Mutation etwa auch für Kinder gefährlicher? Einige Experten vermuten, dass sich die Kleinen mit der neuen Virus-Variante leichter anstecken können.

Corona-Mutation gefährlicher für Kinder? Das sagt ein Münchner Infektiologe

Auf diese Frage gibt es nach Ansicht des Münchner Infektiologen Christoph Spinner bisher keine eindeutige Antwort. „Wir wissen es nicht“, sagt der Oberarzt am Münchner Klinikum rechts der Isar im Gespräch mit Focus Online. Schon bei der Infektiosität von Kindern mit der Ursprungsvariante des SarS-Coronavirus 2 gab es bislang unter Wissenschaftlern keinen endgültigen Konsens. Inzwischen gehe die Forschung aber davon aus, dass sich Kinder mit der gleichen Wahrscheinlichkeit infizieren, aber nicht so oft erkranken, erklärt Spinner. Aufgrund dieser Annahme, dass sich die Ansteckungsgefahr bei Kindern und Erwachsenen nicht nennenswert unterscheidet, geht der Infektiologe davon aus, dass Ähnliches auch für den neuen Virus-Typ B.1.1.7 gelte.

„Deshalb kann man davon ausgehen, dass sich diese Virusmutante, ..., wahrscheinlich auch bei Kindern ähnlich leicht ausbreitet“

Christoph Spinner, Infektiologe am Klinikum rechts der Isar

Gesichert sei diese Annahme derzeit noch nicht. Eine Vermutung hat der Mediziner mit heutigem Wissensstand dennoch: „Deshalb kann man davon ausgehen, dass sich diese Virusmutante, die sich insgesamt bei den Menschen leichter ausbreitet, wahrscheinlich auch bei Kindern ähnlich leicht ausbreitet“, wird der Oberarzt zitiert.

Coronavirus-Mutationen verschärfen Pandemie-Lage weltweit

Nicht nur die Mutante aus Großbritannien sorgt derzeit weltweit für eine weitere Anspannung der Corona-Lage. Auch in Brasilien und Südafrika kursieren Virus-Mutationen, von denen nach Ansicht einiger Wissenschaftler ein besonderes Risiko ausgehen könnte. Aus Angst vor einer schnellen Verbreitung dieser Varianten, werden die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weltweit verschärft. Auch die Bundesregierung berief sich bei den aktuellen Corona-Maßnahmen und der andauernden Lockdown-Verlängerung auf die Anteckungsgefahr der Mutationen.

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