Carolyn Krause, Studienassistentin, hält Tupfer für eine PCR-Test in der Hand. Für die Coronavirus-Antikörper-Studie „CORONA-MONITORING lokal“ des Robert-Koch-Instituts werden eingeladene Erwachsene auf Antikörper untersucht, ein Rachenabstrich durchgeführt und zu ihrer Gesundheit befragt.
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Mithilfe der Sequenzierung lassen sich bei PCR-Tests Corona-Mutationen bestimmen. Doch das kann Wochen dauern.

Mutanten schneller erkennen

Corona-Mutation: PCR-Test aus Deutschland soll in zwei Stunden Ergebnis liefern

  • vonVeronika Silberg
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B.1.1.7 und andere Virus-Mutanten verschärfen die Corona-Lage weltweit. Mit einem neuen PCR-Test sollen sich die Varianten schnell und einfach bestimmen lassen.

  • Mutierte Coronavirus-Varianten verbreiten sich weltweit.
  • Eine systematische Bestimmung der Mutationen kann bei der Pandemie-Bekämpfung helfen.
  • Ein neuer PCR-Test aus Hamburg will das in unter zwei Stunden möglich machen.

Hamburg - Ob die Virus-Variante B.1.1.7 wirklich aus Großbritannien kommt, ist ungewiss. Das Gleiche gilt für die Südafrika- und Brasilien-Variante. Sicher ist allerdings, dass die Coronavirus-Mutationen nichts Gutes für den Verlauf der Pandemie verheißen. Das Coronavirus mutiert und ist, wie sich in ersten wissenschaftlichen Studien andeutet, deutlich ansteckender als sein Vorgänger. Um ein besseres Bild über die Verbreitung der neuen Virus-Mutanten zu bekommen, haben Bund und Länder bereits Anfang des Monats eine systematischere Bestimmung von Virus-Typen beschlossen. Ziel sei, Mutationen „mit möglichen pandemieverschärfenden Eigenschaften“ besser zu entdecken.

Ein Hersteller aus Hamburg kündigt nun einen neuen PCR-Test an, der genau das einfacher machen soll: Innerhalb von zwei Stunden soll das Produkt erkennen, ob sich der Betroffene mit einer bestimmten Coronavirus-Mutation infiziert hat. In einem zweistufigen Testverfahren soll spezifisch nach Genveränderungen gesucht werden, die typisch für bestimmte Virus-Varianten sind. Die spezifische Bestimmung von Gen-Mutationen ist kein neues Verfahren und wird bereits von einigen Laboren in Deutschland durchgeführt.

Virus-Mutanten mit einem PCR-Test bestimmen: Sequenzierung oder Mutations-Bestimmung?

SanaGroup-Geschäftsführer Thomas Wüstefeld beschreibt im Interview mit RTL.de den Ablauf dieses Verfahrens: „Wir machen den Mund-Nasen-Abstrich wie bisher auch, führen die PCR durch und sehen, ob ein Mensch positiv oder negativ ist. Dann nutzen wir diese Probe und machen einen zweiten Lauf.“ In diesem zweiten Lauf soll dann die Art der Corona-Mutation bestimmt werden. „Wir lesen praktisch die Enzyme aus und stellen dann fest, um welche Art es sich bei der Mutation handelt.“ Dabei sucht der PCR-Test nach ganz bestimmten Veränderungen. Eine Zulassung erwartet Wüstefeld noch innerhalb der laufenden Woche. Der Antrag sei bereits am 22. Januar gestellt worden.

In vielen deutschen Krankenhäusern wird die Testung auf Corona-Mutationen bereits durchgeführt. Viele Labore nutzen dazu die Methode der Sequenzierung: Hier wird der gesamte Genstrang des Virus analysiert. Das kann allerdings bis zu drei Wochen dauern. PCR-Tests, wie die des Hamburger Herstellers könnten helfen, einen noch schnelleren Überblick über die Ausbreitung von Covid-19 zu bekommen. Bei der langsameren Sequenzierung lassen sich im Gegenzug auch mögliche noch unbekannte Mutationen erkennen. Beide Verfahren haben also ihre Vorteile. (vs)

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