Zu wenig Antikörper

Corona-Mutationen: Neue Studie weckt Sorgen - brauchen wir bald eine dritte Impfdosis?

Die neuen Mutationen des Coronavirus werden in der Pandemie-Bekämpfung zum Problem. Wirken sie sich auch negativ auf die entwickelten Impfstoffe aus?

  • In mehreren Ländern haben sich neue Varianten des Coronavirus entwickelt, die auch nach Europa schwappen.
  • Zum Problem könnten sie werden, wenn die Vakzine gegen sie nicht so gut wirken.
  • Eine neue Studie legt nahe, dass wir eine dritte Impfung brauchen könnten.

München - Es schien beinahe als würde uns die Pandemie ein Schnippchen schlagen: Kaum waren die ersten vielversprechenden Impfstoffe entwickelt, entstanden rund um den Globus neue Virus-Varianten. Und mit ihnen die Frage: Werden die neuen Vakzine auch gegen die Mutationen helfen oder droht neues Chaos?

Besondere Sorge bereiteten die hoch ansteckenden Virus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika. Doch eine erste Entwarnung gab es bereits. Denn die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna scheinen zumindest gegen die britische Variante gut zu wirken. Bleibt die südafrikanische. Moderna hat in einer neuen Studie daher die Wirksamkeit des eigenen Medikaments getestet. Die Untersuchung ist momentan noch ein Preprint, wurde also noch nicht von Fachkollegen überprüft.

Moderna-Impfstoff: Wirkt er gegen die neuen Corona-Varianten aus Großbritannien und Südafrika

Das Ergebnis der Studie ist zwar in erster Linie beruhigend, dennoch lohnt ein zweiter Blick. Das Pharmaunternehmen und die Forscher des National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Maryland kamen zu dem Ergebnis, dass der Impfstoff gegen die südafrikanische Mutante B1351 hilft. Allerdings wird im Vergleich zur Wirkung beim Originalvirus eine bis zu sechsfach geringere Anzahl an Antikörpern entwickelt.

„Das bedeutet aber nicht, dass der Wirkstoff damit hinfällig ist. Denn es werden ja noch immer Antikörper gebildet. Nichts, was wir bisher gesehen haben, ist im Hinblick auf den Impfstoff besorgniserregend“, so Moderna-Chef Dr. Stephen Hoge gegenüber dem Time Magazine.

Müssen wir uns drei Mal impfen lassen? So wirken sich die Corona-Mutationen aus

Zum anderen sind mRNA-Impfstoffe laut Experten leicht anpassbar und könnten so auf neue Varianten eingestellt werden. „Ein neuer Impfstoff könnte auf Basis der mRNA-Technologie recht schnell angepasst werden. Rein technisch könnte dies in sechs Wochen erfolgen,“ sagt eine Biontech-Sprecherin der Bild. Auch das deutsche Pharmaunternehmen prüft derzeit die Effektivität seines Impfstoffs hinsichtlich der Corona-Varianten.

Diese Meinung teilt auch der Virologe Bernhard Fleckenstein. Er sagte dem Blatt: „Das ist der große Vorteil der mRNA-Impfstoffe.“ Auch Vektorimpfstoffe, wie den der Firma AstraZeneca könne man anpassen. „Ich denke aber, dass das viel länger dauert“, erklärt der Experte. Für möglich hält er, dass die Dauer des Impfschutzes aufgrund der Varianten sinkt. Es ist also realistisch, dass wir uns öfter impfen lassen müssen als bisher gedacht. (mam)

Rubriklistenbild: © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

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