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Impf-Alptraum in Österreich: Ärztin verwendet gebrauchte Spritzen - AIDS-Sorgen bei 59 Personen

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Von: Moritz Bletzinger

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Coronavirus - Berlin - Impfen: Eine Ärztin impft im Corona-Impfzentrum Messe Berlin eine Patientin mit dem BioNTech-Pfizer-Impfstoff.
Corona-Impfung: In einem Betrieb in Österreich wurden offenbar Spritzen mehrfach verwendet. © Christoph Soeder/dpa

In Österreich wurde eine Ärztin nach einem heftigen Impf-Fehltritt freigestellt. Der Spritzen-Skandal wird nun wohl ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Mürzzuschlag - Das steirische Voestalpine-Werk ließ vergangene Woche seine Angestellten gegen das Coronavirus* impfen. Bei der Betriebsimpfung kam es zu einem heftigen Fauxpas, der schlimme Folgen für 59 Mitarbeiter haben könnte. Die Staatsanwaltschaft dürfte sich in den kommenden Tagen einschalten.

Corona: Impf-Skandal in Österreich - Ärztin verwendet gebrauchte Spritzen wieder

Es ist das Spritzen-Albtraum-Szenario: Eine Ärztin verwendete offenbar benutzte Nadeln wieder. Mehrere Personen wurden also mit ein und derselben Spritze geimpft. Die Betroffenen müssen jetzt dringend einen AIDS- und einen Hepatitis-Test machen. Sie wurden von der Geschäftsführung telefonisch kontaktiert. Weil die Impfung in zwei „Straßen“ stattfand, waren die Personen einfach zu ermitteln. Eine HIV-Infektion ist allerdings erst nach mehreren Wochen nachweisbar. Für die Angestellten beginnt nun eine lange Zeit im Ungewissen.

Impf-Alptraum-Szenario fällt wohl zufällig auf - Betrieb reagiert massiv enttäuscht

Beteiligten sei der Fehltritt mehr oder minder zufällig aufgefallen, berichtet der Kurier. Im Mülleimer seien deutlich zu wenige Spritzen gelegen. Dienstleister Vamed, der mit der Betriebsimpfung beauftragt war, bezieht nun auch Stellung. Kontrollen hätten ergeben, „dass bei einer der eingesetzten Ärztinnen die Anzahl der verbrauchten Impfdosen und -materialien nicht mit der Anzahl der geimpften Personen übereingestimmt haben.“

„Für uns ist es unverständlich, dass es im Rahmen dieser Impfungen überhaupt zu Mängeln bei Qualität und Hygiene kommen kann“, meldet sich Voestalpine-Sprecher Peter Felsbach enttäuscht zu Wort.

Spritzen-Skandal in Österreich: „Individuelle medizinische Fehlleistung“ - Justiz schaltet sich wohl bald ein

Vamed spricht von einer „individuellen medizinischen Fehlleistung“. Die Medizinerin habe eingestanden, dass sie einen Teil der Nadeln und Spritzen teils mehrfach verwendet haben könnte. Wie das passieren konnte, bleibt nach wie vor nur zu vermuten. Der Kurier spricht von einer möglichen Verwechslung zwischen gebrauchten und frischen Spritzen.

Die Ärztin wurde zwischenzeitlich freigestellt. Nach medialer Berichterstattung kommt der Fall aber nun wohl erst richtig ins Rollen. Der Kurier, der die Sache angestoßen hat, will aus gut informierten Kreisen erfahren haben, dass am Freitag eine Meldung bei der Justiz eintreffen soll. Bislang hatte die Staatsanwaltschaft noch keine Anzeige erreicht. Nach dem Wochenende dürfte sie nun wohl die Ermittlungen aufnehmen.

Österreich wagt aktuell große Lockerungs-Vorstöße in der Corona-Pandemie. Impfungen sind für die „3-G-Regel“ von Kanzler Kurz natürlich tragend. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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