Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation an einem Covid-19-Patient.
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Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation an einem Covid-19-Patient.

Intensivbettenauslastung

Wegen Corona: Tochter kann nicht operiert werden - Mutter platzt jetzt der Kragen

In Österreich ist die Situation in den Krankenhäusern angespannt. Via Twitter wendet sich eine wütende Frau an die Öffentlichkeit.

Wien/München - Eine Mutter aus Österreich ließ ihrer Wut auf Twitter freien Lauf. Hintergrund ist die Coronavirus-Situation in Österreich und die Operation ihrer Tochter, die offenbar mehrere Male aufgrund der Auslastung der Intensivstationen verschoben wurde.

Wut-Tweet von Österreicherin: „Ich zünde bald was an!“

Die Frau, die offenbar aus Oberösterreich stammt, platzte offenbar der Kragen. „Ich zünde bald was an!“, begann sie ihren Tweet vom 20. September. Die Operation ihrer Tochter sei zum dritten Mal verschoben worden, „weil auch Kinder-Intensivbetten freigehalten werden müssen“. Ihrem Tweet zufolge würden in Österreich seit zwei Wochen Operationen verschoben. „Laut Arzt wird von der Politik gewünscht, dass das noch nicht kolportiert wird, bis die Oberösterreich-Wahl vorbei ist“, formulierte sie ihren Vorwurf. Die Wahl findet am 26. September statt.

Dann wandte sie sich direkt an die Politikerinnen und Politiker: „Ich hoffe, ihr verschluckt euch bei diversen Siegesfeiern nach der Wahl. Eure Lügen und salbungsvollen Worte mögen euch stecken bleiben.“ Auch für Impfverweigerer hatte die Frau noch einige Worte übrig: „[...] wenn ich noch einmal höre, ich bin eh gesund, ich brauche keine Impfung, dann möget ihr bitte zu Hause verrecken und Spitäler auslassen. [...] Ihr tragt Mitschuld, dass die Kinder durchseucht werden.“

Auslastung der Intensivstationen: So viele Betten sind in Österreich belegt

Mit Covid-19 belegte Intensivbetten21610 Prozent
Nicht mit Covid-19 belegte Intensivbetten1.10652 Prozent
freie Intensivbetten78537 Prozent
Gesamtzahl an Intensivbetten2.107100 Prozent

Mit Stand vom 22. September sind laut offiziellen Zahlen zehn Prozent der Intensivbetten in Österreich mit Covid-19-Patienten belegt. Betrachtet man die Auslastung der Intensivbetten in den Bundesländern separat, so weist Wien mit 18 Prozent den höchsten Wert vor. Wie Kurier.at berichtete, gelte dort bereits Stufe fünf des Wiener Stufenplans für Intensivstationen. Demnach würden planbare Operationen seit dem 20. September in Absprache mit Patienten aufgrund der Corona-Lage verschoben werden, heißt es in dem Zeitungsbericht unter Berufung auf einen Sprecher der Presseagentur APA.

Das bemerkte auch die aufgebrachte Mutter. Noch am selben Tag schrieb sie: „Ich möchte mich für meine Fäkalsprache [...] entschuldigen.“ Unter ihrem Tweet erhielt sie dennoch jede Menge Zustimmung und Genesungswünsche für ihre Tochter.

Indes wurden in Österreich bereits strenge Auflagen für den Wintertourismus in der kommenden Saison festgelegt. (mbr)

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