Besser mehr Abstand suchen in Corona-Zeiten: Jooger und Radfahrer in Parks.
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Besser mehr Abstand suchen in Corona-Zeiten: Jooger und Radfahrer in Parks.

Viel mehr Abstand nötig

Corona-Risiko in Parks: Neue Studie über Jogger und Radfahrer bringt beunruhigende Erkenntnisse

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
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Wer in Parks auf Jogger oder Radfahrer trifft, sollte mehr als 1,5 Meter Abstand suchen, um einer Coronavirus-Ansteckung zu entgehen. Das ergab nun eine neue Studie.

  • Deutschland erlaubt - im Gegensatz zu anderen Ländern - weiterhin Individualsport.
  • Eine Studie aus Belgien und den Niederlanden liefert jetzt Anhaltspunkte zu wichtigen Abstandsregeln gegen eine Übertragung des Coronavirus*.
  • Ob die Politik reagiert, ist noch unklar.

Eindhoven/Leuven - In Deutschland sind Joggen und Fahrradfahren auch während der Coronakrise noch erlaubt - im Gegensatz zu anderen Ländern*. Empfohlen wird, mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Sportlern einzuhalten. In der Realität ist das - in Zeiten, wo Parks und Laufwege die einzig geöffneten Freizeiteinrichtungen sind - sehr oft nicht möglich.

Wissenschaftler der Universitäten in Eindhoven (Niederlande) und Leuven (Belgien) legen jetzt eine Studie vor, die sich mit der Ausbreitung der Tröpfchen beim Laufen oder Radfahren beschäftigt. Die Ergebnisse legen nah, dass die Tröpfchen unter Umständen weiter als 1,5 Meter fliegen können - viel weiter.

Coronavirus: Neue Studie zu Abstandsregeln beim Joggen

"Wenn man läuft oder Rad fährt und dabei ausatmet, werden zahlreiche nur Mikrometer große Tröpfchen ausgestoßen", erklärte Studienleiter Bert Blocken derDeutschen Welle am Telefon. Begegnet man beim Sport einer infizierten Person, dann ist eine Ansteckung damit möglich. In der Studie habe man Personen in verschiedenen Konstellationen gemeinsam laufen oder Fahrradfahren lassen und die Tröpfchen mit speziellem Licht sichtbar gemacht, so Blocken.

Wir brauchen gesperrte Straßen und mehr Platz, forderte der ADFC Köln daraufhin auf Twitter:

Zahlreiche Medien griffen die Studie auf, die Verunsicherung unter Freizeitsportlern stieg - doch auch die Kritik an der Studie.

Coronavirus: Die wichtigsten Ergebnisse der Jogger-Studie

Wichtigster Kritikpunkt an der Studie: Die Studienleiter seien an die Öffentlichkeit gegangen, bevor - wie sonst üblich - andere Wissenschaftler die Ergebnisse bestätigt hatten. Da man der Politik die Ergebnisse nicht habe vorenthalten wollen, habe man diesen Schritt übersprungen, so die Macher der Studie.

Nach einigen Missinterpretationen in den Medien stellen die Studienleiter klar: Sie wollten keine Aussagen zu Übertragungen des Virus* machen, lediglich Details zu den Flugbahnen der Tröpfchen liefern. 

Als wichtigste Erkenntnis bleibt damit aus dieser Studie: Wer im Windschatten, also direkt hinter einer anderen Person läuft oder Fahrrad fährt, bekommt die ausgeatmeten Tröpfchen dieser Person auch bei einem größeren Abstand ab - siehe oben. Je schneller die vordere Person sich bewegt, desto weiter fliegen auch die Tröpfchen. Nicht so weit fliegen die Tröpfchen in Richtung von Personen, die seitlich oder diagonal versetzt laufen oder Fahrradfahren - immer vorausgesetzt, dass es nicht sehr windig ist. 

Der richtige Abstand sei daher im Idealfall:

  • 20 Meter, wenn Menschen mit 20km/h Fahrradfahren
  • Zehn Meter, wenn Menschen schnell joggen
  • Fünf Meter, wenn Menschen schnell gehen

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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