Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen

Corona-Party? Ein Drittel der Deutschen würde die Nachbarn verpfeifen - deutliche regionale Unterschiede

  • Thomas Konnerth
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Der Lockdown light soll seit Montag die Ausbreitung des Coronavirus stoppen. Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen würden dabei rund ein Drittel der Deutschen anonym melden.

  • Zur Bekämpfung des Coronavirus* gibt es seit Montag einen neuen Lockdown.
  • Seitdem gelten verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus.
  • Rund ein Drittel würde seine Nachbarn bei Corona-Verstößen anonym melden.

München - Seit dem 02. November gelten neue Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie*. Bund und Länder haben sich darauf geeinigt Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs, Discos und Kneipen zu schließen. Der Freizeit- sowie der Amateursportbetrieb werden mit Ausnahme von Individualsport ausgesetzt und private Treffen sind nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts sowie eines weiteren Haushalts erlaubt. Schulen und Kindergärten sowie der Einzel- und Großhandel sollen dennoch weiterhin geöffnet bleiben. Besonders große Befürchtungen gibt es vor sogenannten „Corona-Partys“ im privaten Raum. Aufgrund der Schließung von Bars und Kneipen wird angenommen, dass es zu immer mehr Feiern in Privatwohnungen kommen könnte.

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Angesichts steigender Fallzahlen in der Corona-Pandemie gelten ab Montag – zunächst für einen Monat – Einschränkungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nach dem Beschluss von Bund und Ländern sind in der Öffentlichkeit nur noch Treffen von Angehörigen zweier Haushalte mit insgesamt nicht mehr als zehn Personen erlaubt. Bundesgesundheitsminister Spahn rief die Bürger im ZDF angesichts der Pandemie eindringlich zur deutlichen Reduzierung ihrer Kontakte auf. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet mit einem neuen Höchststand an Intensivpatient*innen in Deutschland während der Corona-Pandemie. "In zwei bis drei Wochen werden wir die Höchstzahl der Intensivpatienten aus dem April übertreffen - und das können wir gar nicht mehr verhindern. Wer bei uns in drei Wochen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist heute schon infiziert", sagte er der "Bild"-Zeitung. Zudem kündigte er an, auch Pflegepersonal aus nicht-intensivmedizinischen Bereichen auf den Intensivstationen einzusetzen. Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts 12.097 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter melden, liegen die Fallzahlen montags immer niedriger als unter der Woche. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland 545.027 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland stieg nach den jüngsten Angaben des RKI auf 10.530 - 49 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag den Angaben zufolge bei etwa 355.900. #lockdown #rki #corona #tagesschau #nachrichten

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Corona-Partys: Ein Drittel würde seine Nachbarn bei Verstößen gegen die Maßnahmen melden

Eine Umfrage des Instituts Civey setzte sich in Kooperation mit focus.de damit auseinander, ob die Deutschen sich vorstellen könnten, die eigenen Nachbarn bei den zuständigen Behörden zu melden, falls diese gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus* verstoßen. Für eine deutliche Mehrheit von 64,8 Prozent kommt das nicht infrage. Sie verneinten die Frage „Würden Sie es bei den zuständigen Behörden melden, falls sich Ihre Nachbarn in den kommenden Wochen nicht an die verschärften Corona-Schutzmaßnahmen halten?“ 22,3 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihre Nachbarn zu melden - 12,9 Prozent waren sich unsicher und antworteten mit „Unentschieden“.

Ein deutlich ausgeglicheneres Ergebnis gibt es im Falle einer anonymen Melde-Möglichkeit. Auf die Frage „Fänden Sie es richtig oder falsch, wenn es bundesweit die Möglichkeit gäbe, Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen anonym online zu melden?“ antworteten nur noch 57,9 Prozent mit „Falsch“. Mehr als ein drittel aller Personen (33,1 Prozent) fände es richtig, Verstöße anonym und online melden zu können.

Gastronomiebetriebe haben geschlossen - Kommt es zu mehr „Corona-Partys“?

Corona-Partys: Ein Drittel würde die Nachbar heimlich melden - in Ostdeutschland deutlich weniger

Deutliche Unterschiede zeigt die Umfrage zwischen den neuen Bundesländern und der ehemaligen BRD. Nur 14 Prozent der Bürgerinnen und Bürger aus Ostdeutschland könnten sich vorstellen, ihre Nachbarn zu melden. In Westdeutschland sind es mit 24 Prozent fast doppelt so viele Personen, für die eine Meldung bei den Behörden infrage käme. Insgesamt wurden für die Umfrage 5.007 Personen während dem 30. Oktober und dem 02. November befragt. (tko) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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