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Impfquote in Deutschland: Kassenärzte kontern Wieler-Vorwurf - und monieren RKI-Versäumnisse scharf

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Von: Michelle Brey

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert RKI-Chef Wieler scharf.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert RKI-Chef Wieler scharf. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wie hoch ist die Impfquote in Deutschland? RKI-Chef Wieler soll niedergelassenen Ärzten eine nicht ordnungsgemäße Dokumentation der Impfungen vorgeworfen haben. Die Antwort folgte prompt.

Berlin - Infektionszahlen, Covid-19-Todesfälle, Inzidenzen: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie stehen Kennzahlen wie diese in einem besonderen Fokus. Mit der Zulassung der Impfstoffe rund um Biontech, Moderna und Co. spielt auch die Impfquote in Deutschland eine immense Rolle. Nicht selten kommt es dabei auch zu Verzögerungen.

Die Meldung der verabreichten Corona-Impfungen sorgte nun allerdings für einen Streit zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Robert-Koch-Institut (RKI). Das geht aus einem Bericht von Business Insider hervor.

Streit zwischen KBV und RKI: Zu niedrige Impfquote wegen unzureichender Dokumentation?

In einem Brief an den Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weist die KBV Vorwürfe zurück, wegen unzureichender Dokumentation durch die niedergelassenen Ärzte werde womöglich eine zu niedrige Impfquote ausgewiesen. Während Impfzentren, Krankenhäuser und mobile Impfteams ihre Daten mit einer speziellen Anwendung namens "Digitales Impfmonitoring" an das RKI übermitteln, nutzen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte diese nicht.

Angaben des RKI zufolge schicken die Kassenärzte ihre Impfdaten täglich an die KBV, die Privatärzte wiederum nutzen eine weitere Plattform. Von beiden Portalen würden die Daten "täglich vom RKI abgerufen", heißt es auf der Internetseite des Instituts. Wie aus dem Bericht des Business Insider hervorgeht, hatte RKI-Chef Lothar Wieler den niedergelassenen Ärzten vorgeworfen, sie dokumentierten die Impfungen nicht ordnungsgemäß.

Zu einer ähnlichen Situation war es auch schon im Sommer 2021 gekommen. Damals musste das RKI einräumen, dass die Impfquote bundesweit womöglich höher liegt, als gedacht. RKI-Chef Wieler schob die Schuld damals den Betriebsärzten zu.

„Bis heute die vorgesehene Datenschnittstelle nicht realisiert“: KBV weist Kritik von RKI deutlich zurück

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung wies die jüngste Kritik des RKI ab und schoss zurück. "Dass beim RKI möglicherweise fehlende oder lückenhafte Daten über die (...) Impfungen vorliegen, ist vielmehr darin begründet, dass das RKI diese Daten nicht in Empfang nehmen kann, weil es bis heute die hierfür vorgesehene Datenschnittstelle nicht realisiert hat", zitierte das Magazin Business Insider aus dem Brief an Lauterbach. Des Weiteren erläuterte die KBV in dem Schreiben, dass niedergelassene Ärzte die durchgeführten Corona-Impfungen sogar in zweifacher Weise dokumentieren würden.

Ob sich Lothar Wieler auf die Vorwürfe eines Versäumnisses hin noch zu Wort melden wird, bleibt wohl abzuwarten. Vorerst wird Wieler am Donnerstag gemeinsam mit Karl Lauterbach über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland informieren. Die Pressekonferenz können Sie hier live verfolgen. (mbr mit dpa)

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