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Bei Stern TV äußerte Virologe Hendrik Streeck eine beunruhigende Prognose. 

Bei Stern TV auf RTL

Corona-Epidemie: Virologe mit bedrückender Prognose zu Folgen des Kontaktverbots

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Wegen der Corona-Pandemie gelten in Deutschland strenge Regeln, die die Infektionsketten unterbrechen sollen. Ein Virologe weist bei Stern TV (RTL) auf düstere Folgen der Maßnahmen hin. 

Bonn - Sind die Einschränkungen der Bundesregierung zur Eindämmung der Coronavirus*-Ausbreitung Fluch und Segen zugleich? Über diese Frage diskutierte Moderator Steffen Hallaschka am Mittwochabend bei Stern TV auf RTL mit seinem Gast, dem Virologen Professor Hendrik Streeck von der Universitätsklinik in Bonn. 

Um den exponentiellen Anstieg von Corona-Infektionen in Deutschland abzuschwächen, ergriffen die Bundesregierung und die Länderregierungen weitreichende Maßnahmen*. Deutschlandweit ist das öffentliche Leben nahezu komplett lahmgelegt, Schulen, Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Weiter müssen die Bürger zu Hause bleiben, wann immer es möglich ist - das schreibt das Kontaktverbot* beziehungsweise die in Bayern geltende Ausgangsbeschränkung* vor. Vorerst gelten diese Einschränkungen bis Anfang April - doch Verlängerungen sind möglich. Wie lange der Ausnahmezustand also tatsächlich andauern wird, ist ungewiss.

Corona-Epidemie: Kontaktverbot könnte Infektionen eindämmen - aber es gibt eine andere Gefahr

Das Ziel der Einschränkungen: Möglichst viele Infektionsketten von Mensch zu Mensch unterbinden, so die Anzahl der Covid-19-Infektionen möglichst niedrig halten und damit die Kapazitätsgrenzen der deutschen Krankenhäuser nicht sprengen. Virologe Hendrik Streeck steht dieser Strategie allerdings gespalten gegenüber - und äußerte bei Stern TV eine besorgniserregende Prognose. Natürlich sei es zwar ein realistisches Szenario, dass, wenn man solche Ketten* unterbinde, sich infolgedessen statistisch sehr viel weniger Menschen infizieren könnten, sagte er.

„Auf der anderen Seite gibt es natürlich immer die Frage, was das mit der Gesellschaft, mit dem Menschen macht“, gab der Virologe zu Bedenken. Moderator Hallaschka hakte nach: „Ich würde vom Virologen gerne wissen, wenn das funktioniert mit der Verlangsamung der Infektionsketten, dann ist dieser Erfolg natürlich ein Segen, aber gleichzeitig ein Fluch - dann müssen wir das ja so weitermachen oder?“ 

Hier gebe es in der Tat ein Problem, antwortete Streeck. „Weil wir natürlich versuchen wollen, so gut es geht die Infektionen zu drücken. Also diese extreme Infektionskurve versuchen wir runterzudrücken auf ein Level, bei dem wir jeden Menschen bestmöglich versorgen können und jedes Menschenleben gerettet wird.“ 

Corona-Epidemie: Kontaktverbot könnte Entwicklung einer Immunität gegen Corona verzögern

Man wolle die Infektionszahlen also so niedrig halten, dass die Kapazitätsgrenzen der Krankenhäuser nicht überschritten werden. Das scheint zwar grundsätzlich ein guter Plan zu sein, doch selbst wenn er gelingt, gibt es eine Kehrseite der Medaille, auf die Streeck schonungslos hinweist. „Je besser wir sind, das zu unterdrücken und ganz weit unter der Kapazitätsgrenze gelangen“, erklärte Streeck, umso länger könne es möglicherweise dauern, bis wir eine Immunität haben in der Gesellschaft, und das Virus auch für andere nicht mehr schädlich ist. Dem Virologen zufolge könne es Jahre dauern, bis eine weitgehende Immunität gegen das Virus vorhanden ist. 

Hallaschka bringt angesichts dieser düsteren Prognose ein anderes Szenario ins Spiel. „Oder wir erreichen die weite Verfügbarkeit eines Impfstoffes“, wirft der Moderator ein, weist dann aber gleich selbst darauf hin, dass ein solcher Stoff noch nicht gefunden wurde. Anschließend erwähnt er eine Studie, die vorhersagen will, dass in etwa 18 Monaten ein Impfstoff* gefunden sein könnte. Dann müssten die Ausgangsbeschränkungen eben bis zu diesem Zeitpunkt anhalten, überlegte Hallaschka und fragt den Virologen, ob er einen Impfstoff in 18 Monaten für realistisch halte. 

Kein Virologe würde seriös vorhersagen, wann wir einen Impfstoff haben“, betont Streeck und dämpft damit sofort die Erwartungen. Impfstoffforschung* berge immer wieder Überraschungen, man sei oft nicht sicher, ob etwas funktioniere oder nicht funktioniere. „Wir forschen für einige Viren seit 40 Jahren an einem Impfstoff und haben keine Lösung“, räumt der Virologe ein. Als Beispiel nennt er dafür die Forschung zu einem Malaria-Impfstoff. Bleibt nur zu hoffen, dass die Suche nach einem Corona-Impfstoff schneller zum Erfolg führt. 

Heiß debattiert wird unterdessen ein Vorschlag des Grünen-Politikers Boris Palmer für ein möglichst schnelles Ende des Shutdowns.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf Coronavirus getestet worden. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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