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Coronavirus:  Europa wird „Epizentrum der Covid-19-Pandemie“ - Länder schließen Grenzen

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Das Gesundheitsministerium gibt deutliche Anweisungen in der Corona-Krise. Nachbarländer von Deutschland reagieren auf die rasante Verbreitung der Infektionskrankheit.

  • Polen, Tschechien und Dänemark schließen fast vollständig ihre Grenzen ab
  • Bislang neun Deutsche an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben
  • Merkel: Sozialkontakte wo immer möglich vermeiden

Wir beenden die Berichterstattung zur Coronavirus-Pandemie in diesem Ticker und setzen sie in einem neuen Artikel fort. Der neue Ticker ist hier zu finden und informiert Sie von nun an fortlaufend über die Entwicklungen in Deutschland und der Welt.

+++ 20.29 Uhr: Nach Dänemark schließt auch Polen in der Coronavirus-Krise seine Grenzen für Deutsche und alle anderen Ausländer. Dies teilte der Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Warschau mit. Zuvor hatte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen verkündet, dass das deutsche Nachbarland im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 bis Ostern seine Grenzen werde. Die Maßnahme gelte ab Samstag (13.03.2020) um 12.00 Uhr. 

Unterdessen teilt das Bundesministerium für Gesundheit einen neuen Hinweise für Bürger in Deutschland: Als Gegenmaßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 sollen Italien-, Österreich- und Schweiz-Reisende unnötige Kontakte vermeiden und 2 Wochen zu Hause bleiben. Viele der Erkrankten hatten sich im Tiroler Skigebiet Ischgl mit dem Coronavirus infiziert.

Coronavirus Sars-CoV-2:  Europa wird „Epizentrum der Covid-19-Pandemie“ - Länder schließen Grenzen

+++ 19.31 Uhr: Weitere Länder in Europa reagieren auf die Covid-19-Pandemie: Dänemark schließt in der Corona-Krise bis auf Weiteres seine Grenzen. Die Maßnahme gelte ab dem morgigen Samstag (14.03.2020) um 12.00 Uhr, teilte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitagabend (13.03.2020) auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen mit.

Die Türkei stellt als Vorsichtsmaßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 Flüge nach Deutschland und in acht weitere europäische Länder vorübergehend ein. Ab Samstagmorgen 8.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MEZ) werde es keine Flugverbindungen nach Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Spanien und Schweden geben, sagte der türkische Transportminister Mehmet Cahit Turhan am Freitag in Ankara. Die Maßnahme gelte vorerst bis 17. April.

Coronavirus Sars-CoV-2: Tschechien riegelt Grenzen ab

Bereits zuvor hatte die Türkei Flüge nach China, Iran, Irak, Italien und Südkorea eingestellt. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fällen in der Türkei stieg unterdessen nach offiziellen Angaben auf fünf Personen. Spanien hatte am Freitagnachmittag den Notstand ausgerufen.

Tschechien riegelt wegen der Coronavirus-Gefahr fast vollständig seine Grenzen ab. Das Kabinett in Prag beschloss am Freitag, dass allen Ausländern die Einreise untersagt wird, nicht mehr nur denjenigen aus Risikogebieten. Zugleich werden allen tschechischen Staatsbürgern und Ausländern mit Daueraufenthalt in dem EU-Mitgliedstaat ab Montag Reisen ins Ausland verboten. Das gab Ministerpräsident Andrej Babis von der populistischen Partei ANO am Freitag bekannt. Die vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch die Krankheit soll zur Straftat erklärt werden.

Coronavirus Sars-CoV-2: WHO bezeichnet Europa als „Epizentrum der Covid-19-Pandemie“

+++ 17.50 Uhr: Europa ist nach Angaben des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus wegen der ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 mittlerweile das weltweite Zentrum für den Ausbruch der Infektionskrankheit. In einer Pressekonferenz im WHO-Hauptquartier in Genf sagte er, dass in Europa inzwischen täglich mehr Fälle gemeldet würden als in China auf dem Höhepunkt der Epidemie. Tedros konstatierte: „Europa ist jetzt zum Epizentrum der Covid-19 Pandemie geworden, mit mehr gemeldeten Fällen und Todesfällen als der Rest der Welt zusammen, abgesehen von China.“

In Deutschland sind bislang mehr als 3300 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. In einer ähnlichen Erhebung vom Vortag hatte der Wert bei mehr als 2400 gelegen. Besonders stark betroffen sind Nordrhein-Westfalen mit mehr als 1200, Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 550 Fällen. Acht mit Sars-CoV-2 Infizierte sind laut dpa bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

In Deutschland könnten sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizieren. Das entspricht bei gut 83 Millionen Einwohnern etwa 50 bis 58 Millionen Menschen. Diese Schätzung beruhe auf Modellrechnungen, erläuterte RKI-Präsident Lothar Wieler. Kalkuliert werde das unter anderem mit dem Wissen, dass hier ein bisher unbekanntes Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen wird und eine Pandemie auslöst. Zuvor hatten auch andere Experten diesen Wert genannt.

Coronavirus-Pandemie: Jair Bolsonaro meldet negativen Test - und attackiert die Medien

+++ 17.16 Uhr: Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, wendet sich mit einem Facebook-Post an die Welt und verkündet, der Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 sei bei ihm negativ ausgefallen. Ein Labor habe ihn das negative Ergebnis bescheinigt. Dazu postete er ein Bild, das ihn beim Ausführen einer aggressiven Geste zeigt. In einem zweiten Post schrieb er in Großbuchstaben: „GLAUBE NICHT AN DIE FAKE NEWS MEDIEN!“

Zuvor hatte bereits sein Sohn dazu aufgerufen, auf das Ergebnis des zweiten Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 zu warten und ebenfalls die Medien angegriffen. Die mögliche Infektion war auch deswegen so brisant, weil Bolsonaro mit einer Delegation noch vor wenigen Tagen US-Präsident Donald Trump in den USA getroffen hatte. Ein Mitarbeiter von Bolsonaro, der am Besuch teilgenommen hatte, war in der Folge laut brasilianischen Medien positiv auf das Virus getestet worden.

Coronavirus Sars-CoV-2: Brandenburg schließt Schulen und Kitas

+++ 16.45 Uhr: Brandenburg schließt ab der kommenden Woche wegen der Corona-Pandemie alle Schulen und Kitas. Ab Mittwoch fänden vorerst bis zum Ende der Osterferien keine reguläre Betreuung und kein regulärer Unterricht statt, teilte die Landesregierung in Potsdam am Freitag mit. In den Kommunen soll jedoch eine Notbetreuung organisiert werden. In Einzelfällen gebe es bereits vor Mittwoch Schließungen, etwa aufgrund von Verdachtsfällen.

Für bestimmte Personengruppen seien Betretungsverbote zum Beispiel für Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen festgelegt worden, teilte die Landesregierung weiter mit. Außerdem wurde der Vorlesungsbeginn wegen der Coronavirus-Pandemie auf den 20. April verschoben. Damit teilten alle Bundesländer bis auf Hessen offiziell mit, alle oder einige Schulen und Kitas ab kommender Woche zu schließen.

Sars-CoV-2: Alarmzustand in Spanien - Warten auf zweiten Test von Jair Bolsonaro

+++ 16.22 Uhr: Auch in Spanien verbreitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 rasant: Laut Gesundheitsministerium gibt es im Land fast 4000 Infizierte und 120 Tote. Nun ruft das Land wegen der Corona-Krise den Alarmzustand aus. Diese Maßnahme solle am Samstag (14.03.2020) bei einem außerordentlichen Ministerrat verabschiedet werden, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Freitag (12.03.2020) in Madrid an. „Wir wollen alle Mittel des Staates mobilisieren, um die Bürger besser schützen zu können“, betonte der Sozialist, der von einer „außerordentlichen Krise“ sprach, auf einer Pressekonferenz. Spanien stehe „vor harten, schwierigen Wochen“.

In Brasilien warten die wichtigsten Medien auf das zweite Testergebnis bezüglich der möglichen Coronavirus-Infektion des Präsidenten Jair Bolsonaro. Erst wenn diese positiv ausfallen sollte, sei mit einer offizielle Bestätigung zu rechnen, schreibt ZDF-Korrespondent Christoph Röckerath auf Twitter. Vor wenigen Minuten äußerte sich auch Bolsonaros Sohn via Twitter: Er schreibt es gebe „zu vielen Lügen und zu wenig Information“: Die Coronavirus-Testverfahren der US-Reisegruppe um seinen Vater, Jair Bolsonaro, seien noch nicht abgeschlossen. Vorschnelle Meldungen bezeichnet er als „fake news“.

Corona-Pandemie: Deutschland verschärft Grenzkontrollen

+++ 16.01 Uhr: Der Nah- und Fernverkehr der Bahn in ganz Deutschland soll trotz anderer Beeinträchtigungen wegen der Coronavirus-Krise vorerst weiterlaufen. „Wir schränken von unserer Seite aus den Betrieb nicht ein“, sagte Bahnchef Richard Lutz am Freitag in Berlin. 

Für Kunden, die eine Reise lieber nicht antreten wollen, greifen ab kommender Woche neue Kulanzregeln zum Ticket-Umtausch. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) rief die Fahrgäste dazu auf, private Reisen zu überdenken und Stoßzeiten mit sehr vollen Zügen möglichst zu meiden.

Coronavirus-Pandemie: Schweiz schließt Schulen - Sachsen hebt Schulpflicht auf

+++ 15.30 Uhr: Die Schweiz schließt wegen der Coronavirus-Pandemie alle Schulen bis mindestens 4. April. Versammlungen von mehr als 100 Personen werden verboten, in Clubs und Restaurants dürfen sich nur noch 50 Personen gleichzeitig aufhalten. Das ordnete die Regierung am Freitag an. Sie bewilligte gleichzeitig zehn Milliarden Franken (9,45 Milliarden Euro) zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen. Auch Sport- und Kulturinstitutionen sollen unterstützt werden.

+++ 15.24 Uhr: Ab Montag findet in den sächsischen Schulen findet kein Unterricht mehr statt. Zwar bleiben die Schulen geöffnet, die Schulpflicht wird jedoch aufgehoben, wie das sächsische Kultusministerium am Freitag mitteilte. Außerdem ordnete das Ministerium unterrichtsfreie Zeit an. Mit dem Zwischenschritt soll die komplette Schließung von Schulen und Kitas bis zum 17. April vorbereitet werden.

Coronavirus-Pandemie: Mehr Todesfälle in Spanien - Jair Bolsonaro positiv getestet

+++ 15.20 Uhr: In Spanien ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 auf 120 gestiegen - 36 mehr als am Vortag. Bei rund 4000 Menschen wurde der Covid-19-Erreger inzwischen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in Madrid mitteilte. 

+++ 14.54 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro soll sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Das berichten mehrere Medien und ein ZDF-Korrespondent. Bolsonaro hatte am vergangenen Wochenende den US-Präsidenten Donald Trump besucht. Auch in der brasilianischen Delegation hatte es einen bestätigten Corona-Fall gegeben.

Coronavirus-Pandemie: Hamburg, Hessen, Thüringen schließen Schulen

+++ 14.51 Uhr: Ab Montag sollen auch in Hamburg Schulen und Kindertagesstätten geschlossen werden. Das berichtet Spiegel Online.

+++ 14.46 Uhr: Auch in Thüringen bleiben zum Schutz gegen das neuartige Coronavirus von Dienstag an alle Schulen und Kitas geschlossen. Das teilte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Freitag mit.

+++ 14.35 Uhr: Wegen des Coronavirus sollen auch in Hessen landesweit die Schulen geschlossen werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Wiesbaden am Freitag aus Regierungskreisen. Unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will das Kabinett am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen und ein Maßnahmenpaket beschließen.

Coronavirus-Pandemie: Frankreich verbietet Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen

+++ 14.27 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verbietet Frankreich grundsätzlich Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen. Die Regelung gelte für das ganze Land und so schnell wie möglich - was prinzipiell bedeute ab sofort, sagte Premierminister Édouard Philippe am Freitag im französischen Fernsehen.

+++ 14.25 Uhr: Die Bundespolizei kontrolliert wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus jetzt stärker an den deutschen Grenzen. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag auf Anfrage mitteilte, soll es stichprobenartige Kontrollen im direkten Grenzbereich geben. Dafür werde die Fahndung im 30-Kilometer-Bereich an den Grenzen etwas zurückgefahren.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann am Donnerstag angewiesen, die Kontrollen an allen Binnengrenzen "noch einmal deutlich zu intensivieren".

Coronavirus-Pandemie: In Österreich schließen Geschäfte

+++ 14.13 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus müssen in Österreich ab kommender Woche viele Geschäfte vorübergehend schließen. Lebensmittelmärkte und Apotheken gehörten zu den Geschäften, die offen bleiben dürfen, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag in Wien.

Des Weiteren werden die zwei Gebiete St. Anton am Arlberg in Österreich unter Quarantäne gestellt, wie Kurz weiter berichtet. 

+++ 14.12 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt auch Baden-Württemberg von Dienstag an alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart mit. Baden-Württemberg ist das neunte Bundesland, das flächendeckende Schließungen plant.

Coronavirus-Pandemie: Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigen

+++ 13.54 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 ist in Deutschland um zehn Prozent gestiegen (Stand: Donnerstagabend, 13.03.2020). Dies berichtet der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler. 

  • Nordrhein-Westfalen 688
  • Bayern 500
  • Baden-Württemberg 454

Insgesamt sind 2369 Menschen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Aktuell könne Wieler nicht ausschließen, ob es zu einer ähnlichen Situation wie in Italien kommt. Allerdings habe man in Deutschland den Vorteil, mehr Zeit für Vorbereitungen zu haben. 

Das Unternehmen ADIA stellt sämtliche Kreuzfahrten ein. In den kommenden drei bis vier Tagen beenden die Schiffe ihre Fahrten an geeigneten Orten. Die Passagiere werden dann nach Hause gebracht. 

+++ 13.17 Uhr: In Nordrhein-Westfalen schließen wegen des Coronavirus in der kommenden Woche alle Schulen bis zu den Osterferien. Das hat das Kabinett am Freitag entschieden. Wann die Schulschließungen beginnen sollen war zunächst noch offen - die "Rheinische Post" berichtete, dass die Schulen spätestens am Mittwoch geschlossen werden sollen.

Schulschließungen in mehreren Bundesländern wegen Coronavirus-Pandemie

+++ 13.07 Uhr:In der FDP-Bundestagsfraktion gibt es eine zweite bestätigte Corona-Infektion. Ein Abgeordneter, der auch dem Fraktionsvorstand angehört, wurde positiv auf das Virus Sars CoV-2 getestet, wie ein Sprecher am Freitag bestätigte. Er befinde sich bereits zu Hause, ebenso seine Mitarbeiter. Nun werde ermittelt, mit welchen Personen der Abgeordnete direkten Kontakt gehabt habe.

Auch beim ersten bestätigten Corona-Fall im Bundestag handelt es sich um einen FDP-Abgeordneten. Aus den anderen Fraktionen sind keine Infektionen von Abgeordneten bekannt.

Coronavirus-Pandemie: Zahl der Toten steigt

+++ 12.50 Uhr: Die weltweite Zahl der Toten durch die Coronavirus-Pandemie ist auf mehr als 5000 gestiegen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Freitag starben insgesamt 5043 Menschen an den Folgen der Infektionskrankheit. Die Zahl basiert auf den offiziellen Behördenangaben der einzelnen Länder.

Die meisten Todesfälle gab es demnach in China, Italien und dem Iran: Auf dem chinesischen Festland kamen 3176 Menschen ums Leben. In Italien waren es 1016. Im Iran starben nach neuesten Angaben 514 Menschen - das war ein Anstieg um 85 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Teheran am Freitag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen stieg weltweit auf 134.300. Wie viele von diesen Menschen bereits wieder als genesen gelten, ist nicht bekannt. Betroffen sind 121 Länder und Gebiete.

Coronavirus Sars-CoV-2: Bundeswehr kauft Schutzmasken

+++ 12.22 Uhr: Die Bundeswehr kauft Schutzmasken: Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat zur Bewältigung der Corona-Krise umfangreich Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und medizinisches Material für das deutsche Gesundheitswesen eingekauft. In einem ersten Schritt seien in einer "schwierigen Materiallage" 300 000 Schutzmasken und Schutzbrillen beschafft worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag. 

Insgesamt seien inzwischen 13 Verträge über 126 Millionen Euro abgeschlossen worden. "Das Material wird sofort geliefert", sagte der Sprecher. Das Beschaffungsamt (BAAINBw) in Koblenz ist im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums und anderer Regierungsstellen eingeschaltet worden, nachdem es international wegen der Coronavirus-Pandemie zu erheblichen Engpässen gekommen ist.

Coronavirus-Pandemie: Auch Schleswig-Holstein schließt Schulen und Kitas

+++ 11.57 Uhr: Schleswig-Holstein zieht nach: Die Schulen und Kitas des Landes bleiben von Montag an bis zum 19. April geschlossen. Das teilten das Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium am Freitag in Kiel mit.

Derweil fordert der Innenminister von Baden-WürttembergThomas Strobl (CDU), schärfere Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich und der Schweiz. Zu den Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 gehöre aus seiner Sicht zwingend eine Intensivierung der Grenzkontrollen, schreibt Strobl in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vom Freitag, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt.

Coronavirus Sars-CoV-2: Zugausfälle im Südwesten Deutschlands

+++ 11.44 Uhr:Das neuartige Coronavirus sorgt im deutschen Südwesten für Zugausfälle. Betroffen ist der internationale Bahnverkehr nach Italien, teilte die Deutsche Bahn am Freitag mit. Die regelmäßig fahrenden EuroCity-Express-Züge (ECE) von Frankfurt am Main durch Baden-Württemberg über Offenburg und Freiburg nach Basel und Mailand fallen von sofort an aus. 

Direktverbindungen nach Italien seien nun nicht mehr möglich. Die Deutsche Bahn reagiere damit auf entsprechende Anordnungen der Behörden. Diese gelten voraussichtlich bis zum 3. April.

Betroffen von den Regelungen sind den Angaben der Deutschen Bahn zufolge auch Fernverkehrsverbindungen nach Italien von Bayern aus, diese enden nun in Österreich. 

Im internationalen Zugverkehr mit dem Nachbarland Frankreich gebe es wegen des Coronavirus derzeit keine Einschränkungen. Ratsam für Reisende sei jedoch, sich regelmäßig über mögliche Zugausfälle und Einschränkungen zu informieren.

Coronavirus-Pandemie: Deutsche Bahn schränkt Zugverkehr nach Italien ein

+++ 11.38 Uhr:Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat die beschlossenen flächendeckenden Schulschließungen in mehreren Bundesländern begrüßt. Das Schließen von Schulenseien ein „gutes Mittel“, um die Ausbreitung desCoronavirus zu verlangsamen, sagte Wieler am Freitag in Berlin. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für diejenigen Bundesländer, die diese Maßnahme noch nicht beschlossen.

Vollumfänglich begrüßte Wieler die Auflage Bayerns, den Besuch von Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen weitgehend zu untersagen. „Das ist eine sehr sinnvolle Maßnahme“, sagte er. Der RKI-Präsident bekräftigte dahingehend, dass es aktuell besonders darum gehe, die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu verlangsamen und Risikogruppen wie alte und kranke Menschen zu schützen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Justin Trudeau in Quarantäne

+++ 11.28 Uhr: Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, Sophie Grégoire Trudeau, ist positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte ein Sprecher des Premiers mit. Sophie Grégoire Trudeau werde vorerst in Isolation bleiben. Sie fühle sich aber gut und habe nur leichte Symptome der Lungenkrankheit Covid-19.

Regierungschef Trudeau sei bei guter Gesundheit und habe bislang keine Symptome, hieß es weiter. Daher werde er auf Anraten der Ärzte vorerst nicht getestet. Der 48-Jährige bleibe als Vorsichtsmaßnahme aber für voraussichtlich 14 Tage in Quarantäne.

Sars-CoV-2: Auch Bremen schließt Schulen und Kitas - Ausnahmezustand in Bulgarien

+++ 11.23 Uhr: Auch das Bundesland Bremen schließt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ab Montag alle Schulen und Kitas. Das teilte der Senat am Freitag in der Hansestadt nach einer Sondersitzung mit. "Der Senat sieht diese Maßnahme als notwendig an, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen", hieß es.

+++ 11.21 Uhr:Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hat das EU-Land Bulgarien einen einmonatigen Ausnahmezustand mit sofortiger Wirkung erklärt. Diese drastische Maßnahme wurde am Freitag einstimmig vom Parlament in Sofia auf Vorschlag der bürgerlich-nationalistischen Regierung gebilligt. Damit können nun alle Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen werden.

"Die Regierung braucht breitere Vollmachten, um Entscheidungen zu treffen", begründete der Chef des medizinischen Krisenstabs Wenzislaw Mutaftschijski den Sinn des ersten Ausnahmezustands in Bulgarien nach der Wende. Er verwies auf einen sprunghaften Anstieg der Coronavirus-Fälle am Donnerstag von 7 auf 23 - unter ihnen sind auch drei Kinder. "Wir stehen vor dem Ausbruch einer größeren Epidemie", warnte er.

+++ 11.04 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt auch Luxemburg alle Schulen bis Ende des Monats und verbietet Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Teilnehmern sowie mit mehr als 500 Teilnehmern im Freien werden verboten. Die Regierung rät Angehörigen von Risikogruppen davon ab, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 

Luxemburg zählt nur rund 600.000 Einwohner, aber mehr als 200.000 Pendler aus Deutschland, Belgien und Frankreich. Bisher wurden in dem Land 26 Infektionen mit dem Coronavirus registriert.

Coronavirus-Pandemie: Auch Rheinland-Pfalz und Niedersachsen schließen Schulen

+++ 10.48 Uhr: Auch in Rheinland-Pfalz sollen Schulen und Kindertagesstätten ab Montag geschlossen bleiben. Das berichtet der SWR. Demnach wolle die Landesregierung den Beschluss am Freitagnachmittag fassen. 

+++ 9.53 Uhr: Niedersachsen schließt als nächstes Bundesland wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen. Sie bleiben nach dpa-Informationen von Montag an dicht. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung würden am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien beginnen.

Bayern schränkt auch die Besuchsmöglichkeiten an seinen Krankenhäusern stark ein. Pro Patient sei ein Besucher pro Tag für jeweils eine Stunde angestrebt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München.

Coronavirus-Pandemie: Sperrzone bei Bacelona eingerichtet

+++ 9.41 Uhr: Erstmals nach Ausbruch der Coronavirus-Krise ist in Spanien ein Gebiet zur Sperrzone erklärt worden. Die insgesamt knapp 70 000 Einwohner der katalanischen Nachbargemeinden Igualada, Vilanova del Camí, Santa Margarida de Montbui und Òdena dürfen das Sperrgebiet rund 60 Kilometer nordwestlich von Barcelona seit 21 Uhr am Donnerstag nicht mehr verlassen. Diese Maßnahme gelte zunächst für 14 Tage, teilte die katalanische Regionalregierung mit. 

Die Polizei überwacht den amtlichen Angaben zufolge die Einhaltung der Quarantäne. Spanien ist inzwischen nach Italien das von der Coronavirus-Pandemie am stärksten betroffene Land Europas. Nach amtlichen Angaben gab es bis Freitagvormittag im ganzen Land mehr als 3000 nachgewiesene Infektionen und 84 Todesfälle. 

Noch aber fehlen verlässliche Daten, um die Letalität von Covid-19* zu bestimmen. In Italien sind besonders viele Alte betroffen.

Sars-CoV-2: Freitagsgebete wegen Coronavirus-Pandemie ausgesetzt

+++ 9.36 Uhr: Der Zentralrat der Muslime hat angesichts der Coronakrise zum Verzicht auf das Freitagsgebet aufgerufen. „Wir empfehlen zum heutigen Tag in aller Dringlichkeit, bis auf Weiteres - mindestens bis Ende März - das Freitagsgebet in den Moscheen auszusetzen“, erklärte der Vorsitzende des Zentralrats, Aiman Mazyek, am Donnerstag in Köln. Wegen der Coronavirus-Pandemie soll auch auf Veranstaltungen und weitere Aktivitäten in der Moschee verzichtet werden. 

+++ 9.22 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Angehörigen weitgehend den Besuch von Alten- und Pflegeheimen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in München. 

Coronavirus-Pandemie: Schulen in Bayern, Berlien und Saarland schließen

+++ 9.20 Uhr: Auch Berlin schließt Schulen und Kitas: Angesichts der steigenden Zahlen von Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus stellen Schulen und Kitas in Berlin von nächster Woche an stufenweise ihren Betrieb ein. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Freitag mit. Die Schließung soll am Montag mit den Oberstufenzentren beginnen. 

+++ 7.52 Uhr: Bayern schließt alle Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie. Bis zu den Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kita geschlossen. 

+++ 6.35 Uhr: Ab kommenden Montag werden im  Saarland alle Schulen und Kindertageseinrichtungen geschlossen. Dies geschehe aufgrund der Situation des Saarlandes als Grenzland zum Risikogebiet Grand Est in Frankreich, teilte die Staatskanzlei in der Nacht zu Freitag mit. 

Die Einrichtungen werden demnach bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Eine Notbetreuung für Familien werde sichergestellt. Damit solle die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden. In Haut-Rhin im Risikogebiet Grand Est seien bis Donnerstag mit 359 infizierten Personen rund 61 Prozent der bestätigten Infektionen der Region aufgetreten, teilte die französische Botschaft in Deutschland mit. Laut Robert Koch-Institut wurden im Saarland stand Donnerstagabend bislang 14 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

Wegen Corona sind in Spanien vier Gemeinden abgeriegelt

Update vom Freitag, 13.03.2020, 6.18 Uhr: Die australische Regierung empfiehlt nun auch, Veranstaltungen ab 500 Menschen abzusagen, wenn sie nicht unbedingt nötig sind. Allerdings gelten diese Beschränkungen nicht für Schulen, Uni-Vorlesungen, Verkehrsmittel oder Flughäfen, wie Premierminister Scott Morrison am Freitag erklärte. Australien hat aktuell 156 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2. 

Indien meldet den ersten Corona-Toten. Ein 76-jähriger Mann mit Vorerkrankungen ist an Covid-19 gestorben. 

Derweil schließen in Belgien alle Schulen, Cafés und Restaurants. Auch alle Kundgebungen würden „unabhängig von ihrer Größe“ abgesagt, sagte die belgische Ministerpräsidentin Sophie Wilmès nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats am Donnerstagabend vor Journalisten in Brüssel. Auch alle Kulturveranstaltungen würden abgesagt. Die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus treten demnach in der Nacht zum Samstag in Kraft.

Update Donnerstag, 12.03.2020, 22.14 Uhr: Um die Krankenhäuser für Coronapatienten freizuhalten, sollen nach dem Willen von Bund und Ländern alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe verschoben werden. Das soll - soweit medizinisch vertretbar - ab Montag und für unbestimmte Zeit gelten, heißt es in einem Beschluss von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder.

Die katalanischen Behörden haben wegen der Coronavirus-Pandemie unterdessen vier Gemeinden in Nordspanien abgeriegelt. Die insgesamt 66.000 Einwohner der Städte Igualada, Òdena, Santa Margarida de Montbui und Vilanova del Camí dürften den „städtischen Kern“ nicht verlassen, teilte der Zivilschutz unter Berufung auf Anweisungen der katalanischen Regionalregierung mit. 

In ganz Spanien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle rasant an: Die Regierung in Madrid meldete am Donnerstag knapp 3000 Infektionsfälle. Nach 2140 Fällen am Mittwochabend seien es am Donnerstag 2968 Fälle gewesen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Toten verdoppelte sich binnen 24 Stunden von 48 auf 84.

Coronavirus Sars-CoV-2: Kanzlerin Merkel mit eindringlichem Appell

In den USA macht der beliebte Freizeitpark Disneyland in Kalifornien zu. Ab diesem Samstag bis Ende März werde der Betrieb eingestellt, teilte das Unternehmen mit. Es seien zwar keine Coronavirus-Fälle in dem Freizeitpark bekannt geworden, die Schließung sei aber im besten Interesse von Besuchern und Angestellten.

Update Donnerstag, 12.03.2020, 21.11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Bevölkerung in Deutschland wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus dazu auf, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten. Das sagte die Kanzlerin nach Beratungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin.

Im Kampf gegen das Coronavirus drangen Bund und Länder darauf, auch „nicht notwendige“ Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern abzusagen. „Das ist ein Aufruf an alle“, sagte Merkel.

Auch die vorübergehende Schließung von Kindergärten und Schulen etwa durch das Vorziehen der Osterferien sei eine Option, sagte Merkel. Die Ausbreitung des Virus werde voraussichtlich vor keiner Region haltmachen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Sechster Corona-Todesfall in Deutschland

Gravierende Spuren werde die Epidemie auch im Wirtschaftssystem haben, so Merkel. „Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns“, sagte Merkel. „Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an.“

Update Donnerstag, 12.03.2020, 20.49 Uhr: Sechster Corona-Todesfall in Deutschland. Eine 78-Jährige starb am Nachmittag an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Heinsberger Krankenhaus, wie der von der Epidemie besonders betroffene Kreis in Nordrhein-Westfalen mitteilte. Wo sich die Patientin mit dem Virus angesteckt hatte, sei noch nicht bekannt, hieß es. Es handelt sich um den vierten Corona-Todesfall in NRW.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat Präsident Emmanuel Macron die Schließung aller Schulen, Hochschulen und Kindertagesstätten in Frankreich angekündigt. Diese Anweisung gelte ab Montag „bis auf Weiteres“, sagte Macron in einer Fernsehansprache an die Nation. Die Coronavirus-Pandemie sei die „schlimmste Gesundheitskrise, die Frankreich seit einem Jahrhundert erlebt“ habe, so der Staatschef.

Coronavirus Sars-CoV-2: Bolsonaro-Mitarbeiter positiv getestet

Über die mögliche Schließung von Grenzen müsse auf europäischer Ebene entschieden werden, sagte Macron. Europa müsse „stark und schnell“ auf die Krise reagieren, forderte er.

Update Donnerstag, 12.03.2020, 19.40 Uhr: Der Pressesekretär von Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro, Fabio Wajngarten, ist am Donnerstag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab die Pressestelle der Regierung bekannt. Wajngarten hatte in den letzten Tagen Bolsonaro auf dessen Reise durch die USA begleitet. Dabei nahm er auch an einem Abendessen mit US-Präsident Donald Trump am Samstag in Florida teil.

Update Donnerstag, 12.03.2020, 17.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Schließung der US-Grenzen für Reisende aus Europa gegen Kritik verteidigt. „Wir verstehen uns sehr gut mit den europäischen Staats- und Regierungschefs, aber wir mussten eine Entscheidung treffen“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus im Beisein des irischen Premierministers Leo Varadkar. Er habe keine Zeit verlieren wollen.

Berlin und Brüssel kritisieren, die USA habe die Entscheidung eines Einreisestopps einseitig und ohne Rücksprache getroffen. Bundesaußenminister Heiko Maas warf Trump vor, die drastische Entscheidung nicht mit seinen Bündnispartnern abgestimmt zu haben und dass dabei möglicherweise „weniger sachliche Gründe“ eine Rolle gespielt haben könnten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Donald Trump traf sich mit mutmaßlich Infiziertem

Unterdessen teilte ein Reuters-Journalist auf Twitter ein fünf Tage altes Bild, das einen brasilianischen Minister neben US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen in dessen Ressort Mar-a-Lago zeigt, zusammen mit der Neuigkeit, dass der brasilianische Politiker am Donnerstag positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wurde. Dies habe die brasilianische Regierung inzwischen bestätigt, auch er Guardian berichtet darüber

Der mutmaßlich infizierte brasilianische Politiker ist demnach Fabio Wajngarten, Minister für Kommunikation im Kabinett von Jair Bolsonaro. Via Twitter hatte er am Donnerstag (11.03.2020) die Pressebericht über seine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 noch als „absurd“ abgetan und beteuert, er sei gesund.

Update Donnerstag, 12.03.2020, 16.20 Uhr: In Bayern ist erstmals ein Patient nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der 80-Jährige hatte Vorerkrankungen und sei in der Nacht zum Donnerstag im Klinikum Würzburg gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in München mit.

Tschechien macht die Grenze dicht

Update Donnerstag, 12.03.2020, 15.10 Uhr: Die tschechische Regierung schließt wegen der Coronavirus-Krise ihre Grenzen für Reisende aus Deutschland und 14 weiteren „Risiko“-Ländern. Regierungschef Andrej Babis rief am Donnerstag in Prag einen 30-tägigen Notstand aus. „Wir haben auch tschechischen Staatsbürgern verboten, (...) in diese Risikogebiete einzureisen“, fügte er hinzu.

+++ 14.11 Uhr: Der US-Einreisestopp in der Coronavirus-Krise hat Empörung bei der Europäischen Union ausgelöst. Die EU-Spitzen wiesen die von US-Präsident Donald Trump verhängte Maßnahme gegen Reisende aus der EU zurück und wehrten sich gegen den Vorwurf, die EU habe nicht genug gegen die neue Krankheit Covid-19 getan. Wie es nach dem Einreiseverbot nun genau im transatlantischen Flugverkehr weitergeht, konnte die EU-Kommission am Donnerstag noch nicht sagen.

+++ 12.11 Uhr: Die CDU verschiebt wegen der Corona- Krise ihren für den 25. April geplanten Sonderparteitag zur Wahl eines Nachfolgers der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Kramp-Karrenbauer erklärte, für die CDU sei klar, "die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen in unserem Land haben höchste Priorität". Jeder sei aufgerufen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Sie wolle dem Parteivorstand empfehlen, den Parteitag zu verschieben "und ihn durchzuführen, sobald die epidemische Lage dies gestattet".

Coronavirus Sars-CoV-2: Vierter Todesfall in Deutschland

+++ 11.43 Uhr: In Baden-Württemberg gibt es den ersten bestätigten Todesfall wegen des Coronavirus: Der Leichnam eines vor wenigen Tagen verstorbenen 67 Jahre alten Manns aus dem Rems-Murr-Kreis sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte das baden-württembergische Sozialministerium am Donnerstag mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten durch das Virus in Deutschland auf vier, die drei anderen Fälle stammten aus Nordrhein-Westfalen.

Bei der 70 Jahre alten Frau des Verstorbenen war nach ihrer Rückkehr aus Frankreich das Coronavirus nachgewiesen worden, die Frau befindet sich in stationärer Behandlung. Wegen dieser Erkrankung wurde auch der Leichnam des im Februar aus dem afrikanischen Kongo zurückgekehrten Manns getestet, wie das Ministerium unter Berufung auf das Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises berichtete.#

Auch auf Mallorca ist zum ersten Mal ein mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Die 59 Jahre alte Frau sei in der Nacht zum Donnerstag im Universitätskrankenhaus Son Espases in Palma ums Leben gekommen, teilten die zuständigen Behörden der spanischen Urlaubsinsel mit. Die Patientin hatte den Angaben zufolge Vorerkrankungen.

Coronavirus Sars CoV-2: Halle schließt Kindertagesstätten und Schulen

+++ 11.35 Uhr: Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt schließt von diesem Freitag an alle Kindertagesstätten und Schulen. Das gelte vorerst bis zum 27. März, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Donnerstag in Halle.

+++ 10.58 Uhr: Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) nimmt wegen der Corona-Epidemie nicht an der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag in Berlin teil. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. Demnach hatte ein baden-württembergischer Landtagsabgeordneter der Grünen Kontakt zu einer Person, die am Mittwochabend positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

In den USA geht der Tech-Konzern Twitter bei der Reaktion auf die Coronavirus-Gefahren weiter als andere Unternehmen der Tech-Branche und hat für alle seine Beschäftigten weltweit Heimarbeit angeordnet. Bisher hatte der Kurznachrichtendienst das seinen rund 5000 Mitarbeiter nur nachdrücklich empfohlen, aber auch die Büros offengelassen.

+++ 10.55 Uhr: China hat laut Angaben der Pekinger Gesundheitskommission den Höhepunkt der Coronavirus-Ausbreitung überschritten. Die Zahl neuer Infektionen mit Sars-CoV-2 gehe immer weiter zurück, sagte ein Sprecher der Kommission am Donnerstag.

Tatsächlich hat China in den vergangenen Tagen laut der offiziellen Statistik deutlich weniger Neuinfektionen und Todesfälle gemeldet. So kamen am Donnerstag nur noch 15 Infektionen hinzu - der niedrigste Wert seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor sieben Wochen. Auch die Zahl der neuen Todesopfer stieg mit elf Fällen am Donnerstag so langsam wie seit Wochen nicht mehr. 

Insgesamt sind in der Volksrepublik seit Ausbruch des Coronavirus damit nach offizieller Zählung 3169 Tote zu beklagen. 80 793 Infektionen wurden auf dem chinesischen Festland gemeldet. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, ist unklar. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Öffentliches Leben in Schweiz wird eingeschränkt

+++ 08.48 Uhr: Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus das öffentliche Leben in der Schweiz landesweit weiter einschränken. Das sagte der Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten, Daniel Koch, am Donnerstag im Rundfunk.

„Der Rest der Schweiz wird sicher auch das machen, was jetzt im Tessin geschieht“, sagt Koch. „Die Welle ist jetzt in der Schweiz angekommen.“ Im Kanton Tessin an der Grenze zu Italien war am Mittwoch der Notstand wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 ausgerufen worden. Sämtliche Kinos, Theater, Schwimmbäder, Clubs und Sporteinrichtungen wurden geschlossen, nur noch 50 Menschen dürfen sich gemeinsam in Hotels oder Sälen aufhalten. 

Zwar blieben Grundschulen geöffnet, um kleinere Kinder zu betreuen, aber die meisten Bildungseinrichtungen für ältere wurden geschlossen. Ebenso mehrere Grenzübergänge nach Italien. Die Bestimmungen sollen dort vorerst bis Ende März gelten.

Coronavirus-Epidemie: Notstand in der Schweiz, geschlossene Grenzen in den USA

+++ 7.30 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie hat die stärkste Basketball-Liga der Welt in die Knie gezwungen und zu einer kompletten Unterbrechung der NBA-Saison geführt. Nach der Nachricht eines positiv auf Covid-19 getesteten Profis der Utah Jazz war zunächst die Partie gegen die Oklahoma City Thunder um Nationalspieler Dennis Schröder abgesagt und schließlich die ganze Spielzeit unterbrochen worden. Nach der italienischen Fußball-Liga Serie A ist die NBA die zweite ganz große Sportliga der Welt, die wegen des neuartigen Coronavirus ihren Spielbetrieb unterbricht.

Coronavirus-Pandemie: Einreise in USA für Europäer verboten

Update vom Donnerstag, 12.03.2020, 06.18 Uhr: Die USA verhängen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus für 30 Tage ein allgemeines Einreise-Verbot für Menschen aus Europa. Das Einreise-Verbot in die USA soll am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten, wie Präsident Donald Trump am Mittwoch in einer Fernsehansprache ankündigte. Es gilt nach seinen Angaben nicht für US-Bürger mit Europa-Aufenthalt, die negativ auf den Erreger getestet würden. Auch sei Großbritannien von dem Einreise-Verbot wegen der Pandemie ausgenommen.

Die Maßnahmen seien nötig, um „die Gesundheit und das Wohlergehen“ der US-Bürger zu schützen, sagte Trump. Er warf der EU vor, nicht ausreichend auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 reagiert zu haben. Die Europäische Union habe es versäumt, nach Ausbruch des Virus ein allgemeines Einreise-Verbot für Reisende aus China zu verhängen. Von China hatte die Pandemie ihren Ausgang genommen.

Auch Oscar-Preisträger Tom Hanks (63) und seine Ehefrau, die Produzentin und Schauspielerin Rita Wilson (63), sind mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab der Star aus Filmen wie "Philadelphia" und „Forrest Gump“ am Mittwoch auf Instagram und Twitter bekannt. Seine Sprecherin bestätigte auf Anfrage die Diagnose.

Pandemie von Coronavirus Sars-CoV-2: USA schließen Grenzen für Europäer

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 21.10 Uhr: Die US-Regierung erwägt angesichts der Coronavirus-Krise künftigeEinreise-Verbot für Menschen aus Europa. Der amtierende Vize-Heimatschutzminister Ken Cuccinelli sagte am Mittwoch im US-Kongress, die Frage sei, wie Europa als Ganzes zu behandeln sei. 

Mit den bisher beschlossenen Maßnahmen könnten noch nicht Einreisen aus Europa untersagt werden. Die Frage werde aber geprüft. Die US-Regierung hatte Ende Januar bereits Einreise-Verbote für Nicht-US-Bürger beschlossen, die sich in China aufgehalten hatten.

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 20.25 Uhr: Viele deutsche Touristen müssen derzeit auf dem Heimweg aus dem Italien-Urlaub in Österreich Grenzkontrollen passieren: Nur wer schriftlich versichert, dass er nur durchreist, darf weiter. In Österreich hat der Notfallplan der Regierung wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 zu einer weitgehenden Abschottung gegenüber Italien geführt. Seit Mittwochmittag (11.03.2020) werden an den Grenzübergängen zu Italien, etwa am Brenner, alle Einreisenden kontrolliert. 

Italiener dürfen laut Erlass die Grenze nur mit ärztlichem Attest passieren. Zur Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 werden in Österreich die Schulen vorerst bis zu den Osterferien geschlossen. Betroffen seien zunächst ab kommendem Montag (16.03.2020) alle Oberstufenschüler, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch mit. Ab nächstem Mittwoch werde auch der Unterricht für alle anderen Schüler eingestellt. Viele Museen und Theater sind bereits zu. 

Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums wurde auch der Flugverkehr zwischen Österreich und Italien eingestellt. Gleiches gilt für den Personen-Zugverkehr. Am Vormittag war ein vorläufig letzter Zug, ein Eurocity aus Italien in Richtung Innsbruck und München, über die Grenze gekommen. „Italien hat sehr, sehr, sehr besorgniserregende Zahlen“, begründete Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch die Schritte.

Von den Transitreisenden wurden am Grenzpass Brenner die Personaldaten aufgenommen und auch die Ausweise fotografiert. Es kam zu längeren Wartezeiten. In Kärnten wurden ebenfalls die vier Grenzübergänge des österreichischen Bundeslandes zu Italien kontrolliert. Zusätzlich sei eine Totalsperre von zwei kleineren Grenzübergängen absehbar, so Kärntens Landeschef Peter Kaiser (SPÖ).

Coronavirus Sars-CoV-2: Der Bundestag hat seinen ersten -Fall

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 19.41 Uhr: Der Bundestag hat seinen ersten Coronavirus-Fall: Der betroffene FDP-Abgeordnete Hagen Reinhold aus Rostock sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), erste Symptome seien nach einem Skiurlaub in Österreich aufgetreten. „Ich habe nach meiner Rückkehr leicht gehustet und mich am Montag von der Bundestagsärztin untersuchen lassen.“ Er habe die Krankheit inzwischen überwunden. Es gehe ihm gut.

Die FDP-Fraktion teilte mit, die Mitarbeiter des Abgeordneten befänden sich aufgrund des positiven Coronavirus-Befunds bereits zu Hause in vorsorglicher Quarantäne. Es werde eine Liste mit Kontaktpersonen erstellt, die ebenfalls vorsorglich in Quarantäne gehen sollen. „Zudem prüft die FDP-Fraktion mit der Bundestagsverwaltung mögliche Auswirkungen auf den Parlamentsbetrieb.“ 

Hagen Reinhold ist seit 2017 Mitglied im Deutschen Bundestag und sitzt im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen. Ob an der Sitzung des Ausschusses am Mittwochvormittag (11.03.2020) teilgenommen hat, war zunächst unklar. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Auch SPD-Fraktion im Bundestag beeinträchtigt

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 18.51 Uhr: Nicht nur die FDP-Fraktion ist von der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 betroffen: Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion sind wegen Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Dazu zählen der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, die SPD-Fraktionsvizechefin Eva Högl und der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner, wie ein Fraktionssprecher am Mittwoch in Berlin mitteilte. 

Der Grund sei eine Sitzung der Fraktionsarbeitsgruppe Recht am 2. März, an der eine inzwischen auf das Coronavirus positiv getestete Person aus dem Bundesjustizministerium teilgenommen habe. Die Teilnehmer der Sitzung, Abgeordnete und Mitarbeiter, seien informiert. Die direkten Sitznachbarn der infizierten Person seien ebenso zu Hause wie die weiteren Personen, die sich im Raum aufgehalten haben. Betroffen seien rund 15 Menschen. 

Lauterbach sagte der „Bild“-Zeitung: „Ich gehe nicht davon aus, dass ich mich selbst infiziert habe, gehe aber dennoch bis Sonntag in häusliche Quarantäne.“ Es werde zur Normalität, dass sich Menschen infizieren. „Der Bundestag ist ein Hochrisiko-Gebiet, weil viele Menschen zusammenkommen und vorher mit vielen Menschen Kontakt hatten.“

Coronavirus Sars-CoV-2: Epidemie erreicht das Parlament

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 18.22 Uhr: Jetzt hat das Virus den Bundestag erreicht.  Es gibt den ersten Corona-Fall. Ein FDP-Abgeordneter wurde am Mittwoch durch die Parlamentsärztin positiv auf das Virus getestet. Ein Sprecher der FDP bestätigte die Meldung. Die Mitarbeiter des Betroffenen hätten sich freiwillig in häusliche Quarantäne begeben; derzeit würden weitere Kontaktpersonen identifiziert.

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 17.39 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. „Pandemie ist kein Wort, das leichtfertig oder nachlässig verwendet werden kann“, sagte Tedros. Doch die Ausbreitung habe nun dazu geführt, dass man die Krankheit Covid-19 als Pandemie bezeichnen könne. Er kritisierte dabei fehlendes Handeln durch die Staaten weltweit. „Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet“, erklärte der WHO-Chef.

Coronavirus Sars-CoV-2: WHO „tief besorgt“

Die WHO sei „tief besorgt“ über das „alamierende“ Ausmaß der Ausbreitung und der Schwere der Infektionen - aber auch über die „alarmierende Untätigkeit“. Nach Angaben der WHO hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben. „In den vergangenen zwei Wochen hat sich die Zahl der Fälle von #COVID19 außerhalb von China um das Dreizehnfache erhöht und die Zahl der betroffenen Länder verdreifacht“, zitiert die WHO den Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf Twitter. Für die kommenden Tage erwarte man jedoch, dass die Zahl der Coronavirus-Fälle und -Todesfälle sogar noch mehr steigen werde. „Wir müssen gemeinsam die richtigen Dinge mit Ruhe tun und die Bürger der Welt schützen.“

„Dass wir die Situation nun als Pandemie bezeichnen, ändert nichts an der Beurteilung der WHO hinsichtlich der Bedrohung durch dieses Virus“, betonte Tedros. „Es ändert auch nichts daran, was die WHO macht. Und es ändert auch nichts daran, was die Länder tun sollten.“

Coronavirus Sars-CoV-2: Virologe warnt vor „Naturkatastrophe in Zeitlupe“

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 17.01 Uhr: Der  Berliner Virologe Christian Drosten warnt davor, dass Deutschland nicht schnell und entschlossen genug auf die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 reagiert. „Wir haben hier eine Naturkatastrophe, die in Zeitlupe abläuft“, warnte der Charité-Professor am Mittwoch (11.03.2020) in einem NDR-Podcast. Wenn man diese Zeichen nicht erkennen, weiter Kompromisse schließen wolle und gravierende Entscheidungen einzelnen Personen wie einem Amtsarzt überlasse, "dann laufen wir vielleicht in die gleiche Situation rein in wie in Italien", so Drosten. „Wenn wir nichts machen, dann machen wir es nicht besser als die Italiener. Dann machen wir es schlechter als die Italiener“, sagte er. Die erschreckenden Berichte aus Italien halte er nicht für Panikmache, sondern für Realität. Unnötige Veranstaltungen müsse man absagen und den finanziellen Schaden dabei „irgendwie auffangen“ sowie anfällige Gruppen schützen. Deutschland habe ungefähr einen Vorsprung von vier bis sechs Wochen, so Drosten. 

Bislang sind laut Deutscher Presse-Agentur mindestens 1850 Infektionen in Deutschland bekannt. Seit Dienstagabend käme das einem Anstieg von mehr als 500 Fällen gleich. Zu diesem Zeitpunkt meldete das Robert-Koch-Insitut knapp 1300 Fälle.

Coronavirus Sars-CoV-2: Auch Sachsen und Berlin untersagen Großveranstaltungen

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 15.30 Uhr:Weitere Bundesländer reagieren auf die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2: Auch in Sachsen und Berlin sollen wegen des Coronavirus vorerst keine Veranstaltungen mit über 1000 Menschen mehr stattfinden. Das verkündigte am Mittwoch in Berlin Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) und in Dresden Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Kalayci sagte: „Durch Reduzierung von Großveranstaltungen kann die Ausbreitung des Coronavirus entschleunigt werden. [...] Deshalb wird die Gesundheitsverwaltung befristet bis Ende Ostern Großveranstaltungen ab 1000 Personen untersagen.“ Die Maßnahme gelte ab sofort und bis zum 19. April. In Sachsen tritt der Erlass der Regierung  laut Köpping am Donnerstag (12.03.2020), 8.00 Uhr, in Kraft. Er gilt im Freistaat demnach auf unbestimmte Zeit. Aktuell gibt es in Sachsen 27 Infizierte.

Coronavirus Sars-CoV-2: Gesundheitsexperte kritisiert Deckelung von Besucherzahlen

Zuvor hatten bereits mehrere Bundesländer und Kommunen aufgrund des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern kategorisch untersagt - unter anderem Hamburg, Berlin, Bremen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Versuche kritisiert, Kulturveranstaltungen mit einer Deckelung der Besucherzahlen auf unter 1000 über die Bühne zu bringen. „Die Grossveranstaltungen sollen abgesagt werden, nicht auf 1000 beschränkt. Wenn das Schule macht muss die Grenze deutlich reduziert werden. Verantwortungsloser Vorgang“, twitterte Lauterbach am Mittwoch über eine Veranstaltung in Mannheim.

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 14.30 Uhr: Zwei französisch-deutsche Grenzgebiete gelten seit heute als Risikogebiete aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen sowie die an Belgien grenzende Region Champagne-Ardenne zu den internationalen Risikogebieten hinzugefügt. Die drei Gebiete bilden zusammen die Region Grand Est. Sie grenzt an Baden-Württemberg, an das Saarland und an Rheinland-Pfalz. Risikogebiete sind laut RKI Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Am Dienstag hatte das RKI bereits ganz Italien zum Risiko-Gebiet erklärt.

Besonders betroffen von der Epidemie ist das südelsässische Département Haut-Rhin. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium in Stuttgart empfahl bereits am Montag all denen, die von dort aus zur Schule oder zur Arbeit nach Baden-Württemberg pendeln, nach Möglichkeit zunächst für zwei Wochen zu Hause zu bleiben. Rund 46 000 Berufstätige pendeln täglich aus dem gesamten Elsass ins Badische zur Arbeit, in der Gegenrichtung sind es 2000.

Coronavirus Sars-CoV-2: Dritter Todesfall in Deutschland

Update vom Mittwoch, 11.03. 2020, 11.59 Uhr: Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben - es ist der dritte bekannte Todesfall in Deutschland. Der Patient sei im Heinsberger Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch, ohne weitere Details zu nennen.

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Erkrankungen in NRW stieg auch am Mittwoch an, allerdings eher leicht: Es gab am Vormittag (Stand: 10.00 Uhr) 687 Infektionen nach 642 Fällen am späten Dienstagnachmittag (Stand: 17.30 Uhr), wie das NRW-Gesundheitsministerium berichtete. 

Besonders betroffen von dem Coronavirus ist der Kreis Heinsberg ganz im Westen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit 365 Fällen. Deutschlandweit verzeichnet das Robert Koch-Institut knapp 1300 Fälle.

In den USA haben Joe Biden und Bernie Sanders Wahlkampfauftritte im US-Bundesstaat Ohio abgesagt. Dort wurden laut dortigem Gesundheitsministerium drei Menschen positiv auf den Coronavirus-Erreger Sars-CoV-2 getestet, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

Coronavirus Sars-CoV-2: Joe Biden und Bernie Sanders sagen Auftritte ab

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 11.56 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung in Deutschland zum gemeinsamen Einsatz gegen die Verbreitung des Coronavirus aufgerufen. "Es geht um das Gewinnen von Zeit", sagte sie am Mittwoch in Berlin, als sie sich im Haus der Bundespressekonferenz den Fragen der Hauptstadtjournalisten stellte. 

Sie verwies darauf, dass es gegen Sars-CoV-2 noch keine Immunität gebe und keine Impfstoffe. Bund, Länder und Kommunen sowie alle 83 Millionen Menschen in Deutschland müssten deshalb alle Kräfte einsetzen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Es gehe um den Schutz der älteren Menschen und von Menschen mit Vorerkrankungen, betonte Merkel. "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen."

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 10.57 Uhr: Die EU-Kommission will mit einem 25 Milliarden Euro schweren Fonds die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abfedern. Der Fonds solle unter anderem kleinere Unternehmen, den Arbeitsmarkt und die Gesundheitssysteme unterstützen, kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstagabend an. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plant unterdessen offenbar für Freitag ein Krisentreffen mit Arbeitgebern und Gewerkschaften zu wirtschaftspolitischen Maßnahmen gegen die Corona-Krise. Bereits am heutigen Mittwoch wird sie sich ab 11.30 Uhr erstmals in einer Pressekonferenz nur zur Ausbreitung von Sars-CoV-2 äußern.

Sars-CoV-2: Angela Merkel äußert sich zu neuartigem Coronavirus

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 09.54 Uhr: In der schwer von der Coronavirus-Epidemie betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan dürfen einige Unternehmen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Dies gelte unter anderem für Unternehmen, die wichtig seien für "globale Industrieketten", teilte die Regierung der Provinz Hubei am Mittwoch mit, in der Wuhan liegt. Ihnen müsse aber eine behördliche Genehmigung vorliegen.

Auch Betriebe, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen, dürfen demnach ihre Produktion wiederaufnehmen. Die Neuregelung gilt für Unternehmen, die Medikamente oder medizinische Ausrüstung herstellen, Supermärkte, Gas- und Stromversorger sowie Produzenten von landwirtschaftlichen Produkten wie Pestiziden und Düngemitteln. In der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan war das neuartige Coronavirus im Dezember erstmals bei Menschen aufgetreten.

Update vom Mittwoch, 11.03.2020, 07.30 Uhr: Die Zahl der neu erfassten Sars-CoV-2-Infektionen in Südkorea ist nach der rückläufigen Entwicklung in den vergangenen Tagen wieder deutlich gestiegen. Am Dienstag seien 242 weitere Fälle diagnostiziert worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 7755. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sechs auf 60. 

Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich in Seoul aus

Zwar konzentriert sich die Mehrheit der neuen Infektionsfälle wieder in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Doch wurden allein in Seoul 52 zusätzliche Ansteckungen festgestellt. Es war der bisher größte Tagesanstieg in der Hauptstadt, wo es eine Häufung von Infektionen unter Mitarbeitern eines Call-Centers im Südwesten gibt. Das löste die Befürchtung einer weiteren Ausbreitung in der Stadt mit einer Bevölkerung von etwa 9,8 Millionen aus. Bisher wurden in Seoul mehr als 190 Sars-CoV-2-Infektionen gemeldet. 

Mehr als 60 Prozent aller bisher erfassten Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 21.25 Uhr: US-Präsident  Donald Trumpgeht es eigenen Angaben zufolge „äußerst gut“. Der Präsident sieht derzeit keine Notwendigkeit, sich einem Coronavirus-Test zu unterziehen. Grundsätzlich würde er einen solchen Test machen, das sei schließlich „kein großes Ding“, sagte Trump am Dienstag in Washington vor Journalisten. Sein Leibarzt habe ihm aber gesagt, dass derzeit kein Anlass bestehe. „Es gibt keine Symptome, nichts“, sagte der 73-Jährige. 

Wegen Coronavirus Sars-CoV-2: Freiwillige Quarantäne des designierten Stabschefs

Trump hatte zuletzt Kontakt mit drei Abgeordneten seiner Republikanischen Partei, die wiederum Kontakt mit einem Coronavirus-Infizierten hatten. Einer von ihnen ist Trumps designierter neuer Stabschef Mark Meadows, der sich selbst in eine freiwillige Quarantäne begeben hat. Ein Coronavirus-Test bei Meadows fiel negativ aus.

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 20.41 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 setzt der US-Bundesstaat New York die Nationalgarde ein. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag ankündigte, sollen die Nationalgardisten in der nördlich von New York City gelegenen Vorstadt New Rochelle mobilisiert werden. Sie sollen dort in einer neu eingerichteten Sicherheitszone mit einem Radius von 1,6 Kilometern Einwohner mit Lebensmitteln versorgen und öffentliche Einrichtungen säubern.

Coronavirus Sars-CoV-2: Merkel geht von hoher Zahl Infizierter aus

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 20.00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass sich rund zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 anstecken könnten. 60 bis 70 Prozent könnten sich infizieren, sagte sie nach Teilnehmerangaben in der Fraktionssitzung am Dienstag. Die Zahlen hatten Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten bereits ins Spiel gebracht. Noch sei unbekannt, in welcher Zeit dieses Infektionsgeschehen verlaufe, betonte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. „Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger.“

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 18.55 Uhr: Italien hat neue Zahlen veröffentlicht. Die Behörden haben am Dienstag weitere 168 Todesfälle wegen des neuartigen Coronavirus gemeldet. Es ist die bislang höchste Opferzahl an einem Tag in dem am stärksten von der Epidemie betroffenen europäischen Land. Insgesamt starben damit in Italien 631 Menschen an der durch das Virus verursachten Krankheit Covid-19.

Mehr als 10.100 Menschen haben sich innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen infiziert. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen stieg nach Angaben der Behörden von 144 auf 877.

Coronavirus Sars-CoV-2: In Berlin fallen Aufführungen aus

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 18.05 Uhr: In Berlin fallen wegen der Coronavirus-Epidemie sämtliche großen Aufführungen der staatlichen Theater, Opern- und Konzerthäuser bis Mitte April aus. Er habe entschieden, dass die Veranstaltungen in den großen Sälen ab Mittwoch bis zum 19. April "nicht mehr stattfinden", erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag. "Ich empfehle auch den großen Privattheatern, so zu verfahren."

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 17.11 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sagt die Klimaschutzbewegung Fridays for Future für Freitag geplante große Demonstrationen ab. "Schweren Herzens sagen wir die für Freitag geplanten großen Klimastreiks ab", schrieben die Aktivisten am Dienstag auf Twitter. Statt auf den Straßen wolle man online "umso lauter" protestieren. 

Fridays for Future hatte für diesen Freitag vor allem in Bayern zu Demonstrationen aufgerufen, um vor den Kommunalwahlen am Sonntag das Thema Klimaschutz in den Fokus zu rücken.

Coronavirus Sars-CoV-2: Gesundheitsminister Spahn spricht über Pandemie

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 16.27 Uhr: Noch spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Epidemien in vielen Ländern auf der Erde. Der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach allerdings vor wenigen Tagen davon, dass eine Pandemie* nicht mehr aufzuhalten ist. Die John Hopkins University in Baltimore, USA, hat nun eine Karte entwickelt, auf der sich die Verbreitung des Coronavirus Sars-Cov-2, verfolgen lässt. 


Update vom Dienstag, 10.03.2020, 15.33 Uhr: Der Bundestag wird nach Angaben der Unionsfraktion zusätzlich massiv mehr Geld für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus bewilligen. "Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro", kündigte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin an. 

Damit solle unter anderem mehr Forschung gefördert werden. Das Parlament wolle das klare Signal setzen: "Der Bundesgesundheitsminister, die Gesundheitsbehörden werden alle Mittel kriegen, die sie brauchen, um gegen die Coronakrise vorzugehen."

Coronavirus Sars-CoV-2: RKI-Präsident fordert internationale Solidarität

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 15.18 Uhr:Angesichts der Ausbreitung des neuen Coronavirus hat der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) internationale Solidarität und Zusammenarbeit gefordert. Dies sei nie wichtiger gewesen als heute.

"Ein Virus, das sich so ausbreitet wie dieses, kann man nicht an Ländergrenzen aufhalten", sagte Lothar Wieler am Dienstag in Berlin vor Journalisten. Die Sperrung von Grenzen sei "unverhältnismäßig". Wichtig sei vielmehr, dass alle Länder ihre Gesundheitssysteme stärkten und man sich gegenseitig unterstütze.

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 14.04 Uhr:Das größte Literaturfestival Europas findet nicht statt: Die Lit.Cologne ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden. Dies geschehe auf Empfehlung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), teilte die Lit.Cologne am Dienstag mit. Man bemühe sich um eine Verlegung der Veranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt.

Mit mehr als 200 Veranstaltungen und über 100 000 Besuchern an zwölf Tagen ist die Lit.Cologne nach eigenen Angaben das größte Literaturfestival Europas. Es sollte am Dienstagabend mit einer Gala zur Verleihung des Hörbuchpreises starten. Wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 war die Auftaktveranstaltung am Dienstagvormittag allerdings schon gestrichen worden.

Coronavirus: Literaturfestival abgesagt wegen Sars-CoV-2

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 13.21 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden ist die Zahl der bestätigten Coronafälle in der Schweiz um mehr als 50 Prozent gestiegen. Am Dienstag waren es 476 bestätigte Fälle, 164 mehr als am Tag davor, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Mit Abstand am stärksten betroffen ist der südliche Kanton Tessin, der von der italienischen Covid-19-Krisenregion Lombardei teils umschlossen ist. Dort gab es bis Dienstag mehr als 90 bestätigte Fälle, zudem den dritten Schweizer Todesfall. Eine 80-jährige Frau starb, die an Covid-19 erkrankt war und schon Vorerkrankungen hatte.

Polen sagt zur Vorbeugung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus alle Großveranstaltungen ab. Es sei besser, rechtzeitig vorzubeugen, als hinterher mit den Folgen einer Epidemie zu kämpfen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Dienstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Warschau.

Sars-CoV-2: Keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen in Schleswig-Holstein

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 13.00 Uhr: Schleswig-Holsteins Landesregierung wird Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wegen des neuen Coronavirus untersagen. Das habe das Kabinett am Dienstag auf Vorschlag von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) beschlossen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Presse. Der Erlass sollte noch am Dienstag auf den Weg gebracht werden.

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 12.16 Uhr: Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus setzt Österreich auf drastische Maßnahmen. Die Einreise aus Italien werde weitgehend gestoppt, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien. Ausnahmen seien nur mit ärztlichem Attest möglich. 

Was die österreichischen Staatsbürger betreffe, die sich in Italien aufhielten, werde deren Rückholung in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium organisiert, sagte Kurz. Nach der Ankunft zu Hause müssten aber alle für zwei Wochen in häuslicher Isolation. Oberstes Ziel sei es, die Einschleppung der Erkrankung zu verhindern, sagte Kurz.

Außerdem werden bis Anfang April alle Veranstaltung in geschlossenen Gebäuden mit mehr als 100 Menschen verboten. Für Veranstaltungen im Freien gilt ein Verbot ab einer Größe von mehr als 500 Menschen. In Österreich sind bisher 158 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. In Italien haben sich fast 10.000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Coronavirus Sars-CoV-2: Drastischer Anstieg im Iran

Update vom 10.03.2020, 11.55 Uhr: Im Iran ist die Zahl der Coronavirus-Toten und -Infizierten erneut drastisch gestiegen. Bis Dienstag wurden 291 Tote und mehr als 8000 Infizierte gezählt

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 10.55 Uhr: Sars-CoV-2 breitet sich aus - und schränkt Reisen ein. An vielen Landesgrenzen gibt es verstärkte Einreisekontrollen. Messungen der Körpertemperatur, Quarantäne bei Verdachtsfällen und einzelnen Einreisesperren - im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus müssen sich Reisende auf viele Maßnahmen einstellen.

Für Reisende aus Deutschland gelten unter anderem in diesen Ländern weiter reichende Beschränkungen: Italien, Israel, China, Russland, Bhutan, Nepal, Malediven, Uganda, Liberia und Kiribati haben Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 beschlossen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus müssen Touristen Israel nun binnen weniger Tage verlassen. "Touristen, die sich in Israel aufhalten, wird Zeit gegeben, in den nächsten Tagen auf geordnete Weise auszureisen", hieß es in einer Stellungnahme des Gesundheitsministeriums. Ein genaues Datum wurde nicht genannt.

Sars-CoV-2: Coronavirus-Fälle in allen Bundesländern

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 09.45 Uhr: In Sachsen-Anhalt gibt es den ersten bestätigten Coronavirusfall. Es handle sich um einen jungen Mann, der zuvor in einem Risikogebiet gewesen sei, sagte ein Sprecher des Diakoniewerks Halle am Dienstag. Der Mann sei am Montag im neu eingerichteten Fieberzentrum der Diakonie getestet worden. Das Laborergebnis vom Dienstagmorgen war demnach positiv.

Der Mann im Alter von etwa Anfang 20 hatte sich demnach zuvor in Norditalien aufgehalten. Er befindet sich derzeit zu Hause in Quarantäne. Sachsen-Anhalt war bislang das einzige Bundesland, aus dem noch keine bestätigten Coronafälle gemeldet worden waren. Deutschlandweit wurden bis Montag mehr als 1100 bekannte Infektionen gemeldet.

Dem Mitteldeutschen Rundfunk zufolge war das Coronavirus bereits am Sonntag bei einem Arzt am Helios-Krankenhaus in Zerbst, ebenfalls Sachsen-Anhalt, nachgewiesen worden. Weil der Mann in Sachsen lebt, wurde der Fall aber dort in die Statistik aufgenommen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Dramatische Situation in Italien

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 08.45 Uhr: Die Situation in Italien wird immer dramatischer. So haben die drastischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Italien in Rom und Neapel zu nächtlichen Hamsterkäufen geführt. In Supermärkten, die auch nachts geöffnet haben, deckten sich Verbraucher mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln ein, wie italienische Medien berichteten.

Ein Mann in Neapel erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Behörden. Seine mutmaßlich an den Folgen des Coronavirus Sars-Cov-02 gestorbene Schwester lag stundenlang tot in der Wohnung. 

Die Kunden warteten demnach in Schlangen vor den Märkten, Mitarbeiter regelten den Einlass. Ein Verkäufer sagte der Nachrichtenagentur Ansa, dass Äpfel, Zwieback, Milch, Zucker, Mehl, aber auch Seife und Desinfektionsmittel zuerst vergriffen gewesen seien. 

Von heute an (10.03.) sollen wegen der Coronavirus-Ausbreitung alle rund 60 Millionen Einwohner möglichst zu Hause bleiben. Wer sein Haus verlassen will, darf dies nur in bestimmten Fällen. Als Ausnahmen gelten Einkaufen, wenn man zur Arbeit muss, Arztbesuche oder die Hilfe alter sowie kranker Verwandter. Das Besuchen von Freunden oder Spaziergänge in anderen Orten sind untersagt. Kinos und Theater sind landesweit geschlossen. Läden, Bars und Restaurants haben nur eingeschränkt geöffnet. Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen aber nicht gestoppt werden. Schulen,  Universitäten und Kindergärten bleiben bis mindestens Anfang April geschlossen. 

Die Krankenhäuser in den besonders betroffenen Zonen im Norden, etwa in der Lombardei, sind am Limit, Plätze in den Intensivstationen sind knapp. Deshalb weisen Ärzte in Italien inzwischen verstärkt darauf hin, dass alle Krankenhäuser in ganz Europa sich frühzeitig für das Coronavirus wappnen und entsprechende Maßnahmen ergreifen sollten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Schlimmster Handelstag in den USA seit 2008 

Update vom Dienstag, 10.03.2020, 06.45 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat „dramatische“ Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs in Aussicht gestellt. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) werde er bei einer Pressekonferenz einige dieser Maßnahmen vorstellen, sagte er in Washington.

Die US-Börsen hatten zu Wochenbeginn wegen des Coronavirus sowie eines Absturzes des Ölpreises ihren schlimmsten Handelstag seit der Finanzkrise von 2008 erlebt. Trump kündigte an, dass er am Dienstag mit Kongressmitgliedern über die Maßnahmen gegen die Folgen der Epidemie für die US-Wirtschaft beraten wolle. Vorab hatte er den Medienvertretern mitgeteilt, selbst noch nicht auf Sars-CoV-2 getestet worden zu sein. 

Update vom Montag, 09.03.2020, 22.05 Uhr: Die italienische Regierung weitet Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land aus. Das gab Premierminister Giuseppe Conte am Abend bekannt. Mit der Verfügung wird die Reise- und Versammlungsfreiheit in ganz Italien eingeschränkt. 

Es gebe keine Zeit zu verlieren, sagte Conte. Am Wochenende hatte die Regierung die Lombardei und andere Gegenden in Norditalien zu Sperrzonen erklärt. Aus ihnen hinaus und in sie hinein darf man nur mit triftigen Gründen - zum Beispiel aus Arbeitsgründen. Das Land kämpft gegen eine rapide steigende Zahl von Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit. Mittlerweile haben sich fast 10 000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Die neue Regelung soll ab Dienstag gelten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Auch Sportereignisse in Bayern vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen

Update vom Montag, 09.03.2020, 21.05 Uhr: Vom bayerischen Verbot von Großveranstaltungen wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 mit über 1000 Gästen sind auch Fußball-, Basketball- oder Eishockeyspiele in den Bundesligen oder der Champions League betroffen. Nicht geklärt war zunächst, ob die Spiele abgesagt werden müssen. Möglich wäre, dass die Begegnungen ohne Publikum ausgetragen werden. Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beschlossen werden. Das Italienische Olympische Komitee will angesichts der Coronavirus-Krise sämtliche Sportveranstaltungen im Land bis zum 3. April aussetzen.

Update vom Montag, 09.03.2020, 19.15 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zunächst bis Karfreitag untersagen. Darauf habe sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss am Montag in München geeinigt. Das gilt auch für Sportveranstaltungen und Spiele der Fußball-Bundesliga. Nicht klar ist, ob diese Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit als sogenannte „Geisterspiele“ stattfinden könnten. 

Update vom Montag, 09.03.2020, 19.00 Uhr: Die italienische Regierung schließt im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus alle Skiorte. Auf Anweisung des Zivilschutzes würden alle Skiorte des Landes ab Dienstagmorgen geschlossen, kündigte der Minister für regionale Angelegenheiten, Francesco Boccia, am Montagabend an. Nach Angaben des Zivilschutzes erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Italien binnen 24 Stunden um 97 auf insgesamt 463.

Coronavirus Sars-CoV-2: Todesopfer in NRW hatte Vorerkrankungen

Bei dem Coronavirus-Todesopfer aus dem Kreis Heinsberg handelt es sich nach Angaben von Landrat Stephan Pusch um einen 78-jährigen Mann aus Gangelt. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag um 14 Uhr an Herzversagen gestorben. Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten.

Update vom Montag, 09.03.2020, 18.30 Uhr: Das Frühjahr und der Sommer mit wärmeren Temperaturen dürften die Ausbreitung des Coronavirus entgegen erster Experteneinschätzungen nicht sehr stark verlangsamen. Es sei wohl damit zu rechnen, „dass wir direkt in eine Epidemiewelle hineinlaufen“, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, am Montag in Berlin. „Das heißt, wir müssen damit rechnen, dass ein Maximum von Fällen in der Zeit von Juni bis August auftreten wird“, ergänzte er. Er verwies auf eine neue, verfeinerte Modellrechnung. Noch in der vergangenen Woche war er von einer Verminderung der Infektionen im Sommer ausgegangen.

Update vom Montag, 09.03.2020, 17.30 Uhr: Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege können sich nun nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen - zur Entlastung der Ärzte in der Coronavirus-Krise. Patienten müssen dafür nicht die Arztpraxen aufsuchen. 

Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung am heutigen Montag in Berlin verständigt, wie beide Seiten mitteilten. Die Regelung gilt für Patienten, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder offizielle Kriterien für einen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus erfüllen. Diese Vereinbarung gelte ab sofort und zunächst für vier Wochen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Zwei Tote in Deutschland

Update vom Montag, 09.03.2020, 16.31 Uhr: In Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Das haben der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen am Montag mitgeteilt. In Essen starb eine 89-jährige Frau, bei der das Virus am vergangenen Dienstag festgestellt worden sei. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, teilte die Stadt Essen am Montag mit. 

Über den zweiten toten Menschen aus dem Kreis Heinsberg im Westen von Nordrhein-Westfalen ist noch nichts weiter bekannt. Um 18.30 Uhr werde es dazu eine Pressekonferenz mit Landrat Stephan Pusch geben, berichtete Focus Online. Am Sonntag war bereits ein Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.

Update vom Montag, 09.03.2020, 16.13 Uhr: Nach einem Coronavirus-Verdacht an einer Brandenburger Schule befinden sich 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte der Amtsdirektor der Kleinstadt Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, am Montag der Presseagentur dpa. 

Das Gesundheitsamt ordnete die häusliche Isolation an. Der Grund: Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse (Kreis Ostprignitz-Ruppin) hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Die Quarantäne betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen. Eine ganz konkrete Zahl von Menschen in häuslicher Isolation konnte Amtsdirektor Fuchs zunächst nicht nennen.

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5000 Menschen nicht bestätigen. Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Coronavirus-Verdacht.

Coronavirus Sars-CoV-2: Bundesregierung will der Wirtschaft helfen

Update vom Montag, 09.03.2020, 14.42 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat "maßgeschneiderte" Lösungen für Firmen angekündigt, die wegen der Folgen des neuartigen Coronavirus in Not geraten sind. Er sagte am Montag, die Bundesregierung werde nicht zulassen, dass das Virus die deutsche Wirtschaft infiziere.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie hatte sich die Bundesregierung in der Nacht zum Montag unter anderem auf Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld geeinigt. Nach siebenstündigen Beratungen beschloss der Koalitionsausschuss unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass beim Kurzarbeitergeld die Sozialversicherungsbeiträge künftig vollständig von der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstattet werden.

Coronavirus: Dax in der Geschichte selten so stark eingebrochen

Update vom Montag, 09.03.2020, 13:20 Uhr: Die Folgen des Coronavirus weiten sich aus. Der Dax ist am Montagmorgen um mehr als acht Prozent eingebrochen. Ein Dax-Einbruch in dieser Höhe ist in der Geschichte sehr selten vorgekommen. Zuletzt ging der Dax nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in die Knie. Ähnliche Crashs gab es im Oktober 1989 und 1987. 

Am meisten getroffen vom Absturz des Dax waren die Aktien der Deutschen Bank (zeitweise minus 15 Prozent), die Chemiekonzerne BASF und Bayer (jeweils rund minus 10 Prozent), sowie der Autohersteller Daimler (ebenfalls minus 10 Prozent). Auch der Energieversorger RWE lag zeitweise mit 10 Prozent im Minus.

Bedingt durch Sorgen um eine schwächelnde Konjunktur wegen des Coronavirus war der Rohölpreis bereits zuvor eingebrochen jetzt werden Aktienkurse mitgezogen. Die Organisation Erölexportierender Länder (OPEC) hatte über einen Förderstopp verhandelt, die Verhandlungen waren allerdings gescheitert. Daher hat Saudi-Arabien die Preise weiter gesenkt. In den USA notierten Aktien von Förderkonzernen wieOccicental Petroleum Corp. und Halliburton mit einem Rekordverlust von minus 30 Prozent zum Vortag

Update vom Montag, 09.03.2020, 10.33 Uhr: Die Sorgen um die Folgen der Coronavirus-Epidemie werden immer größer: An den Börsen hat sich am Montag der dramatische Ausverkauf beschleunigt. Der Dax* sackte gleich zum Handelsstart deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten. Rund eine Stunde nach Handelsbeginn lag der deutsche Leitindex 6,95 Prozent im Minus bei 10 739,97 Punkten. Die gesamten Gewinne aus dem vergangenen Jahr sind damit weg.

Zu den Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie kommt die Furcht vor einem Ölpreiskrieg. Der Preis für Rohöl brach um 30 Prozent ein. Händler sprachen angesichts des Crashs von einem „schwarzen Montag“.

Coronavirus: Sars-CoV-2 vernichtet Gewinne an den Börsen

Update vom Montag, 09.03.2020, 08.00 Uhr: In Rheinland-Pfalz schließen die Behörden wegen der Zunahme der Coronavirus-Infektionen vorsorglich sieben Schulen. Zudem ist beim Chemiekonzern BASF am Standort Ludwigshafen ein Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Die unmittelbaren Kollegen des Mannes aus Neustadt/Weinstraße würden kontaktiert, teilte das Unternehmen mit. Sie sollen wie der Infizierte selbst zunächst in häuslicher Quarantäne bleiben. „Der werksärztliche Dienst der BASF arbeitet mit den zuständigen Behörden zusammen und erwäge im Umfeld des Betroffenen weitere Maßnahmen, heißt es weiter.

Update vom Montag, 09.03.2020, 06.30 Uhr: Während in Italien 16 Millionen Menschen von einer Sperrzone betroffen sind, hat Tschechien und Polen Stichproben-Kontrollen für Einreisende an der Landesgrenze zu Deutschland wie angekündigt eingeführt. Polen kontrolliert künftig an der A4 am früheren Grenzübergang Hennersdorf (Jedrzychowice) bei Görlitz Busreisende aus Deutschland.

Coronavirus: Weniger Neuinfizierte in China und Südkorea

Derweil sinken die Zahlen neu Infizierter in China und Südkorea. In China sank die Zahl auf 40, in Südkorea seien 248  neue Fälle mit Sars-CoV-19 erfasst worden. Jedoch gehen Behörden von einer Dunkelziffer aus.

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 22.30 Uhr:Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat sich wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 selbst in Quarantäne begeben. Er werde zwei Wochen lang keine öffentlichen Termine im In- und Ausland wahrnehmen, kündigte der Präsident an. Der Präsident zeigt selbst keine Symptome, hatte aber Schüler einer Schule aus dem Norden Portugals getroffen, die anschließend wegen eines Coronavirus-Falls geschlossen wurde. Die infizierten Schüler waren zwar bei diesem Treffen nicht dabei, der Präsident will sich aber dennoch an die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden halten.

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 21.29 Uhr: In Deutschland gibt es weitere Fälle des Coronavirus Sars-CoV-2. In Brandenburg ist das Virus bei zwei Menschen nachgewiesen worden. Während es in Deutschland lediglich die Empfehlung gibt, Großveranstaltungen abzusagen, geht Frankreich einen Schritt weiter. Paris verbietet grundsätzlich Veranstaltungen mit über 1000 Menschen. Das kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran in Paris an.

Coronavirus: Deutscher stirbt an Lungenkrankheit Covid-19

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 18.36 Uhr: Die vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 hat ihr erstes deutsches Todesopfer gefordert. Der 60 Jahre alte Mann reiste vor einer Woche nach Ägypten ein. Nach seiner Ankunft hatte er erhöhte Temperatur und wurde im Krankenhaus positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. Sein Zustand habe sich zunehmend verschlechtert, am Sonntag sei er gestorben. Aus welchem Bundesland der Mann stammte, ist aktuell unklar.  

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 18.17 Uhr: Der erste deutsche Staatsbürger ist nachweislich an der Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Es handelt sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, teilte das ägyptische Gesundheitsministerium mit. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Polen kontrolliert Grenze 

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 15.46 Uhr: Polen will an der A4 am früheren Grenzübergang Hennersdorf (Jedrzychowice) bei Görlitz Kontrollen für Busreisende aus Richtung Deutschland einführen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die Stichproben-Kontrollen werden am Montag beginnen, sagte Jaroslaw Obremski, Verwaltungschef der Woiwodschaft Niederschlesien, laut Nachrichtenagentur PAP. „Wir werden die Körpertemperatur der Passagiere messen und für den Fall des Verdachts auf eine Erkrankung einen Rettungswagen für den Transport ins Krankenhaus bereitstellen.“ Man ziehe damit die Konsequenzen aus dem ersten in Polen nachgewiesenen Fall einer Covid-19-Erkrankung, sagte Obremski weiter. Er betonte aber, dass die Grenze nicht geschlossen werde und der Pkw-Verkehr weiter ungehindert fließen könne.

Am Dienstag war das Virus erstmals in Polen nachgewiesen worden - bei einem Mann in der westpolnischen Woiwodschaft Lebus, der sich zuvor im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen aufgehalten hatte und mit dem Bus nach Polen zurückgekehrt war. Mittlerweile sind zwei Mitpassagiere des Mannes aus diesem Reisebus ebenfalls an Covid-19 erkrankt. Insgesamt verzeichnet Polen laut Gesundheitsminister Lukasz Szumowski derzeit sechs nachgewiesene Coronavirus-Fälle.

Coronavirus in Deutschland: Spahn empfiehlt Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 15.18 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfiehlt angesichts immer noch zunehmender Coronavirus-Infektionen in Deutschland, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Zurzeit geschehe das aus seiner Sicht noch zu zaghaft. „Angesichts der dynamischen Entwicklung der letzten Tage sollte das schnell geändert werden“, sagte Spahn. Von solchen Absagen betroffen könnten unter anderem Bundesligaspiele, Messen und große Konzerte sein.

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 14.38 Uhr: Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis fordert die Regierung in Rom auf, zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus den Italienern Reisen ins EU-Ausland zu verbieten. 

„Italien sollte allen seinen Bürgern verbieten, nach Europa zu reisen, weil wir in Schengen dies nicht anordnen können“, sagte Babis dem tschechischen Fernsehsender CT. Zumindest aber könnte der italienische Regierungschef Giuseppe Conte seine Bürger auffordern, nicht in andere EU-Länder zu reisen, so Babis weiter. Er appellierte an alle Tschechen, die sich derzeit beruflich oder als Touristen in Italien aufhalten, sofort in ihre Heimat zurückzukehren.

Coronavirus in Italien: Wird die Serie A ausgesetzt?

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 13.48 Uhr: Angesichts der drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus werden in Italien nun auch die Rufe nach einer Absage der Fußball-Meisterschaft immer lauter. Sportminister Vincenzo Spadafora setzte sich für eine sofortige Aussetzung der Serie-A-Spieleein, nachdem zuvor schon Damiano Tommasi als Chef der italienischen Fußballer-Gewerkschaft einen Fußball-Stopp gefordert hatte.

„Ich denke, Gravina (Anm.: der Verbandspräsident) sollte zusätzliche Überlegungen anstellen, ohne auf den ersten Ansteckungsfall zu warten“, sagte Spadafora. Es mache keinen Sinn, die Gesundheit von Spielern oder Schiedsrichtern zu gefährden, nur um nicht den Fußball auszusetzen, während die Bürger des Landes große Opfer aufbrächten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO begrüßt die drastischen Quarantäne-Maßnahmen in Italien gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Diese seien „mutig“ und erforderten „wirkliche Opfer“, erklärte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus im Online-Dienst Twitter. "Die Regierung und die Menschen in Italien ergreifen gewagte und mutige Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und um ihr Land und die Welt zu schützen", erklärte er.

Coronavirus in Italien: Reiseverbot betrifft über 15 Millionen Menschen

In der Nacht zum Sonntag hatte die Regierung in Rom ein grundsätzliches Ein- und Ausreiseverbot für Gebiete in Norditalien mit insgesamt mehr als 15 Millionen Einwohnern verhängt. Die in Europa beispiellose Quarantäne gilt bis zum 3. April.

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 11.12 Uhr: „Wir stehen vor einer nationalen Notlage“, sagt der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte zu den Abriegelungen von Großstädten wie Mailand und Venedig, von denen nun rund ein Viertel der Italiener betroffen sind. Conte bestätigte weitreichende Verbote für das ganze Land. Alle Kinos, Theater, Museen, Sportclubs, Demonstrationen und viele andere Veranstaltungen müssen schließen oder fallen aus.

Die neuen Ankündigungen der Regierung dürften den Alltag der insgesamt rund 60 Millionen Bürger weiter verändern, nachdem die bisher schon getroffenen Maßnahmen wie landesweite Schulschließungen bereits viele tagtäglich treffen. „Wir haben zwei Ziele: Die Ausweitung der Ansteckung einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhauseinrichtungen zu vermeiden“, erklärte Conte. Man dürfe die Zonen nur aus „ernsten und unvermeidlichen“ Anlässen betreten oder verlassen, etwa zum Zwecke der Arbeit oder aus familiären Gründen, hieß es. 

Auch innerhalb der neuen Sperrzonen dürfen sich Bewohner nicht mehr völlig frei bewegen, wie der Premier ankündigte. „Es herrscht eine eingeschränkte Mobilität“, sagte er. Man solle sein Haus nur aus gutem Grund verlassen. Bars und Restaurants dürften nur von 6 bis 18 Uhr öffnen, allerdings nur, wenn sie dafür sorgten, dass zwischen den Gästen ein Abstand von mindestens einem Meter gewährleistet sei. Auch für Läden wurden die Zeiten eingeschränkt.

Coronavirus in Italien: Auswärtiges Amt bemüht um Aufklärung

Das Auswärtige Amt in Berlin bemühte sich um Aufklärung, was die neu verhängten Maßnahmen für deutsche Reisende und Ausreisen aus den betroffenen Provinzen bedeutet. Aus dem Außenministerium hieß es am Sonntag, die deutschen Auslandsvertretungen stünden bereit, um Deutsche in den Gebieten „bei Bedarf zu unterstützen“. Der Tourismus ist in Italien seit dem Ausbruch der Krise stark eingebrochen.

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 10.02 Uhr: Im Osten Chinas ist ein Hotel eingestürzt, das wegen der Coronavirus-Epidemie als Quarantäne-Unterkunft genutzt wurde. Dabei sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Leichen seien aus den Trümmern des Hotels „Xinjia“ in der Stadt Quanzhou geborgen worden, teilte das chinesische Katastrophenschutzministerium mit. Rettungskräfte konnten demnach 38 Überlebende bergen, von denen allerdings fünf in Lebensgefahr schwebten. 23 Menschen werden aktuell noch vermisst.

Insgesamt 71 Menschen seien unter den Trümmern des Hotels verschüttet worden, führte das Ministerium aus. Das 80-Zimmer-Hotel in der östlichen Provinz Fujian war vor zwei Jahren errichtet worden. Es wurde erst kürzlich in eine Quarantäne-Unterkunft für Menschen umgewandelt, die Kontakt zu Coronavirus-Patienten hatten.

Coronavirus: Teilnehmer von Veranstaltung von Donald Trump positiv getestet

Unterdessen wurde in der US-Hauptstadt Washington bekannt, dass ein Teilnehmer bei einer Veranstaltung mit US-Präsident Donald Trump und seinem Vize Mike Pence positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde. Wie die Organisation American Conservative Union am Samstag via Twitter mitteilte, hatte der Mann die Jahresversammlung konservativer Aktivisten und Parlamentarier (CPAC) besucht, die vom 26. bis zum 29. Februar in der Nähe von Washington stattfand.

Dort traten auch Trump, Pence sowie andere Kabinettsmitglieder und hochrangige Vertreter des Weißen Hauses auf. Zwischen dem Infizierten und Trump oder Pence habe es aber „keine Interaktion“ gegeben, erklärten die Organisatoren. Der Infizierte wird demnach im Bundesstaat New Jersey medizinisch betreut und steht unter Quarantäne.

Coronavirus: Zahl der Infizierten in Deutschland steigt weiter

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 08.48 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle auf 847 gestiegen. Dies teilte das Robert-Koch-Institut(RKI) mit. Damit stieg die Zahl der Fälle seit Samstagnachmittag um 52.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor Nordrhein-Westfalen mit inzwischen 392 Fällen - hier stieg die Zahl seit Samstagnachmittag um 19. Mehr als 200 davon entfallen auf den Landkreis Heinsberg, dem größten Infektionsherd in Deutschland. Viele neue Fälle wurden auch aus Baden-Württemberg gemeldet, wo inzwischen bei 182 Menschen das neuartige Coronavirus festgestellt wurde. In Bayern sind es 148.

Die meisten anderen Bundesländer registrierten bisher nur Einzelfälle. Sachsen-Anhalt ist das einzige Land, aus dem bisher keine Coronavirus-Infektion gemeldet wurde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte unterdessen weitere merkliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland. „Sicherheit geht vor. Daher werden noch mehr Großveranstaltungen abgesagt werden müssen“, schrieb der CDU-Politiker am Sonntag auf Twitter.

Coronavirus in Italien: Mailand und Venedig werden Sperrgebiet

Update vom Sonntag, 08.03.2020, 06.11 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie weitet Italien die Sperrgebiete im Norden des Landes aus. Die Regierung stellt mehrere Gebiete im Norden des Landes mit mehreren Millionen Einwohnern unter Quarantäne. Das teilte Regierungschef Giuseppe Conte via Twitter mit. Ab Sonntag (03.03.2020) gilt für große Teile Norditaliens, darunter die Wirtschaftsmetropole Mailand und der Touristenmagnet Venedig, ein Ein- und Ausreiseverbot.

Conte unterzeichnete in der Nacht zum Sonntag ein entsprechendes Dekret. Zuvor hatten italienische Medien bereits berichtet, dass die Regierung wegen Sars-CoV-2 die Lombardei, einen Teil der Region Venetien mitsamt Venedig, den Norden der Emilia-Romagna und den Osten des Piemont unter Quarantäne stellen werde. Die drastische Maßnahme soll demnach bis zum 3. April 2020 gelten.

Allein in der Lombardei leben zehn Millionen Menschen, knapp 1,4 Millionen davon in Mailand. Diese Region ist das wirtschaftliche und industrielle Herz Italiens. Insgesamt steht damit jetzt rund ein Viertel der italienischen Bevölkerung unter Quarantäne. Mit rund 5900 nachgewiesenen Infektionen und schon mehr als 230 Todesopfern ist Italien das am schwersten von der Coronavirus-Epidemie betroffene Land Europas.

Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus – fast 800 Infizierte

Update vom Samstag, 07.03.2020, 21.19 Uhr: Das Coronavirus Sars-CoV2 breitet sich weiter in Deutschland aus. Fast 800 Menschen haben sich mittlerweile bundesweit infiziert, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstag mit. Das sind mehr als zehn Mal so viele Fälle wie noch eine Woche zuvor. Die meisten Fälle in Deutschland verzeichnet mit 373 weiterhin Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg (170) und Bayern (134)

Coronavirus Sars-CoV2: Italienischer Spitzenpolitiker infiziert

Update vom Samstag, 07.03.2020, 18.17 Uhr: Das Coronavirus Sars-CoV2 breitet sich in Italien rasant aus - und macht auch vor Spitzenpolitikern nicht halt. Beim Chef der Regierungspartei PD, Nicola Zingaretti, wurde das neuartige Virus bestätigt. „Mir geht es gut“, versicherte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei im Internet-Netzwerk Facebook. "Ich muss aber für die kommenden Tage zu Hause bleiben.“ Zingaretti ist der erste hochrangige Politiker, der in Italien vom Coronavirus betroffen ist.  

Coronavirus: Österreich stellt tausende Atemschutzmasken sicher

Update vom Samstag, 07.03.2020, 14.05 Uhr: Atemschutzmasken haben sich aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zum Spekulationsobjekt entwickelt. Sie werden zunehmend knapp und im Internet teils zu horrenden Preisen gehandelt. Bei der Kontrolle eines Reisebusses bei Wien hat der österreichische Zoll nun 21.000 geschmuggelte Mundschutz-Masken sichergestellt. Wie das österreichische Finanzministerium am Samstag (07.03.2020) mitteilte, stoppten die Zöllner die Weiterfahrt der vier Fahrer und drei Passagiere, die von der Türkei nach Deutschland wollten. 

Wiener Zoll stellt 21.000 geschmuggelte Mundschutz-Masken sicher

Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 schätzt das Finanzministerium, dass die Schmuggler mit den nicht zertifizierten Schutzmasken „mindestens 50.000 Euro Gewinn“ hätten erzielen können. Der Bus eines türkischen Unternehmens war laut den Behörden in der Vergangenheit immer wieder als Schmugglerfahrzeug aufgefallen. Bei der Kontrolle am Donnerstag in Wien fanden die Zöllner neben den Einmal-Masken 25 Kilogramm Fleisch, 1200 Zigaretten und verschiedene andere Waren. Der österreichische Finanzminister Gernot Blümel stellte klar: „Diese Schmuggelware schadet der Gesundheit und dem Wirtschaftsstandort Österreich. Wir lassen nicht zu, dass Betrüger aus den Sorgen angesichts der derzeitigen Situation Profit schlagen!“

Coronavirus (Sars-CoV-2): Gesundheitsminister Spahn rät von Reisen in eine NRW-Region ab

Update vom Samstag, 07.03.2020, 11.23 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 neben der chinesischen Provinz Hubei bereits vier norditalienische Regionen zu Risikogebieten erklärt - zuletzt auch Südtirol. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete am Freitagabend (06.03.2020) nun auch eine Region in Deutschland als riskantes Reiseziel: Am Rande des Treffens der EU-Gesundheitsminister in Brüssel riet er, auf nicht notwendige Reisen in einen besonders betroffenen Landkreis in Nordrhein-Westfalen zu verzichten. 

Damit dürfte der Minister sich auf den Landkreis Heinsberg westlich von Köln an der deutsch-niederländischen Grenze beziehen. Er wird auf der Webseite des Robert-Koch-Insituts als bislang einziges „besonders betroffenes Gebiet in Deutschland“ geführt.

In Deutschland sind die Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erneut gestiegen: Am Samstagvormittag (07.03.2020) meldet das Robert-Koch-Institut 684 Fälle. Gegenüber dem Vortag ist die Zahl der Infektionen damit um 150 gestiegen. 364 davon entfallen auf Nordrhein-Westfalen. Nur ein Bundesland hat weiterhin noch keinen Fall zu vermelden: Sachsen-Anhalt.

Coronavirus (Sars-CoV-2): Italien stoppt Arbeit der Gerichte

Update vom Samstag, 07.03.2020, 7.15 Uhr: Um die Ausbreitung des Coronavirus (Sars-CoV-2) einzudämmen, stoppt Italien einen Teil der Arbeit der Gerichte. Vorerst für etwas mehr als zweieinhalb Monate bis Ende Mai 2020 sollen zum Schutz der Menschen vor Infektionen Einschränkungen im Justizsystem möglich werden.

Das gilt etwa bei Prozessen und anderen öffentlichen Terminen, wie die Regierung am frühen Samstagmorgen (07.03.2020) in Rom mitteilte. Prozesse zu nicht schweren Taten dürfen damit verschoben werden, wie Medien schrieben. 

Die Details sollten jeweils vor Ort bestimmt werden. Ausgenommen sind den Berichten nach aber zum Beispiel eilige Angelegenheiten, etwa in Bezug auf Festnahmen. Auch sollten mehr Anhörungen in Form von Videokonferenzen stattfinden, erläuterte Justizminister Alfonso Bonafede vor der Presse.

Coronavirus (Sars-CoV-2): Österreich streicht etliche Flüge

Update vom 6. März, 21.30 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. stellt Österreich für zwei Wochen sämtliche Direktflüge nach Südkorea, Mailand, Bologna und in den Iran ein. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖV) am Freitagabend in Wien mit. 

Außerdem sollen an der Grenze zu Italien punktuell Gesundheitschecks durchgeführt werden, wenn Menschen die Grenze überqueren. Reisende, die aus Südkorea, dem Iran und Teilen Chinas in die Alpenrepublik wollen, müssen mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen, dass sie nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. „Unser Ziel ist, eine Ausbreitung bestmöglich einzudämmen, die Ausbreitung zu verlangsamen und so Zeit zu gewinnen“, sagte Kurz. Die drei Maßnahmen sollen kommende Woche in Kraft treten.

Coronavirus (Sars-CoV-2): Atemschutzmasken für Berliner Charité gestohlen

Update vom 6. März, 20.40 Uhr: Unbekannte haben nach „rbb“-Informationen eine komplette Lkw-Ladung mit Atemschutzmasken entwendet, die für die Berliner Charité gedacht waren. Die Charité hatte insgesamt 60.000 Atemmasken bestellt, ein Teil davon ist nun verschwunden. Die Pressestelle der Charité war am Freitagabend für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der Diebstahl in großem Stil erschwere die Arbeit auf verschiedenen Stationen erheblich und gefährde Menschenleben, hieß es am Freitag. In manchen Häusern würden die Masken nun knapp, im Moment reichten die Vorräte nur noch für das Wochenende.

Ebay verbietet Verkauf von Masken und Desinfektionsmitteln

Unterdessen hat Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten. Das Unternehmen begründete den Schritt den Nutzern gegenüber mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das Unternehmen werde alle Angebote außer Bücher, deren Produktbeschreibung in Zusammenhang mit dem Virus steht, im Blick behalten und schnell entfernen. Immer wieder versuchen Verkäufer aus der Angst vor einer Ausbreitung der Seuche Profit zu schlagen. Auch Amazon war bereits dagegen vorgegangen.

Coronavirus in Deutschland: Zahl der Infizierten steigt auf 639 Fälle

Update vom 6. März, 20.00 Uhr:  Die Zahl der Coronavirus-Nachweise in Deutschland steigt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete am Freitagabend auf seiner Webseite von inzwischen 639 nachgewiesenen Fällen. Am Mittag war das Institut noch von mehr als 500 infizierten Menschen ausgegangen. Außer in Sachsen-Anhalt ist der Erreger Sars-CoV-2 bislang in allen Bundesländern nachgewiesen worden. Die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.

Update vom 6. März, 19.35 Uhr: 16 Palästinenser bei Bethlehem im südlichen Westjordanland haben sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. 14 seien Mitarbeiter eines Hotels, zwei seien Familienmitglieder von Hotelangestellten, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah am Freitag mit. Präsident Mahmud Abbas rief für einen Monat den Notstand für das gesamte Westjordanland aus. Die Maßnahme trat am Freitagmorgen (Ortszeit) in Kraft.

Touristen sitzen fest

Israel riegelte in Absprache mit der Palästinenserbehörde die Stadt Bethlehem komplett ab. Es ist nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums nicht möglich, die Stadt zu verlassen oder zu betreten. Nach palästinensischen Medienberichten sitzen noch rund 1500 Touristen in Hotels in Bethlehem fest. Sie sollen am Samstag ausgeflogen werden.

Update vom 6. März, 19.00 Uhr: Die deutsche Lufthansa streicht wegen des heftigen Nachfrageeinbruchs infolge der Corona-Epidemie seinen Flugplan noch weiter zusammen. In den nächsten Wochen solle die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Maßnahme diene dazu, die finanziellen Folgen des Nachfrageeinbruchs zu verringern.

Der Dax-Konzern berichtete von drastischen Buchungsrückgängen und zahlreichen Flugstornierungen. Betroffen seien alle Zielgebiete. Inzwischen wird geprüft, die gesamte Flotte des größten Einzelflugzeugs Airbus A380 mit 14 Jets vorübergehend außer Dienst zu stellen.

Update vom 6. März, 17.20 Uhr:Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich ungebremst: Die Zahl der weltweit diagnostizierten Infektionen hat erstmals die Marke von 100.000 überstiegen. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP lag die Zahl am Freitagnachmittag bei 100.002 Infektionen in 91 Ländern rund um den Globus. 3406 Menschen seien demnach an der Infektionskrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahlen bestätigt auch die Johns Hopkins Universität in den USA und geht aktuell von 100.656 Fällen aus. Für Deutschland zählen die Forscher um 17.03 Uhr 578 bestätigte Infektionen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Iran droht mit drastische Maßnahmen

Update vom 6. März, 15.26 Uhr: Der Iran verschärft angesichts sprunghaft steigender Infektionszahlen seinen Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Ein Sprecher verkündete am Freitag (06.03.2020), die Regierung ziehe es in Betracht, Gewalt anzuwenden, um Menschen daran zu hindern, im Land zwischen Städten zu reisen.

Demnach sei die Zahl der Infizierten im Iran mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 innerhalb von 24 Stunden um 1234 Fälle auf insgesamt 4747 gestiegen. Die Zahl der Coronavirus-Toten stieg im gleichen Zeitraum von 107 auf 124. 

Unter den Toten ist auch der ehemalige iranische Vizeaußenminister Hussein Scheicholislam. Der ARD-Korrespondentin Natalie Amiri zufolge sind im Iran bislang 20 Politiker mit Corona infiziert. Einige Autobahnen sind gesperrt und Menschen sollen persönliche Kontakte meiden. Zudem wurden die Freitagsgebete erneut abgesagt.

Coronavirus Sars-CoV-2: Neue Reisehinweise für Nord-Italien

Update vom 6. März, 13.01 Uhr: Nun hat auch das Auswärtige Amt die Reisehinweise für Italien erweitert: Wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen Bundesbürger nun auch von nicht erforderlichen Reisen nach Südtirol absehen. Abgeraten wird nun von nicht nötigen Reisen in die Regionen Südtirol, Emilia-Romagna und Lombardei sowie in die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. Das bestätigte ein Sprecher am Freitag in Berlin. Zuvor hatte das Robert Koch-Institut (RKI) habe nun auch Südtirol als Risikogebiet eingestuft, sagte der Sprecher. Im Krisenstab des Auswärtigen würden die RKI-Empfehlungen regelmäßig beraten.

Update vom 6. März, 11.01 Uhr: Das Robert-Koch-Insititut (RKI) meldet auch Freitag viele neue Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland: Die Zahl der bestätigten Infektionen ist auf 534 gestiegen. Aufgrund der starken Verbreitung hat das RKI zudem die norditalienische Provinz Südtirol zum Risikogebiet erklärt. In Italien sind laut RKI derzeit fast 4000 Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt. Damit ist Italien nach  China (80.552) und Südkorea (6.284) das Land mit den meisten Fällen. Bislang galten die Region Emilia-Romagna, die  Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua als Risikogebiet.

Coronavirus Sars-CoV-2: Israel riegelt Stadt Bethlehem ab

Update vom 6. März, 8.11 Uhr: Zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat Israel die Stadt Bethlehem abgeriegelt. Allen Israelis und Palästinensern „ist es verboten, die Stadt zu betreten oder zu verlassen“, teilte das israelische Verteidigungsministerium am Freitag mit. Die Entscheidung wurde den Angaben zufolge mit der palästinensischen Autonomiebehörde abgestimmt. Bethlehem liegt im von Israel besetzten Westjordanland. Dieses war bereits am Donnerstag für Touristen gesperrt worden.

Die palästinensische Autonomiebehörde hatte am Donnerstag erklärt, von Freitag an dürften 14 Tage lang keine Touristen ins Westjordanland. Zudem wurde die Geburtskirche in Bethlehem vorläufig geschlossen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Abgeordneter der französischen Nationalversammlung infiziert

Update vom 6. März, 7.45 Uhr: Ein Abgeordneter der französischen Nationalversammlung hat sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Der Parlamentarier befindet sich im Krankenhaus auf der Intensivstation, wie die Präsidentschaft der Parlamentskammer am Donnerstagabend bekanntgab. Den Namen des Abgeordneten nannte sie nicht. Die Kammerpräsidentschaft teilte lediglich mit, dass der Abgeordnete der konservativen Oppositionspartei Les Républicains (LR) angehört.

Auch ein Beschäftigter der Nationalversammlung wurde den Angaben zufolge positiv auf das Coronavirus getestet. Bei einem weiteren Angestellten der Kammer bestehe der Verdacht auf eine Corona-Infektion.

Frankreich ist nach Italien und vor Deutschland das am stärksten von dem neuartigen Erreger betroffene Land in der EU. Nach Angaben der französischen Behörden vom Donnerstagabend gab es drei weitere Todesfälle und 138 neu bestätigte Infektionen. Dies war die bislang höchste Zahl verzeichneter Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Frankreich. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg auf sieben, die der Infizierten auf 423.

Update vom 6. März, 6.37 Uhr: Die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 ist in China weiter gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitscommission am Freitag mitteilte, kamen im Vergleich zum Vortag 30 weitere Todesopfer dazu. 29 Todesfälle wurden in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei registriert, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Ein weiteres Opfer meldete die südchinesische Inselprovinz Hainan. Insgesamt sind bislang mehr als 3000 Menschen in China an dem Erreger gestorben. Die Zahl der neuen Infektionen stieg bis Freitag um 143 auf nun 80 552 Fälle. Mehr als 53 000 Patienten haben sich den offiziellen Angaben zufolge jedoch erholt und wurden entlassen.

Coronavirus Sars-CoV-2: Schulen in NRW-Kreis schließen – USA und Israel brechen Militärübung ab

Update vom 5. März, 21.30 Uhr: Die USA und Israel haben eine gemeinsame Übung ihrer Streitkräfte wegen der Coronavirus-Epidemie abgebrochen. Die Entscheidung stehe im Einklang mit den Vorgaben des israelischen Gesundheitsministeriums zur Erkrankung Covid-19 und sei eine Vorsichtsmaßnahme, „um die Gesundheit und Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten“, erklärte das Europäisches Kommando der Vereinigten Staaten. Die Übung „Juniper Cobra 20“, die alle zwei Jahre stattfindet, begann nach Angaben von US-Medien am Dienstag und sollte noch bis zum Sonntag, 15. März, laufen. 

Update vom 5. März, 21.30 Uhr: Im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in NRW bleiben Schulen und Kindertagesstätten bis mindestens Sonntag, 15. März, geschlossen. Das teilte Landrat Stephan Pusch in einer Videobotschaft mit. Die stetig zunehmenden Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus im Kreis ließen keine andere Möglichkeit zu. Am Donnerstagabend lagen dort nach Angaben der Pressestelle des Kreises 195 laborbestätigte Fälle einer Infektion mit Sars-CoV-2 vor. 

Coronavirus: Saudi-Arabien lässt Kaaba räumen – Länderspiel auf der Kippe

Update vom 5. März, 18.50 Uhr: Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hat Saudi-Arabien die wichtigste Pilgerstätte in Mekka für eine Desinfizierung räumen lassen. Das saudiarabische Staatsfernsehen zeigte beeindruckende Bilder, auf denen die menschenleere Kaaba im Hof der Großen Moschee zu sehen war. Der weiß gepflasterte Hof, auf dem die Pilger die würfelförmige Kaaba umrunden, wird sonst von zehntausenden Menschen bevölkert.

Die Stadt Nürnberg prüft aktuell eine Absage des Länderspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 31. März gegen Italien. Wenn die Entscheidung heute zu treffen wäre, würde die Stadtverwaltung wegen der zu erwartenden Anreise Tausender Besucher aus Italien eine Absage empfehlen, erklärte Sozialreferent Peter Pluschke. 

Update vom 5. März, 17.30 Uhr: Ein weiteres Land ergreift drastische Maßnahmen: Griechenland ist das jüngste Land, das versucht, die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu stoppen, indem es Schulen und Universitäten schließt und große öffentliche Versammlungen absagt. Unterdessen pocht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf, dass das Virus immer noch „zurückgedrängt“ werden könne, wenn Regierungen auf der ganzen Welt die notwendigen Maßnahmen ergreifen würden.

Vor Griechenland hatten bereits Italien und auch der Iran Schulen geschlossen. Die Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 in Griechenland sind auf 31 angestiegen. Ein Beamter des Gesundheitsministeriums sagte jedoch laut dem Nachrichtenportal „The Guardian“, er erwarte einen signifikanten Anstieg der Fälle in den nächsten Wochen. 21 neue griechische Fälle wurden bei Reisenden entdeckt, die kürzlich aus Israel und Ägypten zurückgekehrt waren.

Coronavirus Sars-CoV-2: Schule evakuiert Skifreizeit in Südtirol

Update vom 5. März, 13.38 Uhr: Klassenfahrten und Skifreizeiten stehen wegen der Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 im Fokus. Eine Osnabrücker Schule will nun 55 Schulkinder von einer Schulfahrt in Südtirol zurückholen, wie das Osnabrücker Portal oskurier.de berichtet. Dazu habe sich ein Konvoi aus Bussen, Ärzten und Rettungsassistenten auf den Weg in den Skiort gemacht. Gesunde und erkrankte Kinder sollen für die Rückfahrt auf zwei Bussen verteilt werden. Das solle die Ansteckungsgefahr reduzieren.

Während der Skifreizeit der Gesamtschule Eversburg in Südtirol habe demnach zunächst ein Kind Fieber bekommen. Daraufhin sei es vorzeitig abgeholt worden und befinde sich nun wieder in Osnabrück. Inzwischen seien jedoch zwei weitere Kinder erkrankt. Es sei allerdings noch unklar, ob sich die Kinder mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert haben.

Coronavirus Sars CoV-2: Rund 100 neue Fälle in Deutschland

Update vom 5. März, 11.50 Uhr: Das Coronavirus Sars-CoV-2 verbreitet sich in Deutschland weiter: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle ist bundesweit bis Donnerstagfrüh (06.03.2020) auf 349 gestiegen. Das waren rund hundert mehr als am Vortag, wie aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorging. Die meisten Fälle gab es nach wie vor in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 175 bestätigte Infektionen gemeldet, die meisten im Landkreis Heinsberg. 

In Baden-Württemberg wurden 65 und in Bayern 52 Fälle registriert. In allen anderen Bundesländern traten bislang meist Einzelfälle auf. Sachsen-Anhalt ist bisher das einzige Land, aus dem noch keine bestätigte Coronainfektion gemeldet wurde. In der TV-Sendung "Hart aber fair" (ARD) zum Coronavirus erhob ein Virologe schwere Vorwürfe gegen die deutsche Bundesregierung.

Die Schweiz meldet den ersten Todesfall in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Das teilte die Polizei im Kanton Waadt mit. Die 74-jährige Frau, die gestorben ist, sei eine Risikopatientin gewesen - sie hatte Vorerkrankungen. Sie wurde seit dem 3. März im Krankenhaus in Lausanne am Genfersee behandelt. 

Coronavirus Sars CoV-2: Erneut sitzen Tausende auf Kreuzfahrtschiff 

Update vom 5. März, 08.51 Uhr: Aus Angst vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sitzen erneut tausende Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff fest. Vor der Küste Kaliforniens sei die „Grand Princess“ gestoppt worden, weil Passagiere und Besatzungsmitglieder Symptome der Krankheit gezeigt hätten, sagte Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch bei einer Pressekonferenz Sie sollten nun auf den Erreger getestet werden. Bei elf Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern bestehe der Verdacht einer Infektion.

Das Schiff war auf der Rückkehr von Hawaii nach San Francisco. Zuvor hatte die „Grand Princess“ eine Reise nach Mexiko absolviert. An Bord war dabei auch ein 71-Jähriger, der letztlich an der durch das Coronavirus ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 starb, wie der Gouverneur und die Reederei Princess Cruises mitteilten. Er ist der erste Todesfall durch das Virus in Kalifornien. Der US-Bundesstaat rief am Mittwoch wegen der Ausbreitung des Virus den Notstand aus. 

Coronavirus Sars CoV-2: Kalifornien ruft den Notstand aus

Update vom 5. März, 06.10 Uhr: Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat am Donnerstag wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Seine Entscheidung erfolgte nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des ersten Todesfalls in dem Westküsten-Staat. „Mit 53 positiv getesteten Fällen ist dieses (Virus) nicht mehr nur in einem Teil unseres Staates isoliert“, sagte Newsom.

In Kalifornien wurde am Mittwoch ein erster Todesfall durch die neue Lungenkrankheit gemeldet. Es handele sich um einen älteren Mann, der sich vermutlich im Februar an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Princess“ von San Francisco nach Mexiko angesteckt habe, teilte die lokale Gesundheitsbehörde im Placer County mit.

Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA auf elf. In den USA sind bislang mehr als 100 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Besonders betroffen ist der westliche Bundesstaat Washington.

Update vom 4. März, 21.14 Uhr: Sollen in Deutschland wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 alle Schulen geschlossen werden – ganz nach italienischem Vorbild? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält wenig von dieser Idee. Über solche Maßnahmen solle jeweils vor Ort entschieden werden. Pauschale Schul-Schließungen seien „nicht angemessen“, sagte er und verwies auf mögliche Folgen – etwa, wenn Ärzte wegen der Betreuung ihrer Kinder dann zu Hause bleiben müssten. 

Anders sieht das offenbar die AfD-Fraktion im Bundestag: Deren bildungspolitischer Sprecher, Götz Frömming, sagte, Deutschland müsse „schnell von Italien lernen und bereits erprobte Maßnahmen ergreifen“. Dazu gehört aus seiner Sicht auch, „präventiv Schulen zu schließen“. Da alle Schüler über Internet verfügten, sei Tele-Unterricht ein gangbarer Weg.

In einer Regierungserklärung hatte Spahn am Nachmittag die Vermutung geäußert, die Corona-Epidemie habe ihren Höhepunkt in Deutschland noch nicht erreicht. Die Lage sei von Ort zu Ort aber sehr unterschiedlich. Derzeit gebe es bundesweit 240 bestätigte Fälle an Covid-19 Erkrankter. Weltweit sei das Coronavirus eine „Pandemie“.  

Coronavirus Sars CoV-2: Italien schließt wegen Coronavirus Schulen

Update vom 4. März, 18.23 Uhr: Italien schließt wegen der Verbreitung des Coronavirus die Schulen und Universitäten im ganzen Land. Sie sollen von Donnerstag bis 15. März geschlossen bleiben, so Schulministerin Lucia Azzolina.

In Italien sind inzwischen mehr als hundert Menschen am Coronavirus gestorben. Es gebe 107 bestätigte Todesopfer, teilte der italienische Zivilschutz mit. Mehr als 3000 Menschen seien landesweit an dem Virus Sars-CoV-2 erkrankt. Am Dienstag waren es noch rund 2500 Infizierte und 79 Tote. Mittlerweile gibt es in fast allen Regionen Fälle, die meisten allerdings nach wie vor in der Lombardei, der Emilia-Romagna und in Venetien. 295 Menschen liegen auf der Intensivstation.

Israel erlässt Reisebestimmungen wegen Coronavirus 

Update vom 4. März, 18.02 Uhr: Israel und Saudi-Arabien schränken das Reisen vorübergehend ein, um sich gegen den Coronavirus abzusichern.

In Israel müssen Reisende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben – auch Israel-Rückkehrer. Touristen aus diesen Ländern dürfen nicht einreisen, außer sie begeben sich in Quarantäne. Internationale Konferenzen sind verboten, Versammlungen mit mehr als  5000 Teilnehmern sollen folgen. 

Die Reisebestimmungen gelten bereits für Reisende aus Italien und werden in den kommenden Tagen ausgeweitet. Man werde Touristen, die sich in den letzten 14 Tagen im Iran, Irak, Syrien oder Libanon aufgehalten haben, die Einreise verweigern, hieß vom Gesundheitsministerium, nach dessen Angaben es 15 Coronavirus-Fälle in Israel gibt. 

Coronavirus Sars CoV-2: Saudi-Arabien schränkt Wallfahrten ein

Saudi-Arabien hat auch den eigenen Landsleuten sowie Einwohnern mit ausländischer Staatsbürgerschaft Wallfahrten nach Mekka sowie Besuche in Medina untersagt. Wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 hatte das Königreich seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte vor knapp einer Woche bereits vorübergehend geschlossen. Betroffen ist bisher nur die Umrah, die sogenannte Kleine Wallfahrt. 

Im arabischen Raum sind nach Angaben der WHO derzeit etwa 230 Fälle offiziell bekannt. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen. Die meisten der Infizierten waren aus dem Iran zurückgekehrt, wo besonders viele Menschen an Covid-19 erkrankt sind.

Coronavirus trifft auf Geflüchtete: Bayerisches Rotes Kreuz ruft Alarmstufe 1 aus

Update vom 4. März, 13.45 Uhr: Das Bayerische Rote Kreuz ruft Alarmstufe 1 aus. Derzeit sei nicht absehbar, wie sich die Lage der Ausbreitung des Coronavirus entwickelt, heißt es in einem Schreiben, das dem Spiegel vorliegt. 

Grund für die Sorge ist, dass neben der Ausbreitung der Krankheit nun auch ein möglicher Flüchtlingsstrom zu einer Verschärfung der Belastung für die Retter kommen könnte, heißt es im Spiegel. Es könne deshalb in Bayern „durch die Kopplung zweier Lagen in Bayern“ zu Ressourcenengpässen kommen. 

Währenddessen überlegt die Regierung in Italien ab Donnerstag (5.3.2020) alle Schulen im ganzen Land zu schließen. Diese berichten die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise. Man werde dies in den kommenden Stunden entscheiden. 

Coronavirus Sars CoV-2: Hannover-Messe abgesagt – Export von Atemmasken verboten 

Update vom 4. März, 11.26 Uhr: Im Kampf gegen das neue Coronavirus zieht der Bund den Nachschub dringend benötigter medizinischer Schutzkleidung an sich und unterbindet Ausfuhren in andere Länder. Das Bundesgesundheitsministerium beschafft solche Ausrüstung nun zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden, wie nach Beratungen des Krisenstabs der Regierung am Mittwoch in Berlin mitgeteilt wurde.

Angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus untersagt die Bundesregierung den Export von Atemmasken und anderer Schutzausrüstung. Ein entsprechendes Verbot wurde am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht, wie der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium mitteilte. Betroffen sind etwa auch Handschuhe und Schutzanzüge.

Wegen der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschieben die Veranstalter der Hannover Messe die weltgrößte Industrieschau. Das Branchentreffen mit rund 6.000 Ausstellern, das vom 20. bis 24. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt geplant war, soll jetzt vom 13. bis 17. Juli stattfinden. Dies teilte die Deutsche Messe AG am Mittwoch mit.

Coronavirus: Mehr als 5300 Infizierte in Südkorea - bereits 32 Tote

Update vom 4. März, 08.25 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Südkorea ist auf mehr als 5300 gestiegen. Das ist ein Zuwachs von 516 Infektionen seit Dienstag. Nach einer Änderung der Zählmethode schlossen die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention dabei 374 Fälle ein, die zunächst schon am Dienstagnachmittag bekanntgegeben worden waren. In keinem anderen Land außerhalb Chinas wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet.

Die Zahl der bisherigen Todesfälle, die mit dem Covid-19-Erreger in Verbindung gebracht werden, wurde mit 32 angegeben.

Update vom 4. März, 05.35 Uhr: Das neue Coronavirus ist in allen Bundesländern außer in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden. In China, wo das Virus erstmals festgestellt worden war, stieg die Zahl der Toten bis Mittwoch auf fast 3000. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Ansteckungen in Festlandchina seit Beginn der Epidemie im Dezember kletterte auf mehr als 80 000. Von ihnen haben 50 000 die Krankenhäuser wieder verlassen. Experten gehen allerdings in China von einer hohen Dunkelziffer aus. In Südkorea stiegen die Infektionen erneut um 516 auf 5 328. Die Zahl der Toten legte um 4 auf 32 zu.

Coronavirus Sars-CoV-2: 200 Infektionen in Deutschland

In Deutschland zählt das Robert Koch-Institut (RKI) bislang rund 200 nachgewiesene Infektionen. Viele Patienten sind inzwischen wieder gesund. Am Dienstagnachmittag kamen zuletzt das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern zu den Bundesländern hinzu, in denen das Sars-CoV-2 genannte Virus nachgewiesen worden ist.

Update vom 3. März, 22.39 Uhr: In Spanien hat es erstmals einen Todesfall durch den Coronavirus gegeben. Bereits am 13. Februar war in Valencia ein 69-jähriger Mann an einer Lungenentzündung gestorben. Jetzt ist bestätigt, dass der Spanier mit dem Covid-19-Erreger infiziert war. Er soll sich vorher in Nepal aufgehalten haben, einem Nachbarland von China.  In Spanien gab es bis zum Dienstagabend mehr als 150 bestätigte Fälle von Sars-CoV-2. Sieben Patienten liegen auf der Intensivstation. 

Coronavirus: Weltbank schnürt Milliarden-Paket zur Bekämpfung des Covid-19-Erregers

Update vom 3.März, 22.08 Uhr: Die Weltbank schnürt ein Hilfspaket für vom Coronavirus betroffene Länder: Insgesamt zwölf Milliarden Dollar. Ziel sei es, den Staaten "schnell" und "effektiv" zu helfen, sagte Weltbank-Chef David Malpass. Malpass betonte zudem die "zusätzliche Last", die das Coronavirus armen Ländern aufbürde. 

Das Geld könne für medizinische Ausstattung und Gesundheitsdienste eingesetzt werden. Ein Teil der Hilfsgelder geht demnach an einige der ärmsten Länder der Welt. Die Weltbank sei mit verschiedenen Mitgliedstaaten in Kontakt. Welche Regierungen als erste unterstützt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.  

Mit Coronavirus Infizierter ist Kinderarzt 

Update vom 3.März, 21.25 Uhr: Beim ersten am Coronavirus Erkrankten aus dem Saarland handelt es sich um einen Kinderarzt. Der Mann arbeitet nach Angaben von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) am Universitätsklinikum. Das Gesundheitsamt ermittle nun Kontaktpersonen. Andere seien bereits in Quarantäne. Der mit dem Covid-19-Erreger infizierte Patient sei in der Klinik isoliert. 

Derzeit wird das Bewegungsprofil des an Sars-CoV-2 erkrankten Mannes nachvollzogen. Die Kinderklinik wird vorerst nicht geschlossen, doch die Sicherheitsmaßnahmen wurden erhöht. Zudem wurden in anderen Kinderkliniken Notfall-Kapazitäten angefragt. 

Coronavirus Sars-CoV-2: Erste Fälle im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern

Update vom 3. März, 19.35 Uhr: Im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es die ersten bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Somit sind fast alle Bundesländer in Deutschland betroffen, nur Sachsen-Anhalt musste bisher keine Sars-CoV-2-Infektion verzeichnen.

In Nordrhein Westfalen steigt die Anzahl an Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, weiter an. Aus dem Kreis Heinsberg wurde ein Brandbrief an die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein gesandt. Die „medizinische Situation im Kreis Heinsberg eskaliert und nimmt bedrohliche Ausmaße an", warnen die Verfasser und Unterzeichner zu denen Ärzte und auch der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) gehören. 

Ein Zusammenbruch der medizinischen Versorgung an der Basis und in den Krankenhäusern sei nicht mehr auszuschließen, heißt es in dem Brandbrief weiter. Es mangele an Schutzausrüstung wie beispielsweise Atemschutzmasken.

WHO warnt: Mangel an Atemschutzmasken behindert Kampf gegen Coronavirus

Nicht nur in Nordrhein Westfalen sondern weltweit gehen Atemschutzmasken und andere Schutzausrüstung zur Neige. "Wir können Covid-19 nicht aufhalten, ohne unsere Gesundheitspersonal zu schützen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Wie der WHO-Chef weiter betont, müsse die weltweite Versorgung persönlicher Schutzausrüstung um 40 Prozent gesteigert werden. Die Regierungen sollten den Herstellern Anreize schaffen, um den Mangel an Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken schnellstmöglich zu beheben.

Update vom 3. März, 15.50 Uhr: Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschlagnahmt der französische Staat alle Atemschutzmasken. „Wir beschlagnahmen alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken“, verkündete Präsident Emmanuel Macron am Dienstag auf Twitter. Die Masken sollen nach seinen Angaben an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden.

In Frankreich waren nach offiziellen Angaben mehr als 200 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst. Vier Menschen starben bisher.

Coronavirus Sars-CoV-2: Entwarnung für Passagiere auf Kreuzfahrtschiff

Die 1200 Passagiere auf dem deutschen Kreuzfahrtschiff „Aida Aura“ in Norwegen können aufatmen: Nach Angaben des Unternehmens Aida Cruises hat sich der Verdacht auf das neuartige Coronavirus bei zwei deutschen Passagieren an Bord nicht bestätigt. Die norwegischen Gesundheitsbehörden hätten am Nachmittag bestätigt, dass die vorsorglichen Tests bei den beiden deutschen Gästen keine Infektion ergeben hätten, teilte Aida Cruises am Dienstag mit. Das Schiff könne nun seine Reise fortsetzen.

Update vom 3. März, 15.10 Uhr: Ein deutsches Kreuzfahrtschiff mit rund 1200 Passagieren an Bord liegt wegen Coronavirus-Verdachts in einem norwegischen Hafen fest. Der Gesundheitszustand von zwei deutschen Gästen an Bord werde vorsorglich überprüft, teilte die Reederei Aida Cruises in Rostock mit. Sie sollen vor rund einer Woche Kontakt mit einer Person gehabt haben, die mit dem Coronavirus infiziert ist.

Beide Passagiere wurden zunächst in ihrer Kabine unter Quarantäne gestellt, nach Angaben von Ärzten zeigten sie keine Symptome und wirkten gesund. Die Testergebnisse sollten am Dienstagnachmittag vorliegen. Die Aida Aura hätte am Montag aus dem Hafen von Haugesund im Südwesten von Norwegen auslaufen sollen.

Leipziger Buchmesse wird wegen Coronavirus abgesagt

Update vom 3. März, 12.50 Uhr: Die Leipziger Buchmesse wird aufgrund der Gefahr durch das Coronavirus Sars-CoV-2 abgesagt. Das haben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Leipziger Gesundheitsamt und Messeverantwortliche am Dienstag entschieden.

Es handle sich um eine „Präventionsmaßnahme“, damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne. Die Leipziger Buchmesse ist ein Publikumsmagnet mit jährlich fast 300.000 Besuchern. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: „Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor.“

Die Messe sollte vom 12. bis 15. März stattfinden. Die Leipziger Buchmesse ist das Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche. Im vergangenen Jahr kamen rund 286.000 Besucher und mehr als 2500 Aussteller aus 46 Ländern zur Buchmesse.

Coronavirus-Sars-CoV-2: Auch weitere Veranstaltungen abgesagt

Im Bemühen um eine Eindämmung der Epidemie fielen zuvor bereits andere Großveranstaltungen aus, nicht nur in Deutschland. Hierzulande wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt.

Update vom 3. März, 12.10 Uhr: Die EU hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Krisenmodus aktiviert, um schneller Entscheidungen treffen zu können. Dazu wurde die sogenannte integrierte politische Krisenreaktion (IPCR) nun vollständig ausgelöst. 

Die IPCR war 2013 beschlossen worden und gilt als Reaktion auf die Terroranschläge vom September 2001. Die EU wollte damit in Krisensituationen handlungsfähiger werden. Erstmals vollständig aktiviert wurde der Krisenmodus im Jahr 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise.

Aktiviert wird der Krisenmodus durch die amtierende EU-Ratspräsidentschaft, die derzeit Kroatien inne hat.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-19 auch im Fußball angekommen

Update vom 3. März, 12.00 Uhr: Das Virus ist auch im Fußball angekommen: Angesichts der Krise wegen des neuen Coronavirus hat die Europäische Fußball-Union eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern europäischer Ligen eingerichtet. Diese solle sich unter anderem mit dem Spielkalender beschäftigen, sagte UEFA-Geschäftsführer Theodore Theodoridis am Dienstag beim Kongress des Kontinentalverbands in Amsterdam.

Zuvor hatte die UEFA erklärt, dass sie derzeit trotz der Ausbreitung des neuen Coronavirus in mehreren Gastgeberländern keine Veranlassung für Konsequenzen für die Fußball-EM in diesem Sommer sehe.

Update vom 3. März, 10.00 Uhr: Auf Mallorca ist ein dritter Fall des neuen Coronavirus bestätigt worden. Bei der infizierten Patientin handele es sich um eine Frau, die sich kürzlich im norditalienischen Turin aufgehalten habe, teilten die Gesundheitsbehörden der spanischen Urlaubsinsel am Dienstag mit. 

Norditalien ist besonders stark von dem Virus betroffen. Die Frau liege isoliert im Krankenhaus Son Llatzer in der Inselhauptstadt Palma, so die Balearenregierung. In Spanien insgesamt ist die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen auf über 120 gestiegen.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-1: Aus dem Ausland nach China eingeschleppt

Update vom 3. März, 8.07 Uhr:  China gibt bekannt, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 vermehrt aus dem Ausland ins Land der Mitte eingeschleppt wird. Chinesische Behörden bestätigten 13 Fälle, bei denen chinesische Staatsbürger bei der Einreise mit dem neuartigen Coronavirus infiziert wurden. Acht von ihnen arbeiteten in der Lombardrei (Norditalien) im gleichen Restaurant, wie die Behörden der ostchinesisischen Provinz Zhejiang mmitteilten. Die Menschen kamen vergangene Woche aus Italien zurück. Außerdem kehrten vier weitere Chinesen aus dem Iran zurück und ein Infizierter reise aus Großbritannien nach China ein.

Davon abgesehen meldete China mit 125 neuen Fällen des Coronavirus Sars-CoV-2 die niedrigste Zahl neuer Infektionen seit sechs Wochen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich jedoch um 31. Alle Todesopfer stammte aus der Provinz Hubei. Insgesamt starben 2943 Menschen an dem Virus. 

Update vom 2. März, 22.13 Uhr: In Deutschland mehren sich die bestätigten Fälle der mit dem Coronavirus Infizierten. In Bayern stieg die Zahl der am Coronavirus Sars-CoV-2 Erkrankten um sechs Betroffene auf insgesamt 34, von denen 14 bereits wieder auskuriert sind. Weitere Infizierte meldeten außerdem Berlin, Thüringen, Hessen und Brandenburg.

In der Hauptstadt sind es die Fälle zwei und drei. Sie stehen nicht in Verbindung mit dem ersten nachweislich Erkrankten aus Berlin. In Thüringen ist genau wie in Brandenburg erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, in Hessen ist es mittlerweile die elfte.  Entwarnung gab es aus dem Erlebnis-Schwimmbads Tropical Island bei Potsdam: Keiner der Mitarbeiter hat sich gemäß der Tests an einem erkrankten Badegast aus NRW angesteckt. 

Coronavirus Sars-CoV-2 erreicht weitere Staaten – Südkorea stark betroffen

Update vom 2. März 21.43 Uhr: Die WHO berichtet, dass das Coronavirus sich inzwischen deutlich rascher außerhalb Chinas als in seinem Ursprungsland ausbreitet. Zuletzt seien fast neunmal so viele Neuinfektionen aus anderen Ländern gemeldet worden. Bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gibt es in China mehr als 80.000. Am Montag lag der Anstieg bei 202. In den anderen Ländern stieg die Zahl der Infektionen um über 1700 auf mehr als 10.130.

Erste Fälle bestätigten beispielsweise Indonesien, Portugal, Andorra, Tschechien, Saudi-Arabien, Tunesien sowie der Senegal. Auch im russischen Moskau wurde ein erster Fall nachgewiesen. In den USA meldete die Millionenmetropole New York einen ersten Fall des Coronavirus. 

Nach China ist aber Südkorea das bei den Infektionen mit dem Coronavirus am stärksten betroffene Land. Am Montag meldeten die Behörden in Seoul 600 neue Infektionsfälle, die Gesamtzahl stieg damit auf 4300. 22 Menschen starben. 

Weltweit steigt die Zahl der Todesopfer des Coronavirus Sars-CoV-2

Aber nicht nur in Südkorea steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Weltweit sind es inzwischen über 3080. China meldete am Montag 42 weitere Tote, insgesamt sind es dort 2912. In den USA sprachen die Behörden von sechs Toten – alle im Staat Washington. 

In Italien stieg die Zahl der Toten um zwölf auf 52. Frankreich meldet drei Tote. Der Iran gab zwölf weitere Tote bekannt, dort starben insgesamt 66 Menschen am Coronavirus. Der Iran soll nun Notfallhilfe unter anderem von WHO-Experten bekommen. In keinem anderen Land außer China starben mehr Menschen am Coronavirus

Coronavirus Sars-CoV-2: Covid-19-Patient in Berlin nur zufällig entdeckt

Update vom 2. März, 18.49 Uhr: Der erste Coronavirus-Patient in Berlin ist nur zufällig entdeckt worden. Der Mann sei zunächst mit untypischen Symptomen in die inzwischen geschlossene Notaufnahme der Charité gekommen. Aber da die Klink Influenza- mit Coronavirus-Tests verbinde, sei die Infektion festgestellt worden.

„Ohne diese interne Regelung, einen Paralleltest durchzuführen, würde der Patient wahrscheinlich immer noch unerkannt zu Hause sein“, sagte Charité-Vorstand Ulrich Frei. Wie der Mann sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert habe, weiß man nicht. „Es gibt eine leise Spur nach Nordrhein-Westfalen“, sagte Frei. Die Eltern des Mannes leben dort und hatten ihn besucht.

Der Mann wird nun auf einer Isolierstation im Virchow-Klinikum der Charité behandelt, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). 60 Kontaktpersonen sind laut Kalayci inzwischen identifiziert worden. Diese müssten noch untersucht werden.

Coronavirus Sars-CoV-2 und Covid-19: Schweiz sagt alle Fußballspiele ab

Update vom 2. März, 18.49 Uhr: In der Schweiz sind alle Fußballspiele der 1. und 2. Liga für den März wegen der Coronavirus-Epidemie abgesagt worden. Das entschieden die 20 Clubs der Swiss Football League. Zuvor waren bereits der 24. Spieltag am vergangenen Wochenende sowie die Pokal-Viertelfinals in dieser Woche verschoben worden. Ob das Europa-League-Achtelfinale von Eintracht Frankfurt am 19. März beim FC Basel stattfindet, blieb am Montag zunächst offen.

Update vom 2. März, 17.28 Uhr: Während sich das Coronavirus in Europa immer stärker verbreitet, bekommt China die Epidemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer besser in den Griff. Am Sonntag seien nur 206 neue Infektionen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Das sei die niedrigste Zahl seit dem 22. Januar.

Am meisten Sorge bereite aktuell die Lage in Südkorea, Italien, dem Iran und Japan, wo es teils ein deutliches Plus bei den Fallzahlen gebe. Am Montag sei ein WHO-Team im Iran eingetroffen, um bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen, so Tedros.

Darüber hinaus wurden am Montag (02.03.2020) erste Coronavirus-Fälle in Russland, Indonesien, Thailand, Portugal und weitere Fälle in den USA, Großbritannien und Frankreich gemeldet. In Frankreich ist die Zahl der Toten durch das neuartige Coronavirus auf mindestens drei gestiegen. Der Louvre blieb nach dem Sonntag auch am Montag geschlossen.

Coronavirus Sars-CoV-2: ProSieben und BMW schicken Mitarbeiter nach Hause

Update vom 2. März, 16.57 Uhr: In München schicken die Unternehmen ProSiebenSat.1 und BMW aus Sorge vor Coronavirus-Infektionen hunderte Mitarbeiter nach Hause. BMW ordnet für rund 150 Mitarbeiter häusliche Quarantäne an: Ein BMW-Mitarbeiter sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte eine BMW-Sprecherin am Montag (02.03.2020) mit. Er sei nicht auf Reisen gewesen und habe im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FIZ) in München gearbeitet - die Großraumbüros sollen nun desinfiziert werden.

Auch ProSiebenSat.1 reagiert auf das um sich greifende Coronavirus: Ein Mitarbeiter in Düsseldorf sei positiv auf getestet worden. Deswegen habe man vorsorglich 200 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Unterföhring bei München ins Homeoffice geschickt. Die Maßnahme sei rein vorsorglich, es bestehe kein begründeter Verdacht, sagte eine Unternehmenssprecherin am Montag. Dem infizierten Mitarbeiter gehe es gut. Der Betroffene selbst sei nicht in München gewesen, es gebe aber Mitarbeiter, die zuletzt an beiden Standorten gewesen sein. Etwa die Hälfte der betroffenen 200 Mitarbeiter in München sei negativ auf das Virus getestet worden - alle weiteren Ergebnisse werden bis Mittwoch erwartet.

Die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München soll in der kommenden Woche trotz der Ausbreitung des neuen Coronavirus seine Tore für Besucher öffnen. Allerdings sollen verschärfte Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, wie die Gesellschaft für Handwerksmessen am Montag auf Anfrage mitteilte. Die Veranstalter rechnen mit einem starken Besucherrückgang, erste Aussteller hätten ihre Teilnahme demnach abgesagt.

Coronavirus: Robert-Koch-Institut und EU-Kommission erhören Risikoeinschätzung

Update vom 2. März, 13.57 Uhr: Die EU-Kommission korrigiert ihre Aussagen: Das Risiko-Level für eine Ansteckung mit dem Coronavirus in Europa sei nicht auf „hoch“ angehoben worden, sondern lediglich von „moderat“ auf „moderat bis hoch“. Das teilte die Nachrichtenagentur AFP mit. Demnach habe sich von der Leyen bei der Pressekonferenz versprochen.

In Deutschland bestätigten die Behörden insgesamt 150 Coronavirus-Fälle, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte, es seien dennoch „bis auf Weiteres keine Grenzkontrollen an den Binnengrenzen“ geplant. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Schließung von Grenzen wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland weiter nicht für nötig. Auch die Absage von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sagte Spahn am Montag in Berlin. Dies sei weiter nicht verhältnismäßig und angemessen.

Coronavirus: EU-Kommission hält Corona-Infektionsrisiko für „moderat bis hoch“

Update vom 2. März, 12.35 Uhr: Auch die Europäische Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen reagiert auf die zunehmende Verbreitung des Coronavirus. Die EU stuft das Risiko für eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus in Europa nun als „hoch“ ein, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in Brüssel. „Mit anderen Worten: Das Virus breitet sich weiter aus“, beschrieb sie die aktuelle Lage. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) habe das Risikoniveau von „mittel auf hoch“ gesetzt.

Zudem stellte die EU-Kommission ein sogenanntes „response team“ bestehend aus mehreren Kommissaren und eine für das Coronavirus eingerichtete Einsatzzentrale vor. 38 Menschen in der EU seien bislang an der neuen Krankheit Covid-19 gestorben, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Situation verändere sich sehr schnell. Doch es gebe keinen Grund zur Panik.

Update vom 2. März, 11.45 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) bewertet das Coronavirus neu: Die Risikoeinschätzung wird auf „mäßig“ angehoben. Das teilte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin mit. Bisher wurde sie als „gering bis mäßig“ eingestuft. Wieler bekräftigte, die Lage sei weiterhin sehr dynamisch und müsse wirklich jeden Tag neu bewertet werden. Bis Montagfrüh registrierte das RKI bundesweit 150 nachgewiesene Fälle in zehn Bundesländern und 49 Landkreisen. 

Inzwischen werden auch erste Fälle der Infektionskrankheit in weiteren Ländern gemeldet: Indonesien bestätigt erste Coronavirus-Fälle und auch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi mit seinen mehr als 20 Millionen Einwohnern ist ein erster Fall des neuartigen Virus nachgewiesen worden.

Coronavirus-Fälle in zehn von 16 Bundesländern nachgewiesen

Update vom 2. März, 08.30 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile in zehn von 16 Bundesländer Fälle des Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 130 Infektionen waren es bis zum späten Sonntagabend nach Angaben der Behörden in den Ländern. Aus dem Saarland und den meisten neuen Bundesländern wurden bis zum Wochenende keine Coronavirus-Infektionen berichtet. Am späten Sonntagabend wurde der erste nachgewiesene Fall in Berlin bekannt. 

Für den Montag werden jedoch Ergebnisse von Mitarbeitern des Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands erwartet. Dort war ein Mann aus Nordrhein-Westfalen zu Besuch, beim dem der Erreger später nachgewiesen wurde. 

Besonders stark betroffenen ist der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es 65 bestätigte Fälle. NRW-weit sind deutlich mehr als 70 Fälle nachgewiesen. Erstmals wurde am Sonntag ein Fall bekannt, bei dem es keinen Bezug zum Kreis Heinsberg gibt. Das Virus wurde bei einem 51-Jährigen Mann nachgewiesen, der aus dem Iran zurückgekehrt war.

Coronavirus in Italien: Zahl der Toten steigt an - Norden wird abgeriegelt

+++ 22.22 Uhr: Die italienische Regierung hat wegen des Coronavirus-Ausbruchs am Sonntagabend die Absperrung von elf Gemeinden im Norden des Landes verlängert. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterschrieb ein entsprechendes Dokument. Die Verlängerung war erwartet worden.

Bei den abgeriegelten Gebieten handelt es sich um zehn Gemeinden in der Lombardei - darunter Bertonico, Casalpusterlengo, Castiglione D'Adda und Codogno - sowie Vo' in Venetien. Die insgesamt etwa 50.000 Menschen dürfen ihre Orte schon seit rund einer Woche nicht mehr verlassen. Andere dürfen diese sogenannten „roten Zonen“ nicht ohne Genehmigung betreten. Sicherheitskräfte kontrollieren die Straßen.

Coronavirus: Sprunghafter Anstieg an Infizierten und Toten in Italien

+++ 20.31 Uhr: In Italien ist die Zahl der Toten durch das neuartige Corona-Virus auf 34 gestiegen. Das teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom mit. Das sind fünf Verstorbene mehr als noch am Vortag. Inzwischen sind nach Borrellis Angaben 1694 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert. Die Gesamtsumme an Infizierten in Italien ist also innerhalb eines Tages deutlich nach oben geschnellt, am Samstag lag die Zahl noch bei 1128 Menschen. 

Trotz der weiter stark steigenden Zahlen wollen die ersten Regionen ihre wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Schulen ab Montag wieder öffnen. Die Schüler in den drei am härtesten getroffenen Regionen - in der Lombardei, der Emilia-Romagna und Venetien - sollen aber weiter zu Hause bleiben - mindestens noch eine Woche. Der Dom in Mailand sollte ebenfalls am Montag wieder für Besucher öffnen.

+++18.05 Uhr:Bundesinnenminister Horst Seehofer geht erst einmal nicht von einem schnellen Abbeben der Welle von Coronavirus-Fällen aus, die am Wochenende nahezu die gesamte Westhälfte Deutschlands erfasst hat. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagte Seehofer, er rechne damit, bis zum Jahreswechsel einen entsprechenden Impfstoff zur Verfügung zu haben.

Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland: Seehofer rechnet mit Impfstoff Ende des Jahres

Bis dahin solle das Virus mit klassischen Mitteln des Seuchenschutzes bekämpft werden. Auch die Absperrung von Regionen oder Städten schloss der Innenminister nicht aus. „Dieses Szenario wäre das letzte Mittel.“

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden bis Sonntagnachmittag bundesweit in insgesamt 129 Fällen eine Infektion bestätigt.

+++17.06 Uhr: Nachdem in anderen Ländern wie Schweiz oder Italien bereits mehrere Großveranstaltungen abgesagt worden sind, hat jetzt auch das Louvre die Pforten geschlossen. Das Museum teilte am Sonntagmittag (01.03.2020) auf den sozialen Netzwerken in einer Stellungnahme mit, dass ein Mitarbeitertreffen zum Thema Virusprävention die planmäßige Öffnung des Louvre an diesem Sonntagmorgen verhindert habe.

Die Besucher standen am Morgen also vor verschlossenen Türen, stehen aber am Nachmittag immer noch weiter an. Das Museum entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten und will die Menschen weiterhin auf dem Laufenden halten.

Coronavirus Sars-CoV-2: Louvre in Paris schließt seine Pforten

+++11.42 Uhr: Noch sprechen offizielle Stellen und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO von einer „Epidemie in einzelnen Ländern“ und nicht von einer Pandemie, auch wenn die WHO vor zwei Tagen die Gefahr einer weltweiten Pandemie vom Level „Hoch“ auf „sehr hoch“ hinaufstuft. 

Trotzdem rät die WHO, sich an Regeln zu halten, um das Risiko einer Erkrankung und einer Weiterverbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 einzudämmen:

  • regelmäßig mit Wasser und Seife die Hände waschen
  • Abstand zu Erkrankten halten (etwas 1 bis 2 Meter)
  • Husten- und Nies-Etikette (in die Armebeuge niesen und dabei Mund und Nase abdecken

Pandemie immer wahrscheinlicher: Fast alle westlichen Bundesländer melden Coronavirus-Fälle

Update vom 01.02.2020, 10.45 Uhr: Mittlerweile melden nahezu alle westdeutschen Bundesländer bestätigte Coronavirus-Fälle. Neu hinzugekommen sind Fälle in Schleswig-Holstein und Bremen

Derweil entspannt sich die Lage etwas in NRW. Dort dürfen im Kreis Heinsberg rund ein Drittel der rund 1000 Menschen, die unter häuslicher Quarantäne gestellt waren, sich wieder frei bewegen. Die Betroffenen waren im Zusammenhang mit einer Karnevalssitzung am 15.02.2020 dazu angehalten worden, eine gewisse Zeit ihre Wohnung nicht mehr zu verlassen. Sie hätten aber bisher keinerlei Symptome gezeigt, wie ein Sprecher der Kreisverwaltung Heinsberg mitteilt. 

Auch weltweit breitet sich das Coronavirus Sars-CoV-2 weiter aus. Nach einem ersten Toten in den USA, meldet nun auch Australien einen ersten Todesfall. Des Weiteren werden Infektionen aus Luxemburg gemeldet. Von einer Pandemie wird allerdings offiziell noch nicht gesprochen. 

Update vom 29. Februar 2020, 20.50 Uhr: Mönchengladbach meldet einen Coronavirus-Fall: Eine Grundschul-Lehrkraft sei mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert und befinde sich seit Donnerstag in häuslicher Quarantäne. Die Grundschule und ein dazugehöriger Teilstandort bleiben bis zum 15. März geschlossen. Die rund 70 Schüler der dritten Klassen, alle 30 Lehrer und das übrige Schulpersonal sollen in häuslicher Quarantäne bleiben. Geschwisterkinder und Eltern der betroffenen Schüler können jedoch die Häuser verlassen.

Update vom 29. Februar 2020, 19.30 Uhr: In den USA gibt es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Die Gesundheitsbehörde im US-Bundesstaat Washington hat den Tod einer mit dem Coronavirus infizierten Person bestätigt.

Coronavirus-Infektion in Bremen, mehr als 1000 Infizierte in Italien

Update vom 29. Februar 2020, 19.15 Uhr: Auch in Bremen gibt es jetzt den ersten bestätigten Fall einer Coronavirus-Infektion. Infiziert sei eine Frau, die sich bis Donnerstag im Iran aufgehalten habe, so der Bremer Senat. Die Patientin sei in einer Klinik und zeige nur leichte Symptome. Nun sollen Kontaktpersonen ermittelt und erforderliche Maßnahmen getroffen werden.

Unterdessen übersteigt die Zahl der Infizierten in Italien die Marke von 1000 Fällen. Insgesamt sind derzeit nach offiziellen Angaben 1128 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, 29 Menschen sind daran gestorben. Innerhalb eines Tages seien alleine acht Menschen gestorben, so der Zivilschutzchef Angelo Borrelli. 50 Patienten seien inzwischen wieder gesund.

Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland: Neue Fälle in Bayern und Baden-Württemberg

Update vom 29. Februar 2020, 18.23 Uhr: Es gibt weitere bestätigte Coronavirus-Fälle in Deutschland. In Baden-Württemberg handelt es sich um eine 42-Jährige, die Kontakt zu einem bereits bestätigten Fall aus Freiburg hatte. Die Betroffene befindet sich nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums in „häuslicher Isolation“ im Landkreis Emmendingen. Damit gibt es in Baden-Württemberg 15 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.

In Bayern wurden am Samstag bis zum späten Nachmittag drei neue Fälle aus Oberbayern bestätigt. Weitere Einzelheiten sollen am Sonntag mitgeteilt werden. In Bayern gibt es damit derzeit vier bestätigte Fälle.

Update vom 29. Februar 2020, 17.15 Uhr: Vor den Gottesdiensten am Sonntag rufen die Kirchen in Deutschland die Gläubigen zu erhöhter Vorsicht wegen des Coronavirus SARS-CoV-2 auf. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) empfiehlt, beim Abendmahl nicht aus ein und demselben Kelch zu trinken. „Es ist möglich, bei der Austeilung vorübergehend Einzelkelche zu verwenden“, erklärt eine Sprecherin. In Zeiten großer Ansteckungsgefahr könne auch „nur das Brot zu sich genommen werden“. Die katholische Kirche hat ähnliche Maßnahmen empfohlen. Auch bei der Nutzung des Weihwasserbeckens soll Rückhaltung geübt werden, hieß es bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die Hostien sollen sich die Gläubigen auf die Hand und nicht in den Mund legen lassen.

WHO: Coronavirus SARS-CoV-2 in rund 50 Ländern ausgebrochen

Update vom 29. Februar 2020, 16.00 Uhr: Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund 50 Ländern ausgebrochen. Der Anstieg in den vergangenen Tagen sei „eindeutig besorgniserregend“, so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Besonders der Anstieg der Infizierten-Zahl in Südkorea auf 813 ist besorgniserregend. In den USA wird mit Beunruhigung beobachtet, dass es mittlerweile vier Fälle gibt, bei denen die Infektionskette nicht nachvollzogen werden kann. US-Präsident Donald Trump sprach unterdessen auf einer Wahlkampfveranstaltung über das Coronavirus von einem „neuen Hoax“ der Demokraten*.

Update vom 29. Februar 2020, 15.41 Uhr: Nun hat das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 die Millionenstadt Köln erreicht. Das Virus sei am Samstag bei einer Frau nachgewiesen worden, die im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert habe, teilte die Stadt mit. Sie habe dieselbe Karnevalsveranstaltung in Gangelt besucht wie der 47-Jährige, der als Erstinfizierter in NRW gilt. Die Kölnerin werde im isolierten Bereich eines Krankenhauses behandelt. Sie zeige aber nur vergleichsweise leichte Symptome, sagte eine Sprecherin.

Coronavirus in Deutschland: Vier Kita-Kinder in NRW infiziert

Update vom 29. Februar 2020, 13.20 Uhr: Bei vier Kindern in Nordrhein-Westfalen ist eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Sie gehen in die Kita im Kreis Heinsberg, in der eine an Covid-19 erkrankte Frau als Erzieherin arbeitet. Das teilte der Kreis Heinsberg am Samstag mit. Allen vier Betroffenen gehe es gut.

Update vom 29. Februar 2020, 10.30 Uhr: Der Mitarbeiter einer Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) in einer Bonner Grundschule ist mit demCoronavirus infiziert. Das meldete die Stadt Bonn am Samstag. In der Nacht habe man von dem Testergebnis erfahren und rufe jetzt alle Eltern an mit der Bitte, die Kinder zunächst zuhause zu lassen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Mann habe in Gangelt im Kreis Heinsberg Karneval gefeiert. 

Coronavirus-Fälle in NRW mit Bezug zu Heinsberg

Bisher haben alle nun fast 40 Infektionsfälle in NRW einen Bezug zum Kreis Heinsberg, wo auch der 47-Jährige feierte, der als Erstinfizierter in NRW gilt und weiter in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Update vom 29. Februar 2020, 09.15 Uhr: Weltweit werden wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus immer mehr Veranstaltungen gestrichen. Die US-Regierung sagte ein für den 14. März geplantes Gipfeltreffen mit den Staaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) in Las Vegas ab. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) strich ihr Jahres-Symposium vom 17. bis 19. März in der Schweiz. Die große US-Fluggesellschaft United Airlines verschob ihren für Donnerstag geplanten Investorentag. Kurz zuvor war die weltgrößte Reisemesse ITB Berlin vom 4. bis 8. März abgesagt worden.

Update vom 29. Februar 2020, 06.30 Uhr: In Hessen und aus Baden-Württemberg wurden neue Infektionsfälle gemeldet. Die hessische Landesregierung teilte mit, dass eine 1996 geborene Frau aus dem Landkreis Gießen am Coronavirus erkrankt sei. Sie zeige derzeit „milde Krankheitszeichen“, ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Der Fall stehe in Zusammenhang mit einem Infektionsfall in NRW. 

Neue Coronavirus-Fälle in Hessen und Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg wurde ein weiterer Fall im Landkreis Göppingen bestätigt. Es handele sich um einen Mann, der als Kontaktperson eines infizierten Patienten bereits häuslich abgesondert gewesen sei, teilte das Sozialministerium mit.

Im besonders betroffenen Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich die Zahl der Infizierten nach Behördenangaben um zwei weitere Fälle auf 37. In dem Landkreis befinden sich rund tausend Menschen unter Quarantäne.

Coronavirus SARS-CoV-2: Südkorea verzeichnet sprunghaften Anstieg an Neuinfektionen

Derweil verzeichnet Südkorea den höchsten Anstieg an Neuinfektionen. Es seien innerhalb eines Tages 594 neue Fälle registriert worden, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde am Samstag mit. Insgesamt sind den Angaben zufolge in Südkorea damit fast 3000 Infektionsfälle bestätigt. Das sind weltweit mit Abstand die meisten Fälle außerhalb Chinas.

In China starben innerhalb eines Tages weitere 47 Menschen an der neuartigen Lungenkrankheit, damit gibt es in der Volksrepublik nun schon 2835 Todesfälle.

Update vom 28. Februar 2020, 21.45 Uhr: In Hessen ist jetzt ein zweiter Fall von Coronavirus offiziell bestätigt worden. Bei einem 29-Jährigen aus dem Hochtaunuskreis bei Frankfurt ist der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Coronavirus-Fall im Lahn-Dill-Kreis, der am späten Donnerstagabend bekannt wurde. Aktuell weist der Mann laut Sozialministerium milde Krankheitszeichen auf und wird häuslich isoliert.  

Update vom 28. Februar 2020, 21 Uhr: Das Coronavirus breitet sich aus. In Hessen ist eine zweite Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Betroffen ist ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis. Das teilte das Sozialministerium mit.

Coronavirus SARS-CoV-2: Forscher sicher, dass sich das Virus dauerhaft in Deutschland einnisten wird

Update vom 28. Februar 2020, 20.18 Uhr: Das neue Coronavirus wird sich nach Einschätzung mehrerer Experten dauerhaft in Deutschland einnisten: „In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es, den Übergang zu managen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der „Passauer Neuen Presse“. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

In Italien kursierte das Coronavirus möglicherweise schon „wochenlang unbemerkt“ bevor Forscher die ersten Fälle nachweisen konnten. Möglicherweise sei der Erreger schon seit Mitte Januar im Land, und offenbar sei er seitdem mutiert, sagte der Leiter des Biomedizinischen Forschungsinstituts, Massimo Galli. Dass der Erreger inzwischen mutiert ist, sei keine „unglaubliche Entdeckung“, sagte Galli. Das Virus verändere sich von Person zu Person. Doch helfe diese Entdeckung, die „Dynamik der Epidemie“ besser zu verstehen: Warum beispielsweise Italien besonders viele Infektionsfälle aufweise oder welche Unterschiede der Erreger dort zum Coronavirus in China aufweise. In Italien gibt es inzwischen 21 Tote, 888 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Coronavirus SARS-CoV-2: ITB in Berlin und Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 19.28 Uhr: Wegen des Coronavirus haben die Organisatoren der weltgrößten Reisemesse ITB Berlin die Veranstaltung abgesagt. Das sagte ein Messesprecher. Die Messe sollte vom 4. bis 8. März in der Hauptstadt die Tore öffnen. Sie war bereits ausverkauft. Zuletzt hatte auch die Schweiz alle Großveranstaltungen abgesagt. Dazu zählen auch der Genfer Autosalon und die Basler Fasnacht.

Der Krisenstab der Bundesregierung berät über weitere Vorkehrungen gegen das Coronavirus. Nach aktuellen Informationen dauerte die Sitzung in Berlin am frühen Freitagabend zunächst noch an. Unter anderem sollen Kriterien zum Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen erarbeitet werden, wie es vorab hieß.

Update vom 28. Februar 2020, 17.52 Uhr: In Deutschland werden sich nach Ansicht eines Experten viele Menschen mit dem neuen Coronavirus anstecken. „Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit“, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Freitag. „Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger.“ Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. „Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen.“

Coronavirus SARS-CoV-2: Deutschland hervorragend vorbereitet

Deutschland sei hervorragend auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. „Wenn das ganze Pandemiegeschehen, bevor das Virus zu einem landläufigen Erkältungsvirus wird und nicht mehr weiter auffällt, sich so in zwei Jahren abspielt, da können wir damit umgehen“, sagte Drosten. „Wenn es ein Jahr ist, wird es deutlich schwerer, weil wir dann in derselben Zeit deutlich mehr Fälle haben.“ Er mahnte dennoch: Die benötigte Zahl der Therapiebetten auf den Intensivstationen könne man schwer vorhersagen, aber, „wenn wir jetzt nichts tun, dann werden die vielleicht nicht ausreichen“.

Update vom 28. Februar 2020, 17.34 Uhr: Eine der Coronavirus-Patientinnen in den USA hat tagelang einen Test auf das Virus verweigert. Erst nach fünf Tagen habe die Frau einer Untersuchung zugestimmt, teilte der Abgeordnete Ami Bera im US-Kongress mit.

Wie Bera bei einer Kongressanhörung sagte, war die Frau am Mittwoch vergangener Woche ins Davis Medical Center der Universität von Kalifornien eingeliefert und dort an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden. Ärzte hätten die Patientin umgehend darum gebeten, eine Probe für einen Coronavirus-Test bei den Gesundheitsbehörden einreichen zu dürfen. Die Frau habe dies abgelehnt, weil sie nicht in eines der betroffenen Länder gereist war.

Darum sei der Test dann erst am Sonntag erfolgt, nachdem sich der Zustand der Frau deutlich verschlechtert habe, berichtete Bera. Die Ärzte mussten den Test demnach mit „Nachdruck“ einfordern und „starken Druck“ auf die Patientin ausüben.

Coronavirus SARS-CoV-2: Ergebnis lag erst Tage später vor

Das positive Testergebnis lag nach Angaben des Abgeordneten erst nach drei Tagen vor. Am Mittwoch hatte die US-Gesundheitsbehörde CDC den Fall dann bekannt gegeben. Es handelt sich demnach um den ersten Coronavirus-Fall in den USA, bei dem der Ansteckungsweg bislang nicht geklärt werden konnte.

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von „hoch“ auf „sehr hoch“ gesetzt. Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. „Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen“, sagte er. „Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität.“

Die meisten Fälle seien bislang zu anderen Infizierten oder Regionen mit vielen Fällen zurückzuverfolgen. „Wir haben noch keine Hinweise, dass sich das Virus frei in der Bevölkerung überträgt“, sagte er. Tedros wiederholte die Ratschläge der Gesundheitsdienste: unter anderem, dass sich alle Menschen stets gründlich die Hände waschen, sich über vertrauenswürdige Quellen informieren, sich im Fall von Unwohlsein von anderen fernhalten und Menschen, mit denen sie in Kontakt waren, informieren.

Nach seinen Angaben sind etwa 20 Impfstoffe in der Entwicklung, zudem würden einige Medikamente getestet. Erste Ergebnisse gebe es in den kommenden Wochen. Das neuartige Sars-CoV-2-Virus kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Coronavirus SARS-CoV-2: Schon 35 Infizierte im Landkreis Heinsberg in NRW

Update vom 28. Februar 2020, 16.44 Uhr: Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigen Coronavirusfälle auf 35 gestiegen. Das sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) am Freitag in Heinsberg. Bis auf ein Ehepaar, das stationär im Krankenhaus behandelt werde, seien die anderen Krankheitsverläufe mild. Die Infizierten stünden zu Hause unter Quarantäne.

Insgesamt befinden sich dem Landrat zufolge derzeit rund tausend Menschen im Landkreis in Quarantäne. Die sogenannte Person null, der Ursprung der Ansteckungsketten im Landkreis, sei nach wie vor nicht bekannt, sagte Pusch.

Angesichts der vielen Querverbindungen zwischen den Menschen und den möglichen Infektionsquellen sei es aber kaum möglich, alle Kontaktpersonen zu ermitteln. "Das stößt an Grenzen", sagte Pusch. Der Fokus liege darauf sicherzustellen, dass tatsächlich Erkrankte schnellstmöglich vom Hausarzt untersucht würden und über das weitere Verfahren entschieden werde.

Coronavirus: Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht keinen Grund für Absage der ITB 

Update vom 28. Februar 2020, 16.36 Uhr: Der Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sieht einem Bericht des RBB zufolge keinen Grund für eine Absage der Tourismusmesse ITB wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Nach Prüfungen seines Gesundheitsamtes, das im Austausch mit dem Robert-Koch-Institut stehe, gebe es derzeit keinen Grund, die ITB abzusagen, sagte Gesundheitsstadtrat Detlef Wagner (CDU) am Freitag der RBB-"Abendschau".

Wagner begründet dies unter anderem mit der Tatsache, dass es in Berlin nach wie vor keinen bestätigten Coronavirus-Fall gibt. Die Auflagen für die Messe würden laufend angepasst. So müsse die Messe sicherstellen, dass keine Teilnehmer aus Risikogebieten anreisen. Dazu müssten alle Aussteller, aber auch die Fachbesucher, schriftliche Erklärungen abgeben.

Coronavirus SARS-CoV-2: 1500 Mitarbeiter einer Düsseldorfer Firma sollen zuhause bleibe

Update vom 28. Februar 2020, 15.50 Uhr: Nachdem bei einem Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen 1500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zuhause bleiben. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus Konsequenzen gezogen. „Wir haben alle Mitarbeiter der betreffenden Niederlassung darüber informiert und sie aufgefordert, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben“, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Betroffen sind rund 1400 Mitarbeiter von Ernst & Young in Düsseldorf und weitere 110 Beschäftigte der Niederlassung in Essen, wo der Mann ebenfalls gelegentlich gearbeitet habe. Laut Ernst & Young hatte der Mitarbeiter keinen Kontakt mit Mandanten. Ein eingeschränkter Betrieb könne durch Arbeiten im Home-Office aufrechterhalten werden, betonte der Sprecher.

Coronoavirus SARS-CoV-2: Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen

Update vom 28. Februar 2020, 15.33 Uhr: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 vor. Für eine isolierte Unterbringung von Soldaten, bei denen der Verdacht einer Infektion bestehe, stünden dann mehr als 1200 Plätze bereit, teilte der Sanitätsdienst am Freitag mit. Bisher sei ein Soldat infiziert.

Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser seien darauf vorbereitet, mit Sars-CoV-2 infizierte Patienten nach gültigen Richtlinien in Einzelisolierung behandeln zu können. Zusätzlich stelle jedes der Bundeswehrkrankenhäuser Plätze für intensivpflichtige Covid-19-Erkrankte bereit, hieß es weiter.

„Wir stehen vor folgenden Herausforderungen: Es muss offen, ehrlich, zentral und verständlich über das Virus informiert werden. Das ist die entscheidende Grundlage dafür, dass gerade jetzt im Winter nicht jeder eigene Husten oder die laufende Nase in der Familie zu Angst und Unsicherheit führt“, erklärte Oberstarzt Thomas Harbaum, für die Präventivmedizin in der Bundeswehr zuständig. „Gleichzeitig gilt es, unsere Vorbereitungen auf eine Epidemie jetzt zu nutzen und alle Maßnahmen umzusetzen, die einer Ausbreitung im Inland und in unseren Einsatzgebieten so weit wie möglich vorbeugen.“

Das Sanitätswesen der Bundeswehr ist zunächst für die Versorgung der rund 184 000 Soldaten zuständig. Wenn zivile Stellen Unterstützung anfordern, wird das im Einzelfall geprüft.

Coronavirus SARS-CoV-2: In Bayern werden täglich 1200 Proben getestet

Update vom 28. Februar 2020, 14.02 Uhr: Allein in Bayern werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit täglich 1200 Proben auf das neuartige Coronavirus untersucht. „Das wird schon noch mehr werden“, sagte LGL-Leiter Andreas Zapf am Freitag in München nach einer Sitzung mit Mitgliedern des Kabinetts. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht, noch seien nicht alle Einrichtungen in Bayern damit befasst.

Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen, so einzelne Händler.

Coronavirus: 35 in Quarantäne wegen infiziertem Klinikarzt in Mönchengladbach

Update vom 28. Februar 2020, 13.25 Uhr: Wegen des mit dem Coronavirus infizierten Arztes an einer Klinik in Mönchengladbach stehen nun etwa 35 Menschen unter Quarantäne. Der Mann habe Kontakt zu 15 Patienten und 20 Mitarbeitern der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach gehabt, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Sie seien bislang ohne Symptome. Eine Patientin mit Symptomen sei negativ auf das Virus getestet worden.

Der Klinikarzt war am Rosenmontag in Mönchengladbach im Dienst. Er befindet sich ebenfalls in Quarantäne und sei angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben. Der Arzt wohnt im Kreis Heinsberg und soll auf einer Karnevalssitzung in Gangelt Kontakt zu einem infizierten Ehepaar gehabt haben.

Coronavirus: Krisenstab informiert Kanzlerin über Lage - Plan für Großveranstaltungen wird erarbeitet

Update vom 28. Februar 2020, 13.04 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Bei den Beratungen des Krisenstabs sollte es am Freitagnachmittag laut Gesundheitsministerium darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. „Eine Empfehlung wird es nicht geben“, sagte eine Sprecherin. „Die Entscheidung bleibt vor Ort.“ Dies gelte etwa auch für die Internationale Tourismusbörse (ITB), die in der kommenden Woche in Berlin ansteht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) über die Lage und lässt sich weiter unterrichten, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Oberstes Ziel sei, die Virus-Ausbreitung einzudämmen sowie die Versorgung infizierter Menschen und die Informationen der Bürger sicherzustellen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Kontakt mit Ländern, Kommunen und EU-Partnern.

Coronavirus SARS-CoV-2: Genfer Autosalon abgesagt

Update vom 28. Februar 2020, 12.03 Uhr: Angesichts der Coronavirus-Epidemie ist der Genfer Autosalon abgesagt worden. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse entfalle in diesem Jahr, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Eröffnung des Autosalons war für kommenden Donnerstag vorgesehen.

Die Entscheidung wurde von Antonio Hodgers, Regierungschef des Kantons Genf, im Kurzbotschaftendienst Twitter verkündet. Zuvor hatte die Schweizer Regierung Großveranstaltungen untersagt.

Coronavirus SARS-CoV-2: Zwei neue Infizierte in Baden-Württemberg

Update vom 28. Februar 2020, 11.35 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten in Baden-Württemberg ist auf zehn gestiegen. Wie das Sozialministerium in Stuttgart am Freitag mitteilte, wurden zwei Männer im Landkreis Ludwigsburg und im Rhein-Neckar-Kreis positiv auf den Erreger getestet. Derzeit steigt die Zahl der Infizierten in Deutschland. Mehrere Bundesländer meldeten neue Fälle, die Gesamtzahl erhöhte sich bis Freitag auf mehr als 50.

Der Betroffene aus dem Rhein-Neckar-Kreis war bis vor wenigen Tagen im Skiurlaub im italienischen Südtirol und begab sich nach Angaben des Ministeriums am Donnerstag mit "leichten Symptomen" in die Universitätsklinik in Heidelberg. Dort wurde er getestet und kam in Quarantäne.

Der Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg wurde demnach durch die neu eingeführten Verdachtsuntersuchungen im Rahmen von Tests auf die normale Grippe erkannt. Derzeit werden die Proben von Patienten mit entsprechenden Symptomen, bei denen keine Influenza-Ansteckung nachweisbar ist, zusätzlich auf das Coronavirus untersucht. Weitere Informationen zu diesem Fall gab es zunächst nicht.

Coronavirus: Schweiz verbietet alle Sport-Großveranstaltungen bis Mitte März

Update vom 28. Februar 2020, 10.55 Uhr: In der Schweiz sind wegen der Coronavirus-Epidemie bis zum 15. März auch alle Sport-Großveranstaltungen verboten worden. Spiele mit mehr als 1000 Zuschauern dürfen auf Anweisung des Bundesrats in diesem Zeitraum nicht mehr stattfinden. Möglich bleiben demnach aber Geisterspiele ohne Fans oder Partien mit geringeren Zuschauerzahlen. Alternativ müssten die geplanten Spiele verschoben oder abgesagt werden.

Betroffen sind davon vor allem Fußballspiele und Partien der höchsten Eishockey-Ligen. Auch der nächste Auftritt des FC Basel in der Europa League könnte gefährdet sein, sofern der Club am 12. März ein Heimspiel im Achtelfinale zugelost bekäme. Im Eishockey stehen in der Schweizer National League vom 7. März an die Meisterschafts-Playoffs an. Im Mai findet in der Schweiz die Eishockey-WM statt.

In der Schweiz waren bis Freitag 15 Menschen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Mehr als 100 Menschen befanden sich aktuell in Quarantäne.

Coronavirus: Robert Koch-Institut relativiert Sterblichkeitsrate - Vergleichbar mit starker Grippewelle

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts, Prof. Dr. Lars Schaade, ordnete die gestrige Aussage zur höheren Sterblichkeitsrate* des Coronavirus im Vergleich zur Influenza nochmals ein. Laut den aktuellen offiziellen Zahlen läge diese bei zwei bis drei Prozent. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Zahlen aus China nicht ganz korrekt seien, da wahrscheinlich nicht alle Infizierten erfasst werden.

Womöglich gebe es hier also eine Untererfassung der Infizierten. Außerdem seien auch noch nicht alle erfassten Patienten genesen. Deshalb sind die Zahlen unsicher. Gehe man von einer Dunkelziffer mit dem Faktor zehn aus, könnte die Sterblichkeitsrate in einem Bereich von 0,3 Prozent liegen. Das wäre vergleichbar mit einer starken Grippewelle. Seiner Einschätzung nach sei die Coronavirus-Epidemie mit einer starken bis sehr starken Grippewelle zu vergleichen. 

Coronavirus SARS-CoV-2: Aktueller Stand in Deutschland

Update vom 28. Februar 2020, 10.05 Uhr: Das Coronavirus breitet sich auch in Deutschland immer weiter aus. Laut aktuellem Stand (Freitag, 28. Februar 2020, 10.05 Uhr) sind 32 Personen in der Bundesrepublik infiziert. 14 ehemalige Infizierte (alle in Bayern) sind wieder geheilt. Die Infizierten verteilen sich wie folgt:

  • 20 infizierte Personen in Nordrhein-Westfalen
  • 8 infizierte Personen in Baden-Württemberg
  • 1 infizierte Person in Rheinland-Pfalz
  • 1 infizierte Person in Hessen
  • 1 infizierte Person in Hamburg
  • 1 infizierte Person in Bayern
  • Neue Länder melden erste Coronavirus-Fälle

    Update vom 28. Februar 2020, 09.23 Uhr: Das Coronavirus hat sich in weitere Staaten weltweit ausgebreitet. Litauen, Weißrussland und Neuseeland meldeten am Freitag erste Infektionsfälle. In Litauen ist nach Angaben der Regierung eine 39-jährige Frau erkrankt, die kürzlich in Verona in Norditalien war. Sie hat den Angaben zufolge nur leichte Symptome und wurde in einem Krankenhaus in der Stadt Siauliai im Norden Litauens isoliert. Ihre Angehörigen stehen demnach unter Beobachtung.

    In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet, der vergangene Woche über Aserbaidschan eingereist war. Sein Gesundheitszustand sei „zufriedenstellend“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Menschen, mit denen der Student seit seiner Einreise am vergangenen Samstag Kontakt hatte, wurden in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Minsk unter Quarantäne gestellt.

    Auch Neuseeland meldete am Freitag einen ersten Coronavirus-Fall. Es handele sich um eine Person, die kürzlich aus dem Iran zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium mit. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine etwa 60 Jahre alte Neuseeländerin. Sie wird nach offiziellen Angaben in einem Krankenhaus in Auckland behandelt, ihr Gesundheitszustand habe sich bereits gebessert.

    Hautarzt aus Bayern wohl mit Coronavirus infiziert

    Update vom 28. Februar 2020, 09.15 Uhr: Bei dem neuen Coronavirus-Fall in Bayern handelt es sich nach einem Bericht der „Erlanger Nachrichten“ (Freitag) um einen Hautarzt. Der Mediziner arbeite an der Erlanger Hautklinik und habe sich auf einem Kongress in München bei einem italienischen Kollegen angesteckt, berichtete die Zeitung weiter. Zahlreiche Menschen, die seitdem mit ihm in Kontakt standen, stehen den Angaben zufolge nun unter Quarantäne.

    Aus dem Gesundheitsministerium in München gab es dazu zunächst keine Angaben. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) und Kollegen wollen am Freitagnachmittag nach einem Treffen der Staatsregierung unter anderem mit dem Präsidenten des Robert Koch-Institutes (RKI), Lothar Wieler, informieren.

    Coronavirus breitet sich weiter aus – Experte warnt vor Panik

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Auch in Deutschland breitet sich das Coronavirus immer weiter aus. Am späten Donnerstagabend wurden die ersten Fälle in Norddeutschland und in Hessen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf mehr als 30.

    Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Fallzahl in Deutschland noch stark ansteigen wird. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im Jahr 2021 mit einem Impfstoff - warnt aber vor Panik. An diesem Freitag berät der Krisenstab der Bundesregierung über weitere Vorkehrungen gegen das neue Virus Sars-CoV-2.

    Auch ein Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich infiziert. Das teilten die Klinik und die Behörde für Gesundheit mit. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne. Auch andere Mitarbeiter gehen in eine häusliche Isolation. Es war die erste nachgewiesene Infektion mit Sars-CoV-2 in Hamburg.

    Experte: Man müsse sich auf Leben mit Covid-19 in Zukunft einstellen

    Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag), die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. In ein paar Jahren werde man mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heiße und gegen die man impfen könne. „Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang.“

    Auch im am stärksten betroffenen europäischen Land Italien steigt die Zahl der Infizierten weiter. Mittlerweile seien 650 Menschen positiv getestet worden, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli. Dutzende seien aber wieder genesen. Die Zahl der Toten liegt bei 17. In den Niederlanden wurde erstmals eine Infektion bestätigt. In Frankreich stieg die Zahl der Infizierten von 18 auf 38.

    Unterdessen hat sich im TV-Talk von Maybrit Illner der bekannte Virologe Christian Drosten zu Wort gemeldet. Er prophezeit, dass Deutschland eines der Länder mit den höchsten Fallzahlen in Europa werden wird. Er sprach davon, dass sich 60 bis 70 Prozent der Deutschen infizieren könnten.

    Coronavirus: 14 neue Fälle in NRW bestätigt, vier in Baden-Württemberg – etwa 1000 Menschen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 21.24 Uhr: Nach Schätzungen des Kreises Heinsberg stehen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus aktuell etwa 1000 Menschen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne. „Das ist eine rein statistische Rechnung“, sagte ein Sprecher des Kreises. Bei der im Fokus stehenden Karnevalsveranstaltung „Kappensitzung“ im Ortsteil Langbroich-Harzelt von Gangelt am 15. Februar könnte es etwa 400 Kontaktpersonen gegeben haben. Für deren Partner und gegebenenfalls Kinder könnte rein rechnerisch der Faktor 2,5 angesetzt werden. Damit kommt man auf die Zahl 1000.

    Unterdessen haben sich auch in Baden-Württemberg vier weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf acht. Bei drei der neuen Fälle handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise der Stadt Freiburg. Sie hatten an einem Business-Meeting in München teilgenommen und gehören laut Robert Koch-Institut zu 13 Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers, der in Italien positiv getestet worden war. Die drei Patienten sind in einer Klinik.

    Coronavirus in NRW: Karnevalssitzung könnte fatale Folgen haben

    Der vierte Infizierte stammt aus dem Landkreis Böblingen. Der Mann ist eine Kontaktperson der infizierten Reisebegleiterin des 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen, der sich in Italien angesteckt hatte und dessen Fall am Dienstagabend bekanntgeworden war.

    Update vom 27. Februar 2020, 19.48 Uhr: In Nordrhein-Westfalen stehen weiter hunderte Menschen unter Quarantäne. Alle bisher in dem Bundesland festgestellten Infektionen mit dem Coronavirus stammen aus dem Kreis Heinsberg.

    Alle 14 positiv Getesteten seien in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen worden, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig sei, hieß es von den Behörden. Die Betroffenen wohnen vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, eine Person lebe in der Städteregion Aachen.

    Insgesamt stehen in NRW rund 400 Menschen unter häuslicher Quarantäne, darunter sind 300 Menschen, die in Gangelt eine Karnevalssitzung besucht hatten. Alle bekannten Infizierten hatten nach Erkenntnissen der Behörden Kontakt mit einem Ehepaar aus Gangelt, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird. Der Zustand des 47-jährigen Ehemanns sei ernst.

    „Patient Null“, der den Ausbruch in NRW verursacht hat, ist nach Behördenangaben weiter unbekannt.

    Coronavirus SARS-CoV-2: 20 Infektionen in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen

    Update vom 27. Februar 2020, 19.21 Uhr: In Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf jetzt 20 erhöht. Am Abend teilten der Kreis Heinsberg und das NRW-Gesundheitsministerium mit, dass sich 14 weitere Personen nachweislich mit dem neuartigen Virus infiziert hätten.

    Update vom 27. Februar 2020, 18.05 Uhr: Sicherheit geht vor Glaubensritus: Im Kölner Dom bleiben ab Freitagmorgen die Weihwasserbecken leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. „Außerdem rufen wir beim Friedensgruß innerhalb eines Gottesdienstes die Gläubigen aktuell nicht dazu auf, einander die Hände zu reichen“, teilte Dompropst Gerd Bachner mit. „Der Friedensgruß kann sehr gut durch ein freundliches Lächeln oder Zunicken erfolgen.“ Auch eine Mundkommunion wird es bis auf weiteres nicht mehr geben. Stattdessen wird die Hostie den Gläubigen nur noch in die Hand gelegt. Den Kölner Dom besuchen täglich 20.000 Menschen aus aller Welt.

    Update vom 27. Februar 2020, 17.17 Uhr: Der letzte Coronavirus-Patient in Bayern ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Einzelheiten zu der Person teilte das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag wegen des Persönlichkeitsschutzes nicht mit. Im Freistaat gab es 14 positiv getestete Covid-19-Patienten. Alle standen im Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf. Dort war im Januar eine Mitarbeiterin aus China zu Besuch, die das Virus in sich trug. Kollegen und teils deren Angehörige infizierten sich. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab es in Bayern bis Donnerstagnachmittag (15.00 Uhr) keine weiteren Fälle.

    Coronavirus: Bahn erstattet Fahrpreis bei virusbedingtem Veranstaltungsausfall

    Update vom 27. Februar 2020, 16.48 Uhr: Fahrgäste der Deutschen Bahn können sich in bestimmten Fällen den Fahrpreis kostenfrei erstatten lassen, wenn ihr Reiseanlass aufgrund des neuartigen Coronavirus entfällt. Das gelte für den Fernverkehr beispielsweise, wenn eine Messe, ein Konzert oder ein Sportereignis wegen des Virus offiziell abgesagt werde, wie die Bahn am Donnerstag mitteilte. Diese Kulanz gilt auch, wenn ein gebuchtes Hotel am Zielort unter Quarantäne steht sowie für Reisen in die betroffenen Gebiete in Italien.

    Das Bundesunternehmen betonte, es sei auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet. Derzeit gebe es für die Kunden keine Einschränkungen.

    Sollten die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der Bereich gesperrt und nach der Fahrt gereinigt und desinfiziert. Fahrgäste würden dann aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, damit die Behörden sie bei Bedarf erreichen können. Dafür werde auch eine Hotline eingerichtet.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Weiterer Fall in Rheinland-Pfalz

    Update vom 27. Februar 2020, 16.29 Uhr: Bei einem Patienten in Kaiserslautern ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Der etwas über 30 Jahre alte Mann sei mit Symptomen am Donnerstag selbst in das Westpfalz-Klinikum gekommen. Er sei bis vor kurzem im Iran gewesen und habe dort Kontakt mit einer „symptomatisch auffälligen Person“ gehabt, sagte die Ministerin.

    Coronavirus: Vier Kinobesucher aus Baden-Württemberg müssen in Quarantäne

    Update vom 27. Februar 2020, 16.11 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm müssen mehrere Sitznachbarn des Mannes in Quarantäne. Die vier Kinobesucher dürfen nach Anordnung des Gesundheitsamtes vorläufig ihre Wohnung nicht mehr verlassen, teilte das Landratsamt in Neu-Ulm am Donnerstag mit. Die Behörde geht davon aus, dass insgesamt acht Kinobesucher, die in unmittelbarer Nähe des erkrankten 25-Jährigen saßen, gefährdet sind. Nach den anderen vier Betroffenen wird noch gesucht.

    Update vom 27. Februar 2020, 15.48 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Epidemie in Italien ist auf 14 gestiegen. Seit Mittwoch seien zwei weitere Infizierte gestorben, teilte der italienische Zivilschutz am Donnerstag mit. Die Zahl der Infektionen stieg unterdessen weiter stark an. Nach 400 Fällen am Mittwochabend gibt es nun 528 registrierte Fälle.

    Bundesregierung zahlt 50 Millionen Euro an die WHO zur Coronabekämpfung

    Update vom 27. Februar 2020, 15.28 Uhr: Zur Bekämpfung des Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro zusätzlich an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlen. Darüber informierte das Finanzministerium nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag den Haushaltsausschuss des Bundestags.

    Zusätzliche Maßnahmen zur Stützung und Ertüchtigung von Gesundheitssystemen seien dringend erforderlich, vor allem in weniger entwickelten Ländern. Würden jetzt keine umfassenden Maßnahmen ergriffen, könne sich der Erreger weit verbreiten, die globale öffentliche Gesundheit gefährden und das öffentliche Leben beeinträchtigen.

    Die WHO rechnet laut Finanzministerium mit einem Bedarf von 675 Millionen Dollar bis Ende April. Bisher sei nur ein Bruchteil davon durch die internationale Gemeinschaft zur Verfügung gestellt worden.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Vorerst keine Einschränkungen bei Sportveranstaltungen

    Update vom 27. Februar 2020, 15.13 Uhr: Die Bundesregierung hält im Moment keine generellen Einschränkungen bei Sportveranstaltungen wie der Fußball-Bundesliga wegen des Coronavirus für nötig. Bundesinnen- und -sportminister Horst Seehofer (CSU) sagte, bei der Bewertung von Großveranstaltungen sei entscheidend, ob sich dort „besonders viele Menschen tummeln aus Krisengebieten, aus belasteten Ländern“. „Das muss man anders beurteilen, als wenn der FC Ingolstadt gegen Unterhaching spielt“, meinte Seehofer.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Ein Kreisligaspiel in Heinsberg ist anders zu bewerten im Moment als ein Kreisligaspiel in Schleswig-Holstein.“ Nach dem Auftreten des Virus im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg sind dort mehrere hundert Menschen unter häusliche Quarantäne gestellt. Der Krisenstab von Gesundheits- und Innenressort will sich an diesem Freitag mit dem Umgang mit Großveranstaltungen befassen, wie Seehofer mitteilte.

    Fünf Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Japan riet Seehofer angesichts von Sorgen vor einer Absage zum Abwarten: „Aus meiner Sicht besteht jetzt als Sportminister noch kein Entscheidungsbedarf.“

    Coronavirus erreicht österreichische Hauptstadt Wien - Zwei Männer erkrankt

    Update vom 27. Februar 2020, 15.01 Uhr: Das Coronavirus hat auch Wien erreicht: Bei zwei Männern sei der Erreger nachgewiesen worden, gaben die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Österreichs Hauptstadt bekannt. Der 72-Jährige, bei dem die Infektion zuerst bestätigt wurde, lag bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen im Krankenhaus, wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Gesundheitsstadtrat berichtete. Die Suche nach den Kontaktpersonen des Patienten läuft demnach auf Hochtouren.

    Der 72-jährige Patient sei nach zehn Tagen im Krankenhaus Rudolfstiftung am Donnerstag in das Kaiser-Franz-Josef-Krankenhaus verlegt worden. Dort sei bei einem Routinetest die Coronavirus-Infektion festgestellt worden, berichtete APA. Drei Krankenhausabteilungen seien in der Folge gesperrt, die Krankenhausmitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt worden.

    Coronavirus: Gesundheitsdienst der Stadt Wien überprüfte Kontaktpersonen

    Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien sei nun damit beschäftigt, „alle Kontakte des Mannes“ ausfindig zu machen. „Wir haben in der uns überschaubaren Gruppe keinen einzigen Krankheitsfall feststellen können“, sagte der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Michael Binder, laut APA.

    Unklar war zunächst, wo sich der 72-Jährige infiziert hat. Binder beschrieb ihn als schwer erkrankt. Dem zweiten bestätigten Wiener Coronavirus-Patienten gehe es dagegen „sehr gut“. Eine stationäre Behandlung sei nicht nötig, weshalb er zu Hause in Quarantäne sei, sagte Binder der APA. Die Gesundheitsbehörden gehen demnach davon aus, dass sich der Mann in Italien mit dem Virus infiziert hat.

    Insgesamt gibt es in Österreich vier nachgewiesen Coronavirus-Fälle. In Tirol wurde ein aus der norditalienischen Region Lombardei stammendes Paar isoliert, das positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

    Coronavirus: Bundesregierung richtet Krisenstab ein - Neue Maßnahmen beschlossen

    Update vom 27. Februar 2020, 14.00 Uhr: Wegen der Coronavirus-Epidemie in Deutschland hat die Regierung einen Krisenstab, bestehend aus dem Gesundheitsministerium und des Innenministeriums, eingerichtet. Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer sprachen bei der Bundespressekonferenz über die aktuelle Lage in Deutschland.

    „Wir müssen damit rechnen, dass sich die Epidemie auch in Deutschland ausbreitet“, erklärte Spahn. Anders als bei den anderen Fällen in Deutschland ist die Erstinfektion in NRW noch nicht ausfindig gemacht worden. Problematisch sei, dass es in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein werde alle Kontaktperson zu isolieren.

    Coronavirus: Neue Abteilung für Gesundheitssicherheit wird eingerichtet

    „Im Zweifel wird einmal mehr auf das Coronavirus getestet als zu wenig. Es darf nicht am Geld scheitern“, erklärte der Gesundheitsminister. Krankenkassen sollen die Kosten übernehmen. Aktionismus müsse aber verhindert werden, erklärte Innenminister Horst Seehofer.

    Außerdem wurde schon vor drei Monaten, vor dem Ausbruch des Coronavirus, eine neue Abteilung für Gesundheitssicherheit beschlossen. Diese solle die Republik ähnliche Fälle in Zukunft besser vorbereiten.

    Coronavirus SARS-CoV-2: Krisenstab führt neue Maßnahmen ein

    Der neue Krisenstab führt Maßnahmen zur Verhinderung der Infektionsketten ein:

    • Bei Flugreisen aus den Krisengebieten China, Japan, Iran und Italien müssen die Passagiere ab sofort Angaben über ihre Aufenthaltsorte machen müssen. Solche Aussteigerkarten sollten laut Seehofer auch im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr ausgefüllt werden.
    • Reiserückkehrer aus Norditalien, darunter viele Skiurlauber, sollen vermehrt über Radio und Zeitung über das korrekte Verhalten bei Symptomen informiert werden.
    • Menschen, die Symptome zeigen, sollen nicht in Arztpraxen gehen, sondern sich telefonisch melden, um nicht andere anzustecken.
    • Großveranstaltung mit beachtlicher internationaler Beteiligung sollen fachlich überprüft werden.
    • Influenza-Pandemiepläne, die es im Bund und Ländern gibt, werden aktualisiert. 

    Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland überschritten

    Update vom 27. Februar 2020, 12.33 Uhr: Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland scheint Experten zufolge überschritten. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. Die Zahl der nachweislich infizierten Menschen in der bisherigen Saison stieg demnach um knapp 18.000 in der vergangenen Woche auf nun rund 98.500, die Zahl der Grippe-Toten auf 161. „85 Prozent der Todesfälle waren 60 Jahre oder älter“, hieß es.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt laut einem Bericht von „Zeit Online“ trotz der befürchteten Coronavirus-Epidemie bei der Empfehlung, dass sich nur besonders gefährdete Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere gegen Grippe impfen lassen sollen. Mögliche Nutzen einer generellen Impfempfehlung - wie eine etwaige Entlastung des Gesundheitssystems durch weniger schwere Verläufe - seien nicht nachgewiesen. Es sei lediglich eine „plausible Hypothese“, wurde Stiko-Leiter Thomas Mertens zitiert. Die Stiko setze auf Evidenz.

    Coronavirus: Höhepunkt der Covid-19-Welle laut EU-Experte schwer vorherzusagen

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Die Ausbreitung des neuen Coronavirus in Europa schreitet fort. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist es EU-Experten zufolge schwer vorherzusagen, wann die Infektionswelle ihr Maximum erreichen wird. „Wann der Höhepunkt sein wird - ich habe keine Ahnung“, sagte ein EU-Fachmann am Donnerstag in Brüssel. Die Spezialisten der EU-Agentur für Krankheitenkontrolle (ECDC) hätten noch „viel zu lernen“ über das neue Virus. Sars-CoV-2 sei inzwischen in etwa 15 EU-Ländern aufgetreten. Man habe bis Donnerstag EU-weit 480 Infektionsfälle und elf Tote gezählt.

    Coronavirus: Japan schließt alle Schulen 

    Update vom 27. Februar 2020, 12.02 Uhr: Japan will im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 alle Schulen schließen. Die Maßnahme trete am Montag in Kraft und umfasse alle Grundschulen, Mittelstufen und Gymnasien, sagte Premier Shinzo Abe am Donnerstag. Die Schließung soll demnach bis zum Beginn der zehntägigen Frühlingsferien Ende März gelten. Abe betonte, die kommenden beiden Wochen seien entscheidend für den Kampf gegen das Virus.

    Japan hat bisher acht Todesfälle gemeldet, die in Verbindung mit dem Virus stehen. Mehr als 900 Menschen infizierten sich. Mit mehr als 700 Infektionen entfällt der größte Teil davon allerdings auf Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das im Hafen von Yokohama nahe der Hauptstadt Tokio zwei Wochen unter Quarantäne gestanden hatte.

    Robert-Koch-Institut warnt: „Coronavirus ist tödlicher als die Grippe“

    Update vom 27. Februar 2020, 10.55 Uhr: Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, erklärte bei der Pressekonferenz zum Coronavirus, dass es sich hierbei um ein sehr dynamisches Geschehen handle.

    Weltweit seien mittlerweile 46 Länder vom Coronavirus betroffen. In Deutschland wird versucht, die Ausbreitung zu verlangsamen. Darum kümmern sich die lokalen Gesundheitsbehörden. Alle Infizierten seien in Isolation. Ihre Kontaktpersonen, die schon ausfindig gemacht wurden, stehen unter häuslicher Quarantäne. Genaue Zahlen wisse er aber nicht, da sich die lokalen Behörden darum kümmern.

    „Um die Dimensionen klar zu machen: Bei den 14 Fällen in Bayern, wurden insgesamt 240 Personen unter Quarantäne gestellt. Die Maßnahmen in Bayern waren sehr erfolgreich. Deshalb gehen wir davon aus das auch bei den aktuellen Fällen hilft.“ Es gebe keinen Anlass, Städte wie in Italien abzuriegeln. Von den Infizierten in Bayern seien alle bis auf eine wieder geheilt.

    RKI-Präsident: „Das Coronavirus ist leicht übertragbar“

    „Das Virus ist leicht übertragbar, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Deshalb versuchen wir alles, um es einzudämmen“, erklärt Wieler. Mehr als 80 Prozent zeigen aber nur milde Symptome: „Das ist eine gute Nachricht. Rund 15 Prozent erkranken aber schwer. Das ist viel. Ein bis zwei Prozent sterben laut aktuellen Zahlen. Deshalb macht es Sinn das Virus einzudämmen.“ Damit sei das Coronavirus tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen.

    Problematisch sei auch, dass es keinen Impfstoff gebe. „Den wird es innerhalb dieses Jahres auch nicht geben.“ In China gebe es aber schon gute Studien zu der Covid-19-Erkrankung. Deshalb wird erwartet, dass auch Deutschland bald Information erhalte welche Medikamente gegen das Coronavirus helfen. 

    Das Robert-Koch-Institut habe die Hypothese, dass das Coronavirus saisonal sei, im Blick. Aber das könne erst gesagt werden, wenn der Sommer tatsächlich kommt. Ausgeschlossen werden könne eine Saisonalität, die sich in den nächsten Jahren wiederholt, aber nicht. 

    Coronavirus: RKI-Präsident empfiehlt: „Mit gesundem Menschenverstand handeln“

    „Die Bevölkerung kann auch etwas tun. Wir erwarten von Ärzten und Bürgern, dass sie sich informieren. Ganz banale Dinge wie die Etikette beim Husten und Niesen sind wichtig. Also nicht in die Hand niesen, sondern in die Armbeuge“, erklärt Lothar Wieler bei der Pressekonferenz. Das Coronavirus bleibt in der Hand überlebensfähig. Sehr effizient sei also das Händewaschen. Wer Krank ist, solle zu Hause bleiben. „Bei Erkrankten hilft ein Mundschutz, um die Viren nicht zu verteilen.“ Sonst sei ein Mundschutz aber nicht sinnvoll. „Wir alle können selber etwas tun, wenn wir mit gesundem Menschenverstand handeln.“

    Coronavirus: Vor allem Risikogruppen sollten sich gegen Grippe oder Keuchhusten impfen lassen

    Vor allem sei das Impfen wichtig: „Wir empfehlen Impfstoffe, weil wir wissen, dass wir die Krankheitslast damit verringern können. Ich kann allgemein nur empfehlen, egal wann, sich impfen zu lassen.“ In diesem konkreten Fall, sollen sich vor allem Risikogruppen, wie alte Menschen und Menschen mit einem schlechteren Immunsystem impfen lassen. „Wir ärgern uns immer massiv über Menschen, die sich nicht impfen lassen. Jeder der sich mit einer Impfung schützen kann, sollte das tun.“

    Fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in NRW

    Update vom 27. Februar 2020, 07.20 Uhr: Insgesamt gibt es jetzt fünf bestätigte Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen. Die Behörden suchen unterdessen mit größeren Aktionen nach möglichen weiteren Infizierten. In Gangelt im Kreis Heinsberg sind die rund 300 Besucher einer Karnevalsveranstaltung aufgerufen, sich bei den Behörden zu melden.

    Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, teilte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mit. In Mönchengladbach läuft am Krankenhaus Maria Hilf die Suche nach Menschen, die Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatten.

    Coronavirus: Gesundheitsminister Spahn spricht von Epidemie 

    Update vom 27. Februar 2020, 06.00 Uhr: Drei weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind bestätigt. Wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf sowie der Kreis Heinsberg am Mittwochabend mitteilten, handelt es sich um drei Menschen im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen), die mit einem Ehepaar Kontakt hatten, dessen Infektion zuvor nachgewiesen worden war.

    Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, Deutschland „stehe am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Mit dem Bekanntwerden neuer Infektionsfälle habe sich die Gesamtlage „leider“ verändert. „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“

    Update vom 26. Februar 2020, 22.05 Uhr: Der Zugpassagier, der an sich Coronavirus-Symptome festgestellt hatte, woraufhin seine Bahn von der Bundespolizei in Idar-Oberstein gestoppt wurde, war wie nun bekannt wurde zuletzt auf einer Geschäftsreise in Italien.

    Der Mann habe sich allerdings nur in der Region Apulien aufgehalten, in der keiner der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist, hieß es aus der Kreisverwaltung des Kreises Birkenfeld. Bereits am Samstag sei er in Süditalien bei einem Arzt gewesen, der ihm „grünes Licht“ für den Heimflug von Bari nach Frankfurt mit Zwischenlandung in Mailand gab. In Frankfurt stieg er den Angaben zufolge am Mittwoch um 14.23 Uhr in den Regionalexpress Richtung Saarbrücken - und versuchte später telefonisch, seine Einlieferung in ein Krankenhaus zu erreichen.

    Er sei bei einer Hotline gelandet, die den Rettungseinsatz in Idar-Oberstein einleitete, an dem Bundespolizei, Polizeiinspektion Idar-Oberstein und das DRK beteiligt waren, hieß es von der Kreisverwaltung weiter. Zwei Rettungssanitäter mit Vollschutz brachten den Patienten in einen Rettungswagen. Aktuell befindet sich der Zugpassagier in einem Krankenhaus. Am Donnerstag soll feststehen, ob er sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

    von Frankfurt nach Saarbrücken wegen Verdachts auf Coronavirus-Erkrankung gestoppt

    Update vom 26. Februar 2020, 20.21 Uhr: Ein Regionalzug von Frankfurt nach Saarbrücken mit 70 Reisenden ist wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Erkrankung in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) für zwei Stunden festgesetzt worden. Ein Fahrgast der Vlexx-Bahn habe an sich selbst Symptome festgestellt und sich daraufhin beim Zugpersonal gemeldet, wie eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums mitteilte. Daraufhin stoppten Bundespolizisten den Zug.

    Nach einer Untersuchung durch die Leiterin des Gesundheitsamtes im Kreis Birkenfeld wurde der Mann zur weiteren Klärung seiner Symptome in ein Krankenhaus in der Region gebracht. Von den Mitreisenden wurden Personalien und Kontaktdaten aufgenommen, „um sie gegebenenfalls benachrichtigen zu können“. Nach etwa zwei Stunden wurde der Zug wieder freigegeben.

    Coronavirus in Deutschland: Soldat steckt sich bei Bekanntem an

    Update vom 26. Februar 2020, 19.38 Uhr: Auch ein Soldat der Flugbereitschaft der Bundeswehr hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Der 41-jährige Mann sei in das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz eingeliefert worden, wo er positiv auf das Virus getestet wurde.

    Zuletzt wurden zwei Infektionen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen sowie vier Fälle in Baden-Württemberg nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz ist es die erste Infektion.

    Laut dem behandelnden Arzt habe der Soldat am 15. Februar – wohl im privaten Umfeld – Kontakt zu einem infizierten Menschen gehabt. Am Dienstagabend habe der Soldat von der Infektion seines Bekannten erfahren und sich daraufhin an seinen Arbeitgeber gewandt.

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist erst am Mittwoch mit der Flugbereitschaft nach New York geflogen. Aus seiner Delegation hieß es, man sei über den Virus-Verdachtsfall informiert worden.

    Gesundheitsminister fordert Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf

    Update vom 26. Februar 2020, 18.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fordert die Bürger zu besonderer Wachsamkeit auf. „Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Coronainfektion zu vermuten“, sagte er. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln - oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“.

    Diesen Aufruf habe er am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Pflegeverbänden so abgesprochen, sagte Spahn. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei vorhandener Symptomatik oder bei Verdacht jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig.“

    Coronavirus in Deutschland: Bundesregierung bildet Krisenstab

    Update vom 26. Februar 2020, 18.34 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Gesundheitsminister der Bundesländer in einer Telefonkonferenz dazu aufgefordert, ihre Pandemiepläne „zu aktivieren und ihr mögliches Inkrafttreten vorzubereiten“. „Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen“, fügte der Minister mit Blick auf die neuesten Coronavirus-Infizierten in Deutschland hinzu.

    Noch sei zwar keine Pandemie ausgebrochen, „aber ich finde es wichtig, dass wir uns auf diese Situation vorbereiten“, so Spahn weiter. Der Bundesgesundheitsminister fügte hinzu: „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“ 

    Die Bundesregierung will nun einen Krisenstab bilden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Spahn wollen am Donnerstag in Berlin über die Einrichtung des gemeinsamen Krisenstabes ihrer Ministerien informieren.

    Coronavirus in Deutschland: „Infektionsketten nicht nachzuvollziehen“

    Update vom 26. Februar 2020, 18.01 Uhr: Die letzten Meldungen von Infizierten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die Kontakt mit vielen Menschen hatten, hatten es bereits befürchten lassen, prompt folgt die Bestätigung Von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte Spahn am frühen Abend in Berlin.

    Er erwarte eine deutlich stärkere Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland. Der Grund dafür: „Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist eine neue Qualität - nicht nachzuvollziehen.“ Daher sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten noch weiter aufgehe. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Der mit dem neuen Coronavirus infizierte Mann aus NRW hatte laut dem Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) in den vergangenen 10 bis 14 Tagen eine „unendliche Vielzahl von Kontakten“ zu anderen Menschen. Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte er - bereits ansteckend - noch während der Karnevalszeit am gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Pusch sagte am Mittwoch in Düsseldorf, es gehe jetzt darum, die „Infektionsketten zu unterbrechen“.

    Baden-Württemberg: Coronavirus-Patient im Kino - Gesundheitsamt warnt andere Besucher

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: Nach dem Kinobesuch eines Coronavirus-Patienten in Neu-Ulm warnt das Gesundheitsamt andere Gäste des Filmtheaters vor einer möglichen Ansteckung. Wie das Landratsamt in Neu-Ulm am Mittwoch berichtete, hatte sich der Mann aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg am vergangenen Samstagabend den Krimi-Thriller „Bad Boys for Life“ angeschaut. In dem Saal des Neu-Ulmer Kinos seien 138 Besucher gewesen. Später sei bei dem 25-Jährigen der neuartige Virus nachgewiesen worden.

    „Die Möglichkeit einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus besteht für Personen, die mindestens 15 Minuten in Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt mit dem Erkrankten waren“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisbehörde. Auf welche Besucher dies möglicherweise zutreffe, könne im Nachhinein nicht näher bestimmt werden.

    Coronavirus: Zwei weitere Menschen in Baden-Württemberg infiziert - Sie standen in Kontakt mit dem ersten Patienten

    Update vom 26. Februar 2020, 15.46 Uhr: In Baden-Württemberg haben sich zwei weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwoch mit. Zuvor war bereits ein Fall aus dem Kreis Göppingen bekannt.

    Einer der beide infizierten Patienten in Tübingen ist als Oberarzt in der Pathologie des Universitätsklinikums beschäftigt. Der 60-Jährige soll seit dem Wochenende auch Kontakt zu anderen Medizinern gehabt haben - diese Kontakte seien vollständig erfasst, teilte das Klinikum am Mittwoch in Tübingen mit. Es seien ein Dutzend Oberärzte getestet und „aus der Krankenversorgung rausgenommen worden“. Sie seien unter Beobachtung.

    Auch die 24 Jahre alte Tochter des Mannes ist mit dem Virus infiziert und wird isoliert behandelt. Sie hatte den ersten baden-württembergischen Patienten, einen 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen, nach Mailand begleitet. 

    Update vom 26. Februar 2020, 15.30 Uhr: Der Militärflughafen Köln-Wahn ist am Mittwoch aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit dem Coronavirus vorübergehend geschlossen gewesen. Ein Soldat der Anlage, die auch Sitz der Flugbereitschaft ist, wurde auf eine mögliche Infektion getestet. Die Untersuchung laufe am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz, sagte ein Luftwaffen-Sprecher in Berlin. „Weil es keine Symptome gibt, gilt er nicht als Verdachtsfall, sondern als Kontaktperson“, sagte er. Bis zur Klärung der Lage seien die Kasernentore zu gewesen, sagte der Sprecher. „Diese Sperrung ist mittlerweile aufgehoben“, sagt er weiter.

    Der Soldat hatte nach auf einer Karnevalsveranstaltung Kontakt zu einem Infizierten aus Nordrhein-Westfalen. Der Test gehört nach Angaben der Bundeswehr zu den Sicherheitsmaßnahmen, die auch ohne Anzeichen auf eine Erkrankung ergriffen werden. Ein Ergebnis wurde im Laufe des Abends erwartet.

    Coronavirus verbreitet sich erstmals stärker außerhalb Chinas als innerhalb

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Das neuartige Coronavirus breitet sich weltweit weiter aus: Erstmals seit Ausbruch des Virus in China wurden mehr neu gemeldete Fälle außerhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst registriert, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch mitteilte. In Italien, dem am stärksten betroffenen Land Europas, stieg die Zahl der Todesopfer nach Behördenangaben am Mittwoch auf zwölf, die Zahl der Infizierten auf 374.

    In China nahm die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle und Infektionen weiter ab. Am Mittwoch wurden 52 neue Todesfälle gemeldet - die niedrigste Rate seit drei Wochen. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 406.

    Coronavirus-Patientin aus NRW ist Kindergärtnerin - Ehepaar nahm noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teil

    Update vom 26. Februar 2020, 14.46 Uhr: Die in Düsseldorf behandelte Coronavirus-Patientin ist als Kindergärtnerin tätig. Sie arbeite in einem Kindergarten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien angewiesen worden, zu Hause zu bleiben.

    Das Ehepaar, das im Düsseldorfer Uniklinikum behandelt werde, habe noch zwei Wochen am gesellschaftlichen Leben teilgenommen, „wo das Virus so weit war, dass die Menschen sich anstecken konnten“, sagte Laumann. Die beiden haben selbst zwei schulpflichtige Kinder. Sie hätten derzeit aber keine Symptome und würden von der Großmutter versorgt, erklärte Laumann. Sie sollen ebenfalls in Kontakt mit anderen Kindern gewesen sein.

    Coronavirus: Bundesregierung sieht „neue herausfordernde Lage für Deutschland“

    Update vom 26. Februar 2020, 14.40 Uhr: Die Bundesregierung bereitet sich auf eine ernstere Lage der  Coronavirus-Epidemie auch in Deutschland vor. Mit der Ausbreitung des Virus in Italien sei eine „neue herausfordernde Lage für Deutschland“ entstanden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Virus sei damit „nähergerückt“. 

    Bisher habe es Deutschland geschafft, einzelne Infizierte zu isolieren und zu behandeln, sagte Seibert. Wichtig sei der Bundesregierung, sich bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie „mit den europäischen Partnern“ abzustimmen. Darüber habe auch beim Treffen der europäischen Gesundheitsminister in Italien am Dienstag Einigkeit geherrscht.

    Privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich für Coronavirus-Erkrankte

    Deutschlands größter privater Klinikbetreiber Fresenius Helios rüstet sich ebenfalls für Erkrankte mit dem Coronavirus. Das Krankenhauspersonal sei mit Schulungen und regelmäßigen Informationen „auf den Umgang mit an Covid-19 erkrankten Patienten vorbereitet“, erklärte das Unternehmen. Auch habe man ein internes Ablaufschema für die Versorgung von Verdachtsfällen entwickelt, sagte eine Helios-Sprecherin.

    „Generell können alle Kliniken, die Patienten mit Influenza aufnehmen, auch Patienten mit einer Corona-Erkrankung behandeln“, betonte das Unternehmen. Die 86 Helios-Krankenhäuser in Deutschland hätten dafür die hygienischen, medizinischen und baulichen Voraussetzungen. Helios sei auf eine mögliche Pandemie vorbereitet und in die entsprechenden Pläne der Länder eingebunden, so das Unternehmen, das jährlich 5,6 Millionen Patienten behandelt.

    Coronavirus: Deutschland rüstet sich für die Epidemie - erste Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen

    Erstmeldung vom 26. Februar 2020: 

    Frankfurt am Main - Seit Ende Dezember verbreitet sich das neuartige Coronavirus* auf der ganzen Welt. Der Ursprung des Sars-CoV-2 liegt in Stadt Wuhan in China. Dort soll es sich von einem Wildtiermarkt aus verbreitet haben. In China wurde mehrere Großstädte isoliert. Die Gesamtzahl der Opfer in China liegt bei 2.715 (Stand Mittwoch, 26.02.2020). Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen liegt schon bei über 78.000.

    Coronavirus: Mehrheit der Infizierten zeigt nur milde Symptome

    Nach einer von Chinas Gesundheitsbehörde vorgestellten Analyse zeigen mehr als 80 Prozent der Infizierten, nur milde Symptome*. Dazu zählen leichte Erkältungssymptome wie Frösteln und Halsschmerzen - oder gar keine. Hinzukommen können Fieber und Husten, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. Die Inkubationszeit beträgt nach derzeitigem Stand meist 2 bis 14 Tage.

    Knapp 14 Prozent der Betroffenen entwickeln schwere Symptome wie Atemnot, knapp 5 Prozent lebensbedrohliche Auswirkungen wie Atemstillstand, septischen Schock oder Multiorganversagen. Eine spezielle Therapie für Covid-19 gibt es nicht. Schwer erkrankte Patienten werden symptomatisch behandelt: mit fiebersenkenden Mitteln etwa und mitunter mit mechanischer Beatmung.

    Die hohe Nachfrage nach Mundschutz- oder OP-Masken* zum vermeintlichen Schutz vor dem Coronavirus führt vereinzelt zu extremen Preissprüngen.

    Coronavirus breitet sich Weltweit aus - Auch Deutschland betroffen

    Mittlerweile gibt es auf allen Kontinenten Corona-Infizierte. Am stärksten betroffen ist Asien. Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie* in Italien gibt es nun in immer mehr europäischen Staaten Nachweise des Erregers: Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz hatten am Dienstag von Sars-CoV-2-Fällen berichtet.

    Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1000 Touristen - darunter auch Deutsche - praktisch unter Quarantäne gestellt.

    In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, nachgewiesen worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan. Diese Fälle führten aber nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen.

    Coronavirus: Drei neue bestätigte Fälle in Deutschland

    Ende Februar wurden nun auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen Coronavirus-Fälle bekannt. Der Patient aus Baden-Württemberg habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt, die infiziert sind. „Bei der zweiten Person, aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, liegt nun auch ein positives Testergebnis vor“, hieß es in einer Mitteilung. Ob es sich dabei um die Ehefrau des ersten Patienten aus dem Kreis Heinsberg handele, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht kommentieren. Im Kreis Heinsberg wurden Schulen und Kindergärten vorübergehend geschlossen. 

    Vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Behörden versuchen, den Fällen in Syrien mit Hochdruck nachzugehen, um eine weitere Verbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Dadurch soll die Belastung auf das Gesundheitssystem abgemildert werden. Alle bisherigen Entwicklungen können Sie in unserem alten News-Ticker zum Coronavirus nachlesen. Grund zur Panik besteht nicht - trotzdem kann man sinnvolle Vorbereitungen für eine mögliche Pandemie treffen*.

    Kliniken in Hessen bereiten sich auf das Coronavirus* vor, Experten raten zur Ruhe. Und trotzdem treibt die Panik vor dem Virus mancherorts seltsame Blüten.

    Der erste Deutsche, der sich mit dem Coronavirus infizierte, äußerte sich erstmals. Die Zeit in Quarantäne sei sehr langweilig gewesen.

    Das Coronavirus breitet sich in Europa immer weiter aus. In Italien wurden Ortschaften abgeriegelt. In China stehen Millionenstädte unter Quarantäne. Welche Maßnahmen darf der deutsche Staat treffen?

    Masken ausverkauft: In Kassel gibt es in den Apotheken wegen dem Coronavirus kaum noch Mundschutzmasken.

    Auch in Niedersachsen breitet sich das Coronavirus weiter aus*: Veranstaltungen werden abgesagt und das Land arbeitet an der Einrichtung regionaler Testzentren. 

    dpa/AFP/md/tom

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    Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Robert Michael

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