Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, gibt ein Interview.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter zu einer neuen Studie.

Spannende Erkenntnis von US-Forschern

Corona-Schutz durch Sport? Lauterbach stellt brisante Studie vor - „klar belegt“

  • Fabian Müller
    vonFabian Müller
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Karl Lauterbach hat auf Twitter auf eine Studie zur sportlichen Aktivität und den Folgen für eine Corona-Erkrankung aufmerksam gemacht. Die Ergebnisse sind eindeutig.

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nutzt das soziale Netzwerk Twitter schon seit vielen Jahren als Sprachrohr. Mehr als 8000 Tweets hat Lauterbach mittlerweile schon in die Welt geschickt, seit etwas mehr als einem Jahr hauptsächlich mit einem Inhalt: das Coronavirus. Immer wieder macht der studierte Mediziner dabei auf wissenschaftliche Studien zu Covid-19 aufmerksam, meist verbunden mit einem Aufruf zu strikteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie.

Am Mittwoch hatte Lauterbach aber eine gute Nachricht. Der SPD-Politiker schrieb: „US Studie belegt klar, dass regelmässiger Sport Risiko schwerer Covid Erkrankung und Tod durch Covid sehr stark reduziert.“ Dies sei bisher eine plausible Schlussfolgerung gewesen, aber eben nicht belegt. Klar sei aber auch, so Lauterbach: „Diejenigen, die nie Sport machen, haben im Vergleich zu Sportlern 3fache Sterblichkeit.“

In der Studie des US-Forschers Robert Sallis, die Lauterbach hier zitierte, wurden 48.840 Patienten mit positiver Corona-Diganose nach deren sportlicher Aktivität gefragt. Ziel war, Hospitalisierungs-Raten und die Sterblichkeit der Patienten im Bezug auf Sport zu vergleichen. Sallis fand heraus, dass inaktive Corona-Patienten ein 2,26-fach erhöhtes Risiko für einen Krankenhausaufenthalt, ein 1,73-fach erhöhtes Risiko für die Aufnahme auf die Intensivstation und ein 2,49-fach erhöhtes Sterberisiko im Vergleich mit sportlich aktiven Corona-Patienten haben.

Video: Sport in Corona-Zeiten - vom Fitnessstudio ins Wohnzimmer

Als Schlussfolgerung empfahl Sallis den Gesundheitsbehörden, „vermehrt für physische Aktivität zu werben“ und Sport in die „medizinische Routine“ zu übernehmen. Seine Studie und die dazugehörigen Daten veröffentlichte das Forscherteam um Sallis im British Journal of Sports Medicine. Die Centers for Disease Control and Prevention, kurz CDC, eine Behörde des US-Gesundheitsministeriums, hatten schon vor Monaten unter anderem Fettleibigkeit als Risikofaktor für eine schwerwiegende Corona-Erkrankung definiert. Bisher gab es allerdings keine Daten, die die sportliche Aktivität mit einer Corona-Erkrankung in Verbindung brachten. (fmü)

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