Kann das Coronavirus Spätfolgen hervorrufen? 
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Kann das Coronavirus Spätfolgen hervorrufen? 

Gibt es Langzeitschäden?

Corona: Spätfolgen von Covid-19? Ist das Virus noch schlimmer als angenommen?

  • Jennifer Lanzinger
    vonJennifer Lanzinger
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Drohen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Langzeitschäden? Experten äußern nun einen Verdacht. 

Update vom 19. April: Beunruhigende Neuigkeiten werden durch Untersuchungen im Innsbrucker Uniklinikum zutage gefördert. Der leitende Oberarzt Dr. Frank Hartig veröffentlichte für das Tauchermagazin Wetnotes Schlussfolgerungen aus Tests der Lungenfunktion. Dabei wurde eine „bemerkenswerte Diskrepanz zwischen den Befunden und dem Empfinden der Patienten“ festgestellt.

Scheinbar völlig gesunde Menschen würden „diese eindrucksvollen beidseitigen Infiltrate in ihren Lungen“ aufweisen. Bei anderen sei einer Sauerstoffsättigung nur kurzzeitig beizukommen. Eine Zufuhr von zwei Litern Sauerstoff führe zunächst zu einer Besserung, „aber ein paar Stunden später liegen viele von ihnen auf der Intensivstation mit Intubation und schwerem Lungenversagen“.

Auch bei sechs untersuchten Tauchern, die sich alle gesund fühlten, gab es diverse Befunde. So hätten zwei von ihnen „eine deutliche Sauerstoffunterversorgung als typisches Zeichen eines persistierenden Lungenshunts“ gehabt, zwei andere hätten „bei Belastung immer noch sehr erregbare Bronchien wie beim Asthmatiker“ aufgewiesen. Insgesamt mussten vier der sechs sportlichen Patienten „noch eindrucksvolle Lungenveränderungen“ attestiert werden.

Corona: Spätfolgen von Covid-19? Ist das Virus noch schlimmer als angenommen?

Erstmeldung vom 14. April:

Berlin - Das Coronavirus sorgt täglich für Schlagzeilen, die Zahl der mit dem Virus infizierten Personen steigt weiter an. Während Großbritannien und die USA drastische Todeszahlen vermelden, flacht die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Personen leicht ab. 

Coronavirus in Deutschland: Müssen Infizierte mit Folgen rechnen? 

Doch muss nach einer Infektion mit Spätfolgen durch das Virus gerechnet werden? Ein Experte äußert sich nun zu Bedenken, dass das Virus eventuell die Lunge dauerhaft schädigen könnte. Ob das Virus tatsächlich für Langzeitschäden sorgen kann, kann bislang noch nicht gesichert bewertet werden. 

Wie Mediziner Sven Gläser vom Vivantes-Klinikum Neukölln jedoch erklärt, sei bei heftigeren Verläufen, etwa mit schwerem Lungenversagen und langer Beatmungsdauer, durchaus mit Restsymptomen wie einem verminderten Lungenvolumen zu rechnen. 

Bei Patienten mit leichteren Lungenentzündungen sei hingegen abgeleitet von ähnlich verlaufenden anderen Lungenerkrankungen anzunehmen, dass sie keine relevanten Folgen befürchten müssen.

Coronavirus: Drohen Spätfolgen nach einer Infektion? 

Anhand erster Erfahrungen sei anzunehmen, dass die überwiegende Mehrzahl der Patienten ohne spürbare Einschränkungen nach Hause entlassen werde, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, der Deutschen Presse-Agentur. 

Bislang könnten zu möglichen Spätfolgen jedoch noch keine gesicherten Angaben gemacht werden. Für Deutschland sei mit belastbaren Studien zu diesem Thema erst für Mai mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts wurde bislang bei rund zwei Prozent der in Deutschland infizierten Personen eine Lungenentzündung diagnostiziert. Einige von ihnen mussten dabei beatmet werden, auch über längere Zeit. 

Die möglichen Folgen bei schweren Verläufen müssen in solchen Fällen nicht allein auf das Virus zurückgehen, wie Gläser erklärte. Auch die maschinelle Beatmung sei ein nicht vermeidbarer, aber potenziell schädlicher Reiz für das Lungengewebe. Hinzu kämen teils Komplikationen wie bakterielle Infektionen während der relativ langen Zeit, die Covid-19-Patienten auf der Intensivstation liegen.

Coronavirus: Patienten sollten auch zu späterer Zeit kontrolliert werden 

Gläser mahnt an, dass Patienten nach überstandener Erkrankung kontrolliert werden sollten, um den Verlauf weiter im Auge zu behalten. Momentan gebe es keine verbindlichen Empfehlungen zur Nachverfolgung. Ein einheitlicher Standard sei nötig, idealerweise mit systematischer Erfassung der Ergebnisse.

Um genesene Patienten systematisch nachzuverfolgen, liefen erste Vorbereitungen, sagte Pfeifer von der DGP. Ein Teil der Patienten werde nach einem schweren Verlauf eine Reha-Behandlung benötigen. Hierzu würden aktuell Konzepte erstellt.

Corona: Virologe Drosten prophezeit lange Genesungszeit 

Der Virologe Christian Drosten hatte kürzlich im NDR-Podcast gesagt, dass es Hinweise darauf gebe, „dass die Patienten in ihrem Allgemeinzustand lange brauchen, um sich zu erholen“. Mehr als einen Monat nach Krankenhausentlassung seien Patienten nach schweren Verläufen noch allgemein geschwächt. Auch die Lungenfunktion scheine nicht gut zu sein nach überstandener schwerer Infektion.

Bei Markus Lanz wurde am Gründonnerstag kontrovers über die tatsächliche Gefahr durch das neuartige Coronavirus gesprochen- mit überraschenden Thesen.

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