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Corona-Lage in Spanien verschärft sich: Inzidenz steigt steil an - Urlaube deutscher Touristen in Gefahr?

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Von: Felix Durach

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Weil die Neuinfektionen unter jüngeren Menschen ansteigen, überschreitet die 7-Tage-Inzidenz in Spanien wieder die 100er-Marke. Steuert das Land in einen bitteren Sommer?

Madrid - Während in Deutschland die Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter zurückgehen und ein Großteil der Bevölkerung dem vielerseits angekündigten „guten Sommer“ genießen kann, entwickelt sich die Infektionslage in anderen Teilen Europas nicht ganz so positiv. Neben Großbritannien und Russland, die stark von der Ausbreitung der Delta-Variante betroffenen sind, verschärft sich nun auch die Infektionslage in Spanien zunehmend.

Corona in Spanien: Neuinfektionen steigen - 1824 Menschen nach Ausbruch auf Mallorca infiziert

So nahm das Robert-Koch-Institut die Regionen Katalonien und Kantabrien am Freitag wieder auf die Liste der Risikogebiete auf. Doch auch in weiteren Teilen des Landes steigen die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen erneut an. Dabei werden vor allem Jugendliche und junge Erwachsene unter 30 als Treiber einer potenziellen vierten Welle angesehen. Bedingt durch die jüngsten Lockerungen wollen diese Gruppierungen nun offenbar das nachholen, was ihnen im letzten Sommer durch die Ausläufer der ersten Welle der Corona-Pandemie verwehrt wurde.

Sinnbildlich für diese Umstände stehen sicherlich die Berichte, die in den vergangenen Woche von der beliebten Party-Insel Mallorca gemeldet wurden, wo viele spanische Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss mit einer Mischung aus Sonne, Alkohol und Party gebührend feiern wollten. Das Ergebnis: 1824 Menschen haben sich nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums in Verbindung mit einem Corona-Ausbruch auf der Insel infiziert, fast 6000 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt.

Ein Hotel auf Mallorca, in dem 250 Schüler und Schülerinnen ihre Quarantäne verbringen mussten, wurde in den spanischen Medien als „Hotel Covid“ tituliert. Mittlerweile konnte ein Großteil der Schüler die Insel jedoch wieder verlassen.

Coronavirus in Spanien: 7-Tage-Inzidenz steigt auf 110 - junge Menschen als Pandemietreiber

Wie unter anderem der Spiegel berichtet, können die Entwicklungen auch auf die spanische Impfkampagne zurückgeführt werden, die stark nach Alter priorisiert hat. Während der Anteil der Geimpften in den höheren Altersgruppen bereits vergleichsweise hoch ist, sind gerade die jüngeren Altersgruppen zum großen Teil ohne Schutz. Doch genau diese Gruppen haben auf Grund ihrer Aktivitäten ein erhöhtes Risiko sich zu infizieren.

„Dieses schlimme Szenario könnten wir etwas abfedern, wenn wir die Zahlen jetzt ganz tief nach unten drücken“, riet Virologe Christian Drosten bereits im März gegenüber dem Spiegel. Das scheint der spanischen Regierung jedoch offenbar nicht gelungen zu sein. Während sich die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland unter fünf zu stabilisieren scheint, liegt sie in Spanien am Samstag bei 110.

Coronavirus: Droht Spanien die Einstufung als Virusvariantengebiet?

Auch die Delta-Variante ist in Spanien - wie auch im Rest von Europa - auf dem Vormarsch. Sollte die Infektionslage sich diesbezüglich verschärfen, würde Spanien die Einstufung als Virusvariantengebiet drohen. Dann müssten Reiserückkehrer sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Dass es so weit kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Gesundheitsminister Spahn kündigte bereits am Donnerstag an, dass Großbritannien und Portugal bald von ihrem Status als Virusvariantengebiet heruntergestuft werden könnten. Ausschlaggebend dafür seien vor allem die neuen Erkenntnisse über den Impfschutz gegen die Delta-Variante. Wie die Lage in anderen beliebten Urlaubsregionen ausschaut, hat kreizeitung.de* zusammengefast. (fd) *Kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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