+++ Eilmeldung +++

Corona ungebremst: Virologe warnt vor überfüllten deutschen Krankenhäusern - „Das Personal fehlt“

Corona ungebremst: Virologe warnt vor überfüllten deutschen Krankenhäusern - „Das Personal fehlt“
+
Azubi Ludwig Öttinger (li.) und sein Chef Marco Tscherner.

Firma von Wirtschaftskrise bedroht

Produktion statt Stillstand in Baiern: Gesichtsschilde halten Betrieb am Laufen - Azubi hat zündende Idee

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
    schließen

Gegen den Stillstand: Bairer Leuchtenspezialist Gerg Lighthouse produziert Gesichtsschilde. Der Verkauf des Gesichtsschutzes unterstützt den Betrieb.

Baiern – Mit kreativen Ideen gegen die Wirtschaftskrise im eigenen Betrieb: Das kleine Unternehmen Gerg Lighthouse in Baiern fertigt maßgeschneiderte Leuchten für Kunden aus der Auto- und Medizinbranche. Normalerweise. Die Corona-Krise schlägt auch hier zu, sie zwingt den Leuchtenspezialisten zum Umdenken. Azubi Ludwig Öttinger hatte einen Vorschlag: Gesichtsschilde gegen den Stillstand.

Dynamische Rennscheinwerfer, echt aussehende Simulationsherzen für Medizinstudierende, futuristische Lichtspatel für Chirurgen: In der Firma mit Start-Up-Charakter entstehen Spezialanfertigungen. Kunden sind BMW, Audi und Hersteller von Medizinprodukten.

Gerg Lighthouse: wöchentlich Aufträge im Wert von 50 000 bis 100 000 Euro zurückgenommen

Der Diesel-Skandal und aktuell die Corona-Krise bereitet dem elf Mitarbeiter starken Unternehmen aus Baiern Probleme. „Wöchentlich werden Aufträge im Wert von 50 000 bis 100 000 Euro zurückgenommen“, sagt Geschäftsführer Marco Tscherner am Telefon. Die bittere Folge: Viele Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit gehen.

Der 3D-Drucker stand still, Produktionskapazitäten wurden frei. Der junge Auszubildende für Model- und Formenbau, Ludwig Öttinger, kam auf seinen Chef zu: „Wieso fertigen wir keine Gesichtsschilde?“, fragte er.

Marco Tscherner war anfangs skeptisch, für welchen Preis sollten die Schilde verkauft werden? Der Azubi konnte ihn aber überreden.

Gesagt, getan: Die Hightech-Maschinen wurden umgestellt

Gesagt, getan: Die Hightech-Maschinen wurden umgestellt, Konstrukteure bereiteten spezielle Daten für den 3D-Drucker auf. Ein Tisch könne pro Stunde ein Schild fertigen. In der Woche könnten 100 bis 150 Stück produziert werden.

Als Schutzschild ist eine 0,7 Millimeter dicke Folie verbaut.

Der Bügel kommt aus den 3D-Druckern. Als Schutzschild ist eine 0,7 Millimeter dicke Folie verbaut. Am unteren Ende des Schilds ist ein Griff. Er krümmt die Folie in ihre Form.

Der Gesichtsschutz sei ideal für Ärzte, Friseure und Verkaufspersonal, zudem leicht und komfortabel. Es können auch kippbare Varianten produziert werden, heißt es.

„Wir verkaufen die Gesichtsschilde unter dem Selbstkostenpreis“

„Wir verkaufen die Gesichtsschilde unter dem Selbstkostenpreis“, sagt der Firmenchef. Statt 34 Euro bietet die Firma sie für 25 an. Der Gesichtsschutz ist teurer als bei vielen Herstellern aus dem Ausland. „Dafür ist die Lieferung garantiert“, versichert Tscherner. Und: Made in Baiern.

Rund 200 Stück wurden bereits verkauft. An die Caritas, an verschiedene Pflegedienste und Physiotherapeuten. Geliefert wird schon ab einem Stück.

Der Verkauf unterstütze den Betrieb, sagt der Geschäftsführer. Dadurch hätten vier Mitarbeiter erst drei Wochen später in Kurzarbeit gehen müssen.

Die wichtigsten Entwicklungen im Landkreis Ebersberg zur Coronakrise gibt es hier!

Auch interessant

Kommentare