Shopping zu Corona-Zeiten (Symbolbild).
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Münchens Einzelhändler wurden von dem Vorstoß der Staatsregierung überrascht. (Symbolbild).

Nach Lockerungen für Geimpfte und Genesene

Münchens Einzelhändler sauer auf Söders Hau-Ruck-Aktion: „Beispiellose Ignoranz“

Die bayerische Regierung beschließt im Eilverfahren Lockerungen und die Einzelhändler müssen springen. Das regt nicht nur den Chef der Münchner City-Partner auf.

München - So richtig kommt Wolfgang Fischer nicht zur Ruhe. Auch wenn die Inzidenz in München zuletzt beständig fiel und gestern schon zwei Tage unter der wichtigen Marke von 100 lag, werden die Sorgenfalten beim Chef der Münchner City-Partner nicht weniger, genauso wenig wie die Anrufe der Münchner Unternehmer. Der Grund ist einmal mehr eine Hau-Ruck-Aktion der Staatsregierung.

Corona-Lockerungen: Münchner Unternehmen sauer auf Last-Minute-Beschlüsse

Seit gestern gelten nämlich neue Lockerungen für Geimpfte und Genesene. Sie dürfen nun ohne aktuellen negativen Corona*-Test einkaufen. Was das genau zu bedeuten hat? Mit der Erklärung ließ sich die Regierung am Mittwoch bis kurz vor Mitternacht Zeit. „Aus unserer Sicht – vorsichtig ausgedrückt – nicht nur ein Unding, sondern eine beispiellose Ignoranz der Belange der Unternehmen“, schimpft Fischer. Quasi auf Knopfdruck müssten neue Maßnahmen umgesetzt werden, sonst drohten Bußgelder.

Von den neuen Lockerungen profitieren alle, die seit mehr als 14 Tagen komplett geimpft sind oder seit mehr als einem Monat genesen. Die Corona-Infektion* darf aber nicht länger als sechs Monate zurückliegen. So oder so muss man ein geeignetes, nachvollziehbares medizinisches Dokument bei sich tragen, teilt die Polizei mit.

Das ändert sich alles für Geimpfte und Genesene (Video)

Corona-Lockerungen: „Warum muss Bayern schneller sein als der Bund?“

Warum Bayern in der Hinsicht schneller sein muss als der Bund und warum Vermittlungsstellen nicht vorher informiert werden, versteht Fischer nicht. Er kritisiert, dass die Anliegen der Einzelhändler anscheinend nicht gehört werden. „Wir würden uns mehr Empathie für die Unternehmer wünschen.“

Ein Hoffnungsschimmer „für einen positiven Schub“ ist die weiter sinkende Inzidenz. Denn nach fünf Tagen unter 100 fällt die Testpflicht fürs Shoppen weg. Fischers Fazit dazu ist eindeutig: „Das Einkaufen mit Test wird nicht angenommen.“ Zudem darf dann auch die Außengastronomie öffnen – allerdings mit Test. Fischer glaubt daher nicht, dass so schnell wieder Leben in die Stadt kommt. (pp) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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