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Nur fliegen ist schöner: Artistin Ella Hummel hat sich in der Corona-Krise ihr eigenes Trainingscenter errichtet.

Das Beste aus der Situation gemacht

Übernommene Mietzahlungen und Mundschutz-Geschenke: Fünf Corona-Geschichten, die Mut machen

Das Coronavirus beeinflusst seit Wochen unser Leben. Doch nicht jeder lässt sich davon runterziehen. Wir präsentieren fünf Geschichten fürs Herz.

  • Die Corona-Krise* beschert uns allerhand niederschmetternde Nachrichten.
  • Dabei gibt es auch in der aktuellen Not tolle Geschichten zu erzählen.
  • Wir haben fünf tolle Storys, die das Herz erwärmen.

München - Tausende Todesfälle, die Wirtschaft im Stillstand und weitreichende Ausgangsbeschränkungen - in der Corona-Krise häufen sich seit Wochen die schlechten Nachrichten. Doch auch in der schweren Zeit gibt es den einen oder anderen Hoffnungsschimmer. Fünf Nachrichten, die Mut machen.

Corona-Krise in München: Patientin verschenkt Mundschutze

„Sie brauchen es dringender. Alles Gute für die nächsten Wochen. Und Danke für Ihre Arbeit.“ Mit diesem Gruß hat eine Patientin der Münchner Allgemeinärztin Petra Weber ein Paket mit Mundschutzen* geschenkt. „Es ging mir wirklich das Herz auf. Ich fand das so lieb“, sagt Weber. Der anhaltende Mangel an Hygienemitteln sei bei ihr in der Praxis ein großes Problem.

Zwar habe es auch Material von der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben. „Es ist nett gemeint, aber wenn man selbst nichts anderes hätte, könnte man nur eine Woche damit schaffen“, so Weber. Darum seien die 50 Mundschutze aus dem Paket der Patientin nicht nur eine schöne Wertschätzung, sondern auch eine wichtige Hilfe.

Geschenkt: ein Karton mit Masken.

Corona-Krise in Ismaning: Artistik-Training im Messelager

Sporthallen sind wegen Corona geschlossen - für die Münchner Artistin Ella Hummel ist das aber kein Grund, auf ihr Training zu verzichten. Die 20-Jährige hat ihre Trainingsstätte an der Artistik-Uni in Tilburg in den Niederlanden einfach gegen die Lagerhalle eines Messebauers in Ismaning im Landkreis München getauscht. „Für mich ist es super, dass ich überhaupt einen Ort habe zum Trainieren“, sagt sie. „Ich habe das so vermisst, mich gescheit zu bewegen.“

Für ihre Übungen in luftiger Höhe hat sie ein Seil und ein Tuch an einem Kran in der Halle befestigt, zwischen Traversen, Messeböden und Schildern hat sie zwei Matratzen gelegt, um Stürze abzufedern. „Ich nehme da einfach, was ich zur Verfügung habe“, sagt sie. Weil das Messelager aber nicht beheizt sei und sie ihren Muskeln nicht schaden wolle, gehe das nur bei mildem Wetter - durchschnittlich komme sie derzeit etwa dreimal die Woche in die Halle.

Training zwischen Baumaterial: Die Artistin Ella Hummel übt derzeit unter der Decke einer Lagerhalle.

Corona-Krise in München: Lehrerin übernimmt Monatsmiete für Buchladen

Besonders für viele kleinere Geschäfte sind die wochenlangen Schließungen in der Corona-Krise ein harter Schlag - doch Hilfe kommt auch mal ganz unverhofft. So hat die Münchner Lehrerin Ulrike Pauli kurzerhand eine Monatsmiete für eine Buchhandlung in Sendling übernommen. „Ich war spazieren hier im Viertel und habe die Schilder an den Läden gesehen, ,wir haben geschlossen‘. Und dann habe ich mich gefragt, wie geht es den Inhabern?“, sagt Pauli.

Schon oft habe sie in der Sendlinger Buchhandlung eingekauft und kurzentschlossen die Inhaberin gefragt, ob sie eine Monatsmiete übernehmen dürfe. „Sie war total überwältigt und sprachlos, aber dann hat sie sich gefreut, und ich habe es dann einfach gemacht.“

Auch wenn die meisten Läden in Bayern am 27. April unter Auflagen wieder öffnen dürfen, bleibt die finanzielle Not bei vielen groß und Hilfe von allen Seiten erwünscht. Deshalb hat Pauli auch die Website „Helfer in der Krise“ ins Leben gerufen. Hier können sich kleinere Läden und Hilfsbereite miteinander verbinden.

Corona-Krise im Landkreis Freising: Vom Seniorenheim ins Vier-Sterne-Hotel

Fünf Altenheimbewohner leben wegen Corona aktuell nicht in ihrem Seniorenheim im Landkreis Freising, sondern in einem Vier-Sterne-Hotel. „Es klappt hervorragend, die Bewohner sind guten Mutes“, sagt Werner Wagensonner vom Landratsamt. Durch die Verlegung könnten die durch das Coronavirus besonders gefährdeten Altenheime entlastet werden. Deshalb genießen die fünf Senioren nun auf Kosten des Landkreises den Komfort des Hotelaufenthaltes. Wagensonner: „Die Duschen sind barrierefrei, die Zimmer geräumig und für Rollatoren geeignet. Und es gibt eine große Sonnenterrasse.“

Neben den Pflegekräften seien auch die Hotelmitarbeiter auf die neuen Gäste eingestellt - mit Schutzkleidung und einer Einweisung in Hygienegrundsätze* im Altenheim. Um die Senioren mit ihren Familien zu Hause zu verbinden, helfe man auch gerne beim Videoanruf, sagt Eva Zimmerhof vom Landratsamt. In der nächsten Zeit könnten noch Dutzende weitere Senioren in der Region in Hotels einquartiert werden, ergänzt Wagensonner. Generell sei die Verlegung aber nur bei Heimbewohnern mit Orientierung und geringem Pflegebedarf denkbar.

Corona-Krise in München: Online-Lachseminare gegen den Corona-Koller

Lachen ist bekanntlich die beste Medizin - und deshalb bietet der Lachclub am Münchner Westpark aktuell Online-Lachseminare als Mutmacher in der Corona-Krise an. Wem wegen der Ausgangsbeschränkungen die Decke auf den Kopf fällt, der könne nun regelmäßig im Videochat an den Seminaren teilnehmen, sagt Lachtrainerin Cornelia Leisch. „Es geht darum, aus dem Kopf herauszukommen. Das passiert, wenn man atmet und wenn man lacht.“

Die Nachfrage sei groß: Anfangs habe es jeden Sonntag um 11 Uhr einen Termin für das Online-Training gegeben, mittlerweile biete der Club zusätzliche Termine mehrmals die Woche an, so Leisch. Manchmal kämen dann bis zu 50 Lachschüler im Chat zusammen. Am wichtigsten sei es, sich von allen Zwängen freizumachen - und das habe nicht unbedingt etwas mit lauten Lachgeräuschen zu tun. „Man muss das natürliche Lachen kommen lassen“, sagt Leisch. „Manche können dann so loslassen, dass ihnen die Tränen kommen.“

Lacht weiter: Trainerin Cornelia Leisch.

Ein Flughafen-Polizist ist an den Folgen von Covid-19 gestorben. Eine Virologin warnt eindringlich vor einer zweiten Infektionswelle und befürchtet weitere einschneidende Maßnahmen. Über alle Entwicklungen in Bayern halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Josefine Kaukemöller

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