Nur wenige Kranke benötigen Intensivhilfe wegen Covid-19
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Nur wenige Kranke benötigen Intensivhilfe wegen Covid-19.

Corona-Bilanz

Coronavirus-Patienten: Statistik zeigt jetzt die wahren Zahlen in den Kliniken in München

  • Andrea Eppner
    vonAndrea Eppner
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  • Klaus Vick
    Klaus Vick
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In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Corona-Patienten in München massiv zurückgegangen. Zur Hochphase Mitte April war das aber anders. Jetzt liegt eine Corona-Bilanz vor.

  • Seit Monaten hat das Coronavirus auch München fest im Griff.
  • Eine aktuelle Auswertung zeigt das wahre Ausmaß der Covid-19-Pandemie in der Stadt.
  • Hat sich die Lage mittlerweile gebessert? Ein Blick in die Krankenhäuser beantwortet diese Frage.

München - Aufatmen in den Münchner Kliniken: Die Zahl der Corona-Patienten ist deutlich zurückgegangen. Zur Hochphase Mitte April wurden etwa 350 Infizierte in den fünf Häusern der München Klinik, in Großhadern und im rechts der Isar behandelt. Aktuell sind es nur noch 14 Patienten – seit gut einem Monat ist die Lage entspannt.

Corona-Patienten in Münchner Kliniken: Aktuelle Entwicklung mit Covid-19 spricht Bände

So befand sich etwa im Klinikum rechts der Isar Mitte dieser Woche kein einziger Patient mehr wegen Covid-19 in Behandlung. Der Höchststand war nach Angaben einer Sprecherin der TU-Klinik Mitte April mit mehr als 80 Patienten erreicht, 30 davon auf der Intensivstation. Ende Mai waren es nur noch 19 Patienten, Ende Juni vier.

Ähnlich sieht es im LMU-Klinikum Großhadern aus. Ende März mussten dort 26 Patienten auf der Intensiv- und 39 auf der Normalstation behandelt werden, Ende April 28 und 20 normal. Aktuell befinden sich drei Erkrankte in Intensivversorgung. In den fünf Standorten der München Klinik sank die Zahl von 200 Patienten (Mitte April) auf aktuell elf. Insgesamt mussten in der München Klinik während der vergangenen Monate mehr als 800 Corona-Fälle versorgt werden.

Auch die Zahl der Todesfälle – insgesamt sind es in München* bislang 222 – steigt seit Wochen nicht mehr markant an. Allein von Mitte März bis Mitte Mai starben 211 Personen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung, danach elf. Von den 222 Todesfällen in München waren 209 älter als 61 Jahre, 131 älter als 80. Sowohl in Großhadern als auch im rechts der Isar lag das Durchschnittsalter der Intensivpatienten bei 65.

Covid-19 „nur“ eine Lungenerkrankung? Diese These ist widerlegt

Laut einer bundesweiten Analyse starben 53 Prozent der Patienten, die künstlich beatmet werden mussten. In Großhadern waren es nur 28 Prozent. Michael Irlbeck, Leitender Oberarzt Intensivmedizin der Klinik für Anästhesiologie: „Von den 80 Intensivpatienten konnten 55, also über zwei Drittel, bereits nach Hause oder in eine Rehabilitationsklinik entlassen werden.“ In den Häusern der München Klinik sind rund ein Drittel der beatmeten Patienten verstorben, am Klinikum rechts der Isar etwas weniger als jeder zweite.

Laut Irlbeck lagen Covid-19-Patienten im Schnitt drei Wochen auf der Intensivstation. Die Zahl der zu Behandelnden sei seit Mai nur sehr langsam rückläufig gewesen. Aber: Der Großteil der Intensiv-Patienten sei schwer betroffen gewesen und musste wochenlang behandelt werden, sagt Gerhard Schneider, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am rechts der Isar. Hierbei habe sich gezeigt, „dass Covid nicht nur eine schwere Lungenerkrankung ist, sondern das gesamte Organsystem betrifft“. Neben Symptomen wie Geschmacksverlust seien etliche Patienten von multiplem Organversagen, Gerinnungs- und Blutungskomplikationen bis hin zur Hirnblutung betroffen gewesen.

Nach den Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen seien die Fallzahlen gesunken. „Das hat uns geholfen“, sagt Axel Fischer, Geschäftsführer der München Klinik. Dennoch sei die Welt nach Corona* eine andere. „Wir leben nicht mehr so unbeschwert wie vorher.“ Prinzipiell werde nun jeder neue Patient auf Corona getestet und die Klinikum-Mitarbeiter regelmäßig.

Unterdessen kommt China in der Coronavirus-Pandemie nicht zur Ruhe. Die Botschaft warnt vor einer angeblich neuartigen Lungenentzündung in Kasachstan - das Nachbarland dementiert. Doch die Todesfälle häufen sich offenbar.*tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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