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 Corona/München: Geheimes Masken-Lager wird streng bewacht - Lieferungen für ganz Bayern
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Herr der Masken: Andreas Frank vom Technischen Hilfswerk München-Land hat die Oberaufsicht über das geschützte Lager.

In Corona-Zeiten

„Das Wertvollste befindet sich hier“: Geheimes Masken-Lager in Bayern wird streng bewacht

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Bayerns geheimes Zentrallager für medizinische Schutzausrüstung liegt im Landkreis München. Strengste Sicherheitsvorkehrungen bewachen es - besonders Corona-Zeiten.

  • In Zeiten des Coronavirus ist medizinische Schutzausrüstung ein hohes Gut.
  • Vor allem Mundschutz ist, jetzt nach Einführung der Maskenpflicht, sehr gefragt.
  • Das größte Lager an solcher Ausrüstung für Bayern liegt im nördlichen Münchner Landkreis.

Landkreis – Mit vor der Brust verschränkten Armen steht Andreas Frank breitbeinig hinter dem etwa zwei Meter hohen Eingangstor, das mit drei Rollen Stacheldraht bespannt ist. Im Hintergrund ist aggressives Gebell der Polizeihunde zu hören, die das Gelände im Münchner Norden rund um die Uhr bewachen. Der Mann in THW-Uniform hat das Sagen im bayrischen Zentrallager für medizinische Schutzausrüstung, dem einzigen seiner Art. Ein Funkgerät am Gürtel, ein Handy liegt in der Hosentasche: Mit diesen beiden Geräten koordiniert Frank die Logistik und die Mitarbeiter in dem Umschlag-Standort, der jede Gemeinde im Freistaat mit ausreichend Schutzkleidung und Hygienehandschuhen versorgen soll.

Coronavirus in Bayern: 600 Paletten am Tag in geheimem Masken-Lager

„Das derzeit Wertvollste in Bayern befindet sich hier“, sagt Frank während er einen Kleintransporter mit Mundschutzmasken mit einem Fingerzeig den richtigen Ausladeplatz auf dem weitläufigen Gelände zeigt. Täglich kommen etwa 600 Paletten an – und verlassen das Zentrallager meist schon einen Tag später wieder. „Das sind ungefähr 100 THW-Lastwagen“, erklärt Frank.

Lesen Sie dazu: So nähen Sie sich ganz einfach eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus selbst. Anleitung mit Materialien, die jeder Zuhause hat - und auch für Menschen, die nicht nähen können oder wollen.

Herr der Masken: Andreas Frank vom Technischen Hilfswerk München-Land hat die Oberaufsicht über das geschützte Lager.

Seit Mitte März schon dient der Standort als Zentrallager Bayerns. „Davor war hier nichts, nur die Hallen“, sagt der Einsatzleiter und deutet auf die acht festzeltgroßen Lagerhallen, die hintereinander aufgereiht sind. „Morgens fand die erste Besprechung statt, am Nachmittag kam schon die erste Lieferung an“, erinnert sich der Chef-Logistiker an den ersten Tag an dem Standort.

Schutzausrüstung gegen Coronavirus: Die Ausrüstung wird amtlich geprüft

Die Schutzausrüstung wird aus der ganzen Welt nach München gebracht, meist per Flugzeug. Die Pakete landen in München oder Frankfurt und werden mit Polizeischutz in den Münchner Norden transportiert. „Hier prüft das LGL erst einmal die Qualität der Ware“, erklärt Frank. Denn das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Oberschleißheim ist der Betreiber des Standorts. „Wir sind nur für die Logistik zuständig“, sagt der Einsatzleiter. Was nicht den Anforderungen des LGL genügt, muss aussortiert und später vernichtet werden.

Lesen Sie auch: Die ersten Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise werden zurückgefahren. Zugleich werden neuen Maßnahmen getroffen. Was kommt mit der Maskenpflicht auf Bayern zu?

Coronavirus in Bayern: Mundschutzmasken im Millionenwert

Auf knallroten E-Rollern flitzen 50 uniformierten THWler – alles Ehrenamtliche –, die täglich bis zu 14 Stunden auf dem Gelände arbeiten, von der einen grünen Lagerhalle zur nächsten. Der amerikanische Fahrgelegenheiten-Vermittler Uber hat die wendigen Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. „Das erleichtert einiges“, sagt Frank, während er den Schatten der ersten kühlen Halle betritt. Gut die Hälfte des Raumes ist mit meterhoch gestapelten Paketen in verschiedenen Größen gefüllt. Frank nimmt einen Karton von einem der Stapel, öffnet ihn und holt eine Handvoll blaugrüner Mundschutzmasken heraus. Diese Exemplare gehören zur hochwertigen Sorte – das Stück kostet 15 Euro. „Wir stehen hier vor fast 1 000 000 Euro“, sagt er und deutet auf die restlichen verschlossenen Schachteln. Die Nachfrage ist hoch. Doch den Bedarf der einzelnen Kommunen und Städte an Desinfektionsmittel und Hygienehandschuhen kann das Lager derzeit ganz gut abdecken. „Bei Masken und Schutzanzügen ist das etwas Anderes“, sagt Frank.

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Draußen vor den Lagerhallen rangiert ein Gabelstapler mit Paletten voller Desinfektionsmittel.

Masken-Lager im Landkreis München: Die Ehrenamtlichen sind stolz auf ihre Leistung

Vier bis acht Wochen soll der günstig gelegene Standort im Norden des Landkreises München noch als Zentrallager für Schutzausrüstung dienen. Ob die Ehrenamtlichen des THW bis zum Ende dafür zuständig sind, ist noch offen. „Von mir aus kann das auch eine Firma übernehmen“, sagt der ehrenamtliche Einsatzleiter, der eigentlich Geschäftsführer eines Unternehmens ist, und schmunzelt, als ob er es nicht hundertprozentig ernst meine. Zwar dauern seine Arbeitstage von 8 bis 21 Uhr. Aber stolz ist Frank schon auch. Auf das, was er mit seinem ehrenamtlichen Team in den acht grünen Lagerhallen auf die Beine gestellt hat.

Alle Infos zu den Zahlen der mit dem Coronavirus infizierten Patienten im Landkreis München, finden Sie in unserer Infektionszahlen-Übersicht.

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