„Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen“ steht in deutscher und englischer Sprache auf einem großen, roten Schild im Eingangsbereich des Hauptbahnhofs in München.
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Coronavirus in Deutschland: „Bitte Mund-Nase-Bedeckung tragen“ steht in deutscher und englischer Sprache auf einem großen, roten Schild im Eingangsbereich des Hauptbahnhofs in München

München ist Risikogebiet

Reisen trotz Risiko - das sagen die Zugfahrer am Münchner Hauptbahnhof zur aktuellen Corona-Lage - „Wären am liebsten abgereist“

  • Sascha Karowski
    vonSascha Karowski
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Die Corona-Regeln ändern sich schnell und wer nicht muss, vermeidet das Reisen bei den aktuellen Zahlen. Wir haben uns am Münchner Hauptbahnhof umgesehen und Reisende befragt.

  • München* ist Corona-Risikogebiet.
  • Am Münchner Hauptbahnhof* herrscht trotzdem einiges an Betrieb - wir haben Reisende nach ihren Erfahrungen befragt.
  • „Wir wären am liebsten sofort abgereist, aber alle Züge waren voll“, berichtet eine Familie.

München - Die Corona-Regeln ändern sich derzeit so gut wie täglich. Beherbergungsverbot gilt, Beherbergungsverbot läuft aus (siehe unten), Warnwerte und Ampel-Modelle: Die Politiker haben in der vergangenen Woche viel entschieden und einen Teil dieser Entscheidungen schnell wieder revidiert. Was sich dagegen nicht geändert hat: München liegt nach wie vor über dem Inzidenzwert von 50 und ist damit offiziell ein Risikogebiet. Beim tz-Rundgang am Hauptbahnhof war der Eindruck: nicht wahnsinnig viel los, aber doch spürbarer Betrieb (Die Bahn spricht derzeit von 60 % Auslastung). Und immer wieder trifft man Reisende, die es trotz der hohen Corona-Werte nach München zieht. Was sie zu erzählen haben, lesen Sie unten.

Die Reisenden müssen darauf gefasst sein, dass sich die Corona-Beschränkungen schon bald wieder ändern

Die Reisenden müssen darauf gefasst sein, dass sich die Corona-Beschränkungen schon bald wieder ändern – aber das gilt auch für die Münchner… So hatte die Stadt erst am Montag ein Ausschankverbot ab 22 Uhr erlassen. Das gilt auch noch – ebenso wie, dass der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen an den städtischen Hotspots ab 21 Uhr und der Verzehr ab 23 Uhr untersagt ist. Außerdem müssen Masken in der Fußgängerzone getragen werden und auf den Gehwegen im Tal.

Das gilt aber nur so lange, bis die Staatsregierung eine Verfügung erlassen hat. Diese umfasst dann weitere Einschränkungen, unter anderem eben eine Sperrstunde ab 22 für Kommunen, in denen der Inzidenzwert über 50 liegt. Unklar war aber bis Redaktionsschluss, ob die Verordnung des Freistaates noch am Freitag erlassen und somit heute rechtskräftig wird – und auch ob die Verordnung unmittelbar greift oder aber nur eine Empfehlung für die Kommunen darstellt. Sollte es lediglich eine Empfehlung sein, müsste München die städtische Allgemeinverfügung anpassen. Das wäre wohl Anfang kommender Woche möglich ska, mab - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

Das sagen die Reisenden am Hauptbahnhof zur aktuellen Corona-Lage: „Einchecken ist schwierig“

Ich bin seit Montag in München und hatte einen sehr schönen Urlaub hier. Bevor dieser jedoch beginnen konnte, gab es einige Schwierigkeiten. Angekommen am Hotel, durfte ich ohne Corona-Test nicht einchecken. Ich musste erst einmal zum Flughafen fahren, um dort einen Schnelltest zu machen. Reisen während Corona ist nicht so einfach.“ - Bartholeow Aboe (30), aus Berlin

„Während unseres fünftägigen Urlaubs in München haben wir alles besucht, was es an Sehenswürdigkeiten gibt. Trotz der vielen Unternehmungen haben wir uns täglich Sorgen gemacht, wie sich Corona entwickeln wird. Und auch der Urlaub mit Maske war sehr ungewohnt. Nichtsdestotrotz wären wir gerne noch länger in München geblieben.“ - Andrea F. (45) mit Ehemann Frank (51) & Sohn Lasse (12), aus Brandenburg

Das sagen die Reisenden am Hauptbahnhof zur aktuellen Corona-Lage: „Banger Blick auf die Zahlen“

„Wir haben meinen Bruder für sechs Tage in München besucht. Obwohl wir viel besichtigten und eine gute Zeit hatten, verfolgten wir täglich die aktuelle Corona-Lage. Als die Zahlen stiegen, wären wir am liebsten sofort abgereist, aber alle Züge waren ausgebucht. In so einer Zeit ist man einfach lieber zu Hause.“ - Sabine Schröder (52) mit Mann Klaus (54) und Tochter Wibke (16), aus Bocholt

„Wir kommen gerade aus unserem Griechenlandurlaub und sind nun auf der Durchreise nach Thüringen. Angst, in Corona-Zeiten zu verreisen, haben wir nicht. Anstecken können wir uns auch zu Hause in Thüringen. Corona hält uns deswegen definitiv nicht von unseren Reiseplänen ab. Wichtig ist, dass man sich auch im Urlaub an die Maßnahmen hält.“ - Jenny Neumann (22) und Roberto Hergit (38), aus Thüringen

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