Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Nun also doch: Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung für Schwangere und Stillende ausgesprochen: Sie empfiehlt auch für sie eine Corona-Impfung.

München/Berlin - Nun werden auch Schwangere und Stillende geimpft: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona*-Impfung nun auch für diese beiden Gruppen.

Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert-Koch-Institut* am Freitag in Berlin mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Im Ausland gab es bereits Impfempfehlung für Schwangere - Deutschland zieht nach

Die Einschätzung der Stiko wurde von vielen Seiten verlangt. Der Amtschef des Stuttgarter Sozialministeriums, Uwe Lahl, hatte in einem Brief an den Stiko-Vorsitzenden Thomas Mertens geschrieben, dass die fehlende Empfehlung „bei der Ärzteschaft, aber auch unter den Schwangeren selbst zu Unsicherheiten“ führe. Diese „werden dadurch noch verstärkt, dass andere Gremien und Fachgesellschaften im In- und Ausland sich mittlerweile klar für eine Impfung von Schwangeren aussprechen“, zitierten die Heilbronner Stimme und der Südkurier aus dem Schreiben. Nun gibt es also auch für Deutschland* eine klare Empfehlung.

Lahl zitierte Schätzungen von Intensivmedizinern, nach denen rund fünf Prozent der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten Schwangere seien. Am vergangenen Montag wurden auf den Südwest-Intensivstationen 172 Covid-19-Fälle behandelt. „Wir sehen auch, dass die vierte Welle derzeit insbesondere in den jungen Altersgruppen an Fahrt aufnimmt und auch immer mehr junge Patientinnen und Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, darunter auch zunehmend Schwangere.“

Höhere Risiken für schwangere Corona-Patienten - für Mutter und Kind

Laut Lahl gebe es bei einer Covid-19-Infektion während der Schwangerschaft ein sechsfach höheres Risiko für eine intensivmedizinische Behandlung im Vergleich zu Nicht-Schwangeren - und eine 26-fach erhöhte Sterblichkeit von Schwangeren mit Covid-19 im Vergleich zu Nicht-Schwangeren im selben Alter. Babys von während der Schwangerschaft mit Corona infizierten Frauen müssten zudem dreimal häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden. (cg mit dpa) -*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren - doch Biontech will das möglichst bald ändern. Das Produkt soll wohl in den kommenden Wochen geprüft werden.

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