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Studie: Corona-Impfung rettete im ersten Jahr 20 Millionen Menschen das Leben

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Von: Bettina Menzel

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Eine Intensiv-Pflegerin versorgt einen schwer an Corona erkrankten Patienten auf der Intensivstation. Eine Studie belegt, dass die Impfung bislang rund 20 Millionen Menschen weltweit das Leben rettete (Symbolbild). © picture alliance/dpa | Boris Roessler

Die Coronavirus-Impfung konnte bereits 20 Millionen Leben retten. Doch wäre die von der WHO angestrebte Impfquote erreicht worden, hätte das viele weitere Tote verhindert.

London - Eine Impfung gegen das Coronavirus reduziert das Risiko für Long Covid, sowie die Gefahr eines schweren Verlaufs erheblich. Innerhalb eines Jahres konnten mit der Corona-Impfung 20 Millionen Menschenleben gerettet werden, wie eine Studie nun ergab. Doch das Fazit der Forscher vom Imperial College in London zeigt auch, dass viele Menschen umsonst starben. Denn wäre weltweit die Impfquote von 40 Prozent bis Ende 2021 erreicht worden, hätte dies noch mehr Corona-Tote verhindert.

Corona-Impfung rettet 20 Millionen Menschenleben: So gingen die Forscher in der Studie vor

Das Forscherteam um Oliver J. Watson und Gregory Barnsley vom Imperial College in London zog als Datengrundlage die offiziell gemeldeten Covid-19-Todesfälle in 185 Ländern und Territorien heran, sowie die Statistiken zur Übersterblichkeit. Damit stellten sie Modellierungen an. Watson und sein Team verglichen zunächst die Todesraten mit einem fiktiven Alternativszenario, in dem es keine Impfungen gibt. Zwischen dem 8. Dezember 2020 und dem 8. Dezember 2021 hat die Impfung demnach 14,4 Millionen Menschenleben gerettet, die ansonsten an Corona verstorben wären.

Die Schätzung erhöht sich auf knapp 20 Millionen, wenn statt der offiziellen Todesrate die Übersterblichkeit in den verschiedenen Ländern als wahres Ausmaß der Pandemie herangezogen wird. Weltweit konnte die Corona-Impfung demnach die Todesfälle um 63 Prozent reduzieren. Das Forscherteam gibt hierfür das Konfidenzintervall von 95 Prozent an. Dies bedeutet statistisch gesehen, dass der wahre Wert der durch die Impfung geretteten Menschenleben zu 95 Prozent innerhalb des Intervalls zwischen 19,1 bis 20,4 Millionen liegt. Die Studie wurde am 23. Juni im medizinischen Fachjournal The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.

Coronavirus: Millionen Tote hätten durch höhere Impfquote verhindert werden können

Die Untersuchung der Forscher des Imperial College London belegt auch, dass Menschen in Ländern mit hohen und mittleren Einkommen eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, gerettet zu werden. Nur 0,3 von 10.000 Menschen wurden in ärmeren Ländern gerettet – in Ländern mit hohem Einkommen waren es 52 Gerettete pro 10.000 Menschen. Grund dafür ist die ungleiche Verteilung von Impfstoffen. „Die Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen ist das größte moralische Versagen unserer Zeit“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres dazu bereits im Februar. „Die Menschen und die Staaten zahlen den Preis“, so der UN-Generalsekretär weiter.

Das bestätigt auch die Studie von Watson und seinen Kollegen. Wäre bis Ende 2021 zumindest die damals von der Weltgesundheitsorganisation WHO angestrebte Impfquote von 40 Prozent in allen Ländern dieser Erde erreicht worden, hätte das 600.000 Leben gerettet. „Millionen von Leben wurden wahrscheinlich gerettet, indem Impfungen Menschen weltweit zur Verfügung gestellt wurden“, kommentierte Studienleiter Oliver Watson die Ergebnisse, gab aber zu Bedenken: „Wir hätten mehr tun können.“

Insgesamt starben nach Angaben des Johns-Hopkins-Instituts seit Beginn der Pandemie 6,3 Millionen Menschen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, eine diesbezügliche Studie kommt auf über 18 Millionen Corona-Todesopfer. Das aktuelle Impfziel der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 70 Prozent der Weltbevölkerung. Dies wird auch eines der Themen auf dem kommenden G7-Gipfel in Elmau sein. Die G7-Staaten wollen daher nach eigenen Angaben ihre Bemühungen um eine „gerechte und schnelle globale Verteilung“ sicherer und wirksamer Corona-Impfstoffe weiter beschleunigen (AFP/bme).

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