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Gefahr Corona-Mutante? Weitere Studie schürt jetzt herbe Zweifel an Herdenimmunität

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Von: Franziska Schwarz

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In einer brasilianischen Metropole hoffte man wegen der vielen bereits Infizierten, dass Corona nicht mehr zurückkehrt - vergeblich. Eine Studie weist nun auf Mutationen hin.

São Paulo/Oxford - Das Konzept der Herdenimmunität ohne Impfung bröckelt, zumindest bei Sars-CoV-2. Gemeint ist damit, dass einmal infizierte fortan immun gegen das Virus sind. In den Sinn kommen dabei als erstes Schweden mit seinem „Sonderweg“, dem unterstellt wurde, diese anzustreben (die dortige Regierung dementiert das vehement).

Und Brasilien, das mit Manaus eine Art „Vorzeigestadt“ hatte. Denn einer Studie zufolge hatten sich im Oktober 2020 bereits mehr als 70 Prozent der etwa zwei Millionen Einwohner mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Herdenimmunität also? Die kritische Schwelle setzen Forscher bei 60 bis 70 Prozent an. Jedoch: Die zweite Welle trifft Brasilien gerade mit Wucht. Auch Manaus.

Studie zu Corona-Herdenimmunität: Ansteckungsrate der Mutation als Gefahr

Schon früher hatte Merkur.de* über Zweifel an der Herdenimmunität berichtet. So hat nach Ansicht eines Virologen nicht jeder Infizierte genug Antikörper, um geschützt genug vor einer Zweitinfektion zu sein - und außerdem sind wohl auch die neuen Mutationen (Brasilien, Großbritannien, Südafrika) ein wichtiger Faktor.

Um die dreht sich auch eine neue, im FachmagazinThe Lancet publizierte Studie. Das in São Paulo und Oxford forschende Team suchte Gründe für den erneuten Corona-Ausbruch. Ihre Thesen:

Corona-Mutation in Brasilien: Einreiseverbote wegen „P.1“ - Proteste gegen Bolsonaro

Brasilien ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt. Mehr als 223.000 Menschen sind dort bislang im Zusammenhang mit oder an Covid-19 gestorben - das ist die höchste Zahl nach den USA. Die Corona-Mutante P.1 wurde inzwischen auch in anderen Ländern festgestellt. In Deutschland gilt für Brasilien - wie für andere Hochrisikogebiete - aktuell ein Einreiseverbot.

In mehreren brasilianischen Städten gab es wegen der katastrophalen Lage Proteste gegen Präsident Jair Bolsonaro. Der „Tropen-Trump“, wie ihn Kritiker nennen, hatte die Pandemie wiederholt verharmlost. Der rechtsextreme Staatschef zog außerdem die Wirksamkeit von Impfstoffen in Zweifel. Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Datafolha-Instituts hat Bolsonaros Popularität abgenommen: Demnach bescheinigen ihm nur noch 31 Prozent eine „gute“ oder „sehr gute“ Arbeit - im Dezember waren es noch 37 Prozent. (frs)

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