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Forscher finden Frühsymptom für Corona-Infektion: Auch deutsche Ärzte identifizieren es nach mysteriösem Fall

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Von: Marcus Giebel

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Corona-Infektionen und auch anschließende Covid-Erkrankungen können vielfältig verlaufen. Deutsche Ärzte sind nun auf ein Frühwarnzeichen aufmerksam geworden.

München - Das Coronavirus macht der Menschheit auf vielfältige Weise das Leben schwer. Auch weil diese Pandemie seltsame Blüten treibt. Denn viele von Sars-CoV-2 oder einer der Mutationen Befallene nehmen ihre Infektion gar nicht wahr, weil sie scheinbar keinerlei Symptome zeigen und sich kerngesund fühlen. Doch genau dadurch kann sich das Virus unbemerkt weiter verbreiten, wenn die Infizierten Zeit mit anderen wirklich Gesunden verbringen und diese unwissentlich anstecken.

Umso fieberhafter suchen Wissenschaftler nach Anhaltspunkten, die eine Infektion rasch offenbaren. Nun könnte ein Frühwarnsymptom entdeckt worden sein. Denn auffällig häufig kommt es zu Ohnmachtsanfällen von Personen, deren Corona-Test später anschlägt. Davon berichtet die Ärztezeitung.

Corona-Symptome: Mann hatte vor positivem Test mehrere Ohnmachtsanfälle

Bei der plötzlichen und unerklärlichen Ohnmacht sprechen Experten auch von Synkopen. Weil er von diesen häufiger geplagt wurde, kam ein 35-Jähriger dem Bericht zufolge in die Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses. Dort standen die Ärzte vor einem Rätsel - einziger weiterer Hinweis auf gesundheitliche Beschwerden war ein positiver Corona-Test.

Bereits im August 2021 hatten Forscher aus Spanien, Portugal und Italien bei der Auswertung von 37 Studien mit 14.437 Teilnehmern immer wieder auftretende Synkopen entdeckt. Bei 604 der Infizierten war dies der Fall, was einem Prozentanteil von 4,2 entspricht. Sie traten vor allem im Frühstadium auf, zumeist waren Menschen ab 60 Jahren betroffen.

Video: So unterscheiden sich Erkältung, Grippe und Corona

Ohnmachtsanfälle als Corona-Hinweis? Sie könnten auch auf Long Covid hindeuten

Zwar hielten die Wissenschaftler die Ohnmachtsanfälle nicht für ein typisches Corona-Symptom, allerdings schlossen sie aus ihrer Studie, dass Synkopen zusätzlich auftreten könnten. Womit diese als Frühwarnung genutzt werden könnten. Im Schnitt kam es drei Tage vor einem positiven Test zu diesen Ohnmachtsanfällen. Weil in zwei Studien aber auch mehrere Wochen nach einer Covid-Genesung Synkopen verzeichnet wurden, könnten sie demnach auch eines der vielfältigen Symptome für Long Covid sein.

Die genauen Ursachen konnten nicht geklärt werden. Es wird jedoch ein Zusammenhang mit Bluthochdruck und blutdrucksenkenden Medikamenten vermutet. Zudem könnten Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit, Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) und Herzerkrankungen Einfluss haben.

Auch die Ärzte in Deutschland erkennen angesichts der sich häufenden Fälle eine Korrelation. Doch die genauen Hintergründe müssen erst noch aufgedeckt werden. (mg)

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