Eine Reihe von Teströhrchen  befindet sich im Hintergrund des Bildes. Im Vordergrund sieht man eine Frau, die sich die Nase putzt. Ein zweites Bild zeigt eine Frau mit Kopfschmerzen. Das dritte Bild stellt symbolisch Schwindel dar.
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Die Auswirkungen des Coronavirus auf den menschlichen Körper werden immer weitreichender - auch neurologische Symptome sind möglich.

Neurologische Erkrankungen

Coronavirus: Forscher entdecken neue Symptome bei schwerem Verlauf - und viel höhere Sterberate

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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Wissenschaftler an einer Klinik in den USA haben neue Erkenntnisse zum Coronavirus und zu Covid-19 gewonnen: Diese Symptome können bei Corona auftreten.

München / Chicago (USA) - Corona mit einer Grippe gleichsetzen, das tut wohl so gut wie keiner mehr. Wie weitreichend die Symptome des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sein werden, hätte sich zu Beginn der Pandemie aber wohl auch niemand vorstellen können.

Coronavirus und Covid-19: Symptome und Krankheitsverläufe fallen individuell aus

Das Virus ist nicht nur ansteckend, sondern löst auch die neue Krankheit „Covid-19“ aus. Der Verlauf der Erkrankung entwickelt sich individuell und kann von leichten bis schweren Symptomen alles beinhalten. Führende Wissenschaftler und gesundheitliche Institutionen, wie etwa das Robert-Koch-Institut (RKI), sprechen der Bevölkerung entweder keine oder nur eine begrenzte Immunität gegen das neuartige Virus zu.

Darüber hinaus wird eine Behandlung der Symptome durch fehlendes Wissen über das Virus und die daraus folgende Erkrankung erschwert. Auch eine Abschätzung von möglichen Langzeitfolgen ist unter dieser Voraussetzung erschwert. Die Vermutung besteht schon länger, dass Corona nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz, das Nervensystem und Muskeln in Mitleidenschaft zieht. Folgende Covid-19-Symptome sind in Deutschland laut dem RKI* über die Meldedaten erfasst:

Husten45 Prozent
Fieber38 Prozent
Schnupfen20 Prozent
Störungen des Geruchs- und/oder Geschmackssinns15 Prozent
Pneumonie (Entzündung des Lungengewebes)3 Prozent

Video: Grippe oder Covid-19? Auf diese Symptome müssen Sie achten

Covid-19: Neurologische Auswirkungen von Corona an über 500 Patienten untersucht

Eine neue Forschung liefert nun Erkenntnisse, die einen Teil dieser Befürchtungen bestätigen. Wissenschaftler des Northwestern Memorial Hospitals in Chicago (USA) untersuchten in einer Studie die möglichen neurologischen Auswirkungen des Coronavirus. Als Untersuchungsgrundlage dienten über 500 hospitalisierte Covid-19-Patienten. Bei 82 Prozent der Patienten traten im Verlauf der Erkrankung auch neurologische Symptome auf.

Igor Koralnik, Arzt und Spezialist für neurologische Infektionen, ist ein Teil dieser Forschungsgruppe. Er stellt fest, dass die durchgeführte Studie „die erste ihrer Art in den Vereinigten Staaten“ ist. Des Weiteren stellt Koralnik folgende Symptome des Nervensystems und der Muskeln vor:

Muskelschmerzen44,8 Prozent
Kopfschmerzen37,7 Prozent
Enzephalopathie31,8 Prozent
Schwindel29,7 Prozent
Störung des Geschmackssinns15,9 Prozent
Störung des Geruchssinns11,4 Prozent

Corona-Studie aus der USA bestätigt schlimmen Verdacht - Enzephalopathie „besonders schwerwiegend“

Gerade die Enzephalopathie wird von den Wissenschaftlern als „besonders schwerwiegend“ angesehen. Unterstützt wird diese Einschätzung auch durch die Zahlen der Studie: Nur etwa 32 Prozent der Covid-19-Patienten mit Enzephalopathie konnten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eigenständig für sich selbst sorgen.

  • Was ist Enzephalopathie?
  • Enzephalopathie ist ein Sammelbegriff für krankhafte Prozesse im Gehirn, die das ganze Gehirn betreffen.
  • Die funktionellen Prozesse im Gehirn werden durch äußere Einflüsse gestört (z. B. Vergiftungen, Viren, Prionen oder Bluthochdruck).
  • Eine vollständige Ausheilung der Krankheit ist bei einem frühen Befund oft, aber nicht zwangsläufig, möglich.
  • Langzeitschäden können unter anderem kognitive Störungen sein.

Die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit dieser neurologischen Zusatzerkrankung war laut den Untersuchungsergebnissen fast 20 Prozent höher (21,7 Prozent) als bei den Corona-Patienten ohne Enzephalopathie (3,2 Prozent). (jey) *Merkur.de ist ein Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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