Covid-19

Corona-Schnelltests für zu Hause? Das sind PCR-Test, Antigen-Test und Antikörpertests

  • Martina Lippl
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PCR-Methode, Antigene und Antikörpertests: Es gibt verschiedene Testmöglichkeiten, eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 nachzuweisen. Ein Überblick:

München - Corona-Tests spielen in der Corona-Krise eine wichtige Rolle. „Testen ist essenzieller Bestandteil einer umfassenden Pandemie-Bekämpfungs-Strategie“, ist auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu lesen. Nur so lasse sich die Lage in Deutschland schnell und präzise erfassen. Um eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 verbindlich nachzuweisen, gilt aktuell der sogenannte PCR-Test als Goldstandard. Antikörper-Test oder Antigen-Test sind derzeit (Stand 1. Oktober 2020) nicht in der nationalen Strategie vorgesehen. Doch das soll sich laut dem Bundesministerium für Gesundheit ändern. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigt Schnelltests für zu Hause an.

Coronavirus - Was ist ein PCR-Test?

Ein PCR-Test (engl. Polymerase chain reaction/ Polymerase Kettenreaktion) dient dem Nachweis einer aktuellen Coronavirus-Infektion. Diese in Deutschland entwickelte Methode zum Virusnachweis gilt nach wie vor als der „Goldstandard“.

Für PCR-Tests werden Proben entweder tief im Rachen oder im Nasenraum genommen. Mit einem PCR-Test wird im Labor nachgewiesen, ob Erbmaterial (RNA) des SARS-CoV-2-Erregers im Abstrichmaterial vorhanden und das eine Infektion mit dem Coronavirus vorhanden ist. Vereinzelt werden auch Proben aus Gurgelwasser verwendet. Das Verfahren ist sehr empfindlich und damit genau, aber aufwändig. Der PCR-Test sagt nichts darüber aus, in welchem Stadium der Infektion sich der Patient befindet oder jemand an Covid-19 Symptome aufweist.

PCR-Test: Wie schnell liegt das Ergebnis vor?

Die reine Testzeit liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei vier bis fünf Stunden. Von der Probenentnahme bis zur Übermittlung des Ergebnisses vergehen in der Regel ein bis zwei Tage.

Wie sicher ist ein PCR-Test?

Die PCR-Methode gilt als Standardverfahren. Ein negatives Ergebnis schließt freilich die Möglichkeit, dass ein Patient trotzdem mit dem Coronavirus infiziert ist, nicht völlig aus. Solche falsch-negativen Ergebnisse können zum Beispiel durch schlechte Probenqualität oder einen ungünstigen Testzeitpunkt entstehen. Bei einem begründeten Verdacht soll in diesem Fall erneut getestet werden. Falsch-positive Befunde kommen laut RKI so gut wie nicht vor - das bedeutet, dass eine Person ein positives Testergebnis bekommt, obwohl keine Infektion vorliegt.

Was ist ein Corona-Schnelltest?

Corona-Schnelltest sollen statt der bisher üblichen PCR-Tests zum Einsatz kommen. In kurzer Zeit und mit wenig Aufwand sollen diese Tests einen Corona-Nachweis liefern. Ein großer Vorteil. Positiv, oder nicht? Wie bei einem Schwangerschaftstest sollen diese Tests nach einigen Minuten ein Ergebnis anzeigen. Erste Produkte von sind bereits auf dem Markt.

Diese Corona-Schnelltests werden auch Antigen-Tests genannt. Denn, dieser Testtyp sucht virustypische Proteine im Abstrichmaterial. Der Test zeigt dann an, ob beim Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum das gesuchte Protein eines Krankheitserregers vorliegt.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche beispielsweise bietet einen Antigen-Schnelltest an, der innerhalb von 15 Minuten einen Nachweis erbringen soll. Die Durchführung des Schnelltests ist durch medizinisches Fachpersonal vorgesehen, teilt das Pharma-Unternehmen jedoch mit. Der Abstrichtupfer müsse tief in den Nasen-Rachenraum eingeführt werden, um aussagekräftiges Material zu gewinnen.

An der Uniklinik Heidelberg kommt ein Antigen-Test der Firma SD Biosensor bereits zum Einsatz. Die Schnelltests nutzt die HNO-Klinik beispielsweise bei Notfall-Patienten.

Die Firma Bosch wiederum hat einen neuen Schnelltest zum Nachweis einer Coronavirus-Infektion entwickelt, der auf der PCR-Methode beruht und binnen 39 Minuten ein Testergebnis liefern soll. Dieser Schnelltest wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Antigen-Tests erkennen eine Corona-Infektion besonders in den Anfangstagen. Im späteren Verlauf sind die Tests bisher weniger zuverlässig als PCR-Tests. Doch gerade in den frühen Phasen einer Infektion können die Schnelltests das Virus sicher erkennen. Das betonte auch der Virologe Christian Drosten kürzlich im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“.

Coronavirus-Schnelltest für zu Hause?

Corona-Schnelltests für zu Hause gibt es bisher nicht. Apotheker dürfen an Laien keine Corona-Schnelltests abgeben, egal ob der Test das Virus direkt nachweist oder Antikörper gegen eine Covid-19-Infektion. Dies ist so in der Medizinprodukteabgabeverordnung und im Infektionschutzgesetz geregelt. Selbsttests zu Hause wären nur durch eine Bekanntmachung des RKI oder eine Änderung der Verordnung möglich.

Coronavirus: Was ist ein Antikörpertest?

Bei Antikörpertests, die es auch als Schnellvariante gibt, wird nicht das Virus selbst nachgewiesen. Mit ihnen kann in der Regel eine durchgemachte Infektion erkannt werden, also wenn der Körper bereits Antikörper gebildet hat. Allerdings sind nicht in jedem Fall Antikörper nachweisbar, auch kann ein Patient immer noch infektiös sein. Diese Tests werden aktuell vor allem in Studien eingesetzt, um mehr über die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung herauszufinden. Zudem ist wissenschaftlich noch unklar, wie lange eine Immunität gegen das Corona-Virus nach der Bildung von Antikörpern besteht. (ml/AFP)

Rubriklistenbild: © Georg Hochmuth/AFP

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