Schockierende Berichte aus Italien

Dramatische Entscheidungen in Corona-Krise: Ärzte zu Triage gezwungen - was bedeutet das?

  • Veronika Arnold
    vonVeronika Arnold
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  • Christoph Englmann
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Das Coronavirus hat kriegsähnliche Zustände heraufbeschworen. In Italien etwa war man zur Triage gezwungen - die schwer Erkrankten mussten notgedrungen aussortiert werden.

  • Die Corona-Krise zwingt das Gesundheitssystem in vielen Ländern in die Knie.
  • Wegen dem Mangel an Intensivbetten sind Ärzte zur Triage gezwungen.
  • Das bedeutet, Mediziner müssen die Corona-Infizierten nach Überlebenschancen einteilen.
  • Coronavirus: Unser Wegweiser durch die Berichterstattung.

Mailand - Es ist Darwinismus der grausamsten Form - die Triage. Eine Auslese getroffen von abgehetzten Ärzten, deren Kapazitäten in Zeiten der Corona-Krise längst überschritten sind. Die den Daumen senken müssen, während der Patient gegen das Virus ankämpft. Schlichtweg weil sie im selben Moment das Leben eines Erkrankten retten wollen, dessen Überlebenschancen vielversprechender scheinen.

Die Zustände in Italien haben zwischenzeitlich unvorstellbare Ausmaße angenommen. Das C oronavirus* ist eine Zerreißprobe für die Gesellschaft. Ärzte sind mit ethischen Fragen konfrontiert, für die sie eigentlich weder die Zeit noch die Mittel haben. Im Schnellverfahren müssen Ärzte entscheiden, wessen Überlebenschancen größer sind. Welcher Viruserkrankte noch auf ein Bett auf der Intensivstation hoffen darf, wer warten muss. Sortieren - darum geht es bei der Triage

Coronavirus: Ärzte zu Triage gezwungen

Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet „sortieren“. Das Auswahlverfahren entstand einst im Krieg, als Versorgungsnotstände an der Tagesordnung waren. Die Mediziner geben eine Prognose über die Überlebenschancen der einzelnen Patienten ab. Sie dient in der Folge als Maßstab. Je geringer die Chancen eines Patienten, desto unwahrscheinlicher ist ein Platz auf der Intensivstation. Ein erfolgversprechenderer Fall erhält stattdessen den Vorzug. 

In Italien ist der Notstand längst erreicht. Bereits am 7. März hatte die italienische „Vereinigung der Anästhesie, Schmerzlinderung, Reanimation und Intensivtherapie“ (Siaarti) festgelegt, dass künftig bei der Verteilung der Plätze auf den Intensivstationen jene Patienten zu bevorzugen seien, „die eine höhere Lebenserwartung haben“.

Corona: Italiens Gesundheitssystem kollabiert - Zahlen schockieren

Auf den Intensivstationen der Poliklinik San Donato in Mailand starben einem Bericht zufolge zu Corona-Hochzeiten zwischen 12 und 16 Prozent. Von den Corona-Patienten, die auf die Intensivstation kommen, gibt es inzwischen Meldungen, wonach nur noch jeder Zweite, überlebe. Die Zeitung „Il Fatto Quotidiano“ berichtet, dass in der Lombardei sogar neun von zehn Corona-Patienten starben, ohne je in eine Intensivstation aufgenommen worden zu sein

Die apokalyptischen Ausmaße* der Krise haben das italienische Gesundheitssystem in die Knie gezwungen. Ein Fiasko, wovor in Deutschland bereits einschlägig gewarnt wird. Umso verständlicher erscheint das verhängte Kontaktverbot der Bundesregierung, das die Ansteckungsgefahr* minimieren soll. Die Forschung sucht händeringend nach einem Impfstoff - und steht womöglich vor einem Durchbruch.*

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Massimo Paolone

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