Regierungschefs unter sich: der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
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Regierungschefs unter sich: der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kurz vor Beginn der Corona-Pandemie.

Krankenhäuser sind voll

Merkel-Widersacher Orban entgleitet die Corona-Lage - dramatische Todeszahlen bis Sommer befürchtet

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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In Ungarn verschärft sich die Coronavirus-Situation drastisch. Regierungschef Viktor Orban reagiert, doch Prognosen zu möglichen Corona-Toten machen große Sorgen.

München/Budapest - Während die Covid-19-Fallzahlen in der Bundesrepublik hoch bleiben, sinkt ganz offensichtlich die Mortalität in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland. Was für die Bundesrepublik gilt, lässt sich so für den europäischen Partner Ungarn offenbar nicht sagen.

Mehr noch: Ministerpräsident und Regierungschef Viktor Orban, in wichtigen Themen wie der Flüchtlingsfrage ein politischer Widersacher der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), gleitet die Corona-Lage in dem 10-Millionen-Einwohner-Land aktuell wohl aus den Händen.

Coronavirus-Pandemie in Ungarn: Corona-Fälle steigen drastisch an - viele Tote befürchtet

So sind die Krankenhäuser laut übereinstimmender Medienberichte voll. Laut Nachrichtenportal oe24.at steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen dramatisch an, auf zuletzt 6494 Fälle innerhalb von 24 Stunden. Was, gemessen an der Einwohnerzahl, viel ist. Mehr noch: An diesem Dienstag, 9. März, wurde die Höchstzahl an Todesopfern in 2021 vermeldet.

Demnach starben binnen eines Tages 158 Menschen im Zusammenhang mit der heimtückischen Lungenkrankheit Covid-19. Und damit nicht genug: Die österreichische Kronen Zeitung verweist beispielsweise auf einen Bericht des amerikanischen Institut Health Metrics and Evaluation.

Demnach drohen bis Ende März 500 Corona-Tote pro Tag und bis Juli mehr als 40.000 Todesfälle seit Beginn der Pandemie insgesamt. Stand 9. März waren es in Ungarn 16.146 Todesopfer. Erst Anfang der Woche hatte Ungarn seinen Lockdown bis zum 22. März verschärft.

Coronavirus-Pandemie in Ungarn: Viktor Orban plant Reise zu Impf-Weltmeister Israel

Regierungschef Orban reagiert weiter - und sucht wie zuvor das Nachbarland Österreich beim Impfen die Nähe zu Israel. So will der 57-jährige Regierungschef Berichten zufolge schon bald in den Nahen Osten reisen. Israel, das knapp neun Millionen Einwohner hat, hat seine Bevölkerung schon fast durchgeimpft.

Währenddessen forderte Ungarns Chef-Infektiologe Janos Szlavik die Bürger im öffentlichen Rundfunk auf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Bange Tage zwischen Balaton und Budapest. (pm)

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