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Drosten fürchtet Szenario nach Corona-Lockerungen: „Großer Grund zur Sorge“ - neue Prognose für Ostern

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Von: Franziska Schwarz

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Das „Corona-Update“ ist unter anderem bei Spotify seit langem in den Charts. Virologe Christian Drosten spricht aktuell über die Wirksamkeit der Covid-19-Impfstoffe und Lockerungen.

Berlin - „Die Situation ist viel besser als ich das noch vor Tagen gedacht habe“: Der Virologe Christian Drosten hat sich über den in Aussicht gestellten Anstieg der Impfstoffdosen im Jahresverlauf „sehr positiv überrascht“ gezeigt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums unter Jens Spahn (CDU) sollen die Liefermengen bis zum Sommer deutlich anziehen.

Drosten verweist in der aktuellen Folge des „Coronavirus Update“-Podcast (NDR) allerdings auch auf Unwägbarkeiten und Herausforderungen an das Impfen in der Breite. Zur Wirksamkeit der verschiedenen Präparate erklärte der Charité-Wissenschaftler, dass sie alle „total gut wirksam“ seien gegen schwere Verläufe.

Deutschland: Streeck bestätigt Drosten bei Corona-Szenario: „Dunkelziffern, die an solchen Werten kratzen“

Jedoch, Drosten schränkte ein: Auch wenn durch die Impfungen die Sterblichkeit sinke, bleibe das Verringern der Fallzahlen für ihn essenziell. Wo und wie schnell man lockere, müsse man genau prüfen. Es gebe „einen großen Grund zur Sorge“. Drosten sprach von einem Szenario, in dem es zu zahlreichen schweren Krankheitsverläufen in der mehr als 23 Millionen Menschen umfassenden Gruppe der 40- bis 60-Jährigen kommen könnte - falls zu früh gelockert würde und diese Menschen noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt seien. Dies könne unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems und hohen Krankenständen in Unternehmen führen.

Drostens Kollege Hendrik Streeck wurde unterdessen von der dpa gefragt, was er von einer Zahl halte, die Drosten einmal ins Spiel gebracht habe: Bei verfrühten Lockerungen im schlimmsten Fall 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. „Ich halte es für gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir schon Dunkelziffern hatten, die an solchen Werten kratzten“, antwortet der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn.

Was bedeutet die Corona-Impfung für die Oster-Zeit? Drosten mit Prognose für Deutschland

„Wenn man annimmt, dass rund zwei Prozent der Infizierten intensivmedizinisch behandelt werden müssen, dann kommt man bei 5000 belegten Intensivbetten auf entsprechend viele Neuinfektionen, die es vorher gegeben haben muss“, führte der 43-Jährige aus, der unter anderem die Ausbreitung von Sars-CoV-2 im Hotspot im Kreis Heinsberg untersuchte.

Am 10. Februar wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über die Dauer des Lockdowns beraten. Drosten ist skeptisch: „Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten“, sagte im Podcast vom Dienstag. (frs/dpa) Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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