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Spanische Inseln zu Unrecht Corona-Risikogebiet? Branchen-Experte geht Merkel-Regierung an - „Das ist absurd“

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Aufgrund immer neuer Corona-Reisewarnungen sieht sich der deutsche Tourismus-Zweig am Rande des Abgrunds - und zweifelt die Maßnahme der Bundesregierung nun offen an.

Berlin - Angesichts der wachsenden Zahl von Corona*-Risikogebieten in der EU und anhaltenden Reisewarnungen für das außereuropäische Ausland sieht sich die deutsche Tourismusbranche in einer Überlebenskrise. Die Lage der Branche sei „existenzbedrohend“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Umsätze lägen derzeit lediglich bei einem Viertel von jenen des Vorjahres, und „eine Besserung ist nicht in Sicht“.

Corona-Risikogebiete in Spanien? „Das ist absurd“

Fiebig verwies auf eine Umfrage seines Verbands, wonach sich die Mehrzahl der Unternehmen „massiv in ihrer Existenz bedroht“ sehe. Reisebüros und -veranstalter seien als Erste vom Corona*-Lockdown betroffen gewesen - „und sie werden die Letzten sein, die am Ende aus der Krise heraus kommen“.

Der Verbandschef kritisierte, dass etliche Regionen zu Unrecht von der Bundesregierung zu Risikogebieten erklärt worden seien. In Spanien beispielsweise gebe es zahlreiche Inseln wie Lanzarote, Formentera und Menorca, auf denen es keinen einzigen Corona-Hotspot* gebe, trotzdem würden sie als Risikogebiete geführt. „Das ist absurd“, kritisierte Fiebig.

Menschen sonnen sich am 25. Mai 2020 am Strand von Arenal auf Mallorca.
Spanien gilt aktuell als Risikogebiet (Symbolbild) © Clara Margais/dpa

Deutscher Reiseverband in Corona-Krise: „Finca-Urlaub nicht gefährlicher als S-Bahn-Fahrt in Berlin“

„Finca-Urlaub ist in keiner Weise gefährlicher als eine S-Bahn-Fahrt in Berlin“, sagte der Verbandschef. Und Reisen per se sei es auch nicht - vorausgesetzt, die Menschen hielten sich an die Corona-Regeln.

Erst am Mittwoch hatte die Bundesregierung weitere Regionen in elf EU-Ländern zu Risikogebieten erklärt und entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Betroffen sind Regionen unter anderem Regionen in Tschechien, Österreich und den Niederlanden sowie die Hauptstädte Kopenhagen, Dublin und Lissabon. (AFP/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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