Große Probleme für Trump

Corona: Trump geht offenbar brutal gegen Virologen vor - Virus-Welle erfasst Kalifornien

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Die Coronavirus-Neuinfektionen in den USA steigen weiterhin alarmierend. Ein US-Bundesstaat meldet schockierende Zahlen. US-Präsident Trump erhebt abermals schwere Vorwürfe gegen China. 

Update vom 14. Juli, 18 Uhr: Über alle weiteren Entwicklungen rund um das Coronavirus in den USA halten wir Sie ab sofort in unserem neuen News-Ticker auf dem Laufenden. 

Update vom 14. Juli, 10.18 Uhr: Der Houston Chronicle nutzte seine Sonntagsausgabe, um auf besondere Weise auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen. Die texanische Zeitung druckte auf 43 Seiten rund 900 Todesanzeigen ab. Dabei handelte es sich jedoch nicht nur um Personen, die an Covid-19 gestorben sind, sondern auch um Todesfälle mit anderen Hintergründen. Dennoch ist klar, was die Redaktion damit erreichen will: Aufzeigen, wie prekär die Lage in den USA im Allgemeinen und in Texas im Besonderen ist.

Corona in den USA: Kalifornien schließt wieder Restaurants, Bars und Kinos  

Update vom 14. Juli, 7.20 Uhr : Im US-Bundesstaat Kalifornien müssen wegen der Coronavirus-Pandemie wieder alle Restaurants ihre Innenbereiche schließen. Auch Bars und Kinos im gesamten Bundesstaat müssten erneut zumachen, sagte Gouverneur Gavin Newsom am Montag. In 30 Bezirken des Westküstenstaates werden zudem Kirchen, Einkaufszentren, Fitnessclubs und Friseure geschlossen. Davon betroffen ist auch die Millionenmetropole Los Angeles. 

Indes zog ein Lungenspezialist eine bittere Bilanz über die Corona-Lage in Deutschland.

Coronavirus in den USA: „America first“ - Einreiseverbot für EU-Bürger

Update vom 13. Juli, 22.16 Uhr: Die US-Regierung will an der Corona-Einreisesperre für Menschen aus Europa festhalten. Begründet wird dies nun mit Donald Trumps Politik, Amerikas Interessen immer in den Vordergrund zu stellen. Das sagte Trumps Sprecherin Kalyleigh McEnany am Montag. Ein Journalist hatte sie bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus gefragt, wieso die Reisebeschränkungen beibehalten würden, obwohl die Pandemie in den USA inzwischen viel schlimmer sei als in Europa. „Das Argument ist, dass für uns Amerika immer an erster Stelle kommt“, sagte McEnany.

Sie gab keine weitere inhaltliche Begründung für das weitgehende Einreiseverbot für Menschen aus dem europäischen Schengen-Raum, Irland und Großbritannien. Die US-Regierung hatte es Mitte März verhängt, als sich die Pandemie in Europa dramatisch zugespitzt hatte und die USA noch vergleichsweise wenig bekannte Infektionen hatten. Inzwischen hat die EU die USA wegen der dortigen Zuspitzung der Corona-Pandemie ebenfalls mit Reisebeschränkungen belegt.

Kayleigh McEnany ist seit dem 7. April Pressesprecherin des Weißen Hauses. Zuvor arbeitete sie für Trumps Wahlkampfteam.

Coronavirus/USA: Diskreditions-Wirbel um Trump-Berater Fauci 

Update vom 13. Juli, 16.24 Uhr: Das Weiße Haus versucht Medienberichten zufolge, inmitten der Corona-Pandemie den renommierten Virenexperten und Präsidentenberater Anthony Fauci zu diskreditieren. Ein Vertreter soll am Wochenende eine Liste mit Beispielen verteilt haben, die zeigen soll, inwiefern Fauci sich im Hinblick auf das Coronavirus geirrt hat. Das berichten unter anderem die Washington Post und der Nachrichtensender CNN. Aufgeführt werden vor allem Aussagen vom Beginn der Pandemie

US-Medien schrieben, das Vorgehen das Weißen Hauses gegen Fauci erinnere an Bemühungen, Informationen über politische Gegner zu sammeln, um ihnen zu schaden. Die jüngsten Geschehnisse machen die Spannungen zwischen dem US-Präsidenten und dem Wissenschaftler besonders deutlich. Während Trump, der schon im Wahlkampfmodus ist, möglichst flott zurück zur Normalität möchte, warnt Fauci vor einer vorschnellen Lockerung der Corona-Beschränkungen.

Indeswarnen Experten vor extremen Spätfolgen selbst bei leichten Symptomen

Corona in den USA: Manche Bundesstaaten schwer gebeutelt - New York mit großartiger Überraschung

Update vom 13. Juli 2020, 14:52 Uhr: Das Coronavirus hat die USA noch immer fest im Griff. Die Neuinfektionen erreichen immer wieder Rekordhöhen. Aus New York aber gibt es eine positive Nachricht. Vorläufigen Daten zufolge hat es im einstigen Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA nun den ersten Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall nach einer Infektion mit dem Virus seit dem Ausbruch gegeben. 

Sollten sich die Daten bestätigen, wäre das der erste solche Tag seit dem ersten gemeldeten Todesfall in der Stadt am 11. März 2020.

Corona in den USA: Beschleunigte Zulassung für möglichen Impfstoff

Update vom 13. Juli 2020, 14:20 Uhr: Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus macht Fortschritte. Nun hat eine US-Behörde einen wichtigen Schritt für eine schnellere Zulassung eines potentiellen Impfstoffs möglich gemacht. 

Der amerikanische Konzern Pfizer und das deutsche Unternehmen Biontech aus Mainz haben von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Genehmigung für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei von derzeit vier untersuchten Impfstoffkandidaten bekommen. Das gaben beide Unternehmen bekannt. In den USA hatten die beiden Firmen zuletzt bereits erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, die vielversprechend waren. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger entwickelt, aber ob dies tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützt ist noch unklar. Erste Ergebnisse für Deutschland werden noch im Juli erwartet, so Biontech

"Die Entscheidung der FDA, diesen beiden COVID-19-Impfstoffkandidaten ein beschleunigtes Zulassungsverfahren zu ermöglichen, bedeutet einen wichtigen Meilenstein in den Bemühungen, einen sicheren und wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln“, sagt Peter Honig für den Konzern Pfizer. Von Biontech hieß es, man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Partner.

Coronakrise in den USA: Bundesregierung will sich für deutsche Studierende einsetzen

Update vom 13. Juli, 14.11 Uhr: Die Bundesregierung will sich gegenüber den USA für deutsche Studierende einsetzen, denen wegen der Corona-Pandemie die Ausweisung droht. Der von der US-Regierung angekündigte Visa-Entzug bringe "die deutschen Studierenden in eine sehr belastende und schwierige Situation", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Die Bundesregierung spreche im Rahmen der laufenden Verhandlungen über die Lockerung von Reisebeschränkungen mit den USA über dieses Thema.

Nach Angaben der Bundesregierung befinden sich derzeit etwa 9200 deutsche Studenten in den USA. Der Außenamtssprecher in Berlin sagte, dass die deutschen Vertretungen in den USA als Ansprechpartner für die Beratung der Betroffenen zur Verfügung stünden.

Coronavirus in den USA: Florida meldet Rekordzahl  

Update vom 13. Juli, 6.48 Uhr: In Florida ist innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von mehr als 15.000 neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. 15.299 neue Ansteckungsfälle wurden gezählt, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaates im Südosten der USA am Sonntag mitteilte. Dies ist die bislang höchste Zahl von Neuinfektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde.

Corona in den USA: US-Präsident Trump trägt erstmals Maske 

Update 12. Juli, 7.20 Uhr: US-Präsident Donald Trump lehnt Masken in der Corona-Krise für sich selber eigentlich ab - nun hat er bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus einen Mund-Nasen-Schutzgetragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington eine blaue Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug. Nach Angaben des Weißen Hauses wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Personal zusammenkommen, dass sich in der Corona-Krise um Erkrankte kümmert.

Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: „Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.“ Er fügte hinzu: „Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.“ In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Corona-Krise USA: Trump findet es plötzlich „großartig“, eine Maske zu tragen

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Die Bilder aus dem Walter-Reed-Krankenhaus sind nicht die ersten, bei denen Trump eine Maske trägt. Bei einem Fabrik-Besuch im US-Bundesstaat Michigan im Mai hatte Trump bei einem Teil des Rundgangs eine Maske getragen und war dabei fotografiert worden.

US-Präsident Trump trägt Maske.

Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen extremen Höchststand - Trump gibt China die Schuld an „Pest“

Update, 19.18 Uhr: In den kalifornischen Gefängnissen läuft die Lage weiter aus dem Ruder: Allein in der Haftanstalt San Quentin waren zuletzt über 1.000 Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jetzt sollen 8.000 Insassen aus überfüllten kalifornischen Gefängnissen entlassen werden, bereits zuvor waren über 10.000 Häftlinge freigekommen - insgesamt sitzen 113.000 Menschen in Kalifornien in Haft.

Vorläufig ausgesetzt wurde die Hinrichtung des Gefängnisinsassen Daniel Lee: Seine Angehörigen hatten am Freitag vor Gericht Recht bekommen - sie wollten bei der Hinrichtung anwesend sein, dies sei aber aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr in Gefängnissen nicht möglich. Die Hinrichtung von Daniel Lee wäre die erste auf Bundesebene seit 17 Jahren gewesen - Justizminister William Barr hatte auf die Wiederaufnahme von Hinrichtungen gedrängt.

Corona in den USA: Disneyland Florida eröffnet trotz steigender Infektionszahlen

Update, 15.22 Uhr: Trotz steigender Coronavirus-Fallzahlen im US-Bundesstaat Florida hat der Freizeitpark „Walt Disney World“ seine Türen wieder für Besucher geöffnet. „Der Magic Kingdom-Park und der Disney's Animal Kingdom-Park sind jetzt geöffnet“, hieß es nun auf der Webseite des Freizeitparks nahe der Stadt Orlando. Am Eingang werde die Körpertemperatur gemessen und Abstands- und Hygieneregeln müssten eingehalten werden, hieß es weiter. Normalerweise kommen fast 60 Millionen Menschen jedes Jahr in den Freizeitpark in Florida, der wegen der Coronavirus-Pandemie seit März geschlossen war. 

Die Zahl der Neuinfektionen stieg in den USA unterdessen auf einen Rekordwert: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Samstag (11. Juli) lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 66.627 Fällen (siehe Update vom 11. Juli, 15.03 Uhr). Ein großer Teil der Neuinfektionen wird derzeit aus den südlichen und westlichen Bundesstaaten gemeldet - darunter Florida und Kalifornien.

„Walt Disney World“ öffnet, obwohl die Infektionszahlen in den USA explodieren.

Corona in den USA: Neuinfektionen erreichen neuen Höchststand 

Update vom 11. Juli, 15.03 Uhr: Die USA haben einen weiteren Negativ-Rekord in der Corona-Krise erreicht. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Land nach Angaben Johns-Hopkins-Universität vom Samstag mehr als 66.000 Neuinfektionen an einem Tag. Die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen lag demnach genau bei 66.627. 

Erst am Donnerstag war die Zahl auf einen Rekordwert von 63.247 gestiegen. Die Zahl der Neuansteckungen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, hat seit Mitte Juni im Zuge der Lockerung der Corona-Auflagen dramatisch zugenommen.

Seit Beginn der Pandemie haben die Forscher der JHU in den USA insgesamt fast 3,2 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mehr als 134 000 Menschen starben demnach infolge einer Covid-19-Erkrankung. Die Zahl der täglich verzeichneten Toten liegt in den USA zwar weiterhin deutlich niedriger als zum Höhepunkt der Krise, hat in den vergangenen Tagen aber wieder zugenommen. Britische Experten warnen, dass im Herbst und Winter eine zweite Corona-Welle auf uns zukommt. Sie wollen „starke Beweise“ haben. Ein erneuter Lockdown könnte unumgänglich werden.

USA in Corona-Krise: Trump gibt China die Schuld an „Pest“ - „hätten sie stoppen können“

Update vom 11. Juli, 9.31 Uhr:  Donald Trump erhebt in der Corona-Krise abermals schwere Vorwürfe gegen China. Laut Berichten der Bild wirft der US-Präsident der chinesischen Regierung um Präsident Xi Jinping vor, die Verbreitung des Virus, dass er dabei als „Pest“ bezeichnete, nach Amerika und Europa nicht gestoppt zu haben. „Sie hätten die Pest stoppen können, sie hätten sie stoppen können, Sie haben sie nicht gestoppt“, so Trump weiter. Man hätte dafür gesorgt, die Ausbreitung des Coronavirus aus der Provinz Wuhan in andere Teile Chinas zu stoppen - nicht aber die weitere Verbreitung aufgehalten.

Auswirkungen könnte dies laut Bild auf ein neues mögliches Handelsabkommen mit China haben. Wie Trump weiter erklärte, sei die Beziehung zu China „schwer beschädigt“. An der verheerenden durch das Coronavirus ausgelösten Situation in den USA gebe der US-Präsident China die Schuld. 

Der US-Präsident denkt außerdem darüber nach, die beliebte Video-App TikTok aus China in den USA zu sperren.

Coronavirus in den USA: Zahl der Neuinfektionen steigt weiterhin alarmierend

Unterdessen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA weiterhin alarmierend. Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl derCorona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag (9. Juli) hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das Coronavirusseit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen.

Corona-Zahlen in den USA knacken traurigen Rekord: Trumps Top-Virologe spricht von „schlimmstem Alptraum“

Update, 22.21 Uhr: Inmitten der Corona-Krise bereiten sich Teile der USA nun auf einen tropischen Sturm vor - unter anderem musste auch Präsident Donald Trump eine für den Samstag geplante Wahlkampfveranstaltung absagen.

Unterdessen hat New York entschieden, dass Großveranstaltungen bis Ende September verboten bleiben, der Bundesstaat South Carolina verbietet den Alkoholverkauf in Bars ab 23 Uhr, während andere Staaten Bars bereits wieder schließen ließen. Eine einheitliche, die Bundesstaaten übergreifende Strategie ist damit weiterhin nicht in Sicht - unter anderem dies hatte Anthony Fauci als Mitursache für die verheerenden Zustände gewertet.

Corona in den USA: Donald Trump will Schulen wieder öffnen lassen

Update vom 10. Juli, 16.47 Uhr: Während in den USA die Zahlen den Corona-Infizierten und -Toten Tag für Tag steigen, sieht Donald Trump keine Fehler im amerikanischen Umgang mit der Pandemie. Schon länger pocht er entgegen Empfehlungen auf die Wiederöffnung von Schulen.

Am Mittwoch (8. Juli) verwies er hinsichtlich der Schulen sogar auf Deutschland. „In Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und vielen anderen Ländern sind die Schulen ohne Probleme geöffnet“, schrieb er bei Twitter.

Bei dieser Aussage lässt Donald Trump offenbar die unterschiedliche Entwicklung der Pandemie außer Acht. Während in Deutschland die Schulen erst wieder geöffnet wurden, als die Neuinfektionen zurückgingen, sprechen die aktuellen amerikanischen Daten gegen eine Schulöffnung. Wenn die amerikanischen Bildungseinrichtungen weiterhin geschlossen blieben, könnte die staatliche Förderung begrenzt werden, kündigte der US-Präsident am Mittwoch an. 

Übrigens: Trump muss sich derzeit nicht nur immer wieder für seine umstrittene Corona-Politik rechtfertigen. Auch im Zuge der Russland-Affäre hat der US-Präsident zuletzt wieder für Missbilligung und Empörung bei anderen Politikern gesorgt.

Corona in den USA: Streit um Schulöffnung - Trump droht Bundesstaaten Gelder zu streichen

Nun legte er nach und wurde im Ton deutlich rauher. Am Freitag (9. Juli) schrieb er, dass sich virtuelles Lernen als schrecklich herausgestellt habe und die Schulen im Herbst wieder öffnen müssten. „Wenn sie nicht offen sind, warum würde die Regierung weiter Finanzierung geben? Wird sie nicht!!!“, machte er seinen Punkt klar.

Damit droht Donald Trump den Bundesstaaten, die die Schulen hauptsächlich verantworten, Gelder zu streichen, wenn die Bildungseinrichtugen nicht bis Herbst wieder offen sind. Und das kurz nach einem Negativ-Rekord - am 9. Juli meldete die Johns Hopkins Universität erstmals über 63.000 Neuinfektionen an einem Tag in den USA.

USA: Angeklagt wegen Verkauf falschen Corona-Arzneitmitttels - „nicht nur giftig“

Update vom 10. Juli, 14.41 Uhr: Die US-Justiz hat Anklage gegen einen 62-Jährigen und seine drei Söhne erhoben, weil sie eine als MMS bekannte und giftige Bleich-Chemikalie als Wundermittel gegen das Coronavirus verkauft haben sollen. Über das ganze Land hätten sie zehntausende Flaschen davon über eine fiktive Kirche im Bundesstaat Florida vertrieben.

Die Angeklagten sollen es auch als Mittel gegen Aids, Krebs und andere Krankheiten angepriesen haben. Das geht aus der Anklageschrift hervor. Der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) lägen Berichte von Todesfällen nach dem Konsum des Produkts vor.

Den Männern werden unter anderem Betrug und Verstoß gegen das Arzneimittelrecht vorgeworfen. Ihnen drohten bis zu 17 Jahre Haft, schrieben US-Medien. Allein 2019 sollen sie eine halbe Million Dollar (rund 443.000 Euro) mit dem Mittel verdient haben, hieß es unter Berufung auf das Justizministerium. In der Corona-Pandemie seien die Einnahmen dann stark gestiegen.

Corona-Zahlen in den USA knacken traurigen Rekord: Trumps Top-Virologe spricht von „schlimmstem Alptraum“

Update vom 10. Juli, 6.55 Uhr: In den USA ist die Zahl der täglich festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus abermals auf ein neues Rekordhoch geschossen (siehe unten). Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 Infektionsfällen und war am Dienstag (7. Juli) verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das Coronavirus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch (8. Juli) weitere 1000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Coronavirus in den USA: Experte spricht vom „schlimmsten Alptraum“  - Trump gesteht keine Fehler ein

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der USA auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen. „In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh“, so Fauci. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe. 

Dass die USA mit momentan täglich um die 60.000 nachgewiesenen Neuinfektionen hohe Anstiege verzeichnen, führte Fauci dabei auch auf die Zerstrittenheit der amerikanischen Politik zurück: „Ich denke, man muss davon ausgehen, dass es ohne eine solche Spaltung einen koordinierteren Ansatz geben würde“. 

Corona-Krise in den USA: US-Präsident Donald Trump ist sich keiner Fehler bewusst (Archivbild).

Trump kritisierte den Immunologen unterdessen: „Fauci ist ein netter Mann, aber er hat viele Fehler gemacht“, sagte er im Interview auf dem Sender Fox. Die Experten hätten bei vielen Dingen Fehler gemacht. 

Auf einer Veranstaltung des US-Mediums The Hill bezeichnete Fauci das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit unterdessen als „schlimmsten Alptraum“. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei „wirklich bemerkenswert“, sagte Fauci. Er riet den besonders betroffenen Bundesstaaten, geplante Lockerungen der Corona-Auflagen auf Eis zu legen.

Corona in der USA: Trump redet im Netz Infektionszahlen schön - dann lügt er auch bei der Sterberate

Update vom 9. Juli, 17.20 Uhr: Die USA führt mit Abstand die Weltliste der registrierten Corona-Infektionen an. Über drei Millionen Infizierte meldet die Johns-Hopkins-University am Donnerstag (9. Juli). Donald Trump beeindruckt das weiterhin nicht. Auf Twitter behauptete er, die Zahlen seien nur so hoch, weil in den USA so viel getestet würde.

„Der Grund, warum wir so viele Fälle haben, im Vergleich zu anderen Ländern, die nicht annähernd so viel getan haben wie wir, ist, weil unsere Testkapazität größer und besser ist“, schrieb der US-Präsident. „Wir haben 40.000.000 Menschen getestet. Wenn wir stattdessen nur 20.000.000 getestet hätten, würden wir nur die Hälfte an Fällen aufweisen.“

Trump behauptet, USA hätten beste Corona-Testkapazität

Die Organisation Our World in Data wertet die Testkapazitäten im Ländervergleich aus. Ein Indikator um die Textkapazitäten vergleichen zu können, ist die Täglich-Positiv-Rate. Sie gibt an, welcher Anteil der täglich durchgeführten Tests positiv ausfallen. Je kleiner der Werte, desto besser die Testkapazität.

Laut Our World in Data weist Mexiko mit einem Anteil von 55 Prozent die schlechteste Testkapazität auf. Mit einem Wert von 9,3 Prozent bewegen sich die USA im Mittelfeld. Für Deutschland gibt Organisation derzeit einen Anteil von 0,8 Prozent an. 

Donald Trump spielt die Corona-Sterberate auf krude Art herunter

In einem weiteren Post stellte Trump die These auf, dass die Sterberate eine der geringsten der Welt sei. Auch diese Aussage widerspricht der Datenlage. Laut einer Statistik der Johns-Hopkins-University starben in den USA 40,44 Menschen pro 100.000 Einwohner durch das Coronavirus. Nur in acht Ländern starben relativ zur Einwohnerzahl mehr Menschen. Darunter befinden sich auch Frankreich (44,69 Menschen), Schweden (53,83 Menschen) und Italien (57,77 Menschen).

Update vom 9. Juli. 13.58 Uhr: Die Erforschung des Coronavirus und seiner Folgen hält Wissenschaftler weltweit auf Trab. Eine neue Studie über Atemnot aus Chicago könnte behandelnden Ärzten weiterhelfen - und Leben retten.

Corona-Zahlen schnellen nach Trump-Rede in die Höhe - doch er plant schon nächstes Mega-Event

Erstmeldung vom 9. Juli, 10.48 Uhr:

Tulsa/Washington - Die Corona-Pandemie* gerät in den Vereinigten Staaten zunehmend außer Kontrolle. Nach den Negativ-Rekord-Zahlen der vergangenen Wochen und Tage zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Auch am Mittwoch registrierten einige Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona hohe Infektionsraten, teilweise wurden sogar Intensivbetten in Krankenhäusern knapp. Laut aktuellen Daten der Johns-Hopkins-University (JHU) gibt es derzeit 3.055.081 Corona-Infizierte und mehr als 132.000 Todesfälle in den USA (Stand: 9. Juli, 9.36 Uhr).

Corona-Krise in Trumps USA: Mehr als 60.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Zudem hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb 24 Stunden laut JHU-Daten am Dienstag (8. Juli) bei mehr als 60.000 gelegen - dem bei weitem höchsten Wert bislang. In der Stadt Tulsa im US-Bundesstadt Oklahoma wurde ebenfalls eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Das ist vor allem bemerkenswert, weil die Neuinfektionen mit einer Wahlkampfveranstaltung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump* in Zusammenhang stehen könnten. 

Vor rund zweieinhalb Wochen hatte Trump in Tulsa seine erste Wahlkundgebung abgehalten, seit die Corona-Krise die USA erreicht hatte. Damit setzte er sich über Bedenken hinweg, dass die Großveranstaltung die Ausbreitung des neuartigen Virus befördern könnte. Die große Mehrzahl der tausenden Teilnehmer der Kundgebung trug keine Atemschutzmasken* - auch der Präsident selbst nicht. Dass Trump* in der Öffentlichkeit keine Maske trägt, begründete die Sprecherin des Weißen Hauses Kayleigh McEnany, am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

Tausende Trump-Anhänger tummelten sich bei seiner Wahlkampfveranstaltung in Tulsa. Maskenpflicht gab es nicht.

Corona-Krise in den USA: Nach Trumps Wahlkampfveranstaltung steigen Neuinfektionen in Tulsa

Wie die örtliche Gesundheitsbehörde in Tulsa nun am Mittwoch vermeldete, wurde in der Stadt zuletzt eine Z unahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Bereits an den beiden Vortagen waren es jeweils mehr als 200 neue Fälle gewesen. Zwar wollte der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Doch als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: „In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.“ Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen.

Präsident Trump lässt sich davon aber offenbar nicht beirren. Am kommenden Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire wieder vor Tausenden Anhängern sprechen - diesmal im Freien. Bei der Anmeldung für die Veranstaltung müssen alle Gäste zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken übernehmen“, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. 

Übrigens: Der ehemalige TSV 1860-Spieler Florian Jungwirth kickt mittlerweile in der Major League Soccer in den USA. Über die aktuelle Corona-Situation in den Vereinigten Staaten* spricht er im tz-Interview.

Trotz Corona-Krise in den USA: Trump drängt auf Schulöffnungen und zieht Vergleich mit Deutschland

Außerdem drängt der US-Präsident derzeit immer wieder darauf, die Schulen in den USA zu öffnen. Als Begründung schreibt er bei Twitter, dass Schulen in Deutschland, Dänemark, Norwegen und vielen anderen europäischen Ländern auch problemlos wieder geöffnet worden seien. Dass das Infektionsgeschehen in den meisten europäischen Ländern eine deutlich weniger bedrohliche Dynamik hat als in den USA, lässt er dabei außer Acht. Trump schiebt die gestiegenen Zahlen auf den Anstieg an Tests.

Auch interessant: Donald Trump wird nach Wahlkampf-Auftritt in Tulsa zum Gespött - bitterer Hohn und acht infizierte Mitarbeiter sind das Resultat (dpa/AFP/cia) *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

In Deutschland wird derweil eine zweite Corona-Welle durch zurückkehrende Mallorca-Urlauber befürchtet - ein Experte stellt eine drastische Forderung. Bei richtig langwierigen Krankheitsverläufen leiden die Patienten über Monate an den Symptomen - aber eine andere Sache dürfte noch mehr auf die Psyche schlagen.*

Wegen des Coronavirus ist in den USA die Arbeitslosigkeit gestiegen. Mit ihrer neuen Kampagne, die sich an Betroffene richtet, erntete Ivanka Trump nun Kritik.

Rubriklistenbild: © dpa / Evan Vucci

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