„Wir sind sehr besorgt“

Corona-Springbreak in den USA: Maskenpflicht aufgehoben - Feierwütige Amerikaner fluten Florida

  • Christina Denk
    vonChristina Denk
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Florida erlebte bereits im letzten Jahr eine Welle an Strand-Touristen. In diesem Jahr sind Bürgermeister und Mediziner besonders besorgt. Droht eine neue Welle mit einer Virus-Mutante?

Miami Beach - Es ist die Zeit des Spring Break in den USA. Die Frühlingsferien der Studenten, die meist eine bis zwei Wochen dauern. Für amerikanische Bürgermeister und Mediziner ist die Frühlingspause in diesem Jahr jedoch ein Grund zur Sorge. Die Befürchtung: Die Studenten könnten zahlreich an die Strände Floridas reisen, feiern und das Coronavirus nach dem Spring Break quer im Land verteilen. Ganz unbegründet sind die Befürchtungen nicht.

Corona in den USA: Florida erlebt Touristen-Welle über Spring Break - „Wir sind sehr besorgt“

Bereits am vergangenen Freitag (5.3) berichtete 7 News von zahlreichen Besuchern, die sich an den Stränden Floridas tummelten. Vor allem betroffen waren die beliebten Orte Miami Beach und Fort Lauderdale. Der Fernsehsender zeigte in den Aufnahmen Promenaden-Besucher, die trotz Corona dicht gedrängt durch die Straßen liefen - viele von ihnen ohne Maske.

„Ich denke, uns erwartet ein größerer Spring Break als üblicherweise“, so der Bürgermeister von Miami Beach Dan Gelber gegenüber 7 News. „Wir sind sehr besorgt“, offenbarte er zudem gegenüber CNN. „Viele Dinge passieren gleichzeitig. Wir haben die Variante hier unten und verzeichnen immer noch teilweise Duzende Tote am Tag.“

Der Bürgermeister meint hier die Virusvariante B.1.1.7, die zunächst als britische Variante bekannt wurde. Sie breitet sich aktuell unter anderem in Florida aus. 689 Fälle wurden allein im Bundesstaat gemeldet (Stand: 9. März). Das ist deutlich höher im Vergleich zu den restlichen Bundesstaaten, die maximal bei 400, die meisten jedoch zwischen 1 und 100 liegen, so eine Karte des amerikanischen Gesundheitsministeriums.

Corona in den USA: Günstige Hotels und Flüge fachen den Tourismus an - Mediziner sieht landesweites Problem

Der Bürgermeister sieht das Problem noch an anderer Stelle. „Gleichzeitig gibt es sehr günstige Hin- und Rückflugtickets für 40 Dollar vom Nordosten nach hier unten (Florida), ermäßigte Hotelzimmer und Menschen, die genervt sind und nirgends anders hin können, als hier. Daher sind wir sehr besorgt, dass wir Menschenansammlungen sehen werden und das wirkliche Problem dann im Nachhinein.“

Florida befürchtet eine neue Welle der B.1.1.7 Variante durch reisende Touristen über Spring-Break.

Dr. Peter Hotez vom Baylor College in Texas sieht das gleiche Problem. „Da gibt es all diese 20-jährigen Kinder. Keiner von ihnen wird eine Maske tragen. Sie werden trinken. Sie werden ziemlich engen, intimen Kontakt haben. Danach werden sie wieder in ihre Heimatstaaten zurückkehren und die Variante B.1.1.7 verbreiten“, so Hotez gegenüber CNN.

Corona in den USA: Bürgermeister sieht Schuld bei Floridas Regierung - Strenge Corona-Maßnahmen fehlen

Nach den Aussagen Gelbers hat der Gouverneur von Florida Ron DeSantis seine Aufgabe Strafen zu verhängen verfehlt. Er erklärte Florida sogar als „offen“ für die Studenten. Strenge Corona-Maßnahmen, wie eine Maskenpflicht, gibt es nicht. Polizisten würden nun Masken verteilen. Die Stadt habe zudem eine Sperrstunde und eine Lärmschutzverordnung durchgesetzt, so der Bürgermeister. „Ich hätte gerne die Stimme des Gouverneurs, der die Leute dazu drängt, verantwortungsvoll zu sein, aber die haben wir im Moment wirklich nicht“, meint Gelber. (chd)

Rubriklistenbild: © Joe Raedle/AFP

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