„Trump steckt in echten Schwierigkeiten“

Corona in den USA: Wirkt sich Trumps Corona-Management auf seine Wahl-Chancen negativ aus?

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  • Richard Strobl
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  • Patrick Mayer
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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen nimmt in den USA weiter dramatisch zu. Donald Trump vollzieht eine Trendwende - und doch zeigt sich die ganze Überforderung mit Covid-19. Der News-Ticker.

  • Gemessen an den registrierten Coronavirus*-Infektionen hat die Pandemie die USA am stärksten getroffen.
  • Erste Klinik in Texas schickt Corona-Patienten zum Sterben nach Hause (siehe Update 25. Juli, 13.30 Uhr).
  • Nach dem Auslaufen des Arbeitslosen-Hilfspakets werden heftige Vorwürfe gegen die Regierung und Donald Trump laut.
  • Alle bisherigen Informationen zur Corona-Krise in den USA finden Sie in diesem Ticker. Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Deutschland.

+++Dieser Ticker ist beendet: Hier finden Sie alle News zum Thema Coronavirus in den USA+++

Update vom 27. Juli, 18.54 Uhr: Der Sicherheitsberater des US-Präsidenten Donald Trump, Robert O‘Brien, hat sich mit Covid-19 infiziert. Sein Test sei positiv ausgefallen, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Für den Präsidenten und seinen Vize, Mike Pence bestehe aber keine Gefahr. „Die Arbeit des Nationalen Sicherheitsrates geht ununterbrochen weiter“, versicherte das Weiße Haus. O‘Brien arbeite an einem „sicheren Ort“ außerhalb des Weißen Hauses, hieß es weiter. „Er hat milde Symptome und hat sich selbst isoliert.“

Mit O‘Brien hat sich der bisher hochrangigste Regierungsmitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. In der Vergangenheit gab es positive Tests bei Katie Miller, Sprecherin von Vize-Präsident Pence, und bei der Freundin von Donald Trump Jr., Kimberly Guilfoyle. Der US-Präsident hat unterdessen einen Nachfolger für den US-Botschafterposten in Berlin nominiert.

Kurswechsel in Corona-Politik: Trump hat Angst die Wahl zu verlieren

Update vom 27. Juli, 16.13 Uhr: Nach Woche des Ignorierens und Herunterspielens hat Donald Trump plötzlich den Kurs in der Corona-Pandemie geändert. Plötzlich trägt der US-Präsident selbst Gesichtsmasken und gibt wieder regelmäßig Pressekonferenzen. Laut der New York Times hat das einen Grund. „Trump steckt in echten Schwierigkeiten“, heißt es in der New Yorker Zeitung. Hinsichtlich der Tatsache, dass die Wahl bereits in 100 Tagen stattfinde, müsse Trump einen wirklich harten Kampf um seine Wiederwahl führen. „Seine Umfragewerte sind gesunken, die Leute vertrauen seinem Pandemie-Krisenmanagement nicht oder befürworten es nicht“, so die New York Times. Auch die Offenlegung seiner Finanzunterlagen könnte für Trumps Kandidatur kritisch sein, weshalb er das verhindern möchte.

Während viele europäische Länder die Hochphase, zumindest die erste, mit extremen Corona-Ausbrüchen im März oder April schon hinter sich gebracht haben, stecken die Vereinigten Staaten noch mitten in einem Peak. Die meisten bestätigten Neuinfektionen gab es laut den Daten der Johns-Hopkins-Universität am 16. Juli. Die Behörden meldeten rund 77.300 Fälle an einem Tag. Am 26. Juli verzeichneten die US-amerikanischen Behörden rund 55.000 Neu-Infizierte. Insgesamt haben sich in den USA mittlerweile über 4,2 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Nichtsdestotrotz hält das Weiße Haus daran fest, die Schulen wieder zu öffnen und Kinder in Form der Präsenzlehre unterrichtet werden. Dazu schreibt die Washington Post, dass diese Entscheidung „glücklicherweise“ nicht von einem Präsidenten getroffen würde, der „unerbittlich einen politischen Standpunkt vertreten will“. Die Zeitung appellierte: „Wir bitten die Schulen dringend, weiterhin nach sicheren Wegen zu suchen, damit die Kinder so bald wie möglich wieder zur Schule gehen können. In der Zwischenzeit ist es wichtig, dass sie den Fernunterricht deutlich verbessern.“

Update vom 26. Juli, 20.31 Uhr: Die US-Wirtschaft befindet sich in einem katastrophalen Zustand: Das Bruttoinlandsprodukt ist dramatisch abgestürzt, die Arbeitslosenquote stark angestiegen. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosenhilfen in den USA nun ausgelaufen sind. Millionen von Amerikanern hatten während der immer noch anhaltenden Corona-Krise in den Vereinigten Staaten ihren Job verloren und wurden vom Bund mit 600 Dollar pro Woche unterstützt. Dieses Hilfspaket ist aber nun beendet und das Ringen um eine neue Stütze hält an.

Vonseiten der Demokraten werden nun heftige Vorwürfe gegen die Regierung laut. Die Trump-Seite habe ein neues Paket verzögert und damit Leid für amerikanische Familien verursacht, heißt es. „Dies ist ein Notfall“, mahnt Politikerin Nancy Pelosi im Gespräch mit CBS. Die Republikaner wollen ihren Vorschlag am Montag im Kongress einreichen. „Wir sind darauf vorbereitet, schnell zu handeln", wirft Finanzminister Steve Mnuchin bei Fox News ein.

16 Millionen Menschen hatten das Corona-Arbeitslosengeld bezogen. Die Zuwendungen werden nun eingestellt, und das auch noch nachdem eine Maßnahme der Regierung, die säumige Mieter vor Räumungen schützte, ebenfalls kürzlich geendet war. Erstmals seit Beginn der Pandemie war die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe vergangene Woche wieder gestiegen. Alleine zwischen dem 13. und 18. August hatten laut Angaben des US-Arbeitsministeriums 1,4 Millionen Amerikaner einen Antrag auf das Hilfsgeld gestellt.

Ein neues Paket wird nun auch von den Republikaner angestrebt. Doch es soll sich stark von seinem Vorgänger unterscheiden. Eine wöchentliche Pauschale wird es nach dem Willen der Regierung nicht mehr geben. Anstatt der festgelegten 600 Dollar würden dann 70 Prozent des letzten Gehalts gezahlt werden. Mark Meadows, Stabschef des weißen Hauses, erläuterte, die bisherige Regelung habe dazu geführt, dass viele Menschen mehr durch die staatliche Förderung erhalten, als bei einer Rückkehr in den Beruf verdient hätten.

Corona in den USA: Hin-und-Her um Visa - Trump-Regierung durchkreuzt Pläne von Studierenden

Update vom 26. Juli, 10.56 Uhr: Herber Schlag für zahlreiche Studierende in der Corona-Pandemie: Ausländische Studierende, deren Kurse im nächsten Semester ausschließlich online stattfinden, erhalten nach Angaben der US-Regierung kein Einreisevisum mehr. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der US-Einwanderungsbehörde hervor.

Erst vergangene Woche hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump ihre Ankündigung zurückgenommen ausländische Studenten auszuweisen, die wegen der Corona-Pandemie nur an Online-Kursen teilnehmen können. Gegen das umstrittene Vorhaben waren mehrere Universitäten und Bundesstaaten vor Gericht gezogen. Nach der massiven Kritik - unter anderem der Elite-Universitäten Harvard und MIT - lenkte Washington ein und zog die geplante Visa-Regelung zurück.

Viele US-Hochschulen sind auf die von ausländischen Studierenden gezahlten Gebühren stark angewiesen. In den USA studieren schätzungsweise rund eine Million Ausländer. Wegen der Pandemie wollen viele US-Universitäten in der nächsten Zeit nur oder teilweise virtuell unterrichten. Trump dringt auf eine Öffnung aller Schulen und Universitäten im Herbst.

Corona in den USA: Kam Trumps Trendwende zu spät? Erste Klinik schickt Patienten zum Sterben nach Hause

Update vom 25. Juli, 13.30 Uhr: Die Überforderung der USA mit der Coronavirus-Pandemie wird immer augenscheinlicher - aller Beschwichtigungen von Präsident Donald Trump zum Trotz.

Es wird immer gnadenloser. So schickt eine erste Klinik Corona-Patienten zum Sterben nach Hause. Das berichtet die Lokalzeitung Forth Worth Star-Telegram aus Texas. Demnach würden die Gesundheitsbehörden in Starr County im einzigen Krankenhaus der Region nach Covid-19-Patienten unterscheiden, die bessere oder weniger gute Überlebenschancen hätten.

Jene Personen, die weniger gute Überlebenschancen hätten, müssten, wie auch immer, das dem Bericht zufolge hoffnungslos mit Corona-Patienten überfüllte Krankenhaus verlassen. Ein Komitee befinde eigens darüber, wer weiter behandelt werde und wer nach Hause müsse - im schlechtesten Fall zum Sterben.

Der Bericht erinnert stark an die Verhältnisse in Norditalien zu Beginn der Coronavirus-Pandemie. Auch in der Lombardei mussten Ärzte darüber entscheiden, wer zum Beispiel ein Beatmungsgerät bekommt - und welchen Patienten kaum Überlebenschancen eingeräumt werden.

Das texanische Beispiel ist indes eines unter vielen, wie sich die Überforderung der USA mit der Corona-Krise Bann bricht.

Corona-Krise in den USA: Überraschender Wandel von Donald Trump

Update vom 24. Juli, 19:46 Uhr: Der überraschende Wandel von US-Präsident Donald Trump in der Coronavirus-Krise kommt bei US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci gut an. Hatte Trump sich über Monate geweigert Maske zu tragen und trotz steigender Fallzahlen an Großveranstaltungen festgehalten, so plädiert er jetzt zu Infektionsschutz-Maßnahmen, wirbt dafür mit eigenem Mund-Nase-Schutz. „Das wird ein gutes Beispiel für den Rest des Landes abgeben“, so Fauci, Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Dem Sender Fox News sagte Fauci am Freitag, Trumps Absage des Parteitags der Republikaner Ende August in Florida sei eine „gute Entscheidung“ gewesen.

Fauci, der der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses angehört, fügte hinzu: „Ich denke also, wir bewegen uns in dieser Hinsicht in eine wirklich positive Richtung.“ Trump schlägt in der Krise seit wenigen Tagen deutlich pessimistischere Töne an. Fauci sagte, Trump sei klar geworden, wie die Lage sei, und er habe sein Verhalten angepasst. Mittlerweile wurden in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Fauci beschrieb sein Verhältnis zu Trump als gut. Aus dem Weißen Haus war zwischenzeitlich Kritik an dem prominenten Experten laut geworden. Trump selber hatte ihm kürzlich in einem Fox-News-Interview bescheinigt: „Er ist ein bisschen ein Schwarzseher.“ Auch Trump hatte sein Verhältnis zu Fauci aber als gut beschrieben.

Corona in den USA: Infektionszahlen in schwindelerregender Höhe - Hat Trump das nächste Versprechen gebrochen?

Update vom 24. Juli, 12.47 Uhr: In seinem ersten Corona-Presse-Briefing in fast drei Monaten hatte US-Präsident Donald Trump, der in den vergangenen Tagen mehrfach mit Aussagen zu einem Demenztest irritierte, am Dienstag laut ABC versichert, seine Verwaltung habe bislang jeden Antrag der Gouverneure der US-Bundesstaaten für medizinische Coronavirus-Hilfsgüter erfüllt. Dem US-Sender zufolge ist an dieser Beteuerung nicht viel dran. Er fragte nach eigenen Angaben bei den Betroffenen nach - und 13 Bundesstaaten warten demnach noch auf Versorgung mit Masken, Beatmungsgeräten oder Kitteln.

Die Redaktion habe Verantwortliche in allen 50 Bundesstaaten kontaktiert und 29 Rückmeldungen erhalten. Oregon, Indiana, Georgia, New Hampshire, Alaska, Montana, Wyoming, North Carolina, Maryland, Michigan, Idaho, Utah und Washington bildeten die 13 unterversorgten Regionen. Ein Sprecher des Gesundheitsamts in Maryland, Ebony Wilder, sagte, man harre aktuell zweier Bestellungen an Masken sowie Equipment zur Sauerstoffversorgung der Patienten. „Es scheint, als gäbe es landesweit einen Mangel an beidem", zitiert ihn ABC . Das besonders betroffene Kalifornien sowie Arizona und South Carolina sind dem Bericht zufolge wie versprochen versorgt worden.

Corona in den USA: Infektionszahlen in schwindelerregender Höhe - Trump sagt Nominierungsparteitag ab

Update vom 24. Juli, 6.46 Uhr: Weil die Infektionszahlen in den USA weiter steigen - am Donnerstag (23. Juli) galten über vier Millionen Menschen als positiv auf das Coronavirus getestet - hat Donald Trump den für Ende August in Florida geplanten Nominierungspartei abgesagt. Es sei nicht die Zeit einen „großen und überfüllten“ Parteitag abzuhalten, so der US-Präsident bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Stattdessen werde seine offizielle Nominierung für die Wiederwahl in einer kleineren Runde durch republikanische Delegierte in North Carolina stattfinden. Vor Kurzem hatte auch der Rapper Kanye West angekündigt, sich für das Präsidentenamt bewerben zu wollen.

Zugleich betonte Trump seine Forderung, die Schulen und Universitäten im Herbst zu öffnen. „In der Schule oder auf dem Campus zu sein ist sehr wichtig“, sagte der Präsident. In Städten oder Bundesstaaten, die derzeit schwer von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen seien, könne die Öffnung möglicherweise erst ein paar Wochen später erfolgen. „Die Entscheidung sollte auf Basis der Daten und Fakten vor Ort getroffen werden, aber alle Bezirke sollten aktiv Vorbereitungen für die Öffnungen treffen“, so Trump.

Update vom 23. Juli, 22.18 Uhr: In keinem anderen Land der Welt sind so viele Ansteckungen mit dem Coronavirus bekannt wie in den USA. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind dort mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Nach einer Infektion starben rund 144.000 Menschen. Das ging am Donnerstag (23. Juli 2020) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Außerdem geht die US-Gesundheitsbehörde CDC davon aus, dass es in vielen Regionen eine hohe Dunkelziffer an Infektionen gibt. Weltweit wurden mehr als 15 Millionen Corona-Infektionen verzeichnet - fast ein Drittel davon also in den USA. Rund 626.000 Menschen starben im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19. 

Coronavirus in den USA: Kalifornien überholt New York mit den meisten Corona-Infektionsfällen

Update vom 23. Juli 2020, 14.28 Uhr: Kalifornien hat bei den Corona-Infektionszahlen New York überholt. Wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch mitteilte, steckte sich innerhalb von 24 Stunden eine Höchstzahl von 12.800 Menschen mit dem Virus an, damit stieg die Zahl der Infektionen auf insgesamt 413.576. Dies waren rund 4700 Infektionsfälle mehr, als seit Beginn des Ausbruchs in New York gezählt wurden.

Allerdings verzeichnet der Ostküstenstaat weiterhin deutlich mehr Todesfälle. Bislang starben in New York mehr als 25.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Kaliforniens Behörden meldeten am Mittwoch insgesamt 7870 Tote, 115 mehr als am Vortag.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste Bundesstaat in den USA und hat mit 40 Millionen Einwohnern fast doppelt so viele Einwohner wie New York. Der Ostküstenstaat war im Frühjahr das Zentrum der Corona-Epidemie in den USA, doch geht die Zahl der Neuinfektionen und neuen Todesfälle dort seit zwei Monaten massiv zurück.

Kaliforniens Behörden wurden zu Beginn der Pandemie für ihr Krisenmanagement gelobt. Sie waren die ersten in den USA, die Ausgangsbeschränkungen verfügten. Gouverneur Newsom sagte am Mittwoch, der drastische Anstieg bei den Infektionsfällen sei vermutlich auf die Öffnung wesentlicher Teile der Wirtschaft zurückzuführen. Die vielen Neuinfektionen seien eine Erinnerung daran, welche "massiven Auswirkungen das Virus nach wie vor hat".

Coronavirus in den USA: Infektionszahlen weiter auf besorgniserregendem Niveau - Trump: „Wir schlimmer werden“

Update vom 23. Juli, 9.04 Uhr: In den USA sind im zweiten Tag in Folge mehr als 1100 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Alabama, Kalifornien, Nevada und Texas.

  • In den USA starben bisher 143.190 Menschen mit einer Coronavirus-Infektion.
  • 3.970.908 Covid-19-Fälle sind bisher nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität registriert.

Corona in den USA: Trump macht Proteste für explodierende Corona-Zahlen verantwortlich

Update vom 23. Juli, 6.14 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt mitverantwortlich für die jüngste Zuspitzung der Corona-Pandemie gemacht. „Die Fälle begannen unter jungen Amerikanern kurz nach Demonstrationen anzusteigen“, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Die Demonstrationen hätten „vermutlich landesweit eine breitere Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ausgelöst“.

Trump selbst hat schon früh in der Pandemie auf eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb und auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft gedrängt und betont immer wieder die negativen Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen. Zudem hielt er im Juni gegen den Rat von Gesundheitsexperten eine Wahlkampfveranstaltung vor Tausenden Anhängern in einer geschlossenen Halle ab. Lokale Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führten den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf Trumps Wahlkampfauftritt zurück. Es gibt dagegen keine endgültigen Belege dafür, dass die Demonstrationen im Freien nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai zu einem signifikanten Anstieg der Neuinfektionen geführt hatten.

Corona in den USA: Trump überrascht mit radikalem Kurswechsel - Experten: „Situation außer Kontrolle“

Update vom 22. Juli, 09.41 Uhr: US-Präsident Donald Trump verändert plötzlich seinen Tonfall in Sachen Coronavirus. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag warnte er im Weißen Haus vor einer weiteren Zuspitzung der Pandemie in den USA. „Es wird wahrscheinlich schlimmer werden, bevor es besser wird“, so Trump. Gegenwärtig sei die Lage vor allem im Süden und Westen des Landes problematisch, aber „es könnte sich weiter ausbreiten“, warnte er.

Zuletzt hatte Trump die Zuspitzung der Lage in Teilen des Landes eher als örtlich begrenztes Problem heruntergespielt und auf eine rasche Wiederöffnung von Wirtschaft und Schulen gedrängt.

In den USA haben die Behörden in den vergangenen zwei Wochen zwischen 60 000 und 77 000 Neuinfektionen sowie Hunderte Todesfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Florida, Georgia, Texas, Arizona und Kalifornien. Trump bezeichnete den jüngsten Anstieg als „besorgniserregend“. Experten zufolge ist die Pandemie in den betroffenen Gebieten inzwischen völlig außer Kontrolle. Auch andere Bundesstaaten melden seit Tagen eine Zunahme an Neuinfektionen.

Coronavirus in den USA: Trump mit Kehrtwende - Jetzt setzt er auf Masken

Update vom 22. Juli, 07.11 Uhr: Bei seiner ersten Corona-Pressekonferenz nach mehr als zwei Monaten hat Donald Trump einen veränderten Kurs angekündigt. Der US-Präsident riet zu Masken, zur Einhaltung von Abstandsregeln und kündigte eine kooperative Zusammenarbeit mit den Gouverneuren an.

Donald Trumps Pressekonferenz zur Corona-Krise in den USA: Masken und Abstand

„Wir bitten jeden darum, sich eine Maske zu besorgen und eine Maske zu tragen, wenn Social Distancing nicht möglich. Ob sie die Masken mögen oder nicht, sie haben Einfluss. Sie werden einen Effekt haben. Und wir brauchen alles, was wir kriegen können“, so Trump in der Pressekonferenz.

Auf die Nachfrage eines Journalisten, warum Trump hinsichtlich der Maskenfrage plötzlich umschwenke, erwiderte der US-Präsident, die Regierung hätte der Wirkung von Masken nie widersprochen. Vor Kurzem hatte Trump noch gesagt, das Tragen einer Maske könnte als eine Missbilligung ihm gegenüber verstanden werden.

Kehrtwende in Trumps Strategie: Coronavirus ist „bösartig und gefährlich“

Während Donald Trump in den letzten Wochen die Pandemie immer wieder heruntergespielt und hohe Fallzahlen durch eine hohe Test-Rate begründet hatte, präsentierte er sich in der Pressekonferenz anders. Er sagte, das Virus sei bösartig und gefährlich. Außerdem kündigte er an: „Es wird wahrscheinlich leider erst noch schlimmer bevor es besser wird. Das ist etwas, was ich nicht gerne sage, aber so ist es nunmal.“ Gleich schob er hinterher, dass es auf der ganzen Welt so sei.

„Wir sind dabei eine Strategie zu entwickeln, die sehr, sehr mächtig sein wird“, erklärte Trump weiter. Während in Deutschland, Europa und weltweit schon hart daran gearbeitet wird, das Virus einzudämmen, scheint diese Einsicht Trumps recht spät zu kommen. Außerdem kündigte er an, besser mit den Gouverneuren zusammenzuarbeiten. „Die Gouverneure arbeiten sehr, sehr hart und wir unterstützen sie zu 100 Prozent“, so Trump.

Noch vor einigen Wochen hatte er den Chefs der Bundesstaaten gedroht, Schulgelder zu streichen, wenn die Bildungseinrichtungen bis zum Herbst nicht geöffnet werden. Einige Gouverneure wollten die Schulen geschlossen lassen, um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern.

Corona in den USA: Behörde teilt schwindelerregende Zahlen mit

Update vom 21. Juli, 21.17 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie starben in den USA der Johns-Hopkins-Universität zufolge bereits mehr als 141.000 Menschen infolge einer Corona-Infektion. Mehr als 3,85 Millionen Fälle wurden nachgewiesen (Stand: 21 Uhr MEZ).

Tatsächlich dürften sich jedoch deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert haben - darauf deuten neue Erhebungen der Gesundheitsbehörde CDC hin. Dafür waren in verschiedenen Regionen des Landes Blutproben auf Antikörper untersucht worden. 

Das überraschende Ergebnis: Die Zahl der Infektionen liegt in den jeweiligen Regionen wohl zwei bis 16 Mal höher als die Zahl der bestätigten Fälle. Die CDC schätzt zum Beispiel für den Bundesstaat Missouri, dass die Zahl der Infektionen dort tatsächlich mindestens 13 Mal höher ist als die gemeldete. 

Wie aus den Daten der CDC außerdem hervorgeht, könnte die Zahl der Corona-Infizierten im derzeit so gelobten New York zwölf Mal höher als angenommen sein, in Louisiana nimmt womöglich sie die 16-fache Größe an.

Corona in den USA: Sprecherin des Weißen Hauses preist Trump als „Lebensretter“

Update vom 21. Juli, 20.33 Uhr: Donald Trump als großer Retter? Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, hat das Krisenmanagement der Regierung von US-Präsident Trump in der Corona-Pandemie gegen Kritik verteidigt. „Der Präsident hat drei bis vier Millionen Menschenleben gerettet“, sagte McEnany am Dienstag bei einer Pressekonferenz. 

Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass die Wiedereröffnung des Landes lokale Ausbrüche nach sich ziehen werde, „dass wir Glutherde und manchmal Feuer sehen werden“, sagte die 32-Jährige. Es werde viel zu wenig darüber gesprochen, welche negativen Auswirkungen die Eindämmungsmaßnahmen nach sich gezogen hätten.

Kayleigh McEnany ist seit dem 7. April Pressesprecherin des Weißen Hauses. Zuvor arbeitete sie für Trumps Wahlkampfteam.

Coronavirus in den USA: McEnany nennt keine Belege für Trump-Lob

McEnany nannte keine Grundlage für die von ihr genannte Zahl der angeblich geretteten Leben. Trump sagt immer wieder, seine Regierung habe in der Corona-Pandemie Millionen Leben gerettet. Wenn er konkreter wurde, bezog er sich in der Vergangenheit auf eine Studie des Imperial College in London, die 2,2 Millionen Tote prognostiziert hatte für den Fall, dass in den USA überhaupt keine Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen worden wären.

Corona in den USA: Aus Sorge vor zweiter Welle - New York fährt rigoroseren Kurs

Update vom 21. Juli, 19.31 Uhr: Angesichts der Angst vor einem neuen Corona-Ausbruch in New York hat der Bundesstaat seine Beschränkungen für inländische Reisen weiter ausgeweitet. Gouverneur Andrew Cuomo teilte am Dienstag mit, zehn weitere Bundesstaaten auf die Liste der Regionen zu setzen, aus denen Einreisende eine zweiwöchige Quarantäne machen müssen.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo gab in letzter Zeit einen beispielhaften Einsatz in puncto Corona-Krisenmanagement ab. Dabei kritisierte er Präsident Trump mehrfach harsch.

Mit den dazu gekommenen Staaten Alaska, Delaware, Indiana, Maryland, Missouri, Montana, North Dakota, Nebraska, Virginia und Washington seien damit nun 31 Bundesstaaten auf der Liste, berichteten mehrere lokale Medien übereinstimmend. Vor allem Staaten im Nordosten der USA sind bislang von den Regeln ausgenommen.

New York, noch im April ein weltweites Zentrum der Pandemie, hat die Zahl der Corona-Fälle drastisch gesenkt und gilt in den USA als beispielhaft im Kampf gegen Covid-19. Da aber etwa 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Großstadt eine zweite Welle. Deshalb hat der Bundesstaat auch die Öffnung von Museen und Schankräumen von Restaurants und Bars vorsichtshalber verschoben.

Update vom 21. Juli, 17.28 Uhr: Die Corona-Lage in den Vereinigten Staaten ist weiter prekär. Zusammen mit zwei anderen Ländern stellen die USA mehr als 40 Prozent der weltweiten Covid-19-Fälle

Coronavirus in den USA: Gesundheitschef warnt eindringlich

Update vom 21. Juli, 12.33 Uhr: Der oberste Gesundheitsminister der US-Regierung schlägt angesichts der Entwicklung in den USA mit eindringlichen Worten Alarm. Denn die Zahl der Toten hinke erfahrungsgemäß denen der nachgewiesenen Infektionen um mindestens zwei Wochen hinterher, erläutert Vizeadmiral Jerome Adams. Und seit Mitte Juli werden pro Tag wieder deutlich mehr Tote verzeichnet, Experten gehen von bis zu 1000 pro Tag aus.

Peter Hotez vom texanischen Baylor College of Medicine warnte im Online-Portal Politico: „Die Situation ist so schlimm wie noch nie zuvor in den USA und sie gerät außer Kontrolle.“ Was noch dazukomme: Es mache sich Ermüdung und Abstumpfung hinsichtlich der Pandemie und ihrer Zahlen breit, stellte Kirsten Bibbins-Domingo von der University of California fest.

USA leidet unter hohen Infektionszahlen: Donald Trump zeigt Sinneswandel bei Masken

Update vom 21. Juli, 8.20 Uhr: Bisher zeigte sich der US-Präsident Donald Trump nicht als Freund von Gesichtsmasken. Steigende Infektionszahlen ließen ihn unbeeindruckt und er trat weiterhin ohne Mund- und Nase zu bedecken auf. Plötzlich scheint es jedoch einen Sinneswandel im Weißen Haus gegeben zu haben. 

Donald Trump postete bei Twitter ein schwarz-weiß-Bild, welches ihn mit einer Maske zeigt. Dazu schrieb der Präsident: „Mit vereinten Kräften kämpfen wir gegen das unsichtbare Virus, und manche Leute sagen, es sei patriotisch, eine Maske zu tragen, wenn Social Distancing nicht möglich ist. Es gibt niemanden, der patriotischer ist als ich, Euer liebster Präsident!“

Corona in den USA: Donald Trump zeigt sich plötzlich doch mit Maske

Der Autor Majid M. Padellan kritisierte Trumps plötzlichen Umschwung hart. „Wow, dazu brauchte es nur - fünf Monate, 143.000 tote Amerikaner, 42 Millionen arbeitslose Amerikaner, 18 Staaten mit heftigem Aufwärtstrend, 15 Punkte Rückstand zu Biden in den Umfragen“, schrieb er unter Trumps Post. „Seien wir ehrlich: Sie interessieren sich nur für die Umfragewerte. Sie sind weder patriotisch noch ‚der liebste‘“, so Padellan.

Die Johns-Hopkins-Universität vermeldet noch immer sehr hohe Neuinfektionszahlen in den USA. Knapp 62.000 neue Fälle wurden am 19. Juli registriert. Damit ist immerhin kein neuer Negativ-Rekord erreicht. Das war zuletzt am 16. Juli der Fall. Für diesen Tag gibt die Universität einen Wert von über 77.000 gemeldeten Neuinfektionen an.

Corona in den USA: Trump gibt wieder Pressekonferenzen zur Lage in der Pandemie

Update vom 20. Juli, 19.05 Uhr: US-Präsident Donald Trump will seine Pressekonferenzen zur Lage in der Corona-Pandemie wieder aufnehmen. „Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings“, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Der 74-Jährige könnte damit auf die wachsende Kritik an seinem Krisenmanagement reagieren. 

Bei den neuen Briefings soll die Bevölkerung unter anderem über die Fortschritte bei der Impfstoff-Suche und mögliche Medikamente zur Behandlung einer Covid-19-Erkrankung informiert werden. Das erste Briefing soll demnach am Dienstag stattfinden. Bis Ende April veranstaltete Trump fast täglich eine Pressekonferenz im Weißen Haus, ehe er den Fokus auf eine rasche Wiedereröffnung der Wirtschaft legte.

Corona in den USA: Umfrage-Schock für Trump - Mehrheit sieht sein Vorgehen negativ 

Eine Umfrage der Washington Post ergab zuletzt, dass 60 Prozent der Befragten Trumps vorgehen als negativ ansehen. Kellyanne Conway, die Beraterin des US-Präsidenten, führt dies unter anderem auf die ausbleibenden Briefings zurück. „Die Menschen wollen vom Präsidenten der Vereinigten Staaten hören. Es muss nicht täglich sein, es muss nicht für zwei Stunden sein, aber aus meiner Sicht muss es sein“, so Conway 

Gefängnisse sind Corona-Hotspots in den USA - Schuld sind die Haftbedingungen

Update vom 20. Juli, 16.41 Uhr: Die größten Covid-19-Hotspots der USA sind Gefängnisse. Das Risiko sich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist für Menschen hinter Gittern fünf mal höher als sonst in den Verenigten Staaten. Das berichtete die Neue Zürcher Zeitung.

Schuld seien die Haftbedingungen. Die Betten der Insassen stünden oft weniger als einen Meter auseinander. Hunderte Menschen teilten sich Sanitärräume, Toiletten und Telefone. Oft komme hinzu, dass Hygieneartikel wie Seife und Desinfektionsmittel aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt seien.

Beispielhaft beschrieb die NZZ das Gefängnis San Quentin in San Francisco. Zwei Drittel der 3.400 Häftlinge seien mit dem neuartigen Virus infiziert. Um diese zu behandeln, habe die Haftanstalt Zelte im Innennhof des Geländes errichtet.

Zelte, um die 2.200 Infizierten zu behandeln, wurden im San Quentin Gefängnis errichtet.

Der heftige Ausbruch ist laut NZZ behördlicher Fahrlässigkeit verschuldet. In das San Quentin Gefängnis, das anfangs frei von Infektionen war, wurden Häftlinge aus einer anderen kalifornischen Haftanstalt verlegt. Zwölf von ihnen waren mit dem Virus infiziert und steckten die anderen an. 2.200 Menschen infizierten sich.

Corona in den USA: Zum sechsten Mal in Folge über 60.000 Neuinfektionen - Trump spielt Corona-Zahlen herunter 

Update vom 20. Juli, 8.26 Uhr: Während US-Präsident Donald Trump die Corona-Pandemie in einem TV-Interview erneut verharmloste, haben die Neuinfektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in den USA am sechsten Tag in Folge bei mehr als 60.000 gelegen. Bis Sonntagabend wurden binnen 24 Stunden weitere 63.872 Ansteckungsfälle registriert. Das ging aus einer Statisitk der Johns-Hopkins-University hervor. Damit nahm die Gesamtzahl der Infektionen im Land auf rund 3,762 Millionen zu. 

Corona in den USA: Trotz steigender Infektionszahlen gibt es Debatte um Maskenpflicht

Außerdem wurden laut Angaben der Universität weitere 514 Todesfälle registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Toten in den USA auf 140.474. Die USA sind damit bezüglich der Toten- und Infektionszahlen das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Erst am Freitag war bei den täglichen Neuinfektionen mit 77.638 Fällen ein neues Rekordhoch erreicht worden.

Ungeachtet der seit Wochen rasant steigenden Infektionszahlen wird dort weiter hitzig über Vorschriften zum Tragen von Atemschutzmasken gestritten. Trump sprach sich bei dem TV-Interview mit Fox News am Sonntag erneut gegen eine solche landesweite Auflage aus. Seine Begründung: „Ich will, dass die Menschen eine gewisse Freiheit haben.“

Trump wird übrigens nicht nur für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie derzeit stark kritisiert. Um Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in Portland unter Kontrolle zu bringen, schickte er Bundespolizisten gegen den Willen der örtlichen Behörden. Demokraten erheben nun schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten

Bessere Nachrichten gibt es unterdessen aus der Corona-Impfstoff-Forschung: Das deutsche Pharmaunternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer erzielen große Fortschritte. Nun haben sie eine erste Liefervereinbarung beschlossen.

In der EU rücken unterdessen immer mehr die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den Fokus. Ein EU-Gipfel, bei dem über Corona-Hilfen entschieden werden soll, wurde nun erneut verlängert. Bei den Politikern liegen die Nerven blank.  

Corona-Zahlen der Neuinfektionen steigen in den USA - doch Trump ist nicht beunruhigt

Update vom 19. Juli, 19.15 Uhr: In den USA breitet sich das Coronavirus weiter aus, die schnell zunehmende Zahlen von Neuinfektionen scheinen US-Präsident Donald Trump jedoch nicht zu beunruhigen. Das Staatsoberhaupt spielte die aktuellen Zahlen erneut herunter. In einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News irritierte der 74-Jährige mit einigen Aussagen.

Corona in den USA: US-Präsident Trump spielt Neuinfektionen herunter

Es handle sich bei den angestiegenen Infektionen im Süden und Westen des Landes lediglich um „Flammen“ oder „Glutherde“, die schnell gelöscht werden könnten. Zudem handle es sich bei vielen Neuinfektionen um „junge Leute, die einen Schnupfen haben“. Weiter behauptete er, dass „99,7 Prozent“ aller Patienten „sehr schnell“ wieder gesund würden.

Tatsächlich warnen auch in den USA Gesundheitsexperten vor ernsthaften Krankheitsverläufen und Todesfällen bei jüngeren infizierten Menschen. US-Behörden melden täglich 60.000 bis 77.000 Neuinfektionen, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Die US-Universität Johns Hopkins registrierte seit Februar 3,7 Millionen bestätigte Infektionen sowie 140.000 Todesfälle.

Trump zufolge übertreiben die Medien das Problem, der renommierte amerikanische Immunologe Anthony Fauci und andere Gesundheitsexperten seien ein „bisschen alarmistisch“ so Trump. Der Präsident überlässt das Problem der Virusbekämpfung den Gouverneuren der Bundesstaaten und örtlichen Behörden. Die Demokraten wiederum werfen Trump weiterhin Untätigkeit und Versagen vor. Zudem widersprach er bei den Sterblichkeits-Raten und behauptete, die USA hätte den „besten“ Wert.

Parallel fordert er jedoch auch eine rasche Rückkehr zur Normalität, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, bemängelte dies zuletzt gegenüber CNN. Die Städte seien von der US-Regierung verlassen worden und nun auf sich selbst gestellt, so Garcetti. Es gebe „keine nationale Führung“, man müsse zudem „aufhören den Menschen zu sagen, dass es bald vorbei sein wird“. Sollte es nicht bald einen landesweiten Aktionsplan geben, so warnt er, würden noch mehr Menschen in den USA sterben.

Corona-Zahlen steigen weiterhin in den USA - 140.000 Todesfälle

Update vom 19. Juli, 13.02 Uhr: Die Corona-Zahlen aus den USA zeigen weiterhin, dass sich das Virus dort nahezu unaufhaltsam auf dem Vormarsch befindet. So vermeldete die Johns-Hopkins-Universität an diesem Sonntag, Stand 12.55 Uhr mitteleuropäischer Zeit) 3.711.835 Infizierte und 140.120 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2. Immerhin: 1.122.720 Menschen haben die Corona-Infektion den US-Wissenschaftlern zufolge überstanden. 

Corona in den USA: Aus Sorge vor zweiter Infektionswelle startet New York eingeschränkt in vierte Lockerungsphase

Besonders groß ist die Sorge vor einer möglichen zweiten Infektionswelle in der Ostküsten-Metropole New York City. Sie galt lange Zeit als US-Epizentrum der Corona-Pandemie, mittlerweile ist die Lage dort allerdings seit Wochen relativ stabil. Angesichts dramatischer Entwicklungen in vielen anderen Teilen der Vereinigten Staaten wird die am kommenden Montag beginnende vierte Lockerungsphase dort aber nur eingeschränkt starten: Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel wie Zoos oder Botanische Gärten sowie Film- und Fernsehproduktion ja - Einkaufszentren und Innenbereiche kultureller Einrichtungen wie Museen nein. Auch die Innenräume von Restaurants, die eigentlich bereits seit dem Start der dritten Phase vor rund zwei Wochen geöffnet sein sollten, müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Update vom 18. Juli, 21.25 Uhr: Die USA bleiben einer der Hotspots in der weltweiten Coronavirus-Pandemie. Trotz aller Beschwichtigungen von Präsident Donald Trump. Stand Samstagabend, 21.25 Uhr, gab es in den Vereinigten Staaten laut Johns Hopkins Universität 3.676.942 registrierte Corona-Fälle. Demnach sind bisher (mindestens) 139.748 Menschen in den USA an oder mit Covid-19 gestorben.

Corona-Pandemie in den USA: Donald Trump lehnt Maskenpflicht ab

Update vom 18. Juli, 16.20 Uhr: Donald Trump ist in der Coronavirus-Pandemie in den USA weiterhin gegen eine Maskenpflicht - trotz explodierender Zahlen an Corona-Neuinfektionen.

„Nein, ich möchte, dass die Menschen gewisse Freiheiten haben“, sagte der US-Präsident im Interview mit Fox News. Zuletzt wurden in den Vereinigten Staaten binnen 24 Stunden 77.638 Covid-19-Neuinfektionen gezählt. 

Führende Seuchenexperten und Virologen mahnen dringend zum Tragen von Mundschutzmasken gegen eine weitere Verbreitung der heimtückischen Lungenkrankheit. Doch Regierungschef Trump lehnt das weiter rigoros ab.

Corona-Pandemie in den USA: Explodierende Zahlen an Covid-19-Neuinfektionen

Update vom 18. Juli, 10.41 Uhr: Den dritten Tag in Folge verzeichnen die USA einen Rekordanstieg an Neuinfektionen - laut Johns-Hopkins-Universität wurden binnen 24 Stunden 77.638 positive Tests gezählt.

Einige Südstaaten bereiten sich jetzt auf das Schlimmste vor: Im Bundesstaat Arizona im Bezirk Maricopa sowie in den Städten San Antonio und Corpus Christi in Texas bestellten die Behörden angesichts steigender Todesfälle Kühlwägen für den Abtransport von Leichen. "Wir können sie nirgends unterbringen. Es klingt schrecklich, aber es ist wahr", sagte der Bürgermeister von San Antonio, Ron Nirenberg. Zuletzt waren innerhalb 24 Stunden USA-weit weitere 927 Personen verstorben.

Auch in Kalifornien ändert sich die Lage zum Schlechteren: Mit 4592 Neuinfektionen meldete der Bezirk Los Angeles am Donnerstag einen neuen Höchststand. Die Leiterin der Bezirksgesundheitsbehörde, Barbara Ferrer, warnte: "Ohne das energische Handeln jedes Einzelnen werden wir die Ausbreitung nicht verlangsamen können."

Coronavirus in den USA: Grabenkämpfe um Maskenpflicht behindern Pandemiebekämpfung

Update vom 17. Juli, 18.35 Uhr: In den USA werden trotz der äußerst prekären Lage Grabenkämpfe um die Maskenpflicht ausgetragen. Im Bundesstaat Georgia geht der Gouverneur gegen eine von der Hauptstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht vor. Die demokratische Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der Verordnung ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Republikaner Brian Kemp in einer eingereichten Klage.

Umfragen haben längst gezeigt, dass die Akzeptanz von Masken in den USA eine Frage der politischen Einstellung ist. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Yahoo ergab Ende Juni, dass die meisten Demokraten (86 Prozent) eine Maskenpflicht unterstützen, während die meisten Republikaner (54 Prozent) diese ablehnen. Unter den Trump-Wählern sei die Ablehnung noch größer.

Auch der republikanische Gouverneur in Georgia empfiehlt, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann. Er richte sich aber gegen „desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen“. Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Bottoms befindet sich derzeit in Quarantäne, weil bei ihr und mehreren Familienmitgliedern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde.

Update vom 17. Juli, 16.55 Uhr: Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Corona-Neuinfektionen in den USA wächst einer Umfrage zufolge die Kritik am Krisenmanagement von Präsident Donald Trump. In einer Befragung im Auftrag der Washington Post und des Senders ABC äußerten sich 60 Prozent negativ über Trumps Umgang mit der Pandemie, nur noch 38 Prozent befürworteten Trumps Vorgehen.

Ende Mai hatten sich noch 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv geäußert. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch gutgeheißen, 45 Prozent hatten es abgelehnt.

Coronavirus in den USA: Mehr als 77.000 Neuinfektionen binnen eines Tages

Erstmeldung vom 17. Juli:

Washington - Die Vereinigten Staaten haben es noch immer nicht geschafft, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die neusten Zahlen stellen wieder einen Rekord dar. In den letzten 24 Stunden wurden rund 77.300 Neuinfektionen gemeldet, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität für den 16. Juli hervorgeht. Mehr als 3,5 Millionen Menschen infizierten sich in den USA mit dem Virus.

Coronavirus in Trumps USA: Studie erkennt auch bei jungen Menschen Risiken

Eine neue amerikanische Studie der University of California in San Francisco um die Forscherin Sally Adams zeigt, dass auch junge Menschen zur Corona-Risikogruppe* zählen können. Die Erkenntnisse lassen annehmen, dass ungefähr jeder dritte junge Erwachsene (32 Prozent) medizinisch gefährdet ist, schwer durch eine Corona-Infektion zu erkranken.

Dabei spielt es eine große Rolle, ob die jungen Erwachsenen Raucher oder Nicht-Raucher sind. In der untersuchten Gruppe der Nicht-Raucher wiesen nur 16 Prozent ein erhöhtes Risiko auf. Außerdem sind Männer etwas stärker gefährdet als Frauen. Frauen weisen zwar häufiger Asthma und ein schlechtes Immunsystem auf, Männer rauchen jedoch deutlich häufiger und sind somit einem höheren Risiko ausgesetzt.

Amerikanische Corona-Studie zu jungen Menschen: Rauchen ist ein starker Faktor

Auch weitere Faktoren steigern das Risiko. „Die Ergebnisse unserer Analyse deuten darauf hin, dass Rauchen und der Konsum von E-Zigaretten vor allem unter jenen jungen Menschen verbreitet ist, die männlich und weiß sind, ein niedrigeres Einkommen haben und nicht oder nur teilweise versichert sind“, fassen die Forschenden* die größte Risikogruppe unter jungen Menschen zusammen.

Wegen des Coronavirus ist in den USA die Arbeitslosigkeit gestiegen. Mit ihrer neuen Kampagne, die sich an Betroffene richtet, erntete Ivanka Trump nun Kritik. Ihr Vater Donald Trump* hält an seinem Kurs in der Corona-Krise fest - und geht nun sogar gegen einen Regierungsberater vor. Das irritiert selbst Republikaner. (lb,dpa,AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Für Verstimmung sorgt das Verhalten einiger Party-Touristen in einem beliebten Urlaubsland weit entfernt vom Ballermann. Wie das Virus es schafft, in den Zellen mancher Patienten eine überschießende Immunreaktion auszulösen, enträtselten jetzt Forscher um die Berliner Charité. Derweil ist in der Mongolei ein Jugendlicher nach Fleischverzehr an einer altbekannten Infektionskrankheit gestorben. Mit umstrittenen Posts zur Briefwahl sorgt Donald Trump wiederholt für Wirbel. In den USA steigt derweil die Hurrikan-Saison - ein Corona-Hotspot ist besonders betroffen.

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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