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Wie gefährlich ist die My-Variante aus Kolumbien? Neue Studie gibt auch Geimpften Anlass zur Sorge

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In Kolumbien wurde im Januar die Coronavirus-Variante „My“ entdeckt.
In Kolumbien wurde im Januar die Coronavirus-Variante „My“ entdeckt. © RAUL ARBOLEDA/afp

Sie soll noch resistenter sein als Delta: Die My-Variante des Coronavirus, die vor allem in Kolumbien auftritt. Karl Lauterbach warnt, und auch die WHO gibt ihre Einschätzung ab.

München - Virusmutationen - seit Beginn der Corona-Pandemie ein Dauerthema. Die Delta-Variante aus Indien galt lange als die gefährlichste. Nun hat sich das Virus erneut verändert: Die My-Variante (auch „Mu“ genannt) aus Kolumbien bereitet Anlass zur Sorge, denn sie könnte auch für Geimpfte gefährlich werden.

Die neue Variante wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) als „potenziell besorgniserregend“ beobachtet. Die EMA konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die My-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri, am Donnerstag. Sorgen bereiten vor allem die immunevasiven Merkmale der Variante. Geimpfte oder Genesene könnten vor dieser Variante nicht geschützt sein.

Untersuchung aus Japan: My ist dreimal so resistent wie Delta

Untermauert wird dieser Verdacht von einer neuen Untersuchung aus Japan. In einer kleinen Studie hatten Wissenschaftler verschiedener Universitäten die Resistenz von Virusvarianten auf die Antikörper von Genesenen und mit Biontech/Pfizer Geimpften untersucht. Das Ergebnis: In beiden Fällen wies My unter allen bisher bekannten Varianten die höchste Antikörperresistenz auf.

My war demnach um das 12,4-Fache resistenter, als es etwa der Coronavirus-Wildtyp war. Die Delta-Variante war um das vierfache resistenter, die Beta-Variante um das 8,2-Fache.

Lauterbach: „Wenn My zu hoher Ansteckung mutiert, wäre das äußerst gefährlich“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte dazu: „Wenn eine Variante wie My auch zu hoher Ansteckung mutiert, wäre das äußerst gefährlich. Bei Milliarden Ungeimpfter jederzeit möglich.“

Cavaleri mahnt dazu, wegen My nicht in Panik zu verfallen: „Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die My-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen.“ Seine Organisation werde sich mit den Impfstoffentwicklern beraten, was die Wirksamkeit der verfügbaren Covid-19-Impfstoffe gegen My angeht.

My gilt seit wenigen Tagen als „Variante von Interesse“, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sie als solche eingestuft und vor einer möglichen Impfstoff-Resistenz gewarnt hatte. In Kolumbien gehen 39 Prozent der Corona-Fälle auf My zurück - weltweit aktuell dagegen nur weniger als 0,1 Prozent.

Vier Corona-Varianten von WHO derzeit als „besorgniserregend“ eingestuft

Derzeit stuft die WHO vier Corona-Varianten als „besorgniserregend“ ein, darunter die in 193 Ländern vertretene Alpha-Variante und die in 170 Ländern vertretende Delta-Variante, die besonders ansteckend ist und inzwischen auch in Deutschland vorherrscht. Fünf Varianten, darunter My, werden als „Varianten von Interesse“ beobachtet. (cg mit dpa)

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