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Die Angst vor der Südafrika-Mutante: Wirken die Impfstoffe gegen B.1.1.529?

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Von: Klaus Rimpel

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Die in Südafrika aufgetretene neue Corona-Mutation sorgt für Beunruhigung bei Experten. Die derzeitigen Impfstoffe könnten laut britischen Forschern weniger wirksam gegen die Variante B.1.1.529 sein.

München - Eine neue Corona-Variante* beunruhigt die Experten. Die in Südafrika aufgetretene Mutation B.1.1.529 ist möglicherweise noch ansteckender als die derzeit vorherrschende Delta-Variante. Und: Die derzeit verfügbaren Corona*-Impfstoffe sind nach Ansicht britischer Experten „fast sicher“ weniger effektiv gegen die neue Variante.

Biontech* prüft eine mögliche Anpassung an die Mutante. Die Wissenschaftlerin Susan Hopkins vom Imperial College in London bezeichnete die Mutation als „die besorgniserregendste, die wir je gesehen haben“. Virologe Christian Drosten* warnt vor Panik: Zur Beurteilung seien mehr Daten nötig.

Ist die Corona-Mutante schon in Europa angekommen?

Ja, in Belgien* wurde sie bei einem aus Ägypten zurückgekehrten Reisenden festgestellt. In Israel fanden Virologen sie bei einem aus Malawi eingereisten Infizierten. Deutschland hat Südafrika zum Virusvariantengebiet erklärt. Fluggesellschaften dürfen ab Samstag nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, alle Südafrika-Rückkehrer müssen in Quarantäne.

Neue Corona-Variante: Warum sind die Experten besorgt?

„Das Ding ist bis an die Zähne bewaffnet“, so Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie in Gießen. Das Virus bringe einen „Riesen-Strauß an Mutationen mit sich“, allein mehr als 30 seien im Spike-Protein. Von einigen der festgestellten Mutationen sei bereits bekannt, dass sie die Wirkung von Antikörpern abschwächen.

Ein Baby weint, als seine Mutter im Township Diepsloot in der Nähe von Johannesburg eine Impfung gegen Covid-19 erhält.
Die in Südafrika aufgetretene Corona-Mutation ist möglicherweise noch ansteckender als die Delta-Variante. © Denis Farrell / AP / dpa

Was bedeutet das für den Impfschutz?

„Da die Impfstoffe gegen alle bisherigen Varianten effizient sind, gehe ich davon aus, dass auch gegen diese Variante Impfschutz besteht“, sagt Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien der Uni Basel. „Allerdings ist es durchaus vorstellbar, dass es vermehrt zu Durchbruchsinfektionen kommt, sodass eine dritte Dosis* umso wichtiger wird.“ Biontech rechnet damit, spätestens in zwei Wochen mehr über eine eventuell nötige Anpassung des Impfstoffes zu wissen.

Was passiert mit Südafrika-Urlaubern?

Laut dem Branchenverband DRV werden Reisen ins südliches Afrika storniert oder umgebucht. Aktuell befinden sich nach Schätzung des DRV rund 400 Gäste mit deutschen Reiseveranstaltern im südlichen Afrika.

Was tut Europa angesichts der neuen Mutante?

Die EU-Kommission will Reisen aus dem südlichen Afrika* in die EU auf ein Minimum beschränken. Großbritannien und Israel hatten bereits vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region eingestellt. Die Lufthansa fliegt vorerst weiter, „auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren“, so ein Sprecher. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt erst wissenschaftlich fundierte Risikobewertungen, ehe Reisebeschränkungen verhängt werden.

Wie reagiert die Börse?

Die Werte an der Frankfurter und Londoner Börse brachen um drei Prozent ein. Verlierer waren besonders die Aktien von Airlines und Tourismusunternehmen. (KR) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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