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Drosten-Aussage sorgt für Aufsehen: Virologe will sich selbst mit Corona infizieren

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Von: Martina Lippl

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Virologe Christian Drosten.
Virologe Christian Drosten informiert seit Beginn der Corona-Pandemie im NDR Podcast „Coronavirus-Update“. © Reiner Zensen/imago

Virologe Christian Drosten sorgt mit einer Aussage im neuen Corona NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ für Aufsehen. Es geht um eine natürliche Infektion nach einem Impfschutz.

Berlin - Eine Coronavirus-Infektion kann sehr unterschiedlich verlaufen. Einige Menschen zeigen keine Symptome, andere dagegen liegen auf Intensivstationen, müssen künstlich beatmet werden und kämpfen oft vergebens um ihr Leben.

Eine Impfung gegen Corona kann schwere Krankheitsverläufe und Tod verhindern, jedoch nicht 100 Prozent vor der Ansteckung schützen. Eine steigende Impfquote trägt kombiniert mit natürlichen Infektionen zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei. Inzwischen verläuft das Impfen in Deutschland im Schneckentempo. Die hochansteckende Delta-Variante ist aufgetaucht und die vierte Corona-Welle hat noch vor dem Herbst und Winter begonnen.

Covid-19: Verschwindet das Coronavirus jemals wieder?

Das Coronavirus bleibt, da sind sich Corona-Forscher grundsätzlich einig. Vertreter der WHO haben das Virus als epidemisch bezeichnet. Das bedeutet, dass es - wie etwa Influenza-Viren - in der Bevölkerung zirkuliert und saisonale Ausbrüche verursacht. Wir müssen also mit dem Virus leben, aber es gibt einen Impfschutz.

Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité ordnet seit Beginn der Corona-Pandemie die Lage in Deutschland im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ ein, informiert über den Stand der Forschung.

Drosten spricht in der Folge ausführlich über Booster-Impfungen und auch den Begriff der Herdenimmunität, den seiner Meinung nach einige Leute als „sterile Elimination“ verstanden haben. Das sei nie das Ziel gewesen, so der Virologe. Es sei darum gegangen, die mögliche Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus zu bremsen. Eine Schwelle mit den Vakzinen erreicht würde, dass sich das Virus schleichend in der Bevölkerung ausbreiten kann und den meisten, allermeisten, fast jedem Infizierten eigentlich dabei nichts ausmacht. Drosten war davon ausgegangen, dass dies bei einer Impfquote über 80 Prozent Ende August möglich gewesen wäre.

„Ich hatte wirklich gedacht, wir kommen mit einer hohen Impfquote aus der Sommerpause und können dann in ein paar Podcast-Folgen feiern, wie gut wir das alles in Deutschland hingekriegt haben“, sagte Virologe Christian Drosten am Freitag (3. Freitag). Er warnt vor dem Herbst und Winter. Zumal der Impfschutz in der Gesamtbevölkerung auch mit der Zeit ein bisschen schlechter werde.

Gibt es einen langen Schutz gegen das Coronavirus?

Booster-Impfungen seien ein Teil der Lösung, doch könnten sie nicht das Ziel für alle Zeiten sein, erklärt der Top-Virologe. Diese epidemische Situation müsse als eine Erkältungssituation betrachtet werden. Die Mehrheit der Infektionsbiologen und Mediziner würden das im Moment auch so sehen. Das heiße, dass „unser Immun-Update“, also die „Booster-Immunisierung“ durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Virus belastbar wird.

„Mein Ziel als Virologe Drosten, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben“, erklärt Drosten. Damit habe er sich schon lange abgefunden. Eine Infektionsimmunität sei auf die Dauer robuster. Allerdings muss der Virologe zugeben, „ich wäre gerne auch noch ein drittes Mal geimpft“. Doch seine dritte Impfdosis gehe erstmal nach Afrika. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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