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Wird es auf absehbare Zeit einen Coronavirus-Impfstoff geben? Virologe Keppler dämpft die Erwartungen in einem ARD-Interview.
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Wird es auf absehbare Zeit einen Coronavirus-Impfstoff geben? Virologe Keppler dämpft die Erwartungen in einem ARD-Interview.

Coronavirus-Dämpfer

“Ergebnis eigentlich eine Katastrophe“ - Virologe dämpft Impfstoff-Hoffnung 

Der Virologe Oliver Keppler dämpft die Erwartungen für einen „Super-Impstoff“. Es werde „vielleicht nie einen geben“. Worauf er stattdessen setzt.

Berlin/München -  „Es gibt weltweit mehr als einhundert Projekte zur Impfstoffentwicklung, die auf dem Weg sind und viele brillante Forscher, Konsortien und Impfstofffirmen arbeiten mit, es fließen Milliarden“, sagt der Virologe* Oliver Keppler. Er ist Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er den Lehrstuhl für Virologie innehat.

Doch all die Anstrengungen müssen nicht bedeuten, dass es tatsächlich einen effektiven Impfstoff gegen das Coronavirus geben wird, meint Keppler im Interview mit der Tagesschau (ARD).

Coronavirus-Impfstoff: Virologe spricht vom „Hype um Studien“

Sehr kritisch blickt Keppler auf Schlagzeilen und Hypes um wissenschaftliche Studien, hinter denen auch wirtschaftliches Interesse steckt. Erschreckt habe ihn in diesem Zusammenhang ein Bericht aus den USA, wonach bei einer Studie 8 von 34 Geimpften eine Immunreaktion gezeigt hätten. „Das wäre der Zeitpunkt, an dem man die Forschung zu diesem Impfstoff abbrechen oder ganz 'zurück auf Start' gehen müsste, weil dieses Ergebnis eigentlich eine Katastrophe ist“, meint er dazu.

Ein Super-Impfstoff, „auf den wir natürlich alle hoffen“, müsste nicht nur alle Altersgruppen effektiv schützen und frei von schwereren Nebenwirkungen sein, sondern auch innerhalb kürzester Zeit schnell zu produzieren sein. Das empfindet Keppler zumindest dann als unrealistisch, wenn man sich nicht nur an Erfolgen messen lasse (etwa Polio oder Masern), sondern auch an Misserfolgen: „HIV/AIDS, Dengue-Fieber, Tuberkulose, oder Malaria sind Geißeln der Menschheit, die seit Jahrzehnten für Leid und Tod sorgen“ - eben ohne, dass bisher eine wirksame Impfung gefunden werden konnte. Auch die Grippe-Impfung müsse jedes Jahr erneuert werden und wirke nur zu 30 bis 70 Prozent.

Lesen Sie auch: Er galt als geheilt: 30-Jähriger Coronavirus-Patient stirbt in NRW

Coronavirus-Impfstoff: Aktuelle Debatte völlig fehlgeleitet

Alle Diskussionen, die sich jetzt schon mit der gerechten Verteilung eines möglichen Impfstoffs befassen, empfindet er als völlig fehlgeleitet zum aktuellen Zeitpunkt. Stattdessen geht er davon aus, dass - schneller als ein Impfstoff - wirksame Medikamente entwickelt werden, die schwere Verläufe mildern können. 

Das bedeutet für ihn vor allem, dass wir uns noch länger anders verhalten müssen: „Ich denke, dass es auf absehbare Zeit zu unserem Alltag gehören wird, Abstand zu halten, Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen und Hygienemaßnahmen* einzuhalten - abhängig von der Saisonalität und der pandemischen Situation des Virus in den jeweiligen Regionen.“ Er ergänzt allerdings: „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir medizinische Mittel finden werden, die helfen, wenn auch nicht klar ist, wann.“

Immer mehr Hoffnungen setzen Wissenschaftler auf die Theorie der Superspreader, um die Epidemie in den Griff zu kriegen oder auch auf die Nutzung einer Corona-App - so auch der Virologe Christian Drosten. Außerdem macht ihm etwas anderes Hoffnung - und zwar ausgerechnet eine Virus-Mutation

*Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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