News-Ticker zur Pandemie

Covid-19 in Deutschland: Großer Corona-Ausbruch in Gaststätte - während EM-Spiel von Italien

Die Coronavirus-Zahlen in Deutschland steigen wieder. In Trier kommt es während eines Public Viewings zur EM 2021 zu einem Corona-Ausbruch. Der News-Ticker.

  • Corona in Deutschland: Die Infektionszahlen steigen wieder.
  • Das RKI berichtet: Vor allem junge Leute infizieren sich mit dem Coronavirus (siehe Update vom 14. Juli, 13.50 Uhr).
  • In Trier gibt es nach einem Public Viewing zur EM 2021 einen Corona-Ausbruch (siehe Update vom 14. Juli, 19 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 14. Juli, 22.30 Uhr: Überraschend wurde Deutschland an diesem Mittwoch im Corona-Ampelsystem der britischen Regierung nicht von gelb auf grün heruntergestuft. Trotz einer vergleichsweise niedrigen Inzidenz von 7,1. Damit müssen Touristen und Geschäftsreisende nach der Einreise nach England weiterhin für zehn Tage in Quarantäne. Zudem müssen sie mindestens drei negative Corona-Tests vorlegen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Corona-Ausbruch in Trier nach Public Viewing zur Fußball-EM

Update vom 14. Juli, 19 Uhr: In Trier ist es nach einem EM-Spiel mit Public Viewing zu einem Corona-Ausbruch gekommen. So sollen sich in der Gaststätte „Louisiana“ mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Das berichtet der SWR. Demnach führt das Gesundheitsamt bislang mindestens 14 Corona-Infektionen auf das gemeinsame Schauen des Fußballspiels zurück, heißt es weiter.

„Wir haben leider ein Ausbruchsgeschehen in einem Gastronomiebetrieb nach einem Spiel, an dem Italien beteiligt war“, sagte der Leiter des Trierer Gesundheitsamtes, Harald Michels, dem SWR. Die Feierlaune der Gäste hätte „leider dazu geführt, dass Abstände nicht eingehalten wurden, trotz Ermahnung des Gaststätten-Personals“. Das Gesundheitsamt will nun weitere Kontaktpersonen ermitteln. Zuletzt hatte bereits ein Corona-Ausbruch in einem Karlsruher Lokal für Aufsehen gesorgt.

Corona-Pandemie in Deutschland: Gute Nachrichten von den Intensivstationen

Update vom 14. Juli, 18 Uhr: „Jeden Tag, mit jeder Impfung befreien wir uns ein Stück mehr aus den Fängen der Pandemie und holen uns unser Leben zurück“, erklärte Frank-Walter Steinmeier an diesem Mittwoch. Der Bundespräsident warb angesichts wieder steigender Infektionszahlen und gleichzeitig nachlassender Impfbereitschaft eindringlich für Corona-Impfungen.

„Zeigen Sie Verantwortung für sich und für andere. Lassen Sie sich impfen!“, sagte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft weiter. Zuletzt kamen die Impfungen allerdings nicht mehr ganz so zügig voran. Seit über einer Woche geht zudem die Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag nach oben. Am Mittwochmorgen meldete das Robert Koch-Institut einen Anstieg von 6,5 auf 7,1.

Corona-Pandemie in Deutschland: Gute Nachrichten von den Intensivstationen

Update vom 14. Juli, 17 Uhr: Erstmals seit Oktober 2020 ist die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen unter 400 gesunken. Das berichtet das Nachrichtenportal ntv.de. Demnach wurden an diesem Mittwochnachmittag 398 Personen laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) wegen einer Coronavirus-Infektion intensivmedizinisch behandelt. Das waren neun weniger als am Vortag.

Auf dem Höhepunkt der dritten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland lagen im April mehr als 5000 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Bundesrepublik.

Corona-Pandemie in Deutschland: Mehr als 43,7 Prozent der Bürger sind vollständig geimpft

Update vom 14. Juli, 15.15 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile 43,7 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch wurden tags zuvor 736.031 Impfdosen verabreicht. Damit haben bundesweit rund 36,4 Millionen Personen den kompletten Impfschutz. Mehr als 49 Millionen Menschen sind mindestens einmal geimpft - das entspricht einer Quote von 58,9 Prozent.

Update vom 14. Juli, 15.05 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen, die auf einen Abend in einem Karlsruher Lokal am 2. Juli zurückgeführt werden, ist auf 49 gestiegen. Das teilte die Stadt Karlsruhe am Mittwoch auf Anfrage der dpa mit. Unterdessen meldete sich das baden-württembergische Sozialministerium zu Wort: Amtschef Uwe Lahl appellierte an die Behörden vor Ort, den Bußgeldkatalog „entsprechend auszuschöpfen“, sofern ein offensichtliches Fehlverhalten nachgewiesen werde.

Das Lokal hat eine Konzession als Bar. Die bräuchte laut Stadt als gastronomische Einrichtung bis zu einer Inzidenz unter 35 keine
Nachweise für Geimpfte, Genesene und Getestete - ein Club, in dem auch getanzt wird - schon.

Corona in Deutschland: RKI berichtet - vor allem jüngere Menschen infizieren sich aktuell

Update vom 14. Juli, 13.50 Uhr: Es sollte ein entspannter Sommer während der Corona-Pandemie werden und die vergleichsweise niedrigen Werte in den vergangenen Wochen hatten Experten bereits zuversichtlich gestimmt. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit Tagen jedoch wieder an (siehe Ursprungsmeldung unten). Wie das RKI nun berichtet, ist der leichte Anstieg der Zahlen und der Sieben-Tagen-Inzidenz vor allem auf junge Erwachsene zurückzuführen.

Während sich die Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in fast allen Altersgruppen über mehrere Wochen hinweg ungefähr konstant oder rückläufig entwickeln, haben sie bei den 20- bis 29-Jährigen vor allem in der vergangenen Woche zugenommen. Am deutlichsten ist der Trend bei den 20- bis 24-Jährigen, mit einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz von 10 auf 19 binnen zwei Wochen. Zum Vergleich: Bei Senioren zwischen 75 und 84 Jahren stagnierte der Wert im gleichen Zeitraum bei 1.

Doch auch bei den aus dem Ausland eingeschleppten Corona-Infektionen sieht das RKI einen leichten Anstieg. Vor allem in den beiden vergangenen Wochen sei eine leichte Zunahme von solchen Fällen am Infektionsgeschehen zu beobachten, so das RKI im Lagebericht vom Dienstagabend. Derzeit sei dies aber „noch auf geringem Niveau“. Die wöchentliche Fallzahl in Verbindung mit Reisen habe vergangene Woche bei 555 gelegen, in den Wochen zuvor habe sie zwischen 259 und 412 Fällen geschwankt. Das RKI macht in seinem Bericht weder Angaben zu den Ländern, aus denen Infizierte einreisten, noch unterscheidet der Bericht nach Varianten.

Corona in Deutschland: Impfkampagne gerät ins Stocken

Update vom 14. Juli, 12.20 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen seit Tagen wieder an (siehe Ursprungsmeldung), die Zahl der geimpften Personen steigt jedoch nicht so zügig an, wie von vielen Politikern und Experten erhofft. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen deshalb aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Die Mehrheit in unserem Land hat die erste Impfung schon erhalten“, sagte das Staatsoberhaupt in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. „Jetzt kommt es darauf an, dass möglichst viele Ihrem Beispiel folgen.“ Deshalb bitte er all diejenigen, die noch unsicher sind: „Lassen Sie sich impfen!“

„Lassen wir nicht nach!“, sagte Steinmeier mit Blick auf die stockende Impfkampagne. „Nur wenn noch mehr Menschen in unserem Land den vollständigen Impfschutz erhalten haben, ist das gemeinsame Ziel erreicht.“ Erst dann würden Virusvarianten wie die aktuelle Delta-Variante nicht zu neuen Beschränkungen zwingen. Erst dann bestehe mit hoher Sicherheit ein Schutz vor schweren und tödlichen Verläufen der Infektion.

Die Impfkampagne hat derzeit deutlich an Tempo verloren, weshalb die Quote der Geimpften momentan nur noch langsam steigt. Derzeit verfügen rund 43 Prozent der Menschen über den vollen Impfschutz. Experten halten allerdings eine Quote von 85 Prozent bei Menschen zwischen zwölf und 59 Jahren und 90 Prozent bei den Älteren für erforderlich.

Festival-Besucher infizieren sich mit Corona - Mehr als 20.000 Teilnehmer in Utrecht

Update vom 14. Juli, 10.35 Uhr: Mehr als 20.000 Menschen hatten ein Festival in Utrecht* besucht, nun infizierten sich mehr als 1000 Teilnehmer. Und die Zahl könnte noch weiter ansteigen.

Corona-Inzidenz steigt seit über einer Woche täglich an - deutlich mehr Neuinfektionen als in der Vorwoche

Ursprungsmeldung vom 14. Juli 2021: Berlin - Inzwischen schon seit mehr als einer Woche steigt die Zahl der Sieben-Tage-Inzidenz jeden Tag an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI)* von Mittwochmorgen (14. Juli) liegt sie nun bei 7,1 - am Vortag betrug der Wert 6,5, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1.548 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 985 Ansteckungen gelegen.

Dafür ist die Zahl der mit Corona im Zusammenhang stehenden Todesfälle in Deutschland binnen 24 Stunden gesunken. So wurden 28 Todesfälle verzeichnet, vor einer Woche waren es 48 Tote gewesen.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten vom Dienstag bei 1,11 und befand sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken.

Die aktuellen Zahlen weltweit finden Sie hier.

Coronavirus: Lauterbach glaubt wir „kommen gut durch“ im Pandemie-Sommer - ohne Lockdown

Dass wir uns aufgrund der wieder steigenden Zahlen auf direktem Weg in einen neuen Lockdown befinden, davon geht zumindest SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach derzeit nicht aus. „Die Fallzahlen steigen zwar wieder, aber das war zu erwarten mit den Lockerungen, die gerade beschlossen wurden. Sie werden auch noch weiter nach oben gehen. Wenn wir aber jetzt nicht drastisch öffnen und uns an die wichtigste Regel im Pandemie-Sommer halten, nämlich draußen geht viel, drinnen muss man vorsichtig bleiben, dann kommen wir gut durch“, sagte er der Passauer Neuen Presse vom Mittwoch. Der Weg in England, wo für den 19. Juli das Ende aller Corona-Maßnahmen angekündigt wurde, erzeuge derweil „nur eine Welle von chronisch kranken Long-Covid-Kranken.“

Coronavirus: Politiker sprechen sich für sichtbarere Impfkampagne aus

Währenddessen sprechen sich immer mehr Politiker und Verbände für eine offensivere und sichtbarere Werbekampagne für Corona-Impfungen aus, um schnell auch Unentschlossene zu überzeugen. „Die Impfkampagne sollte unter anderem auch mit TV-Spots beworben werden“, sagte der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, der Neuen Osnabrücker Zeitung (14. Juli). Die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas kritisierte, dass etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bislang „kaum sichtbar“ sei.

„Die bestehenden Angebote reichen offenbar nicht aus, um ausreichend Impfwillige zu erreichen“, sagte die Vize-Fraktionschefin der Sozialdemokraten dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Hier ist der Bundesgesundheitsminister (Jens Spahn, CDU) gefragt.
Wir müssen die Informationskampagne deutlich ausbauen. Wir brauchen mehr Werbung und Aufklärung“, forderte die Gesundheitsexpertin. Ähnlich äußerte sich auch der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wir müssen auf allen Kanälen versuchen, Menschen anzusprechen, die sich beim Impfen bisher zurückhalten.“ Es müsse einfacher werden, sich auch außerhalb von Impfzentren und Arztpraxen impfen zu lassen. Dehoga-Geschäftsführerin Ingrid Hartges fügte in der Augsburger Allgemeinen hinzu: „Es ist wichtig, dass wir die Impfkampagne beschleunigen, die Politik muss mehr Werbung dafür machen.“

Am Dienstag hatte sich bereits der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, für eine intensivere Werbung für Corona-Impfungen auch im Fernsehen ausgesprochen. „Ich vermisse den TV-Spot zum Impfen vor der Tagesschau. Und dann müssen wir direkt vor Ort informieren, und zwar genau da, wo die Impfbereitschaft bisher gering ist. Wir müssen auf die Menschen zugehen“, hatte Reinhardt der Rheinischen Post gesagt. Am selben Tag warben auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spahn mit einem Appell für die Möglichkeit der Schutzimpfung. „Eine Impfung schützt nicht nur Sie, sondern auch immer jemandem, dem Sie nahe stehen, der Ihnen wichtig ist, den Sie lieben“, sagte Merkel.

Söder kündigte derweil ein neues Konzept an für Freiheiten. (dpa/afp/jh) *merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA

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