"Costa Concordia": Abpumpen kommt voran

Giglio/Rom - Günstiges Wetter bringt das Ölabpumpen aus den Tanks der gekenterten “Costa Concordia“ voran. In dem Schiff lagern immer noch 2300 Treibstoff.

Etwa 500 Kubikmeter Treibstoff konnten bis zum Dienstagabend von der Bergungsfirma Smit abgeleitet werden, berichtete der Krisenstab auf der Insel Giglio. Unterdessen hat die Reederei Costa Crociere in Genua am Mittwoch die Frist für die Annahme der gebotenen Entschädigung an die Passagiere der “Costa Concordia“ um 45 Tage bis zum 31. März verlängert.

Die Reederei hatte den Betroffenen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes eine Basiszahlung von 11 000 Euro sowie 3000 Euro für zusätzliche Ausgaben angeboten. Die Passagiere sollten mehr Zeit erhalten, um das Angebot abzuwägen, teilte Costa Crociere mit. Die gemeinsam mit italienischen Verbraucherorganisationen vereinbarte Entschädigung war von Kritikern als viel zu gering bezeichnet worden. Anwälte bereiten dagegen Klagen mit Forderungen in Millionenhöhe vor.

Hier fliehen die Menschen von der Costa Concordia

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Etwa 30 Prozent der Schiffbrüchigen vom 13. Januar hätten das Angebot der Reederei bisher angenommen, sagte Furio Truzzi von einem der beteiligten Konsumentenverbände. An Bord der “Costa Concordia“ waren etwa 3200 Passagiere, darunter 560 Deutsche. 17 Leichen wurden bislang geborgen 15 Menschen werden vermisst, darunter 6 Deutsche.

Luxusliner läuft auf Grund - Tote und Verletzte

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Die gekenterte “Costa Concordia“ bewegt sich weiterhin um ein bis zwei Millimeter in der Stunde, zeigten Messungen an dem Wrack. Nach Angaben des Krisenstabes liegt die Bewegung im Bereich des Normalen. Die Fachleute hatten wiederholt betont, das 290 Meter lange Schiff verlagere sich zwar etwas, sei aber insgesamt stabil und drohe auch nicht in tieferes Wasser vor der toskanischen Insel zu versinken. In dem Schiff lagern etwa 2300 Tonnen Treibstoff, überwiegend Schweröl.

Techniker warnen vor Auseinanderbrechen

Die “Costa Concordia“ droht unter ihrem eigenen Gewicht auseinanderzubrechen. Italienische Medien berichteten am Mittwoch, dass laut Ergebnissen der letzten Untersuchung am Rumpf des Schiffes Bug und Heck des Kreuzfahrtschiffes nur unsicher an zwei Stellen auf den Klippen vor der Hafeneinfahrt aufliegen. Außerdem sei an dem Felsen am Heck ein Riss entdeckt worden. “Das sind unmissverständliche Zeichen für einen Zusammenbruch der Konstruktion“, zitierte “La Repubblica“ einen Ingenieur, der auf der Insel arbeitet. Das habe nichts mit dem schlechten Wetter oder dem Seegang zu tun, sondern lediglich mit den Gravitationskräften, denen das Schiff in dieser unnatürlichen Position ausgesetzt sei.

dapd/dpa

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