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Trauernde stehen vor dem Wrack der Costa Concordia.

Zwei Jahre danach

"Costa"-Drama: Trauer auf Giglio

Giglio - Am zweiten Jahrestag des "Costa"-Dramas liegt das Wrack noch vor der Insel Giglio. Überlebende gedenken der Opfer. Im Prozess wird eine Schweigeminute eingelegt - aber ohne den Angeklagten.

Mit einer Messe und einer Schweigeminute haben Angehörige und Überlebende zwei Jahre nach dem Drama um die „Costa Concordia“ der Opfer gedacht. Nach der Messe in der kleinen Kirche auf der Mittelmeerinsel Giglio warfen Bürgermeister Sergio Ortelli und andere Offizielle am Montag einen Kranz ins Meer, um an die 32 Todesopfer zu erinnern. Am Abend zum Zeitpunkt des Aufpralls auf den Felsen vor Giglio sollte ein Fackelzug den Gedenktag beenden. Im Prozess gegen Unglückskapitän Francesco Schettino gab es eine Gedenkminute, bevor das Verfahren wegen eines Streiks vertagt wurde.

Etwa 30 Überlebende waren in einem Trauermarsch gemeinsam zum Gerichtssaal in Grosseto gezogen, wo sich Schettino seit Juli als einziger Angeklagter verantworten muss. Gemeinsam mit Richtern und Anwälten erinnerten sie mit einer Schweigeminute an die Opfer. Einige Passagiere verließen anschließend unter Tränen das Gericht. „Wir wollen mit unserer Anwesenheit zeigen, dass niemand von uns vergisst“, sagte einer von ihnen laut Nachrichtenagentur Ansa.

Schettino selbst nahm nicht an dem Prozess und der Gedenkminute teil, was viele der Überlebenden enttäuscht zur Kenntnis nahmen. „Es wäre eine einzigartige Gelegenheit für Schettino gewesen: Sich bei allen entschuldigen für all das, was er getan hat“, sagte eine Frau, die im Gerichtssaal war, laut Nachrichtenagentur Ansa. Der Kapitän meldete sich stattdessen in einer Erklärung zu Wort und betonte seine tiefste Trauer und den unauslöschbaren Schmerz. „Ich wiederhole, dass ich den Angehörigen der Opfer nahe bin“, sagte der Süditaliener.

Der Prozess gegen ihn soll nun am 27. Januar fortgesetzt werden. Schettino werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen. Bei der Havarie am 13. Januar 2012 starben 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes, das noch immer vor Giglio liegt.

Zwei Jahre nach "Costa"-Drama: Trauer auf Giglio

Zwei Jahre nach "Costa"-Drama: Trauer auf Giglio

An den Gedenkfeiern auf Giglio nahmen neben Anwohnern und einigen Dutzend Überlebenden auch zahlreiche Offizielle teil, darunter auch Zivilschutzchef Franco Gabrielli. „Heute ist ein Moment der Stille, des Nachdenkens und des Danks an die Insel Giglio und ihre Bewohner“, sagte er. Nach dem Fackelzug zum Hafen am Abend sollte der Gedenktag mit Kirchengeläut, Schiffssirenen und einem stillen Gebet enden.

Bilder von der Bergung der "Costa Concordia"

Bilder von der Bergung der "Costa Concordia"

dpa

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