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Taucher suchen nach weiteren Opfern der Katastrophe

"Costa Concordia": Taucher finden zwei Leichen

Rom - Taucher haben im überfluteten Heckteil des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ zwei Leichen gefunden. Sie konnten noch nicht identifiert werden.

Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Die zwei älteren Männer seien mit Schwimmwesten in einer Kabine gefunden worden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer des Schiffbruchs vor der toskanischen Küste auf fünf. Nähere Angaben zur Herkunft der Opfer gab es zunächst nicht.

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Die „Costa Concordia“ war in der Nacht zu Samstag mit mehr als 4200 Passagieren an Bord auf einen Felsen gelaufen und zur Seite gekippt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Kapitän.

Unglücksschiff war nur 150 Meter vom Ufer entfernt

Nach neuesten Erkenntnissen war das Kreuzfahrtschiff nur 150 Meter vom Ufer entfernt und der Insel Giglio „unglaublich nahe“. Das sagte der leitende Staatsanwalt von Grosseto, Francesco Verusio, am Sonntag nach ersten Analysen der Blackbox des Schiffes. Erst 58 Minuten, nachdem die „Costa Concordia“ einen Felsen gerammt hatte, habe die Besatzung die Küstenwache alarmiert, sagte Verusio nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. Das Schiff war dann nahe der Insel auf Grund gelaufen und in Schräglage geraten.

Bei den Ermittlungen prüft der Staatsanwalt auch, ob der Kapitän absichtlich so dicht an die Insel herangefahren ist, um die Insulaner einem Brauch folgend mit der Schiffssirene zu begrüßen. Die Blackbox speichert die Kommandos und die Kommunikation des Schiffes.

Verband erhebt Vorwürfe gegen Reederei Costa

Der Verband der Kreuzfahrtpassagiere wirft dem Reedereiunternehmen Versagen vor. „Wir erheben schwere Vorwürfe gegen die Reederei Costa“, sagte Stefan Jaeger, Präsident der European Cruiser Association (Eucras), der „Financial Times Deutschland“ (Montag). Der Verein mit Sitz in Wiesbaden vertritt vor allem die Interessen von Passagieren.

Jaeger vermutet, dass sich der Kapitän falsch verhalten habe. So sei es höchst fahrlässig, dass das Kreuzfahrtschiff so eng an der Insel Giglio vorbeigefahren sei. Inselbewohner hätten berichtet, dass in letzter Zeit vermehrt Schiffe der Costa-Reederei diese gefährlichen Routen genommen hätten. „Trifft dies zu, dann hätte die Reederei eingreifen müssen“, sagte Jaeger.

Unverständlich sei aus seiner Sicht auch das Chaos an Bord, nachdem das Schiff auf den Felsen gefahren sei und sich dann geneigt habe. „Besatzungsmitglieder sind eigentlich auf Notfälle wie diesen vorbereitet, sie werden ein bis zweimal pro Woche entsprechend in Übungen darauf gedrillt“, so Jaeger.

dpa

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