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Francesco Schettino war Kapitän auf der Costa Concordia während des Unglücks.

Concordia-Unglück: Schettino bei Anhörung

Grosseto - Mit Sonnenbrille durch den Hintereingang: Neun Monate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ vor der Toskana erschien Kapitän Schettino am Montag zur Beweisaufnahme.

Zu einer Anhörung in Grosseto erschien am Montag neben über 1.000 Überlebenden, Hinterbliebenen und Anwälten auch der beschuldigte Kapitän Francesco Schettino vor Gericht. Die Beratungen in dieser Woche spielen eine Rolle bei der Entscheidung, ob ihm der Prozess gemacht wird.

Die „Costa Concordia“ mit 4.200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord war am 13. Januar zu nah an die kleine Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war gekentert. 32 Menschen kamen ums Leben, darunter auch zwölf deutsche Passagiere.

Bilder vom Concordia-Drama

Luxusliner läuft auf Grund - Tote und Verletzte

Schettino trug eine Sonnenbrille und schlüpfte ohne ein Wort zu den wartenden Medien durch einen Hintereingang in das Theater in Grosseto, in dem das Gericht tagt. Viele Überlebende des Unglücks waren gekommen, um ihm ins Gesicht zu sehen. „Wir wollen ihm in die Augen schauen und sehen, wie er auf die Beschuldigungen reagiert“, sagte der deutsche Überlebende Michael Liessen, der mit seiner Frau an der Anhörung teilnahm.

Prozess wohl nicht mehr dieses Jahr

Dem damaligen Kapitän wird zur Last gelegt, das Unglück verursacht und vor Passagieren und Mannschaft von Bord gegangen zu sein. Er weist die Vorwürfe zurück und hält dagegen, er habe das Schiff noch in flacheres Wasser gesteuert und so sogar Leben gerettet.

Hinter verschlossenen Türen soll in Grosseto nun die Beweislage gegen Schettino und acht weitere Beschuldigte erörtert werden, darunter Schiffspersonal und Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens Costa Crociere. Ein Prozess würde wohl nicht mehr in diesem Jahr beginnen.

Bei dem Beweissicherungstermin soll erstmals auch die vollständige Auswertung des Bordschreibers öffentlich gemacht werden. Die Anhörung war bereits für Juli vorgesehen gewesen, aber dann vertagt worden, weil die Experten vor allem zur Auswertung der Blackbox mehr Zeit benötigten.

dapd

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