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Ein riesiges Wracktreil des Fracht-Jumbos der Fluggesellschaft ACT nahe des Flughafens Manas in Bischkek.

Türkischer Fracht-Jumbo stürzt auf Häuser

Pilotenfehler soll zu Absturz geführt haben

Bischkek - Beim Absturz einer türkischen Frachtmaschine in Zentralasien sind mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Möglicherweise hat der Pilot einen Fehler gemacht.

Der Absturz einer türkischen Frachtmaschine in Kirgistan ist nach Angaben der Behörden auf einen Pilotenfehler zurückzuführen. Auf diese Einschätzung kämen Experten aufgrund erster Informationen, sagte der stellvertretende kirgisische Ministerpräsident Muhammetkaly Abulgasi am Montag auf einer im Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Beim Absturz des Frachtflugzeugs in der Nähe des Flughafens von Bischkek in Kirgistan sind am Montag mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich gegen 7.30 Uhr morgens (02.30 Uhr MEZ) bei dichtem Nebel während des Landeanflugs auf den Hauptstadtflughafen, wie Behörden mitteilten. Die Maschine vom Typ Boeing 747 der Gesellschaft ACT Airlines stürzte demnach über dicht besiedeltem Gebiet ab. Sie war auf dem Weg von Hongkong nach Istanbul und sollte in Bischkek zwischenlanden.

Helfer nach dem Absturz in Kirgistan.

Die Mehrheit der Opfer seien Einwohner des Dorfs Datscha-Suu, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Die Zahl der Opfer könne noch steigen. Such- und Rettungsaktionen seien im Gange. Das Dorf sei schwer getroffen, mehr als 40 Häuser hätten Schaden genommen. Rettungskräften zufolge waren mindestens sechs Kinder unter den Opfern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben auch vier Piloten.

Flugzeug sei „direkt in Häuser gestürzt“

Wrackteile nach dem Absturz in Kirgistan.

Die Dorfbewohnerin Sumrijat Resachanowa sagte AFP, das Flugzeug sei "direkt in Häuser gestürzt", in denen Menschen schliefen. "Das Haus meiner Schwester ist schwer beschädigt. Zum Glück haben sie und ihre Familie überlebt." Ein Augenzeuge, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, durch den Flugzeugabsturz seien "ganze Familien mit ihren Kindern getötet" worden - viele davon im Schlaf. Von den Häusern sei "nichts mehr übrig". Der internationale Flughafen Manas außerhalb der Hauptstadt wurde geschlossen, Flüge bis zum Abend ausgesetzt. 

Die türkische Frachtfluggesellschaft ACT Airlines hat den Absturz des Jumbo-Jets in Zentralasien bestätigt. Nach Angaben der Airline wurde die Unglücksmaschine im Jahr 2003 gebaut. 

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines teilte mit, weder das Flugzeug noch die Besatzung an Bord gehörten zu Turkish Airlines. Nach Angaben von ACT wurde die Firma 2004 gegründet. Sie ist demnach fast vollständig im Besitz einer chinesischen Gruppe und eines türkischen Teilhabers.

dpa/afp

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