Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac
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Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Slogan „the RNA people“ steht an der Unternehmenszentrale

Der Impfstoffkandidat CVnCoV

CureVac-Impfstoff: Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Zulassung – alle Infos zum deutschen Corona-Vakzin

CureVac – alle Infos über die Wirksamkeit, die Nebenwirkungen und die Zulassung des mRNA-basierten Corona-Impfstoffs, den das deutsche Biopharmazie-Unternehmen entwickelt hat.

Tübingen – Die Universitätsstadt im Zentrum des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg ist der Hauptsitz der CureVac AG. Das biopharmazeutische Unternehmen widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 der Erforschung und Entwicklung neuartiger Medikamente auf Basis des Botenmoleküls Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA). Seit Beginn der COVID-19-Pandemie arbeitet es an der Herstellung eines Corona-Impfstoffs auf Grundlage der mRNA-Technologie.

CureVac – der COVID-19-Impfstoffkandidat CVnCoV

Bei CVnCoV handelt es sich um einen COVID-19-Impfstoffkandidaten, den das deutsche Biopharmazie-Unternehmen CureVac seit Januar 2020 entwickelt hat. Das Vakzin basiert auf der mRNA-Technologie, die den menschlichen Körper mithilfe des Botenstoffes mRNA anleitet, seinen Abwehrmechanismus zu aktivieren.

  • Hintergrund: Eine Schlüsselfunktion hat das Spike-Protein inne. Dabei handelt es sich um eine Proteinstruktur, die von einer Virushülle nach außen ragt. Es wird auch als Peplomer bezeichnet und ist bei der Bindung an eine Wirtszelle von Bedeutung. Das Coronavirus SARS-CoV-2 bindet sich mithilfe seines Spike-Proteins an den Rezeptor ACE2 auf den Oberflächen der Zellen des Lungengewebes.
  • Wirkungsweise: Der mRNA-Botenstoff des COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV wurde so programmiert, dass er die Bauanleitung für die Herstellung des Spike-Proteins enthält. Erhält der Körper den Impfstoff, erkennt er im Falle einer Infektion das potenziell feindliche Spike-Protein und bekämpft es durch die Produktion von Antikörpern und T-Zellen. Zusammengefasst basiert die Wirkungsweise von CVnCoV darauf, eine natürliche Virusinfektion nachzuahmen und das körpereigene Abwehrsystem zu aktivieren.
  • Wirkung: Der Körper entwickelt Antikörper, die eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 entweder verhindern oder ihren Verlauf abschwächen.
  • Dosierung: Bei klinischen Studien wurden zwei Impfdosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht.
  • Nebenwirkungen: Probanden berichteten von Fieber und/oder Kopfschmerzen, die Nebenwirkungen klangen in 24 bis 48 Stunden ab.

CVnCOV bleibt bei einer Standard-Kühlschranktemperatur von fünf Grad Celsius mindestens drei Monate stabil. Bei Raumtemperatur bleibt seine Wirksamkeit als gebrauchsfertiger Corona-Impfstoff bis zu 24 Stunden bestehen.

CureVac – klinische Studien zu CVnCoV
Die klinischen Studien zum Corona-Impfstoffkandidaten CVnCoV von CureVac gliederten sich in folgende Phasen und Ergebnisse:

  • Präklinische Studien: Der Impfstoffkandidat löste eine positive Immunantwort aus.
  • Phase-1-Studie ab Juni 2020: Diese Phase hatte zum Ziel, die Sicherheit des Vakzins sowie durch CVnCoV ausgelöste Immunreaktionen bei Menschen zu bewerten und die optimale Dosis zu ermitteln. Im Rahmen dieser Studie wurden 250 gesunde Probanden in Deutschland und Belgien im Alter von 18 bis 60 Jahren intramuskulär geimpft. Im November 2020 bestätigten Zwischenergebnisse den Einsatz einer Dosis von 12µg für die Studienphase 2b/3.
  • Phase-2a-Studie ab September 2020: Diese Studie wurde in Peru und Panama an 660 gesunden Teilnehmern unterschiedlicher Altersgruppen durchgeführt. Ziel waren die Bestätigung der Sicherheit verschiedener Dosisstufen sowie die Feststellung von Nebenwirkungen bei Erwachsenen ab 60 Jahren. Die geografische Umgebung mit einer hohen Inzidenz an COVID-19-Infektionen war dabei ebenfalls von Bedeutung.
  • Zulassungsrelevante Phase 2b/3 „HERALD“ seit Dezember 2020: Bei dieser Studie wurde die Wirksamkeit einer Impfstoff-Dosierung von 12µg untersucht. Sie ging nahtlos in die Phase-3-Wirksamkeitsstudie über, an der 35.000 Probanden in Europa und Lateinamerika teilnahmen. Sie erhielten jeweils eine Dosis CVnCoV im Abstand von 28 Tagen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den Corona-Impfstoff von CureVac den Internationalen Freinamen (INN) Zorecimeran vergeben.

CureVac – EU-Zulassung und Produktion des Corona-Impfstoffs

Am 12. Februar 2021 startete CureVac bei der Europäischen Arzneimittelagentur das rollierende Zulassungsverfahren für den COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV. Zwischen dem Biopharmazie-Unternehmen und den Dienstleistungspartnern Bayer, Wacker, Rentschler und Fareva bestehen bereits Vereinbarungen für die Herstellung des Corona-Impfstoffs.

Mit Erhalt der Zulassung im zweiten Quartal 2021 ist der Produktionsstart geplant: Am vierten März 2021 vereinbarten CureVac und Novartis die Herstellung von bis zu 50 Millionen Impfdosen bis Ende 2021; im Jahr 2022 sollen bis zu 200 Millionen Impfdosen produziert werden. Die Europäische Union hat bereits 405 Millionen Impfdosen Zorecimeran zum Stückpreis von zehn Euro bestellt.

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