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Die Deutschlandhalle ist bald Vergangenheit

Dach der Deutschlandhalle gesprengt

Berlin - Mit einem gewaltigen Knall ist am Samstagmorgen das Dach der Berliner Deutschlandhalle gesprengt worden: Der erste Schritt zum Abriss der geschichtsträchtigen Veranstaltungshalle.

Kurz vor 10.00 Uhr setzte am Samstag ein Sprengmeister der 76-jährigen Geschichte des Gebäudes ein Ende. Nach einem gewaltigen Knall sackte das riesige Stahldach planmäßig zusammen - unter einer großen Staubwolke. Für die Sprengung war das Gelände im Umkreis von 200 Metern abgesperrt, auch die Autobahn A 115 (Avus). Nach Angaben der Polizei verlief die Aktion planmäßig. Kurz nach der Sprengung trieb der Wind die Staubwolke nach Norden davon und gab den Blick auf die Ruine frei - am besten zu sehen von oben, etwa vom Funkturm.

1935 war der Bau von Adolf Hitler als weltgrößte Mehrzweckhalle eröffnet worden, die Nazis nutzten sie für ihre Massenveranstaltungen. Die Demontage der denkmalgeschützten Halle war umstritten. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wollte den Bau erhalten, der besonders bei den West-Berlinern mit vielen Erinnerungen verknüpft ist. Dort spielten Bands wie die Rolling Stones und Queen, ACDC, The Who und Jimi Hendrix. Hallenfußballturniere begeisterten Besucher ebenso wie Boxkämpfe, etwa von Muhammad Ali. Der Bau war auch durch die Artistenschau “Menschen, Tiere, Sensationen“ bekannt geworden. Die Pilotin Hanna Reitsch kreiste sogar mit einem Hubschrauber durch die Halle.

Bilder: Hier fliegt das Dach der Deutschlandhalle in die Luft

Bilder: Hier fliegt das Dach der Deutschlandhalle in die Luft

Die Wände der Halle werden in den nächsten Wochen abgerissen. Einen Tag vor der Sprengung erinnerte der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit (SPD), an die Geschichte des Gebäudes. Die Traditionshalle habe großartige Veranstaltungen und Konzerte beherbergt, sagte Wowereit am Freitag dem Berliner Radiosender 104.6 RTL. "Aber die Zeit der Deutschlandhalle ist nicht erst seit gestern, sondern seit längerer Zeit vorbei", sagte er. Auf dem Gelände im Stadtteil Westend soll bis Ende 2013 eine deutlich größere Kongresshalle entstehen.

An der Stelle der Veranstaltungshalle will die Messegesellschaft bis 2013 für 65 Millionen Euro eine neue Messe- und Kongresshalle errichten. “Der Abriss ist für die Messe der Startschuss in die Zukunft“, sagte ein Sprecher. Bei großen Veranstaltungen wie der Internationalen Funkausstellung (IFA) platzt die Messe regelmäßig aus den Nähten. Neben den 26 Hallen mussten Aussteller immer wieder in Zelte ausweichen. Die neue zweigeschossige Halle mit bis zu 9000 Plätzen soll auch das Kongressgeschäft für Berlin retten, während nebenan das asbestbelastete Internationale Congress Centrum (ICC) ab 2014 saniert wird.

dpa/dapd

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